Der Hafen war mal sooo schön…

February 25th, 2008

Schon besser! Dieser Tag begann wie jeder gute Tag beginnen sollte: mit ausschlafen. :) Das hatte ich auch bitter nötig. Ich kaufte dann noch ein paar Dinge ein, damit ich hier nicht jedem alles wegesse und -trinke und ging dann mal los in die Stadt, denn an diesem Tag war das Wetter bombig. Nur sehr wenig Wolken zu sehen und echt warm. Nix mit Jacke oder so…

Ich hab keinen Plan, was ich tun oder sehen will hier, aber mir kam die Idee auf dem Campus vorbeizuschauen. Irgendwo musste ich ja anfangen. Und es war ne gute Idee das dort zu tun, denn während ich so durch die Sonne schlendere, seh ich Tobias aus Karlsruhe auf einer Bank sitzen, den ich hier während meiner Zeit kennengelernt hatte. Er war mittlerweile auch wieder zu hause gewesen, nun aber wieder hier für seine Diplomarbeit. Sehr cooler Zufall! Hab dann mit ihm ein paar Stündchen in der Sonne gesessen und gequatscht. :) Wir haben wieder darüber philosophiert, wie toll Valencia doch ist und wie uns die Zeit hier verändert hat. Er meinte dann zu mir, er wolle sich abends mit Leuten in der Bodega treffen. Wieder ein schöner Zufall, weil ich unbedingt nochmal in die Bodega wollte, aber nicht wusste, wen ich hier dafür begeistern könnte. Ich erwähne das nochmal, weil es ja lange her ist: Natürlich gibt es in Valencia hunderte Bodegas (kurz beschrieben eine meist versiffte Kneipe, in der man Tapas essen und Wein und Bier trinken kann), aber eine besondere ist unter Erasmuslern bekannt und beliebt, weil sie dort sehr leckeres Essen zu sehr niedrigen Preisen anbieten. Praktischerweise ist die direkt bei mir um die Ecke… unpraktischerweise ist die so beliebt, dass man so etwa ab acht Uhr kaum noch rein kommt. So war es dann auch bei uns, weswegen wir woanders was essen waren und danach noch was trinken in einem Laden, der sogar einen Billard-Tisch hat. Habe zum ersten Mal in Valencia Billard gespielt. :) Unglaublich dass das vorher nie was gab. In der Bar hing auch ein Fernseher, in dem gerade eine Debatte der Leute der beiden Top-Parteien für die anstehende Wahl hier in Spanien gezeigt wurde. Die beiden sprachen über diverse Sachen und machten sich immer wieder gegenseitig mies. Vor allem warfen die nur so mit Statistiken um sich. Spanier lieben Statistiken, das hab ich schon im Zusammenhang mit Fußball gemerkt. Die versuchen immer aufgrund der 50 vorangegangenen Begegnungen das Ergebnis der nächsten vorauszusagen. Und in dieser Debatte waren die die ganze Zeit damit beschäftigt aufzuzählen, wie sich gewisse Zahlen während gewisser Legislaturperioden entwickelt haben.

Ich ging am Nachmittag vom Campus aus nicht direkt nach hause, sondern den größtmöglichen Umweg um noch am Strand und Hafen vorbei zu kommen. War schön mal wieder das Meer zu sehen, aber der Hafen… erschreckend wie der aussieht jetzt da der America’s Cup vorbei ist. Erste Teile verrotten bereits. Andere wurden weggerissen um für die geplante Formel-1-Strecke Platz zu machen. Bin mal gespannt, ob er dann wieder besser aussieht, aber im Moment war es echt nicht schön da rumzulaufen. Man konnte richtig sehen, dass alles da hochgezogen wurde für dieses eine Event, nun seinen Zweck erfüllt hat und zurückgelassen wurde. In den Bars standen noch die Flaschen und Gläser im Regal und die Servietten-Spender auf den Tischen. Als würden die morgen wieder aufmachen. Vielleicht werden sie ja für die Formel-1 wiederverwendet… aber dann spülen die die Gläser hoffentlich vorher nochmal aus.

Krasses am Rande: Als ich so am Strand saß und dem Meer beim Dasein zusah, hörte ich mit meinem MP3-Player etwas Radio. Endlich wieder spanisches Radio! Das war cool. Was weniger cool war: So ziemlich das erste Lied, das ich hörte, war “Durch den Monsum” von Tokio Hotel. Das haben die Jungs wohl auch mal auf englisch gesungen und sind damit in Spanien berühmt geworden. WAH!

Feuchter Start

February 24th, 2008

OK, der Start war leider nicht ganz so toll. Ich war für Erasmus-Menschen schon irre früh in der Wohnung (so gegen zehn), traf aber trotzdem Markus (der hier wohnende Deutsche) und seine Freundin an und unterhielt mich etwas mit ihnen. Anna war noch zu hause bei ihren Eltern, wollte aber am Abend kommen. Sie hatte mir bei einer Nachbarin nen Schlüssel hinterlegt, also konnte ich mich frei bewegen, was schön war, mir aber bei dem miesen Wetter und all den geschlossenen Geschäften nix gebracht hatte. Markus und seine Freundin brachen kurz nachdem ich ankam auf um mit Freunden ins Oceanografic zu gehen, das perfekte Programm für diesen Tag. Es regnete nur leicht, aber fast ständig und der Himmel war so dicht, dass es echt nichtmal Spaß machte aus dem Fenster zu sehen, geschweige denn vor die Tür zu gehen. Ich versuchte es, aber es war einfach zu doof. Ich weiß ja, wie schön Valencia bei Sonnenschein ist und dann durch so eine Suppe zu laufen ist echt sinnlos. Ich hab ja ein paar Tage Zeit hier, also hab ich das nicht nötig. Blöd war halt, dass ich dann quasi den ganzen Tag alleine hier in der Bude rumsaß. Noemi, die Italienerin, stand so gegen eins irgendwann auf, hatte dann aber erstmal Besuch und kam generell nicht so viel aus ihrem Zimmer raus. Sie ist auch gerade erst hier und spricht noch kaum spanisch. Zum Glück war ich erstaunlich gut für Selbstbeschäftigung gerüstet. Zwar hatte ich all meine Stargate-Folgen in Aachen vergessen, aber dafür hab ich Grey’s Anatomy dabei. Und zum Glück hab ich viel davon dabei. Sonst hätt ich bestimmt schon eines meiner Bücher durch. Blöd war auch, dass ich, da mein Flug schon so früh ging, in der Nacht zuvor nicht geschlafen hatte. Drum war ich echt müde und Anna - die mir Luftmatratze und Decke versprochen hatte - kam und kam nicht. Irgendwann rief sie dann an und meinte, sie wäre zu krank um zu kommen und würde das auf den nächsten Tag verschieben. Ich könne aber ihr Bett nutzen, das ja dann leer stünde. Ich hab dann noch ein bisschen gewartet um Sylvia, der anderen Spanierin, die erst ziemlich spät ankam und direkt wieder los musste, kurz hallo zu sagen und ging dann schlafen.

