Archive for September, 2006

Die beste Art spanisch zu lernen

Saturday, September 30th, 2006

Diesmal warte ich nicht bis das Wochenende vorbei ist um alles in einen riesen Artikel zu packen. Jetzt habe ich etwas Zeit und kann schonmal von gestern berichten.

Mein Tag begann eigentlich mies. Am Vorabend hatten wir (Isabel, Beatrice, Heta-Mari, Sandra und ich) unser als wöchentlich geplantes gemeinsames Kochen durchgezogen. Es gab Reis mit Curry-Huhn. Sehr lecker. Eigentlich war die Aktion auch recht bald vorbei. So gegen elf oder was gingen wir nach hause. Da wir bei Sandra gekocht hatten und Sandra in einer Gegend wohnt, die sich nicht so gut dazu eignet abends alleine nach hause zu laufen, hab ich Beatrice und Heta-Mari (die wohnen ja zusammen) nach hause gebracht. (Isabel nahm die Metro und brauchte auch nur wenige Stationen.) Von den beiden aus ist es auch nicht so weit bis zu mir. Eigentlich wollte ich dann nur eben bei ihnen aufs Klo, aber da sie noch keinen Bock hatten ins Bett zu gehen, haben wir dann noch bis zwei oder so in Heta-Maris Zimmer gequatscht. (Sie bewohnt das Doppelzimmer, weil in ein paar Tagen ihr Freund dazuzieht.)
Ich bekam also recht wenig Schlaf, denn ich hatte um 9:30 Uhr eine Vorlesung. Ich quälte mich mit dem Gedanken aus dem Bett, dass das ja meine einzige spanische ist und ich da wohl besser mal hingehen sollte. In der Uni angekommen wurde ich dann von der Tatsache begrüßt, dass die Vorlesung gar nicht stattfand. Nur zwei Leute außer mir hatten das beim letzten Mal nicht mitbekommen (oder sich als einzige nach der letzten Partynacht aus dem Bett erheben können). Kombiniert mit der miesen Busverbindung von mir zur Uni war das also kein so toller Start. Ich bin dann mit dem anderen Erasmus, der noch im Hörsaal saß (ein Schwede), in die Stadt gefahren und hab ihm gezeigt, wo es den “Carnet Joven” gibt (einen Ermäßigungsausweis für Jugendliche) und wie man damit ein günstiges Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr bekommt. Mit der Prozedur, die nicht wirklich als trivial durchgeht, hatte ich nämlich meinen halben Donnerstag verbracht, und das wollte ich ihm ersparen.

Nun aber zum Abend: (dazwischen ist nix Aufregendes passiert.) Silvia und Ralf (Ex-Mitbewohner von Beatrice) hatten scheinbar in der Zeit, die sie bisher hier sind, einen Sprachkurs in der Schule “españolé” absolviert, für dessen nette Ausrichtung sie sich bei den Lehrerinnen der Schule nun mit einem Abendessen bedanken wollten. Wir (Beatrice, Heta-Mari und ich) trafen uns also vor der Schule mit den Lehrerinnen und mit Silvia und Ralf und gingen nach “El Carmen”. So heißt das Altstadt-Viertel von Valencia, das, wie wir erfuhren (Die Lehrerinnen gaben eine kleine Tour.), das größte Europas darstellt. Da wir ortskundige Menschen bei uns hatten, gingen wir in Gegenden, die wir selbst wohl nie aufgesucht hätten (sahen schrecklich aus), in denen es aber scheinbar sehr gute Bars etc. gibt. Wir landeten dann in einer Bocata (ein Bocadillo-Laden; Bocadillos bezeichnen Baguettes mit den verschiedensten Belägen. Quasi “Subway” mit Stil. Bocadillos gibt es in verschiedenen Größen. So stellen sie entweder eine komplette Mahlzeit oder einen Snack, den Spanier so am (vor)mittag einnehmen, dar. Wir aßen und tranken reichlich (ein Getränk, dessen Namen ich vergessen habe und das aus Wein und einer Art Sprite bestand; kalt sehr lecker und erfrischend) und unterhielten uns (natürlich hauptsächlich auf spanisch).

Nach einiger Zeit (Abendessen in Spanien dauert ja) und einigem Protest der Spanierinnen über die Idee, dass sie eingeladen werden sollten, zogen wir dann weiter. Eine von ihnen verließ uns, weil sie am nächsten Tag früh raus musste, dafür stießen zwei Spanier zu uns (der Freund einer der Lehrerinnen (ein bereits arbeitender Informatiker) und noch jemand, der vor ner Weile mal in Deutschland studiert hatte). Wir gingen dann in einen Disco-Bar-Hybriden, in dem die Spanier im Gegenzug darauf bestanden uns einzuladen. Wir waren aber nur kurz dort (einen Drink lang), weil wir alle recht müde waren und nach hause wollten. Mit dem Taxi war das dann auch fix erledigt.

Insgesamt war das ein sehr cooler Abend. Die Lehrerinnen waren allesamt tierisch nett und natürlich ist das die beste Methode spanisch zu lernen. Leute, die die Spache beherrschen, etwas Ahnung vom Beibringen haben, auch ein wenig englisch oder deutsch können und die Ruhe und Lust haben dir zu helfen… und langsam und deutlich zu sprechen :) Ich könnte jetzt nicht konkret was benennen, was ich jetzt kann und vorher nicht, aber wir machen das bestimmt noch öfter (Es wurden Nummern ausgetauscht.) und das hilft dann generell. Ich glaub, ich hab in der ganzen letzten woche zuvor nicht so viel spanisch gesprochen wie gestern Abend. Das allein hilft ja tierisch. Spanisch sprechen und hören. Gerade weil wir uns im Moment nach nem Sprachkurs umsehen, war das natürlich auch gute Werbung für die Schule. :) Denn der Kurs von der Uni wird wohl nicht so arg effektiv werden. Die Gruppen sind mit 40-50 Leuten doch ein wenig groß. Wenn unsere Stundenpläne feststehen (nächste Woche) werden wir uns mal zusammensetzen und uns was suchen.

