Archive for August, 2006

Planung ist alles

Wednesday, August 30th, 2006

Ich erinnere mich im letzten Post meinen groben Tagesplan kundgetan zu haben. Der hielt exakt so lange, wie ich brauchte um vom Internet-Cafe zum Hostal zurückzulaufen. Denn am Eingang traf ich Dennis, einen in Dortmund studierenden Bochumer, der zur Zeit durch Spanien tourt. Wir sind dann was in den Park gegangen (sehr geil, dieses stillgelegte Flussbett hier), dann an den Strand und abends was trinken. Da Dennis quasi nur wegen der Tomatina in Valencia ist, haben wir uns zwischen dem zweiten und dritten Punkt hierfür eine Einwegkamera gekauft und ewig nach einem weißen, güntstigen T-Shirt gesucht, was dort scheinbar Pflicht ist (in Wahrheit aber gar nicht so viele tragen). Das mit dem T-Shirt gestaltete sich erstaunlich schwierig, weswegen ich nun behaupten kann auf diesem coolen Fest (später mehr dazu) ein 10 Euro Levi’s-Shirt geopfert zu haben. :)

Was mir bei der Gelegenheit einfällt: Es ist sehr cool, dass ich schon jetzt hier bin und in dem Hostal abgestiegen bin. Denn dadurch lernt man nicht Erasmus-Studenten (für die scheint noch keine Saison zu sein), sondern Rucksack-Touristen kennen, eine sehr interessante Spezies. Nahezu alle, die ich bisher kennengelernt habe, sind wegen der Tomatina hier (daher werd ich wohl auch alle ab nächster Woche nie mehr wiedersehen), und es ist sehr cool zu hören, was die bisher so erlebt haben. Das macht richtig Lust auf rumreisen.

So, nun zu dem “was trinken gehen” gestern abend, denn eigentlich wollte ich hier ja noch was posten. Wir (Dennis und ich) wollten in die Stadt (genauer hatten wir das nicht durchdacht) und bei der Gelegenheit direkt den Bus dorthin ausprobieren, der uns auch heute zum Bahnhof bringen sollte.
Kurzer Einschub; das Bussystem in Spanien definiert sich folgendermaßen: Ein Bus einer Linie fährt von Zeit X bis Zeit Y im Abstand von etwa Z Minuten. Wirkliche Abfahrtszeiten gibt es nicht. Man stellt sich also hin und wartet bis ein Bus kommt. Man bemerke: das spanische Wort für “warten” (esperar) heißt außerdem “hoffen”. Man weiß eigentlich nur dann, wann der nächste kommen könnte, wenn einem der letzte gerade vor der Nase wegfuhr. An sich ist das System nicht so verkehrt, wenn auch in Deutschland vermutlich undenkbar.
Wir warteten also und beobachteten nebenbei auf der anderen Straßenseite einen sehr heftigen Streit zwischen zwei Frauen. Hätte nicht ein Typ dazwischen gestanden (um den es scheinbar ging; es fiel das Wort “puta”), wäre es bestimmt zur Sache gegangen. Diese Event kommentierend nahmen wir einen weiteren Deutschen wahr, der dort mit uns wartet, einen älteren Herrn, der schon seit fünf Jahren hier lebt. Mit ihm erzählten wir über allerhand Dinge (man merkt schon, wieviel Glück wir mit dem Bus hatten); unter anderem sagte er, dass Silvester in Valencia in der Tat unspektakulär sei. Man würde mit der Familie essen, sich um Mitternacht als Countdown 10 Oliven oder was in den Mund stecken (bäh!) und danach in der Disco verschwinden. (Sehr gut möglich also, dass ich das Event in Deutschland erleben werde.)