Zu spät am Abend kam mir die Idee, dass ich an dem Tag gut mal in eines der vielen Museen der Stadt hätte gehen können. Da gibt’s das eine oder andere, das ich noch sehen wollte, und sonntags haben die meisten freien Eintritt. Naja, blöd gelaufen, muss ich da wann anders hin und ein paar wenige Euros liegen lassen.

Da bin ich wieder

February 24th, 2008

Eigentlich wollte ich die ganze Zeit schon einen Abschluss-Eintrag in mein Blog setzen, in dem steht, dass ich wieder wohlbehalten in Deutschland angekommen bin, was ich so abschließend über die Zeit in Valencia denke, wie es mir ergangen ist, was ich über meine Zukunft in Aachen denke… aber man kommt ja zu nix. :) Nun hab ich nach einem Semester mehr oder weniger fleißigem Studium in meiner Heimat endlich mal richtige Semesterferien, also mit frei haben und nicht für Klausuren lernen und so. Drum hab ich mich spontan entschieden Valencia und den Menschen, mit denen ich hier noch Kontakt habe, einen Besuch abzustatten. Ryanair fliegt ja nun auch von Weeze aus hierher, und es gab natürlich ohne Probleme 1-cent-Flüge abzustauben. Meine Ex-Mitbewohnerin Anna hat mir schon damals angeboten mich aufzunehmen, wenn ich mal wieder herkommen würde, drum wohne ich nun wieder an gleicher Stelle wie zuletzt als ich hier studierte. Es ist wirklich schön mal wieder hier zu sein, und ich glaube, das wird eine feine Woche. Und weil die so fein wird und ich sowas nie für mich behalten kann, werd ich bestimmt wieder so unglaublich ausführlich berichten, dass es lohnt für jeden Tag nen eigenen Eintrag auf zu machen. Gebt zu, ihr wartet alle schon seit Monaten darauf. :)

Und wenn ich wieder da bin und etwas Zeit habe, kommt bestimmt auch mal n Abschlusseintrag dabei. Immerhin steht jetzt nicht mehr der erschreckende Krankenhaus-Artikel ganz oben. Das war ja ein blöder Abschluss.

Emergency Room

July 10th, 2007

Ich hab gerade das mieseste Wochenende meines Lebens hinter mir. Mann, ist das ein gefährliches Land hier. :)
Also auf meiner Foto-Safari hab ich es am Freitag etwas übertrieben mit dem Rumlaufen-und-Fotos-schießen. Ich lief nämlich eine ganze, ganze Weile umher (quasi den ganzen Tag), zuerst am Strand entlang bis hoch nach Alboraya und danach durch den Turia vom Anfang an der CAC bis zu der Penner-Brücke am Nuevo Centro. Den Turia-Teil dahinter hab ich bisher noch nie gesehen. :( Eines der Dinge, die auf meiner Wenn-ich-wiederkomme-Liste stehen. Außerdem war es verflucht heiß und halt mittags und so. Also das war klar zu viel. Als ich abends nach hause kam, ging es mir dreckig. Da hatte ich mir wohl nen Sonnenstich zugezogen. Dachte mir, das würde schon weggehen und hab mich etwas ausgeruht. Der Samstag war damit im Arsch. Ich war in der Apotheke um mir was gegen Übelkeit und so zu holen. Hab von den Mitteln aber irgendwie nur die Nebenwirkungen mitbekommen. Hab sie auch nicht mit nach Deutschland genommen. :) Sonntag Mittag meinte Anna dann, ich solle besser zum Arzt gehen, weil es nur schlimmer wurde. Mir war schwindelig, ich war sehr schwach, konnte die Augen kaum offen halten, aber auch nicht schlafen, weil es mir so dreckig ging. Ich sah schon meine Abschiedsfete am Abend und vielleicht sogar meinen Rückflug dahin. Dann begann das Abenteuer, das mir anfangs so extrem übel erschien, in Nachhinein aber gar nicht so arg schlimm war. Ich nahm mir ein Taxi und fuhr damit zur Notaufnahme der Uniklinik. Im Nachhinein ne interessante Erfahrung; wie im Fernsehn.
Ich kam da hin, es wurden meine Personendaten aufgenommen, ich bekam nen Sicker auf die Brust und nen Armbändchen, dann stand eine Schwester neben mir um mich zu begleiten. Ich dachte mir schon, die müssen ja viele Schwestern haben, wenn jeder eine zum Händchenhalten kriegt. Aber die Begleitung reichte dann exakt bis zum Warte-Raum. Im Wesentlichen hatte die Schwester die Aufgabe meine Akte dorthin zu tragen. Ich wartete wieder und wurde dann in ein Zimmerchen gerufen, wo ich erzählen konnte, was mir fehlte. Danach wieder warten und nun wurden die Leute wohl in Reihenfolge des Grades ihrer Probleme aufgerufen. Dann kam ich aber endlich in ein Zimmerchen (oder in einen Bereich mit Vorhang davor), in dem eine Ärztin saß. Die fragte mich allerhand Sachen und schrieb alles ausführlich auf. (Ich hab es mir später durchgelesen. Die machen keine Stichpunkte, alles Prosa.) Symptome abfragen, Blutdruck messen, Bauch abfühlen, Bluttest; allerhand wurde gemacht. Dann durfte ich wieder warten und wurde später in eine andere “Box” gerufen (ja, so un-spanisch hießen die Dinger wirklich), in der eine andere Ärztin saß, der ich ungefähr nochmal das gleiche erzählte und die nochmal so viel aufschrieb. Sie erklärte mir dann, dass ich an dem Tag nix mehr essen sollte, nur höllisch viel trinken und so weiter. Außerdem meinte sie, ich würde eine Infusion bekommen mit Flüssigkeit und ein Pillchen gegen den Blutdruck, der bei mir grad ziemlich hoch war. Dann wieder warten bis der Onkel mit der Infusion kam und diese mit immenser Gemütlichkeit anlegte. Dann wurde ich in einen Bereich geführt, in dem einige Sessel standen mit Leuten drauf, die alle wie ich am Schlauch hingen. Dort saß ich dann ne halbe Stunde oder so rum bis die Flasche leer war, und es wurde noch das eine oder andere Mal Blutdruck gemessen. (Die haben sich echt daran aufgehangen. Deswegen war ich gar nicht da.) Die zweite Ärztin kam ein paar Mal um sich zu erkundigen, wie es mir ginge (sehr nett) und händigte mir nachher noch eine schriftliche Zusammenfassung ihres Gesagten aus; dann konnte ich gehen.
In den späteren Wartephasen merkte ich, wie es immer voller wurde. Ich hatte wohl ne gute Zeit erwischt, denn vor mir waren nur so fünf Leute vielleicht dran. Als ich das Krankenhaus verließ, saßen da bestimmt 30. Und ich war schon 3-4 Stunden unterwegs für die Aktion. Auf dem Rückweg gab das leider nix mit dem Taxi (war einfach keines unterwegs), also lief ich. Eigentlich ist das keine wirkliche Entfernung (ähnlich wie zur Uni), aber in meinem Zustand hätte ich ein Taxt bevorzugt, obwohl es mir nach der Infusion schon deutlich besser ging. Bei der Gelegenheit fiel mir auf, wie alt meine Brille sein muss, denn mit ihr (Für Kontaktlinsen hatte ich an dem WE keinen Nerv.) hätte ich herannahende Taxen überhaupt kaum ausmachen können.
Nunja, ich kam noch rechtzeitig zu hause an um mich etwas frisch zu machen und dann die Gäste für die Abschiedsfete von Maud und mir zu empfangen. Als Gag behielt ich meinen Sticker aus dem Krankenhaus an, auf dem wie bei einer Single-Party mein Name, Alter und meine Telefonnummer standen zusammen mit einem Barcode und der angsteinflößenden Abkürzung “ICU” (wird auf spanisch vielleicht was anderes heißen, aber kam gut). Die Party war auch echt fein. Mein Problem war nur, dass ich die letzten drei Nächte kaum ein Auge zu getan hatte, weil es mir so mies ging. Und für den nächsten Vormittag hatte ich geschickterweise einen Frisörtermin auf dem Campus. Also war wieder wenig mit schlafen und gegen Ende der Fete war ich echt hinüber. Ich hatte dann noch ziemliche Probleme beim Einschlafen, weil jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, ich irgendwas völlig absurdes erlebte. Ich kam mir vor, wie traumatisiert. Dabei fühlte ich mich auf der Fete ziemlich gut. Hinzu kam der (auf der Fete auch nicht so auffällige) Hunger. Irgendwie bekam ich es dann aber doch hin zu schlafen, musste aber halt nach viel zu kurzer Zeit schon wieder los.
Am Montag wollte ich auf dem Campus und in der Stadt noch ein paar Dinge erledigen, hab mich dann aber nur auf das Nötigste beschränkt, weil ich echt fertig war. Aber zusammen mit heute hab ich alles hinbekommen, was vor der Abreise noch erledigt werden musste. Hab mir zum Beispiel ein T-Shirt von der Uni gekauft und sowas. Nur die Foto-Safari konnte ich nicht beenden, aber was soll’s? Letzte Nacht konnte ich auch endlich wieder normal durchschlafen. DAS tat gut!

