Die beste Art spanisch zu lernen
Diesmal warte ich nicht bis das Wochenende vorbei ist um alles in einen riesen Artikel zu packen. Jetzt habe ich etwas Zeit und kann schonmal von gestern berichten.
Mein Tag begann eigentlich mies. Am Vorabend hatten wir (Isabel, Beatrice, Heta-Mari, Sandra und ich) unser als wöchentlich geplantes gemeinsames Kochen durchgezogen. Es gab Reis mit Curry-Huhn. Sehr lecker. Eigentlich war die Aktion auch recht bald vorbei. So gegen elf oder was gingen wir nach hause. Da wir bei Sandra gekocht hatten und Sandra in einer Gegend wohnt, die sich nicht so gut dazu eignet abends alleine nach hause zu laufen, hab ich Beatrice und Heta-Mari (die wohnen ja zusammen) nach hause gebracht. (Isabel nahm die Metro und brauchte auch nur wenige Stationen.) Von den beiden aus ist es auch nicht so weit bis zu mir. Eigentlich wollte ich dann nur eben bei ihnen aufs Klo, aber da sie noch keinen Bock hatten ins Bett zu gehen, haben wir dann noch bis zwei oder so in Heta-Maris Zimmer gequatscht. (Sie bewohnt das Doppelzimmer, weil in ein paar Tagen ihr Freund dazuzieht.)
Ich bekam also recht wenig Schlaf, denn ich hatte um 9:30 Uhr eine Vorlesung. Ich quälte mich mit dem Gedanken aus dem Bett, dass das ja meine einzige spanische ist und ich da wohl besser mal hingehen sollte. In der Uni angekommen wurde ich dann von der Tatsache begrüßt, dass die Vorlesung gar nicht stattfand. Nur zwei Leute außer mir hatten das beim letzten Mal nicht mitbekommen (oder sich als einzige nach der letzten Partynacht aus dem Bett erheben können). Kombiniert mit der miesen Busverbindung von mir zur Uni war das also kein so toller Start. Ich bin dann mit dem anderen Erasmus, der noch im Hörsaal saß (ein Schwede), in die Stadt gefahren und hab ihm gezeigt, wo es den “Carnet Joven” gibt (einen Ermäßigungsausweis für Jugendliche) und wie man damit ein günstiges Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr bekommt. Mit der Prozedur, die nicht wirklich als trivial durchgeht, hatte ich nämlich meinen halben Donnerstag verbracht, und das wollte ich ihm ersparen.
Nun aber zum Abend: (dazwischen ist nix Aufregendes passiert.) Silvia und Ralf (Ex-Mitbewohner von Beatrice) hatten scheinbar in der Zeit, die sie bisher hier sind, einen Sprachkurs in der Schule “españolé” absolviert, für dessen nette Ausrichtung sie sich bei den Lehrerinnen der Schule nun mit einem Abendessen bedanken wollten. Wir (Beatrice, Heta-Mari und ich) trafen uns also vor der Schule mit den Lehrerinnen und mit Silvia und Ralf und gingen nach “El Carmen”. So heißt das Altstadt-Viertel von Valencia, das, wie wir erfuhren (Die Lehrerinnen gaben eine kleine Tour.), das größte Europas darstellt. Da wir ortskundige Menschen bei uns hatten, gingen wir in Gegenden, die wir selbst wohl nie aufgesucht hätten (sahen schrecklich aus), in denen es aber scheinbar sehr gute Bars etc. gibt. Wir landeten dann in einer Bocata (ein Bocadillo-Laden; Bocadillos bezeichnen Baguettes mit den verschiedensten Belägen. Quasi “Subway” mit Stil. Bocadillos gibt es in verschiedenen Größen. So stellen sie entweder eine komplette Mahlzeit oder einen Snack, den Spanier so am (vor)mittag einnehmen, dar. Wir aßen und tranken reichlich (ein Getränk, dessen Namen ich vergessen habe und das aus Wein und einer Art Sprite bestand; kalt sehr lecker und erfrischend) und unterhielten uns (natürlich hauptsächlich auf spanisch).
Nach einiger Zeit (Abendessen in Spanien dauert ja) und einigem Protest der Spanierinnen über die Idee, dass sie eingeladen werden sollten, zogen wir dann weiter. Eine von ihnen verließ uns, weil sie am nächsten Tag früh raus musste, dafür stießen zwei Spanier zu uns (der Freund einer der Lehrerinnen (ein bereits arbeitender Informatiker) und noch jemand, der vor ner Weile mal in Deutschland studiert hatte). Wir gingen dann in einen Disco-Bar-Hybriden, in dem die Spanier im Gegenzug darauf bestanden uns einzuladen. Wir waren aber nur kurz dort (einen Drink lang), weil wir alle recht müde waren und nach hause wollten. Mit dem Taxi war das dann auch fix erledigt.
Insgesamt war das ein sehr cooler Abend. Die Lehrerinnen waren allesamt tierisch nett und natürlich ist das die beste Methode spanisch zu lernen. Leute, die die Spache beherrschen, etwas Ahnung vom Beibringen haben, auch ein wenig englisch oder deutsch können und die Ruhe und Lust haben dir zu helfen… und langsam und deutlich zu sprechen
Ich könnte jetzt nicht konkret was benennen, was ich jetzt kann und vorher nicht, aber wir machen das bestimmt noch öfter (Es wurden Nummern ausgetauscht.) und das hilft dann generell. Ich glaub, ich hab in der ganzen letzten woche zuvor nicht so viel spanisch gesprochen wie gestern Abend. Das allein hilft ja tierisch. Spanisch sprechen und hören. Gerade weil wir uns im Moment nach nem Sprachkurs umsehen, war das natürlich auch gute Werbung für die Schule.
Denn der Kurs von der Uni wird wohl nicht so arg effektiv werden. Die Gruppen sind mit 40-50 Leuten doch ein wenig groß. Wenn unsere Stundenpläne feststehen (nächste Woche) werden wir uns mal zusammensetzen und uns was suchen.
In meiner Galerie sind auch Bilder von dem Abend zu sehen.
Außerdem bin ich gerade dabei meine Videos verfügbar zu machen. Das von diesem Abend ist hier zu sehen.