Der Bus kam niemals. Die Linie fuhr an dem Tag schon nicht mehr. Also sind wir in die Stadt gelaufen. Und obwohl das so ein riiiiesen Teil ist, liefen uns nach unserer ersten Station Alberto und Carsten über den Weg, die gerade auf dem Nachhauseweg waren. Obwohl die meinten, es wäre schon alles zu und wir wollten morgens früh raus zur Tomatina, liefen wir weiter. An der nächsten Ecke stand ein Grüppchen, aus dem wir nach einem Laden namens “Radio City” gefragt wurden. Wir ließen bei der Antwort ein englisches Wort fallen und der Typ redete auf englisch weiter. Als er hörte, dass wir deutsche seien, war er völlig aus dem Häuschen und trommelte seine ganze Mannschaft zusammen. Keine Minute später hieß es dann “Come, have a beer with us.” und wir waren zu zehnt statt zu zweit. Das Grüppchen bestand aus Australiern und Neuseeländern, die auf Europareise waren und - man glaubt es kaum - zur Tomatina in Valencia verweilten. Scheinbar waren sie mit sehr vielen unterwegs hatten aber aufgrund der Zimmer-Knappheit den Anschluss an das Hauptfeld verloren und machten nun alleine weiter. Wir liefen eine Weile und fanden eine Bar, die noch offen hatte. Man erzählte uns, dass man schon in fast ganz Europa gewesen wäre und schwärmte geradezu von Deutschland und den Deutschen. Unglaublich. So positiv hab ich noch nie jemanden über uns reden hören. Wir sind allesamt tierisch nett, höflich, sprechen sehr gut und auch gerne englisch und sind überhaupt scheinbar irgendwie die Tollsten in Europa. :)

Nach einer Weile gingen wir weiter und fanden tatsächlich den gesuchten Laden, der leider ein sündhaft teurer (Wodka-Lemon für 6 Euro) Kneipen-Disco-Hybrid war. Zum Glück mussten Dennis und ich bald los, weil unser Hostal immer um drei dicht macht. Wir verabschiedeten uns in der Hoffnung am nächsten Tag ein paar der Leuten eine Tomate ins Gesicht werfen zu können (diese hatten ähnliche Hoffnungen) und versuchten herauszufinden, wo wir waren und wie wir heim kommen konnten. Wir hätten es nie zu Fuß geschafft, also nahmen wir ein Taxi und kamen um kurz vor drei an. Um sieben klingelte dann am nächsten Tag der Wecker… aber dazu später mehr.

Dieser Abend war wirklich cool. Ich meine, man läuft die Straße entlang, wird angequatscht und hat auf einmal ne Hand voll Leute aus diversen Nationen um sich. Während wir liefen, schrieh einer der Australier was in eine Menge und schon gesellten sich noch zwei Engländer zu uns. Irgendwo auf der Straße liefen ein paar Spanier eine Weile neben uns her, weil aber weder sie englich noch unsere neuen Freunde wirklich spanisch konnten, kapselten diese sich bald wieder ab.
Außerdem haben wir interessante Gegenden von Valencia gesehen. Interessant in nahezu jeder Hinsicht. Ich wüsste jetzt, wo ich mir ne feine Kirche angucken, aber auch wo ich Drogen kaufen könnte. :)

Der erste Tag in Valencia = der erste Tag am Strand

Tuesday, August 29th, 2006

Ich wollte schon gestern wieder schreiben, aber das andere Internet-Cafe, in dem ich da war, ist mies. Hier läuft wenigstens Windows XP, so dass ich fix ne deutsche Tastatur mit Umlauten und allem Drum und Dran herstellen kann.

Gestern war also mein erster wirklicher Tag in Valencia und wo mag man sich an diesem wohl aufhalten? Richtig. Am Strand. Was soll man bei 34° auch sonst machen? :) Das Wasser war ideal temperiert, aber ich war nicht lange dort, meiner Haut zuliebe. Ich hab schließlich noch genug Zeit braun zu werden. Der Marsch zum Strand war nicht der kürzeste (und auch nicht der einzige gestern), aber er ist schon gut erreichbar. Und es war gar nicht so viel los dort.