Nun sitze ich hier neben quasi gepackten Koffern und warte darauf, dass es morgen mittag wird und ich los zum Flughafen gehe. Mittlerweile geht es mir wieder recht gut. Bäume ausreißen ist noch nicht so wirklich, aber zumindest kann ich nach Hause fliegen. Und genau das werde ich morgen tun, mich dann in Aachen darum kümmern, dass meine Wohnung nicht mehr so leer ist, in Düsseldorf auf nen Geburtstag gehen und mich dann auch mal wieder in Goch sehen lassen.

Also bis bald!

Der Begriff Foto-Safari trifft’s ganz gut.

July 5th, 2007

Denn manchmal fühlt man sich hier zur Zeit wie in der Wüste. Ich verstehe mittlerweile ganz gut, warum sich Spanier im Juli und August nicht gerne in Valencia aufhalten.
Zur Zeit bin ich dabei einige (stark untertrieben; hab’s schon auf fast 3.000 gebracht) Fotos von Valencia zu schießen. Das heißt, ich verwende meine Zeit, die gerade reichlich vorhanden ist, darauf durch verschiedenste Teile der Stadt zu laufen und alles zu fotografieren. :) Bei dem Wetter schlaucht das ganz schön. Aber es ist sehr cool. Ich bekomme immer neue Gegenden zu sehen. Letztens war ich beispielsweise auf dem Campus und hab den fotografiert. Dabei war ich zum ersten Mal in dem Gebiet nördlich des Campus. Und gestern hab ich zum ersten Mal den Marcado de Colón geöffnet gesehen. Ich dachte immer, diese Markthallen hier wären nicht mehr als überdachte Marktplätze, wo man auch heute noch Fisch und Gemüse kauft, aber der Colon ist ein richtiges fancy Erlebniszentrum. Ein kleines zwar, aber dafür dass er direkt in der Innenstadt liegt echt fein. Außerdem gestern: Ich lief in der Gegend der öffentlichen Bibliothek umher (da wo die Krankenhaus-Ruine ist; jetzt weiß zumindest ich irgendwann noch bescheid), sah an einem Museum (dem MuVIM) Plakate von deren Ausstellungen und ging spontan mal da rein (hat auch nix gekostet). Die Abkürzung steht für “Museo Valenciano de la Ilustración y la Modernidad” - Valencianisches Museum für Aufklärung und Moderne”, also dort sieht man so Dinge zum Thema moderne Wissenschaft. Es gab ne Ausstellung zu Hochseedampfern und noch ein bisschen was mehr. Hat mich nicht so umgehauen, aber: Während ich von einer Ausstellung zur nächsten irrte und mich nahezu verlief, zwischendurch mal durch einen Büro-Korridor lief und letztendlich dann doch… irgendwo auskam, wo was ausgestellt wurde, öffnete sich plötzlich eine Türe und ein Typ in schwarzer Mönchskutte erschien, der mich und ein paar andere Umherstehende hereinwunk. Da denkt man sich doch… “wasn jetz”. Wir folgten dem Typen in einen dunklen Raum und wurden so auf eine Tour mitgenommen, die durchaus die Hauptattraktion des Museums sein könnte (wenngleich ich es auch nirgends erwähnt fand). Man bekam so Raum für Raum quasi eine kurze Geschichte der Wissenschaft präsentiert von früher bis heute. Angefangen halt mit den Mönchen, die alles abschrieben, dann der Buchdruck, Aufklärung, all sowas wurde erwähnt bis zur Neuzeit und natürlich mit dem über all den Entdeckungen erhobenen Zeigefinger, dargestellt durch diverse Monitore, die Kriegsszenen und ähnliches zeigten. Der Typ in Mönchskutte wich zwischendurch einer Dame aus der Renaissance und später einem Wissenschaftler mit Kittel. Die Installationen waren teils nicht ohne. Das witzigste war wohl der Teil mit der Frau, der hauptsächlich daraus bestand, dass wir in einen Teesalon oder was aus der Zeit geführt wurden, in dem wir ein Schoki geschenkt bekamen und mindestens zehn Minuten nur rumsaßen. Das sollte wohl demonstrieren, was die entsprechenden Leute zu der Zeit hauptsächlich taten: rumsitzen.
Ich kam an dem Tag auch am IVAM vorbei (Instituto Valenciano del Arte Moderno), in dem ich vor Monaten schonmal war und in dem es mir echt gefallen hat. (Eva und ich kamen damals da raus als die anderen schon ne Stunde oder was im Cafe saßen.) Die schlossen leider gerade, also werd ich da vielleicht an nem anderen Tag nochmal vorbeischauen. Der Eintritt kostet für Studenten nen Euro oder so. Also ins Museum gehen und dergleichen kann man hier echt günstig.
Während ich so tagelang ständig in der Stadt war, fielen mir wieder die echt unpraktische Einstellung der Spanier zu Öffnungszeiten auf, an die ich mich einfach nicht gewöhnen kann. Mein Problem war, dass gegen Ende der Alinghi-Show am Dienstag meine Kamera plötzlich meldete, dass meine Speicherkarte nicht formatiert sei, so von jetzt auf gleich. Ich konnte also weder Fotos davon gucken/kopieren noch neue machen. Da ich eh schon seit Monaten vor mir herschiebe mir eine zweite Karte zu kaufen, empfand ich das mal wieder als Arschtritt des Schicksals und wollte das durchziehen um vielleicht in Deutschland eine Lösung für mein Problem zu finden, das nicht das Formatieren der Karte und damit den Verlust aller Bilder des Tages zur Folge hat. Mir wurde eine Laden-Kette in Valencia empfohlen, die Informatik-Artikel zu saugünstigen Preisen verhökert. Zunächst mal musste ich bis fünf Uhr warten bis der Laden wieder auf machte. Dann machte er natürlich nicht um fünf auf sondern um halb sechs, man muss es ja nicht so genau nehmen. Und dann warte ich da also ewig um gesagt zu bekommen, dass es meine Karte da nicht gibt. Ich also schon Angst um meine Safari gehabt und auf der Suche nach nem anderen Laden. Ich war davon überzeugt, dass jeder andere deutlich teurer sein müsse als die knapp 30 Euro, die der für ein Gigabyte hätte haben wollen. Ich war dann in einem Foto-Laden oder sowas, wo es die letzte Karte im Fenster für saftige 55 Euro gab; und das waren sogar nur 512MB. Dann die Rettung. Einer dieser unzähligen winzigen nichtssagenden Wir-verkaufen-und-reparieren-alles-was-Strom-braucht-Läden. Der hatte einen ganzen Stapel von dem, was ich suchte für sogar ein paar Euro weniger als der Laden, der mir empfohlen wurde. Vielleicht hab ich jetzt was vom Laster gefallenes, aber was soll’s. Meine Safari konnte weitergehen und das tat sie auch. Ist auf jeden Fall ein tolles Projekt, und ich bekomme so ein paar Ecken von Valencia zu sehen, die ich vorher wenig beachtet hatte. Ich werde, wenn ich wieder in Deutschland bin, auch auf Aachen nochmal einen sehr genauen Blick werfen müssen, damit ich nicht wieder erst kurz vor Abreise einige Highlights bemerke.