In meiner Galerie sind auch Bilder von dem Abend zu sehen.
Außerdem bin ich gerade dabei meine Videos verfügbar zu machen. Das von diesem Abend ist hier zu sehen.

Meine Homepage in neuem Glanze

Saturday, September 30th, 2006

Meine Homepage (nein, nicht das Ding hier) ist nun in neuem Glanze erstrahlt. Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, dass sie bisher sehr hässlich und doof war. Dies ist nun Vergangenheit. Jetzt gibt es neue Funktionalität und sogar ein Design.

Vielen, vielen Dank dafür an Dennis!

Also schaut sie euch mal an. Würde mich sehr freuen, dort etwas von eurer Präsenz mitzubekommen.

Fotos vom Wochenende

Wednesday, September 27th, 2006

Ich habe ein paar Fotos hochgeladen von meinem interessanten letzten Wochenende. Leider hatte ich nur bei der Botellon am Freitag die Kamera dabei. Vielleicht bekomm ich aber von den anderen Events noch Bilder von Sandra.

Wie lang ist wohl eine spanische Minute?

Tuesday, September 26th, 2006

Ich habe das erste Wochenende, das ich komplett in Valencia verbracht habe, hinter mir. Es war ein sehr teures Wochenende, aber es war außerdem sehr cool. (Der Artikel ist “etwas länger”, ich weiß. Aber es lohnt sich.)
Nachdem ich am Mittwoch endlich meinen Uni-Kram geregelt hatte, bin ich Donnerstag eiskalt den ganzen Tag zu hause geblieben um ein klares Zeichen zu setzen, dass ich diese Woche nicht mehr hin muss.

Freitag traf ich mich mit meinem Mentor, der mir zwar klar machte, dass er keine Ahnung von unseren Vorlesungen hat, mir bei der Gelegenheit aber sein neues Notebook vorführte. Er hat sich extra ein richtig fettes gekauft (Grafikkarte mit 512MB Speicher z.b.) um unter Ubuntu alle möglichen wichtigen Funktionen nutzen zu können. Wenn er beispielsweise Fenster verschiebt, baumeln die wie aus Wackelpudding am Mauszeiger, alles ist teil-transparent und überhaupt eine einzige Spielerei.
Nachdem ich das hinter mir hatte, ging ich mit Beatrice, Isabel und Heta-Mari zum Strand - quasi so “mal eben nach der Uni” (muhaha). Leider war schon ziemlich bald die Sonne hinter diversen Wolken verschwunden und wir gingen wieder heim.
Abends war unser StudiVZ-Treffen. In der Gruppe “Erasmus en Valencia 2006/07″ wurde dieses organisiert. Sehr coole Aktion. Um 23 Uhr trafen wir uns auf dem “Plaza de la Virgen”, einem tierisch schönen Platz mitten in Valenca (gebt es mal bei Google-Earth ein oder so). Umschlossen von Gebäuden wie der Kathedrale, coole Atmosphäre und gar nicht wenig los (auch ohne unser Treffen). Wir kamen mit 10 Leuten oder was dort an und setzen uns mitten auf den Platz, damit uns ja niemand übersah. Die Skater waren davon vermutlich nicht so angetan, aber wir hielten das für ne gute Idee. Mit der Zeit wurden wir dann mehr und mehr. Ich würd sagen, zu Spitzenzeiten könnten wir so um die 100 gewesen sein. Es waren halt Leute vom StudiVZ da (Die Gruppe hat fast 200 Mitglieder.) und Leute, die diese Leute mitgebracht hatten. Jeder hatte was zu trinken dabei und wir saßen bis zwei Uhr oder was dort rum. Zwischendurch kamen immer mal wieder Leute vorbei, die Geld oder was zu trinken haben wollten (teils auch was dafür aufführten) und einmal gab’s sogar ne richtige Show von zwei Typen, die nochmal unheimlich viele Leute anlockte. Zu der Zeit war der Platz wirklich voll. Ich hoffe, das wird auf den Fotos etwas deutlich. Die Polizei war auch mal da. Eigentlich ist es in Valencia nämlich verboten in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Da haben die diverse Augen zu gedrückt. Es hätte zwar auch pure Fanta Lemon in meiner Flasche sein können, aber die wussten schon, was wir da machten. “Botellon” nennen die Spanier unsere Aktion (von botella = Falsche). Um zwei Uhr hatte die Polizei dann allerdings genug, rückte mit ein paar Leuten mehr an, die schon die Rausschmeiß-Handschuhe an hatten, und haben uns erstmal freundlich gebeten nun doch bitte zu gehen. Das taten wir dann auch und leider hat sich die Gruppe dadurch in alle Himmelsrichtungen verstreut. Was uns (den Menschen in meiner Umgebung) aber ganz recht war, denn wir wollten eh nach hause. Ich nahm mir ein Taxi (leider alleine), was meinen Heimweg wohl so von 60 auf 10 Minuten reduzierte und mich grad mal 6 Euro kostete. Das war’s mir wert.

Am Samstag hab ich über den Tag hinweg nichts Großes gemacht, quasi gefaulenzt. Die StudiVZ-Menschen wollten an dem Morgen ein Beachvolleyball-Spiel organisieren, allerdings fing es schon in der Nacht an tierisch zu regnen. Und das ging dann den ganzen Samstag so weiter. Unglaublich, was da an Wasser runterkam. Man konnte nicht wirklich gut irgendwas unternehmen, was implizierte die Wohnung zu verlassen.
Abends - zum Glück - besserte sich das, denn Heta-Mari hatte uns eingeladen an einer “Fiesta de la cerveza” (Bier-Fete) teilzunehmen, die ihr Mentor mit ein paar Kumpels veranstalten wollte. Also trafen wir uns (ohne die Spanier) bei ihr, gingen erstmal etwas umher um ein Restaurant zu finden, was zu essen und uns dann mit ihnen zu treffen.