Ich muss mal schauen, ob ich bald mit Danny ins Netz gehen kann. Sonst könnte ich auch ein paar Fotos auf CD mit hierher bringen. Ich glaube, man kann an diesen Rechnern hier ne Menge machen… auch Böses. :)

Unser Zimmer im Hostal ist mitlerweile voll. Am Tag meiner Ankunft kam außerdem Alberto an, mit dem ich mich direkt gut verstand. Seine Herkunft ist etwas komplex. Er wohnt in Frankreich, kommt aber eigentlich aus Südamerika, glaub ich. Wobei sein Vater Brite und seine Mutter Italiänerin ist… oder so. Spricht auf jeden Fall ne Menge Sprachen. :)
Außerdem ist da dann noch Carsten aus Deutschland (Berlin) und Masachito (oder wie immer man das schreibt) aus Japan, die beide am Tag nach mir ankamen. Fun fact: Masajito (wobei man j hier ja wie unser ch in loch spricht) ist das spanische Wort für eine kleine Massage.

Carsten ist auf Durchreise durch Spanien, an deren Ende Madrid steht, wo er studieren will. Alberto und Masachito sind hauptsächlich wegen der Tomatina hier, wobei Masachito das in eine generelle Europa-Rundreise einbaut. (Ich hätt’s witziger gefunden, wenn er extra zum Tomaten schmeißen aus Tokio hergekommen wäre.) Ich werde morgen wohl mit mindestens Alberto bei der Tomatina vorbeischauen. Ihr könnt euch also auf einen interessanten Bericht gefasst machen.

Neben dem Marsch zum Strand bin ich gestern noch mit Alberto zum Hauptbahnhof gelaufen um zu klären, wie wir wann nach Buñol kommen (wo die Tomatina stattfindet) und später abends noch alleine zur Uni. Dort hab ich schonmal nach Wohnungsanzeigen geschaut, die da an den Laternen rumhängen. Bisher hab ich alles nur von außen gesehen, aber ich glaub die Uni macht was her. Und sie ist grooooß. Ich werd heute wohl nochmal hingehen um sie mir bei Tageslicht anzusehen. Bin nur nicht sicher, ob ich auf den Campus draufkomme, denn zur Zeit hat die Uni ja zu.

Sollte sich jemand fragen, was ich hier so zu mir nehme: Das Frühstück im Hostal ist… spanisch. Es gibt zwei Mini-Croissants mit Marmelade. Ansonsten bin ich allerdings von reichlich Essen umgeben. War gestern mittag mit Alberto chinesisch essen (viel und günstig) und habe abends einem lokalen Döner-Mann eine Chance gegeben. Der hatte sogar “meinen” Döner auf der Karte. :) Der Döner war wirklich gut (wenn auch natürlich anders als jeder, den ich bisher gesehen hatte), nur leider recht teuer. Natürlich gibt es hier auch McD & Co. Habe sogar schon ein KFC ausfindig gemacht. Und: Auf unserer Straße gibt es (neben anderen Supermärkten) nen Lidl. Ich werde also wohl nicht verhungern. Man kann im Hostal zwar nichts Aufregendes zubereiten, aber ne Mikrowelle ist da.

Ich wurde also in der Tat mit recht vielen und größtenteils positiven Impressionen konfrontiert. Heute werd ich, wie gesagt, nochmal bei der Uni vorbeischauen und mich außerdem um eine Karte für mein Handy bemühen. Außerdem werde ich Filialen der Deutschen Bank ausfindig machen.

Mein Mentor hat sich wieder gemeldet, allerdings hat er nur gefragt, ob ich schon hier wäre und wie es mir so erginge. Das Zimmer, von dem er sprach, hat er nicht mehr erwähnt. Hmpf. Irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht in dieser Woche schon nach einer Wohnung zu suchen. Vielleicht reicht es nach dem Kurs. Zur Not könnte ich dann auch nochmal in ein Hostal (dann sogar in ein gutes, denn was ich jetzt habe kann ich Leuten nicht empfehlen, die eine Wahl haben). Schaumermal.

Auf jeden Fall ergeht es mir ganz gut. Ich freue mich darauf, endlich in den Erasmus-Pool zu springen. Bisher fühlt sich das hier eher wie ein normaler Urlaub an.