¡Ya ha ganado Alinghi!

July 3rd, 2007

Heute ging der America’s Cup hier in Valencia zu ende. Im finalen Kampf standen sich das Team Alinghi aus der Schweiz (Titelverteidiger) und das Team New Zealand gegenüber. Die beiden Boote sollten gegeneinander fahren, bis ein Team fünf Siege verbuchen konnte. Eigentlich hätte Alinghi die Sache gestern schon klar machen können, aber das Rennen wurde wegen zu schwachem Wind abgesagt. Nun stand es heute also immer noch 4:2 für die Schweiz und da ich eh noch Fotos vom Hafen brauchte, ging ich hin. Es war irre viel los. So viele Menschen hatte ich zuvor noch nie am Hafen gesehen. Die Anzahl der Leinwände hatte sich auch erhöht. Ich ging erst ein bisschen umher und schoss ein paar Fotos und gesellte mich dann zu den Menschen auf der Wiese vor der Leinwand mit den englischen Kommentatoren. (Ich glaube, es war neuseeländisches Englisch oder sowas.) Ein paar der Zuschauer waren in Neuseeland-Flaggen gehüllt, der Großteil aber war eher rot-weiß unterwegs. Ich mache mir ja eigentlich so überhaupt nichts aus Segeln, aber was bei diesen Rennen passiert, kann schon interessant sein. Heute war es auf jeden Fall sehr spannend. Vermutlich ist es das immer, wenn man was davon versteht, aber ich konnte mir bisher nur die grundlegenden Regeln erschließen. Die Boote fahren vom Start zu einer Markierung hin und zurück; zweimal. Auf dem “Hinweg” haben sie Gegenwind, was beim Segeln heißt, dass sie Zick-Zack fahren müssen. Wo man da die Zicks und Zacks einbaut, scheint Taktik zu sein. Zurück gibt’s dann fetten Wind von hinten, weshalb jedes Boot dann in sekundenschnelle ein riesiges weiteres Segel auspackt, das bei Gegenwind dann wieder eingepackt wird.
Bei diesem Rennen nun führte Neuseeland lange Zeit, aber nur sehr knapp. Ich glaube, das ganze Rennen über (habe es nicht ganz gesehen) konnte kein Team wirklich krassen Vorsprung rausholen. Als es dann an den letzten Rückweg ging, zog Alinghi ziemlich ab und brachte so 150m oder was zwischen die Boote (ist nicht höllisch viel). Bei dieser Wendung oder kurz davor muss Neuseeland irgendwas falsch gemacht haben, denn sie bekamen eine Strafe, die sich darin äußerte, dass sie kurz vor dem Ziel noch ne Runde würden drehen müssen. :) Die ganze Rückreise über (Das sind schon ein paar Kilometer.) sah es so aus als bräuchte Alinghi diesen Vorteil gar nicht. Es war dann aber doch spannend. Der Wind flaute von 15 auf 4 Knoten ab, weswegen man das fette Rückenwind-Segel sofort wegschmeißen musste (bei zu wenig Wind scheinbar auch hinderlich). Während die Schweizer das fallen gelassene Segel aus dem Wasser fischten und versuchten trotzdem Fahrt zu kriegen, drehte Neuseeland seine Runde. (Deren Wind war besser.) Die Boote kamen nahezu zeitgleich ins Ziel. Jeder auf der Wiese schrie bis zu diesem Moment, dann warteten alle. Irgendjemand, der wohl was zu sagen hatte, steckte den Kommentatoren dann, dass Alinghi zuerst im Ziel war. Neuseeland lag eine einzige Sekunde dahinter. Somit war die Sache gelaufen, und die Masse jubelte. Dann liefen alle zur Hafen-Einfahrt um die einfahrenden Schiffe zu begrüßen. Das zog sich ganz schön hin. Bei so einem Rennen sind irre viele Boote draußen unterwegs, selbst wenn man nur die wichtigsten rechnet. Etwa eine Stunde nach ihrem Sieg legte dann das Alinghi-Boot an der Bühne im Wasser an und das Team nahm den Pokal in Empfang. Die Stimmung war unglaublich. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, dass die Überreichung direkt an der Alinghi-Bar stattfand, aber das Personal hatte sichtlich Spaß daran.