Wir fanden nach einiger Zeit ein spanisches Restaurant, das in erster Linie laut war, denn eine Gesellschaft von 20 Leuten oder so schien dort irgendwas zu feiern. Das mit dem Bestellen war etwas kompliziert, weil keine Speisekarte existierte. Wir wurden zugeredet mit unbekannten Vokabeln und entschieden uns dann für eine Paella. (Genau, das Wort kannten wir.) Da die Zubereitung dieser etwa ne halbe Stunde in Anspruch nehmen sollte, brachte man uns vorher noch ein paar Leckereien wie Brot mit Olivenöl, Shrimps und Kartoffeln. (Ein weiteres Problem, wenn keine Karte existiert, ist, dass niemand weiß, was man hinterher bezahlen wird.) Hier wurde zum ersten Mal deutlich, dass spanische Minuten deutlich länger sein müssen als die, die wir so kennen, denn die Paella dauerte letztendlich locke ne volle Stunde. (Nach etwa 40 Minuten wurde uns versichert, dass es in fünf Minuten soweit sein werde.) Für Isabel war das Restaurant generell nicht so der Hit, denn Vegetarier scheinen in Spanien echt exotisch zu sein. Dem Kellner war nicht klar, dass einem solchen nicht geholfen ist, wenn eine Paella (wie in Valencia scheinbar üblich) lediglich Huhn enthält. Sie bestellte sich also einen (vegetarischen) Salat. Dieser bestand hauptsächlich aus Thunfisch mit Zwiebeln - meiner Ansicht nach für Vegetarier auch mehr als grenzwertig. Ich glaube, Isabel wird in Zukunft nicht mehr so den Spaß daran haben spanische Restaurants aufzusuchen. Nach dem Essen ist sie dann auch nach hause um sich was zu essen zu machen. :) Außerdem klang ihr der Plan von Heta-Maris Mentor doch etwas zu sehr nach Ausländische-Studentinnen-Abschleppen. Prinzipiell war das auch nix anderes, jedoch natürlich in einer harmlosen Variante, sonst würde die Geschichte hier enden.

Wir (Heta-Mari, Beatrice, Karina (Mitbwohnerin der beiden; Dänin), Sandra und ich) trafen die Spanier an einer Kreuzung, wo sie zu acht mit vier Autos standen. Bisher wussten wir nur, dass es eine Party geben sollte. Nun wurde uns gesagt, dass diese etwas außerhalb läge. Zitat: “15 Minuten von hier.” Wir hätten es besser wissen sollen, denn wir wussten ja nun schon, wie lang spanische Minuten so dauern können.
Die Jungens waren echte Organisationstalente. Bis der Plan endlich existierte, wer in welchem Auto sitzt, vergingen Ewigkeiten. Auf dem Weg dann kam ihnen die Idee, man könnte ja mal was zu trinken kaufen (das Anti-Alkoholische zum Mixen; richtigen Stoff gibt es ja so spät nicht mehr) und als wir an der Location ankamen dauerte es auch noch locker ne Stunde bis die “Party” losging. (Klar, nur Idioten stellen das Bier schon vor Partybeginn kalt.) Natürlich fuhren wir länger als 15 Minuten (30 etwa). Man sagte uns, das wäre, weil wir kolonnengedingt so langsam gefahren wären. Janee… is klar. Die Mädels waren zu dieser Zeit bereits ein wenig angepisst, weil diese Typen schon zum zweiten Mal sowas abzogen (das erste Mal in Gandia, als ich leider schon abgereist war). Hinzu kam, dass jeder von denen auf all das vorbereitet war, nur wir halt nicht. Die hatten Zeug zum Übernachten da (was wir nicht vor hatten) und auch was Warmes zum Anziehen (es war nämlich saukalt so weit draußen). Also das Anwesen (ja, man muss es so nennen), wo wir da waren, schien schon echt protzig. Die Typen waren wohl alle recht gut betucht. Hatten neue Autos (man lies auch während des Einkaufs an der Tanke mal lässig den Motor laufen) und scheinbar auch ausreichend Geld für alle Arten von (sanften) Drogen. Außerdem klingt es schon nach Geld, wenn man in Valencia ne Studenten-Wohnung hat, obwohl die Eltern (die natürlich nicht da waren) nur “15 Minuten” entfernt wohnen.

Also die Zeit dort selbst war in Ordnung. Wir saßen draußen vor dem Haus (drinnen hätten wir ja was dreckig gemacht), tranken und erzählten. Das war schon witzig und das obwohl die Spanier etwas enttäuscht zu sein schienen, dass sie nicht nur weibliche Personen zu Besuch hatten. :) Man erzählte uns, dass man schon die letzte Nacht durchgemacht hätte und deshalb nicht mehr ganz fit sei (vielleicht waren die deswegen so brav).

Das Problem bestand wie gesagt einzig und allein darin wieder nach hause zu kommen. So gegen vier meinte Karina, die müsse um zehn zu hause sein um Medizin zu nehmen. Da die Jungs ja längst nicht nach hause wollten, wurde also ein Taxi gerufen. Was wir bisher nicht bedacht hatten: Wir waren zu viele für ein Taxi. Schlecht. Auch schlecht war, dass kein Taxifahrer dieser Welt das Haus dort gefunden hätte. Also entstand der Plan das Taxi an der nächsten nennenswerten Straße zu erwarten. Die Zeit bis zur Ankunft dessen wurde mit 40 Minuten beziffert…
Zunächst aber stand die Disskussion an, wer denn fahren wolle. Heta-Mari wollte bleiben (kein Schimmer, warum), Beatrice wollte keine Unsummen für ein Taxi ausgeben (verständlich) und Sandra war hin und her gerissen, blieb dann aber auch. Die drei hatten also die Idee bis zum nächsten Morgen (der ja nicht mehr so arg weit weg war) zu warten und sich dann wieder nach Valencia bringen zu lassen. Ich entschied mich dafür mit Karina zu fahren. Zum einen wollte ich nicht, dass sie alleine fährt (und das Taxi alleine bezahlen muss) und zum anderen spielte ich mit dem Gedanken am Sonntag Morgen in Valencia auf dem Flohmarkt nach einem Fahrrad zu sehen. Dass es dafür bereits zu spät war, wusste ich zu dieser Zeit noch nicht. (Jonas erzählte mir später, er hätte um 5:30 Uhr dort ein Fahrrad erstanden (ja, sein zweiter Versuch). Kurz danach wär Schicht gewesen.) Mir war nicht ganz wohl bei der Sache die drei dort zurückzulassen, aber die Spanier waren abgesehen von ihrer Oberflächlichkeit und der Tatsache, dass wir ihnen offensichtlich völlig egal waren äußerst brav gewesen und alle hätten ja auch nicht ins Taxi gepasst.