Angekommen

Sunday, August 27th, 2006

Es ist vollbracht; ich bin da. Die Sonne ist schon weg, aber die 28 Grad bleiben. :)

Heute mittag gegen halb zwei sind wir in Goch losgefahren. Das Radio spielte passend zum Wetter “Why does it always rain on me?” und eh ich mich versah, stand ich nach einem wörtlich zu verstehenden Abendbrot von LTU am Flughafen von Valencia.

Habe bereits in der Jugendherberge eingecheckt und dabei einen weiteren Deutschen kennengelernt. Dass er ein solcher ist, erfuhr ich so nebenher, nachdem wir schon alles auf englisch geklärt hatten. Er hat einen perfekten britischen Akzent, was er mit einem langen London-Aufenthalt erklärte. Nun hab ich mir mal die Straße, in der ich wohne, ein wenig angesehen und ein Internet-Cafe aufgesucht. Die Straße ist wirklich lang (für die, die nen Stadtplan zur Hand haben sollten: Avenida del Puerto), allerdings hab ich bisher hauptsächlich Autohäuser wahrgenommen. In der Regel von irgendwelchen amerikanischen Marken. Komische Sache.

Jetzt werde ich mal wieder “nach Hause” gehen und mir die Herberge noch etwas ansehen. Kommt mir bisher relativ spartanisch vor, aber mal sehen. Morgen werd ich dann, wenn auch Geschäfte auf haben, noch etwas erkunden, mir ne Handy-Karte und sowas kaufen gehen.

Noch was zu dem Internet-Cafe hier: Als ich an den Rechner kam, lief da ein NSM-Messenger mit noch ein paar Fensterchen auf. Vertrauensseelige Menschen hier… Es scheint auf den Rechnern höllisch viel installiert zu sein. Entweder ist die Kiste deshalb so lahm oder die Internet-Verbindung taugt nich so sehr. Naja, immerhin konnte ich mir ein deutsches Tastatur-Layout einstellen.

So, um kein Heimweh aufkommen zu lassen werd ich hier mal enden und darauf warten, dass ich morgen von positiven Impressionen erschlagen werde. Prinzipiell bin ich schließlich auch müde und erschöpft und in wenigen Minuten brechen hier die nächsten 50 cent an. (Eine halbe Stunde kostet so viel.)

Also alle, die sich Sorgen wegen meiner Anreise oder meinen ersten Tagen gemacht haben sollten, können aufatmen. Ich bin wohlbehalten angekommen und werde nicht unter irgendeiner Brücke schlafen müssen.

Es wird alles gut… bestimmt

Wednesday, August 23rd, 2006

So, und natürlich muss auch ein Post mal über nen Hotspot im Informatik-Gebäude gesendet werden. Das wäre dann dieser hier. :)

Der letzte Post ist ziemiich lange her. Bin seitdem jetzt schon das zweite Mal in Aachen und ein bisschen was hat sich getan. Ich hab nen Koffer gepackt, ne Abschiedsfete im Café Kittel in Aachen geschmissen (gestern Abend) und endlich Antwort von meinem Mentor erhalten. Dieser ist wirklich im Urlaub, allerdings zu hause (wohnt original nicht in Valencia). Aber jetzt das Coole: Er meinte, in seiner Wohnung dort wäre ein Zimmer frei. Er fasst sich immer sehr kurz und es ist halt englisch, aber das könnte durchaus ein Angebot von ihm gewesen sein. :) Das wäre natürlich das Optimum direkt schon ne anständige Bleibe dort unter Spaniern zu haben. (BTW: Flo hat exakt das gefunden, wie er mir mitteilte… nein, er geht immer noch nach England, wohnt dort aber mit Spaniern zusammen, kann also trotzdem beide Sprachen lernen. Frechheit!) Hab meinen Mentor jetzt nochmal drauf angesprochen. Ideal wäre dann natürlich, wenn ich schon am 27. in die Wohnung könnte, denn die Jugendherberge, die ich für die ersten Tage an der Hand habe, hat mir zwar zugesagt, dass ich da rein kann, ich hab aber nix reserviert. Die meinten sowas wie, wenn ich allein käme, dann hätten die schon Platz. Ich als Mensch mit original deutscher Mentalität bin von solch einer Aussage natürlich nicht so arg eingenommen. Aber ich will den Menschen mal vertrauen und hoffe nebenbei auf eine positive Antwort meines Mentors.