Das war nun also der 32. America’s Cup, der erste in Europa. Man munkelt, dass der nächste wieder in Valencia stattfinden soll. Die Chancen dafür stehen gut. Es ist schließlich alles gebaut und man könnte nahezu sofort anfangen. Traditionell wird der Cup im Land des Titelverteidigers ausgetragen. Da die Schweiz das diesmal war und es da aber kein Wasser gibt, wurde damals Valencia erwählt. Nun laufen Verhandlungen, dass sie es wieder wird. Ich habe im Netz gelesen, dass dieser Cup speziell war. Er hat mehr Menschen erreicht und so als vorherige. Vielleicht wird das Event jetzt ja mehr Mainstream. Wir werden sehen.

Die Valencianer ruhen sich übrigens nicht auf dem Cup aus. Es gibt mehr als nur konkrete Pläne, dass im nächsten Jahr in Valencia Formel-1 stattfinden soll wie in Monaco. Es gibt angeblich Zusagen für mehrere Jahre von entsprechender Stelle. Wenn dann also in 2-4 Jahren der nächste America’s Cup kommt, wird hier gut was los sein. Die Stadt macht sich scheinbar. Ich bin gespannt. Ich hoffe, das kommt ihr zugute.

San Juan, Schutzpatron der Taschendiebe

June 27th, 2007

Letzten Samstag feierten die Valencianer (vermutlich auch der Rest von Spanien) San Juan. Zunächst mal klingt das nicht nach was besonderem, denn hier ist wohl jedem Tag mindestens ein Heiliger zugeodnet, der an dem Tag halt gefeiert wird. (Wenn man den Namen in die spanische Wikipedia eingibt, bekommt man sogar ne ganze Liste von heiligen Juans, die es so im Laufe der Jahrhundete gegeben hat.) Ist der Heilige irgendwie wichtig, dann feiert man den Tag halt größer. Ich hab mich mal ein wenig schlau gemacht. Bei uns heißt der Tag nach der Nacht, in der die Spanier feiern, Johannistag (der spanische Juan ist unser Johannes), mit dem nichts geringeres als die Geburt Johannes’ des Täufers gefeiert wird, ja nun schon eine gewisse VIP unter den katholischen Heiligen. Hier und da feiert man das, indem man um so genannte Johannisfeuer herumtanzt. Das kommt auch dem Spektakel hier in Valencia nahe. Außerdem ist zu dieser Zeit ja noch die Sommersonnenwende, also noch ein Grund zu feiern.
Konkret sieht das hier so aus: Abertausende Menschen treffen sich in Valencia am Strand, machen alle paar Meter ein Lagerfeuer im Sand, sitzen drum herum und haben Spaß. Dazu gibt’s dann ein bisschen Programm (Konzerte oder so, wurde mir gesagt), und um Mitternacht hüpfen einige ins Wasser (weil das Glück bringt) um sich danach am Feuer wieder zu trocknen. Klingt simpel, ist es auch. Wir waren da (insgesamt zehn Menschen, von denen ich nicht alle kannte).

Wir planten uns so um elf in der Stadt zu treffen und dann zum Strand zu laufen. Meine Mitbewohnerin meinte dann am Abend, dass man da viel früher hin müsste, dass um zwölf Uhr bereits alles vorbei wäre. Das klang schon verdammt un-spanisch, wäre andererseits aber wiedermal typisch gewesen das Fest nicht voll auszunutzen und so; generell Organisation… :) Da wir aber alle nicht so höllisch fit waren, ging es dann doch nicht früher los (auch nicht für meine Mitbewohner, die eigentlich schon um zehn dort sein wollten, dann aber doch nicht wirklich vor mir los kamen). Als wir in die Nähe des Strandes kamen, fühlte ich mich an die Fallas erinnert. Die Luft war neblig und es roch verbrannt. Direkt am Strand dann das unglaubliche Bild. Man hatte uns ja gesagt, es wären viele Leute da, aber was da los war, lässt sich kaum in Worte fassen. Ich nehme an, der Strand war vom Hafen bis mindestens zum Ende des Malvarossa-Abschnittes (also auf einer Strecke, für die man zügig zu Fuß ne sehr gute halbe Stunde braucht) mit Menschen überströhmt, dass kaum noch Sand zu sehen war. Auch die Promenade davor war voller Menschen, und alle hatten sie ne Menge Spaß. Übrigens scheint dies der einzige Tag im Jahr zu sein, an dem Spanier grillen. Genau das tat man nämlich auf der Promenade. Es gab da einige Pros, die mit Tisch, Stühlen und allem drum und dran anrückten. Die offene Frage bleibt, wo die Spanier ihre Grills kaufen, denn obwohl man hier so um die 300 Tage Grillwetter im Jahr haben dürfte, gibt es so gut wie nirgendwo Zubehör dafür zu kaufen. Die Gesetzeslage, wann man das wo darf, scheint auch den wenigsten klar zu sein. :(
Wir kamen vielleicht um viertel vor zwölf am Strand an, aber das einzige, was um zwölf passierte, war dass das Licht aus ging. (Ja, in Valencia ist der Strand nachts teils beleuchtet.) Außerdem setzte sich die Menschenmasse um Mitternacht irgendwie in Bewegung. Es sah aus, als würden einige gehen, aber das konnte man bei der Menge letztendlich nicht so wirklich bestimmen. Vor allem aber kam Bewegung auf, weil viele ins Wasser gingen. Zuvor rannten schon eine Menge in Bade-Klamotten rum. Leider war es nicht so höllisch warm an dem Abend, zudem recht windig. Die meisten ließen ihre Bekleidungsphilosophie davon aber unbeeinflusst.