Man fuhr Karina und mich also nach einer Weile zum Taxi-Treffpunkt und wartete mit uns… und wartete… und wartete. Es kam kein Taxi. Man rief an und erklärte nochmals den Weg. “Der hat sich verfahren. Kommt jetzt zurück und ist in 20 Minuten hier.” Oh Gott; und auch noch spanische Minuten. Unsere Begleiter wollten da nicht warten, sondern noch eben wieder zurück zur Party. Wir natürlich mit. Nach unglaublicherweise kaum mehr als 20 Minuten standen wir erneut da unten… Kein Taxi kam. Ein weiterer Anruf, dann der Plan das Taxi in der “Stadt” abzufangen. Wir fuhren also noch ein Stück bis es sogar ein paar Häuser gab und dort stand dann das Taxi. Auch dieses brauchte etwa ne halbe Stunde bis Valencia (wer hätte es gedacht) und nahm uns dafür 43 EUR ab. Nun gut, wir hatten uns das frühe zu-hause-sein teuer erkauft, aber wie sich später rausstellte, hatten auch die anderen kein Geld gespart.

Als ich wieder in Valencia war, rief ich direkt mal Isabel an (nicht, weil ich gemein bin, sondern weil sie mit zum Flohmarkt wollte und das so abgesprochen war). Es war ja schließlich auch schon nach sieben Uhr. Als wir dann gegen acht auf dem Flohmarkt waren, war dort schon (!) tote Hose. Also ewig durch die Stadt gelaufen für nix. :( Hab Isabel dann noch von unserem schönen Abend erzählt und bin dann wieder nach hause gegangen, wo ich Sandra anrief, wie’s denn so liefe. Da hatte sich die Erkenntnis dann bereits durchgesetzt: “Die sind doof.” Scheinbar waren die Herren am essen (und nur sie) und waren mittlerweile dazu übergegangen ihre Gäste völlig links liegen zu lassen, bis man kurze Zeit später meinte, diese müssten jetzt mal bald mit nem Taxi verschwinden, weil ja die Eltern wiederkämen und auf keinen Fall Frauen im Haus vorfinden dürften. Auf einmal war der Plan wieder nach Valencia zu fahren gestorben. Ich habe den Teil nur erzählt bekommen, aber ich kann mir vorstellen, dass spätestens hier böse Worte gefallen sind. (Die Spanier konnten ja auch etwas englisch.)
Lustigerweise wurde mit den drei verbleibenden Mädels dann noch die gleiche Taxi-Aktion (sogar mit exakt dem gleichen Taxi-Fahrer) durchgezogen. Man kam wohl nicht auf die Idee, dass dieser vielleicht immer noch nicht wisse, wo man zu finden ist. Ich glaube, so gegen 11 oder was waren die anderen dann auch wieder in Valencia für etwas weniger Geld (weil durch drei geteilt).

Den Sonntag haben wir alle mehr oder weniger verschlafen. Abends rief mich Beatrice an, weil Karina ein Problem mit ihrem Rechner hatte. :) Dadurch konnte ich mir dann von Heta-Mari und Beatrice brühwarm die Story vom Vortrag erzählen lassen. Mir wurde versichert, dass das Treffen in Gandia völlig anders ablief, wobei der einzige Unterschied, den ich bisher ausmachen konnte, der ist, dass man in Gandia versuchte einander abzufüllen, wofür die in Valencia jetzt vielleicht zu müde waren. Wer weiß? So oder so war man sich wohl einig mit diesen Typen nichts mehr zu unternehmen.

Weil es grad im Fernsehen lief, sahen wir an dem Abend dann noch “Con Air” (oder auch “Criminales en el aire” oder so *würg*) auf spanisch. Wir haben kaum was verstanden, aber die Handlung kennt man ja. Mir ist wieder krass aufgefallen, wie konsequent die Spanier übersetzen. In der Szene, in der der Psychopath mit dem kleinen Mädchen Tee trinkt und singt… “El tiene todo del mundo en sus manos…”. bsss. Witzig war die Szene im Knast, wo der Typ anfängt Spanisch zu lernen. Bekommt ein Buch “Spanish for Beginners” reingereicht und spricht dann sogar was von ner Kassette nach. :)

Tja. Das war mein Wochenende. Ich will nicht wissen, wie teuer es insgesamt war, aber es war zumindest nicht langweilig. Der Start in die Woche war etwas mühseelig nach so ungeordnetem Schlaf, aber das läuft einigermaßen zur Zeit. Ich seh mir diverse Vorlesungen an (die auf englsch versteh ich sogar) und schau dann mal, was ich nehme. Nur keine Hektik aufkommen lassen… so zumindest der Plan. Ich den nächsten Tagen lass ich mich dann mal etwas über die Vorlesungen aus. (Nicht-Informatiker dürfen das dann auch gerne überlesen.)

Das Fahrradspiel - ein Geben und Nehmen

Friday, September 22nd, 2006

Ich erwähnte bestimmt mal, dass man in dieser Stadt recht gut auf sein Fahrrad achtgeben muss. Jonas hat dies jetzt aus erster Hand erfahren. Er war vor kurzem beim Basketball-Training (kann in dem Bereich scheinbar einiges, der Mann) und hat sich dort über jemanden ein Fahrrad organisiert. Ich hab es nie gesehen, aber er meinte, es wäre ein Schnäppchen gewesen. Nur der Sattel war ihm etwas niedrig, darum hat er den kurzerhand bei einem anderen Fahrrad irgendwo in der Stadt eingetauscht, das wie seines auch einen Sattel mit Schnellspanner besaß (selbst schuld). Danach hatte er dann exakt eine tolle Fahrt mit dem Ding. Denn als er vorhin wieder zum Baskelball-Training wollte, war das Teil futsch. Er hatte es vor dem Haus stehen. Natürlich abgeschlossen, aber scheinbar war das Schloss nicht groß genug. Den Sattel hat er nun aber noch, denn den hat er mit in die Wohnung genommen.