Etwas anders, was mich zur Zeit beruhigt: Ich hatte ja ganz viel Zeug aus Valencia geschickt bekommen mit Plänen von Zeiten für Vorlesungen, Klausuren, Anmeldungen und all sowas. Das, was ich davon verstanden habe, las sich nicht so toll, denn dann hätte ich Anfang September irgendwie alles regeln müssen während Sparchkurs und so. Nun hab ich mal ne Mail ans International Office in Valencia geschrieben und nachgefragt, welcher Zeitraum da jetzt für mich gilt und wie das genau laufen soll mit Einschreibung, Anmeldung und all dem. Die Antwort zusammengefasst: Was da steht, gilt für Spanier. Erasmus-Menschen haben keine Frist, die können sich fast immer an-, ab- oder ummelden. Genaueres auf der Info-Veranstaltung.
Also muss ich mir darum wohl erstmal keine Sorgen machen. Das kommt mir sehr gelegen, denn dafür hab ich im Moment keinen Nerv. Ich dachte ja eigentlich, ich würde in der letzten Zeit vor dem Abflug nur rumsitzen, mich langweilen und darauf warten, aber irgendwie ist mein Kalender in diesen Tagen so voll… wollte halt gerne noch ein paar Leuten “Auf Wiedersehen” sagen. Und das macht echt mal so gar keinen Spaß. Ich darf da gar nicht groß drüber nachdenken. Ich werd versuchen mich auf das vor mir liegende Neue zu konzentrieren. Ich glaube, es dauert nun nicht mehr lange, bis ich nervös werde.

Auf Wiedersehen, Aachen

Tuesday, August 8th, 2006

Ich könnte es bestimmt schaffen jeden Post aus Aachen von einem anderen Hotspot aus zu senden. Dieser hier kommt über einen, der aus der Wohnung meiner guten Freundin und Kommilitonin Esther erreichbar ist *neid*.

Gestern war Schlüsselübergabe in unserer Wohnung. Das heißt, seit gestern Mittag habe ich keine Wohnung mehr in Aachen. Ist ein blödes Gefühl mit diesem Wissen durch Aachens Straßen zu laufen. Natürlich habe ich ein paar Adressen von lieben Menschen, die mir temporäres Obdach geben können und wollen. Außerdem habe ich ein Auto hier, das ich als HQ betrachten könnte. :) Leider wird dieses Auto morgen früh wieder in Goch benötigt, weswegen ich heute irgendwann mal dorthin aufbrechen sollte. An sich ganz OK, denn hier ohne Wohnung rumzulaufen hat zwar irgendwie was, fühlt sich auf Dauer aber nicht so prickelnd an. Außerdem gibt es in Goch noch das eine oder andere zu erledigen.

Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass ich in Aachen bin, aber mein Lebensmittelpunkt, wie man das Teil so schön nennt, wird erstmal woanders sein. Es ist nicht schön aus Aachen wegzugehen. Auch wenn es objektiv nicht die schönste Stadt der Welt sein mag, so hab ich mich hier immer sehr, sehr wohl gefühlt und verbinde viel damit. Allerdings weiß ich ja, dass der Abschied nur für eine begrenzte Zeit ist, weswegen ich auch meine erste Idee für den Titel (”Tschüß, Aachen”) nicht umgesetzt habe. Ich werde wiederkommen und Aachen mit allem, was ich darin vermissen werde, wird mich erwarten.

Um noch ein kleines Update von anderen Dingen zu bringen: Mein Mentor hat sich noch nicht gemeldet. Ist bestimmt wie der Rest von Spanien im Urlaub. Dafür hab ich andere Kontakte geknüpft. Zum einen hab ich über unser International Office meine Mail-Adresse an andere Leute meiner Uni weitergeben lassen, die auch nach Valencia gehen werden und direkt mal ein paar Antworten bekommen. Ich bin sehr positiv überrascht. Werden bestimmt interessante Menschen sein. Zum anderen könnte es gut passieren über entsprechende Gruppen im Studiverzeichnis noch ein paar Leute kennenzulernen (auch von anderen Unis).

