Der erste Tag in Valencia = der erste Tag am Strand
Ich wollte schon gestern wieder schreiben, aber das andere Internet-Cafe, in dem ich da war, ist mies. Hier läuft wenigstens Windows XP, so dass ich fix ne deutsche Tastatur mit Umlauten und allem Drum und Dran herstellen kann.
Gestern war also mein erster wirklicher Tag in Valencia und wo mag man sich an diesem wohl aufhalten? Richtig. Am Strand. Was soll man bei 34° auch sonst machen?
Das Wasser war ideal temperiert, aber ich war nicht lange dort, meiner Haut zuliebe. Ich hab schließlich noch genug Zeit braun zu werden. Der Marsch zum Strand war nicht der kürzeste (und auch nicht der einzige gestern), aber er ist schon gut erreichbar. Und es war gar nicht so viel los dort.
Ich muss mal schauen, ob ich bald mit Danny ins Netz gehen kann. Sonst könnte ich auch ein paar Fotos auf CD mit hierher bringen. Ich glaube, man kann an diesen Rechnern hier ne Menge machen… auch Böses.
Unser Zimmer im Hostal ist mitlerweile voll. Am Tag meiner Ankunft kam außerdem Alberto an, mit dem ich mich direkt gut verstand. Seine Herkunft ist etwas komplex. Er wohnt in Frankreich, kommt aber eigentlich aus Südamerika, glaub ich. Wobei sein Vater Brite und seine Mutter Italiänerin ist… oder so. Spricht auf jeden Fall ne Menge Sprachen. ![]()
Außerdem ist da dann noch Carsten aus Deutschland (Berlin) und Masachito (oder wie immer man das schreibt) aus Japan, die beide am Tag nach mir ankamen. Fun fact: Masajito (wobei man j hier ja wie unser ch in loch spricht) ist das spanische Wort für eine kleine Massage.
Carsten ist auf Durchreise durch Spanien, an deren Ende Madrid steht, wo er studieren will. Alberto und Masachito sind hauptsächlich wegen der Tomatina hier, wobei Masachito das in eine generelle Europa-Rundreise einbaut. (Ich hätt’s witziger gefunden, wenn er extra zum Tomaten schmeißen aus Tokio hergekommen wäre.) Ich werde morgen wohl mit mindestens Alberto bei der Tomatina vorbeischauen. Ihr könnt euch also auf einen interessanten Bericht gefasst machen.
Neben dem Marsch zum Strand bin ich gestern noch mit Alberto zum Hauptbahnhof gelaufen um zu klären, wie wir wann nach Buñol kommen (wo die Tomatina stattfindet) und später abends noch alleine zur Uni. Dort hab ich schonmal nach Wohnungsanzeigen geschaut, die da an den Laternen rumhängen. Bisher hab ich alles nur von außen gesehen, aber ich glaub die Uni macht was her. Und sie ist grooooß. Ich werd heute wohl nochmal hingehen um sie mir bei Tageslicht anzusehen. Bin nur nicht sicher, ob ich auf den Campus draufkomme, denn zur Zeit hat die Uni ja zu.
Sollte sich jemand fragen, was ich hier so zu mir nehme: Das Frühstück im Hostal ist… spanisch. Es gibt zwei Mini-Croissants mit Marmelade. Ansonsten bin ich allerdings von reichlich Essen umgeben. War gestern mittag mit Alberto chinesisch essen (viel und günstig) und habe abends einem lokalen Döner-Mann eine Chance gegeben. Der hatte sogar “meinen” Döner auf der Karte.
Der Döner war wirklich gut (wenn auch natürlich anders als jeder, den ich bisher gesehen hatte), nur leider recht teuer. Natürlich gibt es hier auch McD & Co. Habe sogar schon ein KFC ausfindig gemacht. Und: Auf unserer Straße gibt es (neben anderen Supermärkten) nen Lidl. Ich werde also wohl nicht verhungern. Man kann im Hostal zwar nichts Aufregendes zubereiten, aber ne Mikrowelle ist da.
Ich wurde also in der Tat mit recht vielen und größtenteils positiven Impressionen konfrontiert. Heute werd ich, wie gesagt, nochmal bei der Uni vorbeischauen und mich außerdem um eine Karte für mein Handy bemühen. Außerdem werde ich Filialen der Deutschen Bank ausfindig machen.
Mein Mentor hat sich wieder gemeldet, allerdings hat er nur gefragt, ob ich schon hier wäre und wie es mir so erginge. Das Zimmer, von dem er sprach, hat er nicht mehr erwähnt. Hmpf. Irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht in dieser Woche schon nach einer Wohnung zu suchen. Vielleicht reicht es nach dem Kurs. Zur Not könnte ich dann auch nochmal in ein Hostal (dann sogar in ein gutes, denn was ich jetzt habe kann ich Leuten nicht empfehlen, die eine Wahl haben). Schaumermal.
Auf jeden Fall ergeht es mir ganz gut. Ich freue mich darauf, endlich in den Erasmus-Pool zu springen. Bisher fühlt sich das hier eher wie ein normaler Urlaub an.
August 29th, 2006 at 18:30
Hi Tobi,
freut mich, dass du gut angekommen bist. Ich muss sagen, dass sich deine ersten Tage so anhören wie die vieler Valencia-Erasmi, deren Erfahrungsberichte ich gelesen habe. Und das ist nicht böse gemeint, zeigt es doch, dass du wie — alle anderen auch — fast ausschließlich positive Erfahrungen machst, nette Leute kennenlernst und überhaupt die ersten Tage lange nicht so “schlimm” sind wie vielleicht im Vorhinein befürchtet.
Ich wünsche dir weiterhin ein gutes Einleben. Um die Sonne werde ich dich wohl am meisten beneiden. Tja, aber da bin ich ja selber Schuld …
Flo