Also wird er wohl doch dabei sein, wenn ich mich am nächsten Sonntag Morgen in der Stierkampf-Arena sehen lasse um auf dem dortigen Flohmarkt nach einem Fahrrad zu suchen. Vielleicht findet Jonas dort ja sein Fahrrad wieder. :)

Dann werden wir uns wohl einen Schlüssel für den Innenhof geben lassen, denn da könnte ein Fahrrad einigermaßen sicher sein. Und da ist so viel Platz, dass sich wohl niemand daran stören wird. Mit in die Wohnung nehmen ist nicht wirklich drin. Arg viel Platz wär dafür nicht und fünf Etagen sind auch ein gutes Gegenargument.

Finally!

Wednesday, September 20th, 2006

Heute war ich natürlich wieder in der Uni. Zunächst genoss ich eine Vorstellungsrunde aller Institutionen der Uni, die vermutlich sehr interessant war, allerdings mit über 2,5 Stunden am Stück, so viel geballten Informationen und dann auch noch auf Spanisch sehr anstrengend war. Außerdem war es mal wieder ein Treffen der “Who is Who” aller PowerPoint-Sünden, die man sich so vorstellen kann. Es gab Schreibmaschinen-Soundeffekte, reinfliegende Texte und - ganz wichtig - blinkendes. Man stelle sich vor, da steht sowas wie: “Wenn ihr aus keinem dieser Länder kommt, kümmert euch um ein Visum.” und weil die Liste der Länder natürlich wichtig ist, blinkt sie die ganze Zeit, so dass man sie echt toll lesen kann. Wann immer ein Department zeigen wollte, wo es sich befindet, kam ein Stern oder etwas ähnliches ins Bild geflogen, setzte sich auf einer Karte nieder und unterstrich durch Blinken seine Wichtigkeit.

Aber was soll’s. Viel wichtiger: I’m in! Als ich nach Info-Treffen und Lunch wieder mal beim International Office vorstellig wurde, erwartete mich die freudige Nachricht, dass das Fax angekommen sei. Die Dame meinte zwar, sie wüsste nicht, ob das, was auf dem Zettel steht, ausreicht und sie hätte auch noch nicht nachgefragt, aber sie hätte mich einfach mal registriert. (Das hätte sie dann auch schon am Montag tun können, aber gut.) Ich nahm also freudestrahlend meine Zugangsdaten und ähnliches in Empfang mit der Gewissheit nun endlich über einen verlässlichen Internet-Zugang zu verfügen… Pustekuchen. Meine Zugangsdaten scheinen noch nicht ganz reif zu sein, also ging da noch gar nix. Coolerweise traf ich jedoch durch Zufall Jonas auf dem Campus, der mir mitteilte, dass wir nun in unserer Wohnung Internet hätten. Na also. Nun sitze ich in meinem Zimmer und schreibe diese Zeilen. Endlich mal ein vernünftiges Tor zur Welt. :)

Nun konnte ich also auch mit meinem Mentor sprechen, mit dem ich mich wohl am Freitag auch nochmal treffen werde. Bis dahin hab ich hoffentlich ein bisschen Ahnung von den angebotenen Vorlesungen und kann mit ihm darüber sprechen. Nächste Woche werd ich mich dann in diverse Vorlesungen reinsetzen und reinhören. Hoffentlich hab ich dann Anfang Oktober eine ungefähre Vorstellung von meinem Stundenplan, so dass ich mich nach Sportkursen umsehen kann.

Außerdem muss ich die nahe Zukunft nutzen um mir einen Sprachkurs zu suchen. Mein Spanisch verhilft mir zur Zeit nicht gerade zu viel Sprachsicherheit. Des weiteren steht noch etwas Papierkram-Austausch mit Aachen an um an mein Erasmus-geld zu gelangen. Und dann stehen noch einige andere Dinge auf der Liste, die ich erledigen oder besorgen muss, aber ich mach mir keinen Stress damit. Nichts von dem eilt wirklich. Hoffentlich komm ich heute auch noch dazu einige Bilder aus der letzten Zeit hochzuladen. Also schaut ab und an mal in die Galerie. Und lest alle neuen Einträge. Es sind wieder mehrere geworden. Mit dem feinen Internet hier werd ich das hoffentlich in Zukunft abstellen können.

Two of those days…

Tuesday, September 19th, 2006

Grrr! Das umschreibt es wohl am besten. Ich bin so angepisst.
Ich habe vermutlich erwähnt, dass ich am 1.9. (ein Freitag) bereits in der Uni war um mich zu registrieren. Mir wurde damals gesagt, dass das am Montag oder so geregelt sein sollte und ich dann per Mail Bescheid bekommen würde. Die zwei Wochen in Gandia hörte ich nichts. Auf eine Nachfrage von mir wurde mir geantwortet, dass meine Registrierung erst stattfinden könne, wenn alle Spanier das hinter sich haben. OK, whatever. Als ich nun am letzten Montag mal in der Uni vorbeischaute und nachfragte, wie es denn nun mit meiner Registrierung so laufe, wurde mir dann erzählt, dass der Wisch von meiner Krankenversicherung nicht der richtige wäre. Diese hatte nämlich nur geschrieben, dass ich seit dem Tag X bei ihnen versichert bin. Die Spanier wüssten aber halt gerne, BIS wann ich versichert bin. Nicht dass man mir vor zwei Wochen mal etwas davon hätte sagen können, so dass ich dann bis jetzt Ersatz organisiert hätte. Nein, dafür muss man nachfragen.