Also es war echt ein irrer Anblick, die Menschenmassen und all die Lagerfeuer im Sand… aber das war dann auch schon alles. Es war die Rede von einem Feuerwerk um Mitternacht (eigentlich gehr hier ja gar nix ohne), aber das blieb leider aus. Hier und da schoss jemand ne Rakete ab, aber es gab nix großes. Was so organisiert war, war eine Bühne nahe des Hafens, auf der ein paar Tänzer(innen) aktiv waren und von der irrsinnig laute, schreckliche Musik her schallte. All die Irren direkt davor gingen an dem Tag bestimmt mit Tinitus nach Hause. Dann gab es für die einige Tausend Menschen eine sehr überschaubare Anzahl Dixi-Klos und eine Rote-Kreuz-Station mit einem Krankenwagen und ner Handvoll Sanitätern. Alles also wie man das von Spanien gewöhnt ist. :) Essen und Trinken verkauften lediglich die Südamerikaner, die dort in dem Slum nahe des Strandes wohnen und die bei solchen Gelegenheiten immer den schnellen Euro machen, den die Spanier scheinbar zu dumm sind einzustreichen. Bei uns stünden bei sonem Ereignis zig Buden mit allerhand Zeugs, aber hier… nix. Da können die Onkels mit ihrem Wassereimer voller Bierdosen für nen Euro das Stück natürlich reich werden. Man hätte bei denen an der Promenade sogar noch kurz eine “magische Massage” abstauben können.
Wir blieben nicht wirklich lange. Zum einen weil das Ereignis - wenn man sich an dem Menschenmassen mal satt gesehen hatte - nicht so recht flashte, zum anderen weil bei Katharina (vermutlich rauchbedingte) Kopfschmerzen einsetzten.

Ein Problem auf diesem Fest waren die Taschendiebe. Eine ernsthafte Warnung vor diesen hatte ich zuvor bisher nur für die Fallas gehört, wo sich ja ähnlich viele Menschen zusammengefunden hatten. Also hatte niemand von uns mehr als seinen Haustürschlüssel und vielleicht ein paar Euro dabei (und natürlich was zu trinken). Ich hörte schon mehrere Geschichten von geklauten Taschen, Handys etc. Auch musste man wohl auf seine Klamotten aufpassen (lassen), wenn man schwimmen ging. Vielleicht ging deshalb niemand nackt ins Wasser. :) Aufgrund dieser Bedrohung hatte ich natürlich auch keine Kamera dabei, so dass keine Fotos entstanden sind. Leider. :(

Also Fazit: War ein nettes Fest; nicht umwerfend, aber nett. Vielleicht hätte man es anders angehen müssen. Das mit den Taschendieben verhindert aber leider auch ein gutes Stück Spaß. Wenn man kaum was mitnehmen kann und auf das bisschen dann auch noch höllisch aufpassen muss, kann man weit weniger gut feiern.
Also ich war ganz froh, dass wir nicht ewig geblieben sind. Einen der angeblichen Hauptaspekte des Events haben wir natürlich verpasst. :) Man weiß ja nie, wieviel von solchen Geschichten wirklich wahr ist, aber es schien da wohl auch zum großen Teil um Paarung zu gehen. Der Eindruck kam bei uns durchaus auch an. Wahrscheinlich wäre es einfach gewesen eines der betrunkenen halbnackten 14-18 jähringen Mädels dort zu vernaschen oder sich mit nach hause zu nehmen, die da haufenweise rumrannten, aber dafür war ich ja nicht wirklich dort… oder auf der Welt.

Die Tage sind gezählt

June 21st, 2007

Es ist soweit. Ich komme zurück. Meine Erasmus-Aktion hat ein definiertes Ende erhalten. Ich habe einen Rückflug gebucht für den 11. Juli. An dem Tag dürft ihr dann also alle um 17 Uhr am Kölner Flughafen stehen mit euren Plakaten, Geschenken und Umarmungen. :)
Alle, die sich Sorgen gemacht haben, ich könnte für immer in Spanien bleiben, können also beruhigt sein. 318 Tage (knapp 45,5 Wochen oder 10,5 Monate) waren genug. Natürlich war ich eine gewisse Zeit auch zwischendurch in Deutschland. 28 Tage insgesamt um genau zu sein (über Weihnachten, Anfang Februar und jetzt grad im Juni). Somit waren es netto 290 Tage Spanien, immer noch ne Menge.

Mir bleiben nun noch knappe drei Wochen hier. Einen arg genauen Plan hab ich nicht, was ich mit der Zeit anfange. Ein paar Dinge stehen auf jeden Fall noch auf meiner ToDo-Liste, aber die sollten gemütlich machbar sein. Hab mich heute mal etwas intensiver mit den Vorlesungen in Aachen auseinandergesetzt und geschaut, wie mein weiteres Studium so aussehen könnte. Auch dadurch hab ich irgendwie Bock darauf bekommen. Neue Semester find ich immer klasse. :) Wahrscheinlich werde ich mich mit jedem Tag mehr auf Deutschland freuen, wie es damals schon vor Weihnachten war. Hoffen wir, dass der Flieger diesmal auch da steht, wenn ich zum Flughafen komme.

Also schreibt’s euch schonmal in den Kalender. Bestimmt lasse ich aber auch in irgendeiner Form von mir hören, wenn ich wieder im Lande bin.

Neue Adresse in Aachen

June 20th, 2007

Am Donnerstag letzter Woche machte ich mich morgens auf nach Deutschland. Nach Köln um genau zu sein. Der Plan war am Sonntag überraschend auf dem 50. Geburtstag einer Verwandten zu erscheinen und außerdem drumherum in Aachen ein wenig nach Wohnungen zu schauen. Also hatte ich für die paar Tage natürlich kaum Gepäck und da ich auch nicht mehr so höllisch viel Zeug hier hab, bot ich anderen Menschen meine Transport-Dienste an. Ich packte etwas von Marco ein, der mit mir im gleichen Flieger saß, der ihn bereits endgültig nach hause brachte und außerdem noch einiges von Katrin, die auch in Aachen wohnt und schon seit ner guten Woche dort war. Marco und ich checkten gemeinsam ein und brachten gut was auf die Waage. 20kg durfte jeder, zusammen hatten wir 51.5kg, aber die Dame am Schalter ließ das kommentarlos durchgehen. Ich hoffe, wenn ich endgültig nach hause fliege, sind die auch so nett. :)
Ich hatte die Option mit Marcos Eltern, die ihn nach Aachen brachten, mitzufahren, hatte aber am Vortag noch fix organisiert mich mit Charly in Köln zu treffen, also ging ich in Köln fix mit Charly zu McD und machte mich dann mit dem dank Semesterticket kostenlosen Zug auf den Weg nach Aachen, wo ich am Bahnhof von Barbara in Empfang genommen wurde, bei der ich wohnen durfte.