In einer solchen habe ich auch von einer Jugendherberge in Valencia erfahren, die scheinbar noch Platz hat. Außerdem hab ich dort den Tipp gekommen im GalileoGalilei anzufragen, ob die Obdach übrig haben. Eigentlich ist das ein teures Wohnheim der Uni, aber für ein paar Tage kann man dort relativ günstig unterkommen. Letztes hat mir auch schon zugesichert was frei zu haben. Damit würde ich mir einen Umzug schon in den ersten paar Tagen ersparen, was ich sehr begrüßen würde.

Wenn ich wieder in Goch bin, werd ich noch ein paar Fragen klären und etwas Organisatorisches durchziehen müssen, aber so langsam nimmt alles konkrete Formen an, was mich doch arg beruhigt. Ungewissheit ist ja weniger mein Ding.

Ich bin nicht allein

Wednesday, August 2nd, 2006

Und wieder eine schöne Gelegenheit einen Post zu verfassen. War gerade Blut spenden und sitze nun vor dem Klinikum, wo, wie ich vorher recherchiert habe, ebenfalls MoPS-Abdeckung besteht.

Ich habe eine Mail erhalten, in der mir mein Mentor in Valencia genannt wurde. Er existiert also scheinbar wirklich und ich kann auch noch rechtzeitig mit ihm in Kontakt treten. Zumindest hoffe ich das, denn bisher hat er noch nicht auf meine Mail geantwortet. Lustig: Der Mensch (höchstwahrscheinlich männlich) heißt “German”. Da die Mail vom International Office auf englisch war und Spanier in der Regel zwei Nachnamen haben, kam das schon komisch als da stand “Name Name, German”. Nun heißt es in dieser Sache also wieder - sagen wir’s gemeinsam - abwarten. :)

Zu meiner Jungendherbergsproblematik meinte eine Freundin aus Spanien, ich solle mal zu dem Fest hingehen und dann halt am Strand schlafen. Würden viele tun. Prinzipiell wär das natürlich ne interessante Idee, aber mehr als mich selbst würde ich dort ungerne nachts am Strand liegen lassen. Also wird es wohl auf ein Hotel rauslaufen. Das gibt’s schließlich auch bezahlbar und wenn mein Zeug dort sicher verstaut ist, kann ich immer noch am Strand schlafen, wenn ich will.

Ich habe auch schon Fortschritte gemacht bei der Dechiffrierung des Materials, das ich von der Facultad de Informática erhalten habe. Das meiste ist für mich gar nicht von Bedeutung, weil die einfach mal Pläne für den kompletten Informatik-Studiengang reingepackt haben. Aber ich kann die Infos nun bedienen, auch wenn es schön wäre, wenn es keine s/w-Kopien wären (denn dann könnte man mit der anscheinend vorhandenen Farbkodierung was anfangen, die z.b. anzeigt, in welcher Sprache eine Vorlesung läuft) und wenn schon nicht auf Englisch dann doch wenigstens auf Spanisch und nicht auf Catalan verfasst wären. Ein paar Fragen bleiben noch, die ich hoffentlich mal per Mail klären kann (nicht dass ich damit schon gute Erfahrungen gemacht hätte), auch wenn die Uni zur Zeit Urlaub macht.

Unser Nachmieter, mit dem wir uns gestern geeinigt haben, dass er die Wohnung nächsten Montag (Schlüsselübergabe) statt erst am 1.9. haben darf und dafür die Renovierungsarbeiten übernimmt und der mir außerdem noch all meine Möbel abgekauft hat, schwärmte mir bei der Gelegenheit nochmals von Valencia vor. Da nun unser Renovierungstag komplett und unser Wohnungsleerräumtag zum Teil wegfällt, wird der Auszug bestimmt ne recht gemütliche Angelegenheit. Stattfinden wird das Ganze Ende dieser Woche. Ab diesem Wochenende werde ich also bis zu meinem Abflug bis auf wenige Ausnahmen in Goch sein. Wer mich sehen will, möge sich also dort auf die Matte stellen. Zeit werd ich noch einige haben.