Ich also für teuer Geld direkt mit dem Handy meinen Vater kontaktiert dass er denen von der Versicherung Dampf macht damit die am besten bis zum Vortag was nach Spanien faxen, was (auf englisch) sagt, bis wann ich versichert sein werde. Natürlich ist das viel einfacher gesagt als getan. Denn die Versicherung möchte keinen Wisch mit Enddatum ausstellen, weil ein solches nicht existiert. Wenn mein Vater die Versicherung morgen kündigt, ist der Versicherungsschutz hin. Das Beste, was ich kriegen konnte, war also ein Brief, der sagt, dass der Versicherungsschutz ohne zeitliche Begrenzung gilt. Mit der Hoffnung, dass denen das reicht und der Zusage, dass das bis “heute oder morgen” da sein wird (wie lange mag es dauern einen Brief mit zwei Zeilen Text an eine gegebene Nummer zu faxen?) zog ich von dannen um mit den anderen das andere Einkaufszentrum zu besichtigen (s.u.).

Am nächsten Tag ging ich mit gar nicht so viel Hoffnung erneut zum International Office (direkt zu Beginn der Öffnungszeiten) um zu fragen, ob denn ein gewisses Fax eingetroffen sei. Nix da. Und ohne Fax keine Einschreibung. Immerhin konnte ich so das bis dato schrecklich hässliche Foto, das ich für den Studentenausweis eingereicht hatte, durch ein bessers ersetzen. Ich hätte aber gerne für eine schnelle Einschreibung darauf verzichtet. Ich ging um zwei Uhr (kurz vor Ende der Öffnungszeiten) nochmals hin um zu checken. Immer noch nix. In diesem Moment war ich dann nicht nur von dem Büro in Valencia sondern ebenfalls von der Versicherung enttäuscht.

Ich ging dann erstmal in Ruhe was essen und dann auf die Suche nach einem Hotspot um meinen Vater zu informieren, dass er sich nochmals bei der Versicherung melden möge. Mittlerweile ist er dort bestimmt nicht mehr sehr freundlich aufgetreten. :) Ich bin ewig durch die Gegend gelaufen und habe keinen Zugang zum Internet gefunden. Man muss sich schon etwas vom Campus wegbewegen um normale Häuser zu finden. Letztendlich bin ich dann noch ein ganzes Stück gelaufen bis zu einer Haltestelle einer Buslinie, die bei mir in der Nähe hält. Normalerweise hält die auch direkt vor der Uni, aber zur Zeit wird da grad an der Straße gearbeitet. Das Nichtwissen dessen bescherte mir am Tag zuvor bereits einen längeren Fußmarsch zur Uni. (Ich will ein Fahrrad!) Als ich auch in dem Park in der Nähe meiner Wohnung, wo ich schonmal erfolgreich gesurft hatte, eine miese Verbindung hatte, nahm ich einfach wieder das Handy zur Hand. Mein Vater rief dann nach kurzer Zeit wieder an und meinte, eine Dame bei der Versicherung hätte während seines Anrufs sowohl ein Fax als auch eine eMail nach Spanien geschickt. (Mittlerweile hatte ich mir außerdem eine Mail-Adresse geben lassen für den Fall, dass das mit dem Fax nicht läuft.)

Nun werde ich also morgen erneut zur Uni gehen (abgesehen davon, dass morgen früh ein Info-Treffen der Uni stattfindet) und mich erneut nach dem Stand der Dinge erkundigen. Insgesamt bin ich aber keineswegs allein. Abgesehen davon, dass mir jeden Tag vor dem IO viele Leute begegnen, die sich vorher noch gar nicht um die Immatrikulation gekümmert haben, haben viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, Probleme damit. Ich glaub, unter den Leuten, mit denen ich so zu tun hab, sind erst drei wirklich registriert.

Blöd daran nicht immatrikuliert zu sein ist, dass man unitechnisch rein gar nichts machen kann. Die Sportkurse, für die man sich seit Montag morgen anmelden konnte, sind größtenteils bereits voll (waren sie Montag mittag schon). Zum Glück läuft die Anmeldung für die Kurse, die ich hauptsächlich besuchen möchte, erst im Oktober an. Bis dahin hab ich vielleicht auch etwas Klarheit über meinen Stundenplan. Den zusammenzustellen wird auch noch ein Spaß (abgesehen davon dass das natürlich auch nur immatrikuliert funktioniert), denn mein Mentor ist mal wieder nicht zugegen. Er meinte, wir könnten uns über Skype darüber unterhalten. Tolle Idee, aber ohne Internet-Zugang gestaltet sich auch das schwierig.

Tipp für illegale Einwanderer

Tuesday, September 19th, 2006

Während des Marsches von Jonas und mir durch die Stadt am Sonntag Abend gingen wir auf dem Weg nach hause an dem Hostal vorbei, wo wir in der Woche vor dem Sprachkurs wohnten (auch das ist hier in der Nähe). Jonas hatte in seinem Zimmer nämlich auch den Schwarzen kennengelernt, den ich in meinem Tomatina-Artikel erwähnt hatte und mit ihm eMail-Adressen ausgetauscht. Nun hatte ihn dieser kontaktiert, weil er meinte sein holländisches Visum in der Herberge liegen gelassen zu haben und Jonas doch mal dort danach fragen sollte sobald er wieder in Valencia ist um es ihm dann zu schicken. Wir dachten uns: “Klar, als wenn die uns das einfach so in die Hand drücken.”, aber warum nicht einfach mal probieren. Wir gingen also rein und Jonas erklärte die Situation so gut es seine Sprachkenntnisse zuließen. Der nette Herr hinter der Theke meinte dann sowas wie “da schaumermal” und holte aus einer Schublade einen großen Stapel verschiedenster Kärtchen hervor, die alle irgendwelche Ausweise darzustellen schienen. Ein kurzer Blick ließ uns ein Foto von Jonas’ neuem Freund identifizieren. Zwar war das Teil kein Visum sondern ein Personalausweis, aber wer will schon wählerisch sein? Der Mensch im Hostal meinte dann erst noch, der Typ hätte seinen Schlüssel nicht abgegeben und wollte die Karte dabehalten. Als dann aber fix geklärt war, dass er jemand anderen meint, durften wir das Teil haben. Ich schätze, wenn wir noch ein paar “Freunde” von uns hervorgebracht hätten, hätten wir uns die Taschen mit irgendwelchen Ausweisen füllen können. Den Hostal-Typen schien überhaupt nicht zu interessieren, wer wir waren. Ich dachte, er würde uns vielleicht wiedererkennen, aber das war wohl nicht der Fall.