An dem Tag ging dann nicht mehr viel in Aachen, weil Barbara und ich von der Uni bzw. Reise recht hinüber waren. Am nächsten Tag startete ich dann aber voll durch mit der Wohnungssuche. :) Ich telefonierte immens viel und machte für Samstag und vor allem Montag einige Besichtigungstermine. Ich sah an dem Tag auch direkt was feines in der Lütticher Straße nahe des Bahnhofs Schanz. Die Wohnung war leider noch unrenoviert, weswegen sie bei Einzug völlig anders ausgesehen hätte. Außerdem planten die Besitzer das gesamte Haus zu überarbeiten, was wohl diverse Monate Lärm versprach. An einem weiteren heißen Kandidaten lief Barbara zufällig auf dem Nachhauseweg vorbei (Paugasse). Die Wohnung hatte leider keine Kücheneinrichtung und lag im EG. Eine weitere, viel zu kleine Wohnung besichtigte ich noch. Insgesamt also recht gute Quote, wenn zwei von drei Wohnungen schonmal nicht schlecht sind.
Wie es der Zufall wollte, waren in der Woche gerade Wahlen an der RWTH, an denen ich so auch noch eben teilnehmen und mich unter die fast 20% wählenden Studenten unserer Uni mischen konnte.
Außerdem hatte ich mich an dem Tag mit Ines verabredet. Sie wartete zwar vor ihrem Rechner im ICQ auf mich (hihi) und hätte auch fast die Türklingel überhört, aber die Überraschung gelang dann doch sehr gut. :)
Abends an dem Tag gab es noch was Witziges: Die Architekten an der RWTH haben ab und an etwas namens Stehgreif-Entwurf, bei dem sie in recht kurzer Zeit irgendwas entwerfen müssen, was in der Regel sehr weit von einem Haus entfernt ist. An diesem Tag wurden Arbeiten bewertet, die sich mit dem Grillen beschäftigten. Jeder musste also einen Grill entwerfen, der natürlich auch funktionierte und an diesem Abend getestet wurde. Auf der Fete kannte ich natürlich auch nahezu kein Schwein, aber die Idee fand ich stark.
An dem Abend kam auch Christian, Barbaras Freund, in Aachen an, der am Wochenende zu Besuch war und den ich so zum ersten Mal länger als nur ein paar Minuten zu Gesicht bekam.

Am Samstag schaute ich mir dann noch was an und fuhr am nachmittag mit Barbaras Auto nach Goch, wo mich zu hause ein Grillabend und ein überraschter Bruder samt seiner Freundin erwarteten. Nach dem Grillen besuchte ich dann Claudia in Kleve, sah mir bei der Gelegenheit ihre neue Wohnung dort an und überraschte weitere Menschen aus der Clique, die an dem Abend auch dort waren. Wir waren in der Country Bar in Kleve, die man bis auf die nicht übermäßig freundliche Bedienung ziemlich empfehlen kann.

Der Sonntag wurde vollständig von der Geburtstagsfete eingenommen, denn die begann bereits morgens um zehn, und als ich mich am Abend um etwa sieben wieder nach Aachen aufmachte, war der Laden noch längst nicht leer. Auch hier gab es weitere überraschte Gesichter (Tante, Oma, Cousine, …), was echt cool war. Ich sollte sowas öfter machen. :) Außerdem bestand der halbe Tag aus essen. Immens viel wurde dort aufgetischt.

Den Montag hatte ich mir von morgens bis abends mit Besichtigungsterminen gepflastert, und am Ende des Tages musste ich echt ne Weile nachdenken, denn es waren erstaunlich viele akzeptable Wohnungen dabei. Zum Glück konnte ich dann doch recht fix einige ausschließen und entschied mich für eine auf der Jakobstraße, direkt innerhalb des Grabenrings. Die Lage ist also quasi perfekt, die Wohnung ist fein groß und verhältnismäßig günstig. Das Mädel, was dort wohnte, empfing mich sogar spät abends noch ein zweites Mal zusammen mit Barbara, die den ganzen Tag in der Uni und auf der Arbeit war.
Nun hab ich also wieder die Aussicht auf ne feine Wohnung in Aachen. Freue mich schon sehr darauf die zu bewohnen. Generell hat der Besuch in Deutschland dazu beigetragen, dass ich mich wieder ziemlich darauf freue dort zu sein. Werde in den nächsten Tagen mal darüber nachdenken, ab wann genau ich das tun werde.

Nach dem Besichtigungsmarathon am Montag war ziemlich bald schlafen angesagt, weil ich am Dienstag schon unmenschlich früh nach Köln aufbrechen musste um um zehn Uhr bereits in der Luft zu sein. Trotz selbstverständlich verspäteter Bahn und etwas fragwürdiger Beschilderung auf dem Kölner Flughafen lief das alles reibungslos, und ich konnte am Abend zu Rickes Abschieds-Pizza-Essen erscheinen. Das war auch echt spaßig, und wir haben es hinbekommen noch einige Fotos auszutauschen.
Heute mittag waren wir beide dann noch mit ihrer Ex-Mitbewohnerin aus Italien essen und dann hieß es Abschied nehmen, denn sie fliegt morgen für ein paar Wochen zu ihrem Freund nach Südafrika und kommt erst wieder, wenn ich schon in Deutschland sein sollte. :( Sie bleibt dann noch bis September hier. Danach sehen wir uns aber mit Sicherheit in Deutschland wieder.

Happy Birthday to me!

June 13th, 2007

Ja, wenn man schonmal zur richtigen Zeit in Valencia ist, sollte man auch seinen Geburtstag dort feiern. Natürlich wird das Ereignis in Deutschland auch noch mal irgendwie gewürdigt werden, aber die Gelegenheit hier konnte ich nicht verstreichen lassen. Also feierte ich. Und wie feiert man in Spanien am stilechtesten? Mit einem Botellón. Für die, die das hier bisher immer noch nicht gelesen haben: Ein Haufen Menschen trifft sich auf der Straße/im Park/am Strand und trinkt Alkohol. Unheimlich beliebt unter den Spaniern und offiziell zumindest in Valencia verboten. Die Polizei ist da aber recht tolerant, solange man sich benimmt. Im September letzten Jahres haben wir ja mal ein vom studiVZ aus organisiertes auf dem Plaza de la Virgen abgehalten. Ich wählte einen etwas geschlosseneren Ort. Von Marco, der seinen Geburtstag auch dort gefeiert hatte, bakem ich den Tipp mit der Puente del Mar, eine der Brücken über das Turia-Flussbett. Zum einen ist das eine (von der Straße aus nicht gut einsehbare) Fußgänger-Brücke, so dass dort keine gefährlichen und störenden Autos vorbeikommen und die Polizei zu faul ist da mal drüber zu laufen, zum anderen hat man dort eine feine Aussicht über den Turia und die Stadt.
Ich gab also jedem, den ich hier irgendwie kenne und erreichen kann, Bescheid sich mit so vielen Menschen wie möglich am Abend vor meinem Geburtstag auf dieser Brücke einzufinden. Solche Geburtstagsbotellóns ufern teilnehmermäßig schonmal ziemlich aus, aber bei mir kamen erstaunlich wenige Menschen. Das mag daran gelegen haben, dass Geburtstagsfeten gerade stark Saison haben und Abschiedsfeten natürlich auch, so dass es an dem Abend ein paar Konkurrenz-Feten gab. Außerdem ist ja noch Examensvorbereitungsphase, was Erasmus-Studenten aber eigentlich weniger abhält. Auf jeden Fall waren die mir wichtigen Menschen nahezu vollständig anwesend, und da ich ja eigentlich eher auf kleinere Feten stehe, war das super so. Ich glaube, wir waren nie mehr als 20 Menschen und wohl die kleinste Gruppe auf der Brücke oder in der Stadt allgemein. Es gab noch 1-2 spanische Botellóns neben uns. :)
Coole Sache: Meine Tandem-Partnerin Clara, die zur Zeit ein Praktikum in München macht, war gerade in der Stadt, so dass auch sie mit einer Freundin vorbeikam. Leider mussten die beiden auch noch zu einer anderen location, weswegen sie mir schon vor Mitternacht gratulierten. Die Spanier nehmen das übrigens gar nicht so genau wann man gratuliert.
Es war eine wirklich schöne Fete. Sie ging nicht bis früh morgens, aber lang genug. Wir hatten viel Spaß, und ich bekam um Mitternacht sogar ein Küchlein in Form eines Yes-Verschnittes mit Kerzchen drauf. Danke, Ricke! :)

