Der Hafen war mal sooo schön…
February 25th, 2008Schon besser! Dieser Tag begann wie jeder gute Tag beginnen sollte: mit ausschlafen.
Das hatte ich auch bitter nötig. Ich kaufte dann noch ein paar Dinge ein, damit ich hier nicht jedem alles wegesse und -trinke und ging dann mal los in die Stadt, denn an diesem Tag war das Wetter bombig. Nur sehr wenig Wolken zu sehen und echt warm. Nix mit Jacke oder so…
Ich hab keinen Plan, was ich tun oder sehen will hier, aber mir kam die Idee auf dem Campus vorbeizuschauen. Irgendwo musste ich ja anfangen. Und es war ne gute Idee das dort zu tun, denn während ich so durch die Sonne schlendere, seh ich Tobias aus Karlsruhe auf einer Bank sitzen, den ich hier während meiner Zeit kennengelernt hatte. Er war mittlerweile auch wieder zu hause gewesen, nun aber wieder hier für seine Diplomarbeit. Sehr cooler Zufall! Hab dann mit ihm ein paar Stündchen in der Sonne gesessen und gequatscht.
Wir haben wieder darüber philosophiert, wie toll Valencia doch ist und wie uns die Zeit hier verändert hat. Er meinte dann zu mir, er wolle sich abends mit Leuten in der Bodega treffen. Wieder ein schöner Zufall, weil ich unbedingt nochmal in die Bodega wollte, aber nicht wusste, wen ich hier dafür begeistern könnte. Ich erwähne das nochmal, weil es ja lange her ist: Natürlich gibt es in Valencia hunderte Bodegas (kurz beschrieben eine meist versiffte Kneipe, in der man Tapas essen und Wein und Bier trinken kann), aber eine besondere ist unter Erasmuslern bekannt und beliebt, weil sie dort sehr leckeres Essen zu sehr niedrigen Preisen anbieten. Praktischerweise ist die direkt bei mir um die Ecke… unpraktischerweise ist die so beliebt, dass man so etwa ab acht Uhr kaum noch rein kommt. So war es dann auch bei uns, weswegen wir woanders was essen waren und danach noch was trinken in einem Laden, der sogar einen Billard-Tisch hat. Habe zum ersten Mal in Valencia Billard gespielt.
Unglaublich dass das vorher nie was gab. In der Bar hing auch ein Fernseher, in dem gerade eine Debatte der Leute der beiden Top-Parteien für die anstehende Wahl hier in Spanien gezeigt wurde. Die beiden sprachen über diverse Sachen und machten sich immer wieder gegenseitig mies. Vor allem warfen die nur so mit Statistiken um sich. Spanier lieben Statistiken, das hab ich schon im Zusammenhang mit Fußball gemerkt. Die versuchen immer aufgrund der 50 vorangegangenen Begegnungen das Ergebnis der nächsten vorauszusagen. Und in dieser Debatte waren die die ganze Zeit damit beschäftigt aufzuzählen, wie sich gewisse Zahlen während gewisser Legislaturperioden entwickelt haben.
Ich ging am Nachmittag vom Campus aus nicht direkt nach hause, sondern den größtmöglichen Umweg um noch am Strand und Hafen vorbei zu kommen. War schön mal wieder das Meer zu sehen, aber der Hafen… erschreckend wie der aussieht jetzt da der America’s Cup vorbei ist. Erste Teile verrotten bereits. Andere wurden weggerissen um für die geplante Formel-1-Strecke Platz zu machen. Bin mal gespannt, ob er dann wieder besser aussieht, aber im Moment war es echt nicht schön da rumzulaufen. Man konnte richtig sehen, dass alles da hochgezogen wurde für dieses eine Event, nun seinen Zweck erfüllt hat und zurückgelassen wurde. In den Bars standen noch die Flaschen und Gläser im Regal und die Servietten-Spender auf den Tischen. Als würden die morgen wieder aufmachen. Vielleicht werden sie ja für die Formel-1 wiederverwendet… aber dann spülen die die Gläser hoffentlich vorher nochmal aus.
Krasses am Rande: Als ich so am Strand saß und dem Meer beim Dasein zusah, hörte ich mit meinem MP3-Player etwas Radio. Endlich wieder spanisches Radio! Das war cool. Was weniger cool war: So ziemlich das erste Lied, das ich hörte, war “Durch den Monsum” von Tokio Hotel. Das haben die Jungs wohl auch mal auf englisch gesungen und sind damit in Spanien berühmt geworden. WAH!