Sollte also mal jemand in Spanien eine Identität brauchen, kann er ruhig mal dort vorbeischauen und nach dem Ausweis eines Kumpels fragen, der einem zufällig ähnlich sieht oder sowas. Und als Tipp für alle anderen: Lasst niemals etwas in einer Jugendherberge liegen! :)

Endlich wieder Valencia!

Tuesday, September 19th, 2006

Der Sonntag in Valencia war toll. Ich hatte einst den leichten Plan mich am Morgen in der Stierkampf-Arena nach einem Fahrrad umzusehen. Da ist jede Woche Flohmarkt. Da ich mich spontan aber dann doch für ausschlafen entschieden hatte, war der Morgen nahezu rum als ich aus dem Bett kroch. Also traf ich mich schlicht mit Isabel in der Stadt und erkundete diese ein wenig. Wir kamen durch Zufall (hatten nicht wirklich ein Ziel) auf einen Markt, auf dem man hauptsächlich Haustierbedarf und zugehörige Haustiere bekam. (Deutsche Tierschützer hätten dort diverse Schlaganfälle erlitten.) Wir waren außerdem am Hafen, was ja bei mir um die Ecke ist. BTW: Ganz Valencia lebt scheinbar nur noch für den America’s Cup. An jeder Ecke trifft man den. Auf Stadtplänen steht nicht “Port”, sondern “Port America’s Cup” im Hafenbecken, Straßenschilder wurden ergänzt, ja sogar die Gullideckel in der Gegend des Hafens tragen das entsprechende Logo. Und natürlich ist der ganze Hafen voll damit. Wir sahen uns ein bisschen um. Wirklich interessant. Wir wollten uns mal umhören, ob man da vielleicht noch als Freiwilliger Helfer mitmachen kann. Zu der Zeit (Juli nächstes Jahr) sind wir ja vermutlich noch hier und das wäre sicherlich sehr interessant.

Um halb fünf etwa kam Jonas nach hause, also war ich zu dieser Zeit auch wieder dort um ihn reinzulassen, denn seine Freundin hatte mir ihren Schlüssel gegeben. Nachdem wir dann beschlossen hatten wer welches Zimmer bekommt und beide ausgepackt hatten, hatte er die Idee gemeinsam was zu abend zu essen. Da unsere Spanierin - wie schon am Abend davor - aufe Rolle wollte, blieben nur wir beide und wir stellten sehr schnell fest, dass wir sowohl kaum Essbares im Haus als auch Sonntag hatten. Also wollten wir auswärtig essen gehen. Jonas meinte (woher auch immer er das wusste), dass es ein Stück die Straße runter ein großes Einkaufszentrum gibt. Wir gingen hin und das Teil ist wirklich beeindruckend. Zwei Etagen Mode, zwei Etagen Essen, zwei Etagen anderes. Auch ein großer Supermarkt ist vertreten. Grad mal fünf Minuten zu Fuß von meiner Haustür. Sehr krass aufgebaut, das Gebäude, und man hat eine feine Aussicht auf die “Cuidad de las Artes y las Ciecias” - Stadt der Künste und der Wissenschaften (die ich im Folgenden nur noch mit CAC abkürzen werde, weil der Name so arg lang ist). Direkt gegenüber ist außerdem ein mindestens zehnstöckiger “El Corte Ingles”. Quasi DAS Kaufhaut in Spanien. Wenn man etwas sucht und nirgendwo bekommt… da krieg man es. In Valencia Innenstadt stehen schon drei davon und außerhalb nochmal einige weitere (zwei bei mir in der Nähe). Und die haben alle so 5-10 Etagen. Diese Läden gelten als relativ teuer, aber man bekommt halt wirklich so ziemlich alles, was es für Geld zu kaufen gibt.

Nachdem Jonas und ich also im “El Aqua” (so hieß das große Einkaufszentrum; schlicht “das Wasser”; das gab’s da auch reichlich in diversen Springbrunnen) was gegessen und erneut die Aussicht (diesmal im Dunkeln) genossen hatten, machten wir noch ein paar Schritte um die weitere Umgebung zu erkunden. Wir gingen ein bisschen in Richtung CAC und dort das Turia-Flussbett entlang. Der/Die Turia ist ein Fluss, der mal durch Valencia floss (oder vermutlich eher: an dem Valencia entstanden ist). Man könnte meinen, er sei schlicht ausgetrocknet. Das wäre in Spanien irgendwie nicht verwunderlich. Aber nein, man hat ihn künstlich um die Stadt herumgeleitet, weil er einst über die Ufer trat und halb Valencia unter Wasser stand. Das ehemalige Flussbett ist nun auf jeden Fall ein Park, der sich durch die ganze Stadt zieht. Sobald ich ein Fahrrad habe, werde ich ihn in seiner vollen Größe erkunden. Wir sahen an diesem Abend “nur” den Abschnitt entlang der CAC (die ist nicht so klein), aber schon das war beeindruckend. Zusammen mit den Impressionen, die in meiner ersten Woche Valencia auf mich einwirkten, sammelte die Stadt an diesem Abend massig Pluspunkte. An dem Tag, an dem ich nach Valencia zurückkehrte, fühlte ich mich nicht so arg wohl dort, aber an dem Abend und dem Tag danach (s.u.) merkte ich erneut, was für eine coole Stadt das ist, in die es mich da verschlagen hat. Sie hat so viel zu bieten, man kann so viel sehen, so viel erleben. Ich bin froh, dass ich ein Jahr für all das Zeit habe, sonst würde ich mich gestesst fühlen. :) Speziell das Turia-Dings und die CAC muss man gesehen haben. Ich bin nicht ganz sicher, was in der CAC alles los ist. Es sind mehrere, sehr futuristisch anmutende Gebäude, die verschiedenes enthalten. Aber allein schon daran vorbeizulaufen ist ein Erlebnis. In ein paar Monaten vielleicht noch mehr, denn man ist noch an verschiedenen Stellen am bauen. Jonas meinte zu einem Gebäude, es sei erst vor wenigen Monaten fertiggestellt worden. Also echt noch was richtig Neues. Ich denke, jeder, der mich besucht, wird das zu sehen kriegen. Auch weil dieses Teil, was man auf jeder zweiten Postkarte aus Valencia sieht, halt direkt vor meiner Haustür liegt. :)