Am nächsten Abend (darum hatte ich auch rein gefeiert) gab Daniel, den ich auf der Cuenca-Reise kennengelernt hatte, eine Fete bei sich. Die war auch sehr nett, obwohl ich dort grad mal ne Handvoll Menschen kannte. Leider blieben wir nicht lange in der Wohnung, sondern zogen dann bald zum Strand, um an der riiiesen Botellón teilzunehmen, die dort an dem Abend stattfand. Das war letztendlich nicht so pralle, weil ich von den - was weiß ich - 300 Leuten dort ungefähr die gleiche Handvoll kannte. :) Als Martin und ich fast gehen wollten, sprach uns eine 18jährige Chilenin an, weil die Martin wohl süß fand. Mit der haben wir uns dann noch ewig unterhalten bis sie mit ihren Leuten in nen Club weiterzog (war dann ja auch erst fünf Uhr oder so). Martin hatte deutlich mehr Spaß an dem Gespräch als ich. :)
Also eigentlich war das am Strand nicht so pralle und da ich wusste, dass dort kaum jemand sein würde, den ich kenne, hatte ich auch nicht so arg Bock noch mit dorthin zu gehen, aber ich wusste, dass ich dort zwei bestimmte Menschen antreffen würde. Zum einen war das Katharina, die vor ner Weile mal von irgendwem mit zum Strad geschleppt wurde und die ich so kennenlernte. Beim Durchsehen ihrer Fotos im studiVZ erkannte ich auf erstaunlich vielen Uta wieder, die mit mir Abitur gemacht hat. Es stellte sich heraus, dass die beiden dicke Freundinnen sind. Zufälle gibt’s. Uta war auf jeden Fall in diesen Tagen zu Besuch bei Katharina und die beiden waren auch am Strand. Drum ging ich hin. Leider hauten sie schon kurz nach meiner Ankunft wieder ab, weil sie tanzen gehen wollten. :(

Am Montag danach ging ich mit Uta ins Oceanografic. Als ich einst mit Barbara dort war, gab es keine Delfin-Show, die ich nun zu sehen bekam. Echt nicht verkehrt. Eigentlich wollte ich danach mit Ricke zum Hafen und nochmal ein bisschen America’s Cup schauen, aber ihr Laptop-Netzteil machte Probleme, was dazu führte, dass sie sich darum kümmern musste und keine Zeit hatte. :(
Abends ging ich mit Katharina, Uta und Phillip zu “Jamón, Jamón” (Schinken, Schinken) in der Altstadt essen. Wir bestellten das “menu de la degustación”, quasi ein Probiermenü, bei dem man kleine Portionen von allerhand Zeugs vorgesetzt bekommt. Das lohnte sich wirklich, denn die verkaufen da echt leckeres Essen, was leider außerhalb dieses Menüs recht teuer ist.
Phillip und ich kannten uns schon von irgendwoher und später an dem Abend wurde uns auch bewusst, woher. Er war damals auch bei dem Interview für den uniSPIEGEL-Artikel gewesen, den ich an dem Abend übrigens endlich mal zu lesen bekam, als wir vier nach dem Essen zu Ricke nach hause gingen, um an dem dort stattfindenden Beisammensein teilzunehmen. Nadine, die Mitbewohnerin von Ricke, hatte sich den uniSPIEGEL aus Deutschland schicken lassen, so dass wir endlich alle mal den Artikel über unsere Stadt lesen konnten. Leider war der sehr enttäuschend. Die Stadt und auch wir kommen darin echt schlecht rüber. Als würden wir 24/7 nur saufen und Party machen und würden gar nichts von der schönen Stadt wahrnehmen. Abgesehen davon dass die Autorin natürlich meinen Namen und mein Alter verpeilte, erreichte bis heute niemanden von uns das versprochene Exemplar der Ausgabe sowie die von uns gemachten Fotos. Wir waren echt enttäuscht. Vielleicht bringen wir das mal in einem Leserbrief zum Ausdruck.

Am Dienstag Abend war ich dann endlich mal auf dem Turm der Katedrale. :) Das hatten Ines und ich mal vor, als sie hier war, wollten dann aber damit noch auf Barbara warten, und dann ging das irgendwie unter. Da dieser Turm (El Miguelete) vor dem Bau der CAC das Wahrzeichen Valencias darstellte und man von da oben ne Mörder-Aussicht hat, ist es ein Muss da mal drauf gewesen zu sein. Praktischerweise war Ricke dazu bereit da nochmal hochzusteigen, nachdem sie einst vergas mich dorthin mitzunehmen. :) Das Treppenhaus ist natürlich etwas ungemütlich und man merkt auch, was man getan hat, wenn man oben ankommt, aber die Aussicht entschädigt da schon. Man sieht dort oben, wie groß Valencia doch ist. Man kann nahezu bis zu allen Rändern der Stadt sehen. Und man sieht ne Menge. :)
Außerdem sahen wir an dem Abend noch “Piratas del Caribe 3″, der ganz nett war. Ich glaube, ich muss die Filme nochmal in richtiger Reihenfolge und einer Sprache sehen, die ich verstehe. Die Handlung ist doch immer etwas… verwirrend. :)

An meinem für diese Woche letzten Tag in Valencia machten wir ein Picknick im Turia. Komisch dass wir vorher nie auf deise Idee gekommen sind, denn das war wirklich der Bringer. Wir trafen uns in der Nähe der Puente de la Alameda, und jeder brachte was zu futtern mit. Wir hatten natürlich viel zu viel, und es war echt klasse. Das Wetter war fast schon zu heiß, aber wir wollen ja nicht pingelig sein. :)

Am nächsten Morgen ging es dann zu meinem Überraschungsbesuch nach Deutschland.