Zweite Woche Gandia
Tuesday, September 19th, 2006So. Ich hab mal wieder etwas Zeit, also lass ich die Welt auch mal wieder was von mir wissen. Es ist ne Weile her seit dem letzten Eintrag und es werden wieder mehrere Einträge auf einmal sein, die ich reinsetze. Sorry, aber so arg verlässliches Internet oder gar Zeit zum Schreiben hab ich nicht. Zunächst kurz noch was zur zweiten Woche Gandia:
In der zweiten Woche war kein Surf-Kurs mehr und ich hab auch darauf verzichtet andere Sport-Kurse zu besuchen. Ich habe diese Woche zur Erholung genutzt. Sie bestand hauptsächlich aus ein paar Internet-Sessions und ein paar gemütlichen Balkon-Sittings in verschiedenen Appartments. Eines war dabei besonders cool. Sandra wollte einst Klopapier kaufen und hatte ihr Geld vergessen. So lernte sie eine Gruppe Leute kennen, von denen sie sich Geld lieh. Diese lud sie kurzerhand an dem Abend ins Appartment ein und Sandra wiederum lud mich und Isabel mit ein. Die WG war sehr cool. Die Bewohner waren alles Deutsche oder Österreicher, prinzipiell also alle der deutschen Sprache mächtig, aber alle kamen aus den verschiedenensten Gebieten. So hatte jeder einen etwas anderen Dialekt und alle zogen sich gegenseitig damit auf. Sehr witziger Abend.
Etwas Sport hab ich in dieser Woche dann doch auch betrieben. Es gab ein Beachvolleyball-Turnier, bei dem Sandra und ich zwar teilnehmen wollten allerdings die Anmeldung verpeilt hatten. Also gingen wir einfach zum Strand als das stattfand und fragten, welches Team noch Leute gebrauchen könnte. Wirklich nötig hatte kaum ein Team noch jemanden, aber ein Team war gerne bereit sich zu überfüllen um uns mitspielen zu lassen. So hatten wir dann unseren Spaß im Team “Gigandia”, dessen Name ein Wortspiel mit dem spanischen Wort für Gigant und dem Namen des Austragungsortes war und uns damit zum Lieblingsteam der Organisatoren werden lies.
Überaschenderweise machten wir dann auch mal eben den zweiten Platz bei dem Turnier und wurden auf der Erasmus-Party am Freitag abend mit einem nicht großen aber eben doch vorhandenen Pokal ausgezeichnet (siehe Fotos).
Die Erasmus-Party war im Allgemeinen echt gut. Jeder sollte was zu essen mitbringen aus seinem Land, was auch erstaunlich viele taten. Ich brachte Pfannkuchen (wie noch mindestens drei weitere Deutsche) und es war letztendlich wirklich viel tolles Essen vorhanden. Die Getränke in Form von zig Flaschen Cola, Fanta, Bier etc. und zwei großen Regentonnen Sangría und Aqua de Valencia wurden von der Uni gestellt. Es gab sogar eine Band, die sich richtig gut anhörte und Stimmung verbreitete. Vielleicht konnte ich etwas davon auf den Fotos einfangen.
Was unter anderem auch auf dieser Party (auch sonst überall) klar wurde: Es hatten sich sehr schnell schon Cliquen gebildet, die sich nicht mehr wirklich vermischten. Man kannte viele Leute vom Sehen, es gab einige, mit denen man schonmal Worte gewechselt hatte, das bei Gelegenheit vielleicht wieder tun würde und die man grüßte, wenn sie einem über den Weg liefen, aber im Großen und Ganzen gab man sich mit relativ wenigen Menschen näher ab. Mal sehen, wie das hier in Valencia weitergeht, wenn die Cliquen zumindest in der Uni auseinandergerissen werden.
Zum Schluss noch ein kleines “Auschecken in Spanien 101″: Isabel und ich wollten das gleichzeitig tun und dann zusammen mit dem Zug nach Valencia fahren. Wir machten also (mit unseren Mitbewohnern zusammen) die Appartments sauber, packten alles zusammen und gingen dann zum Büro um kundzutun, dass wir gerne gehen würden. Zunächst mal sagte man uns, wir dürften dort erst aufkreuzen, wenn wir auch wirklich quasi schon weg seien. Wir sollten unser Gepäck schon dort unten stehen haben und nicht mehr nach oben gehen müssen. Vielleicht ist man etwas paranoid, dass man im letzten Monent noch eine Stuhl zertrümmert oder einen der wertvollen Küchengegenstände mitgehen lässt. Wir holten also unser Gepäck und kamen wieder. Als nächstes musste ich ein weiteres Mal hoch laufen, weil mir, als ich eincheckte, die Verantwortung für die Fernbedienung für TV und Klimaanlage übertragen wurde (schlicht weil ich als erster in unserem Appartment ankam) und ich diese nun zurückgeben sollte. Nach diesem Lauf dann bekam der Hausmeister unsere Schlüssel und ging nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Das ging erstaunlich schnell und ich glaub, wir hatten uns zu viel Arbeit beim Saubermachen gemacht. Dann endlich bekamen wir unsere Kaution wieder aber auch nur weil wir den entsprechenden Wisch, den man uns beim Einchecken gab, direkt zur Hand hatten. Beim Rausgehen trafen wir jemanden, bei dem das nicht der Fall war und der wohl noch einmal mehr laufen durfte.
Alles in Allem war der Sprachkurs in Gandia ne nette Sache. Zum Spanisch lernen ist er wirklich nicht so arg geeignet. Man hätte für ähnliches Geld in Valencia nen Kurs mit kleineren Gruppen buchen können und vermutlich mehr gelernt. Allerdings war es ein netter Urlaub “zwischendurch” und man hat einige Leute etwas kennengelernt, so dass man jetzt über den Campus laufen kann und ab und an ein bekanntes Gesicht sehen kann. Ich bin allerdings auf jeden Fall sehr froh, dass der Kurs vorbei ist und ich nun endlich wieder in Valencia bin. Es war ein komisches Gefühl quasi nach Valencia “nach hause” zu fahren, obwohl es sich dort noch nicht wirklich wie zu hause anfühlt. Der erste Abend in der Wohnung war dann auch was komisch, aber dazu später mehr.