Am nächsten Tag (Montag) traf ich nach und nach meine Clique aus Gandia auf dem Campus wieder. Wir aßen etwas zusammen und beschlossen dann mal gemeinsam zu einem großen Einkaufszentrum in meiner Nähe zu gehen. Ja, ich dachte in diesem Moment an das “Aqua”, aber die Rede war von einem anderen. “El Saler” (kein Schimmer, ob das was heißt) liegt am gegenüberliegenden Ufer des Turia und ist vermutlich größer als das Aqua. Es hat nur drei Etagen, hat aber weit mehr Fläche. Außerdem besteht es aus wenigen großen Geschäften und nicht wie das Aqua aus vielen kleinen. Wir verbrachten den ganzen restlichen Tag im Saler und kaufen etwas Kleinkram für die Wohnung. Auch dieses Event trug dazu bei, dass ich Valencia in einem noch besseren Licht betrachte als zuvor. Der Heimweg dagegen war nicht so der Bringer. Isabel und Beatrice nahmen den Bus, der vor der Tür vom Saler abfuhr, Sandra wollte ein Stückchen zu einer anderen Haltestelle laufen. Heta-Mari und ich beschlossen zu laufen, weil wir nicht weit weg wohnten… theoretisch. :) Wir hatten den Stadtplan konsultiert und eine schöne kurze Route ausgemacht. Das Problem war, dass eine fette Straße, die wir nehmen wollten, gesperrt war, was wir nicht recht registrierten und deshalb schlicht die nächste nahmen. Als wir merkten, dass wir falsch waren, war schon gut Zeit vergangen und da wir uns da bereits ziemlich genau im Nirgendwo befanden, gab es nur den gleichen Weg zurück. Wir kalkulierten unsere Route aufgrund der näheren Informationen neu und liefen trotzdem noch ein paar Wege zuviel, weil wir den Turia-Park vor der CAC durchqueren mussten, der sich zu dieser Zeit erstaunlich stark wie ein Irrgarten anfühlte. Letztendlich waren wir vermutlich über eine Stunde unterwegs (wären wir doch einfach den Weg zurückgegangen, den wir gekommen waren) bei gerade mal 34°C oder so. Und ich hatte schon als wir losliefen keinen Bock mehr zu laufen (dafür Hunger und Durst).

Trotz all der Anstrengung und der Kilometer, die ich in den letzten Tagen mal wieder gelaufen bin - nicht wenige davon über den Campus (s.o.) - waren die letzten Tage echt nicht verkehrt. Ich freue mich darauf die Stadt noch weiter erkunden zu können (mit Fahrrad und/oder anständigem Bus-Ticket… für das ich meinen Studentenausweis brauche).

Home Sweet Home

Tuesday, September 19th, 2006

Am Samstag fuhr ich also mit Isabel nach Valencia. Am Hauptbahnhof trennten sich dann unsere Wege und ich fuhr mit dem Bus (freundlicherweise existiert dorthin eine gute Verbindung) zu meiner Wohnung. Als ich dort ankam, war niemand da. Jonas hatte mir erzählt, dass eine Freundin von ihm dort wohnen würde bis sie eine Wohnung gefunden hat, aber es war nicht direkt klar in welchem Zimmer sie wohnte. Ich entschied mich schließlich dafür, dass es das mit dem ausgerollten Schlafsack sein müsse und das andere nur als Lager für das immense Gepäck dient. Ich konnte aber noch nicht auspacken und einziehen, weil Jonas und ich uns zunächst noch einigen mussten, wer letztendlich in welchem Zimmer wohnen wird. Die beiden Zimmer sind nämlich doch etwas unterschiedlich.

Der erste Abend war also etwas blöd dort. Als ich ankam, ging ich erstmal ein wenig in der Gegend umher um was zu essen und einen Supermarkt zu finden. Ich fand ein winziges Lokal, in dem ich einen Hamburger genoss und mir dabei auf einem riesigen Plasma-Bildschirm einen Teil eines Films über die Nibelungen-Sage ansah. Schon etwas weird, der Laden, aber der Hamburger war gut. :) Später fand ich dann auch einen Supermarkt weit weit weg. Ich war wohl in der falschen Richtung unterwegs. Mittlerweile bin ich schlauer. Nach einer Weile kam Karen (die eine Freundin von Jonas) und holte ihren Kram ab, weil sie was zum wohnen gefunden hatte.

Nach meinem Einkauf/Spaziergang machte ich es mir mit einer Folge Gilmore Girls so gemütlich wie es eben ging und ging auch recht früh schlafen. Witzig war, dass, als ich einmal aus dem Bad kam, plötzlich der Kater unserer Mitbewohnerin in der Tür stand. Der hatte sich bis dahin wohl verkrochen. Mit dem hab ich dann ein wenig gespielt (er geht voll auf den kleinen Teppich im Wohnzimmer ab), davon ein Video gedreht und ihn die Hälfte seines Fells auf meine Klamotten verteilen lassen.

Am Tag danach (Sonntag) kam Jonas dann auch aus Gandia an und wir entschieden fix, dass ich das bessere Zimmer bekomme, wenn ich dafür 20 Euro mehr Miete zahle. Das geht in Ordnung, weil das doch irgendwie deutlich schöner ist meiner Ansicht nach. Dann konnte ich auch endlich mein Zeug auspacken und einräumen und mich etwas einrichten. Nun fühle ich mich schon wohl in meinem Zimmer. Fotos werden folgen.