Archive for October, 2006

Weitere multimediale Ergüsse

Tuesday, October 31st, 2006

Es ist wieder soweit. Es gibt einen neuen Schwung Bilder und diesmal auch einige Videos zu sehen.

Die Bilder findet ihr wie immer in meiner Galerie. Die Videos hab ich bei Photobucket hochgeladen. (Danke für den Tipp, Dennis.) Es wird auch hierzu (bald) einen Link auf meiner Homepage geben.
Es gibt nun Material von dem Stierkampf, dem lokalen Feiertag hier und dem Wochenende der Horchata. Die Bilder von Barcelona müssen noch etwas warten, weil ich noch die von den anderen Teilnehmern einsammeln möchte.
Videos habe ich außerdem noch zu älteren Themen nachgereicht wie beispielsweise der Erasmus-Party in Gandia.

Poor Calvin

Monday, October 30th, 2006

Welch Erlebnis. Da ich das hier gestern schon jedem, der mir über den Weg lief, erzählt habe, ist es nun Zeit für den Rest der Welt. Dieses Wochenende war ein recht ruhiges. Am Freitag hatte ich gar nichts vor. Sehr ungewöhnlich, aber mal ganz angenehm. Gut, zum Ausgleich war ich auch schon am Mittwoch lange weg.

Am Freitag hatte ich nur morgens Uni. Danach fuhr ich in die Stadt zum MediaMarkt und ging quasi shoppen. Was Frauen mit Schuhen oder Klamotten machen, machte ich mit Elektronik-Spielzeug. Da ich ja meinen MP3-Player liegen gelassen hatte, besorgte ich mir einen neuen. Bei der Gelegenheit kaufte ich dann gleich noch ein anständiges Paar Kopfhörer für meinen Laptop, weil ich dafür nicht immer meinen Player plündern will. Außerdem habe ich nun Lautsprecher für meinen Laptop, damit ich auch mal anständig Musik hören kann in meinem Zimmer. Da mein neuer Player nun kein USB-Stick mehr ist, sondern etwas, wo man ein USB-Kabel reinstecken muss, nahm ich noch einen winzig, winzig kleinen USB-Stick mit (512MB auf etwa 2cm²). Und da es in Spanien ja fast nur Weißbrot zu kaufen gibt und ich nicht immer in einen Schwamm beißen will, packte ich außerdem noch einen Toaster ein. Natürlich den billigsten, den es gab. 8 Euro für ein Jahr ist wohl in Ordnung. Ich warf auch noch einen Blick in die Drucker-Abteilung, weil das ganze Drucken in der Uni doch recht lästig ist und es dort immer überfüllt ist. Den Drucker wollte ich mir aber erst nochmal durch den Kopf gehen lassen und hätte ihn eh kaum noch tragen können. Also nächste Woche nochmal hin. Den Rest des Tages verbrachte ich damit mein neues Spielzeug auszuprobieren und viele viele Fotos und Videos hochzuladen (bald zu sehen).
Am Samstag hatten mich Eva und Friederike zu sich eingeladen. Sie wollten eine Party veranstalten mit viel Essen und da einer ihrer Mitbewohner an dem Tag gerade Geburtstag hatte, passte das ganz gut. Saulustiger Abend, der sehr, sehr lange ging. Zunächst waren wir lange bei denen zu hause und aßen und tranken. Irgendwann wollten die dann in eine Bar oder so. (Ich weiß nicht, warum man das in Spanien immer macht. Location wechseln geht meistens schief.) Wir gingen in einen Laden, der mit “Cafe” überschrieben war. Drinnen sah es jedoch eher aus wie in einer schlechten Disco. Vielleicht war es nur tagsüber ein Cafe. Der Laden war auf jeden Fall (war ja klar) totaler Mist und wir wären vermutlich alle schreiend weggelaufen, wenn wir nicht so viel getrunken hätten. So haben wir es dort dann ein Weilchen ausgehalten, aber nicht sehr lange (die anderen länger als ich, aber auch nicht lang). Hätte ich noch ne Stunde oder so gewartet, hätte ich vielleicht wieder nen Bus nach hause nehmen können, aber so blieb nur der Fuß und später dann ein Taxi. (Die beiden wohnen ziemlich weit weg von mir.)

Nun zu der Geschichte, die Grund für die Überschrift dieses Posts ist:
Am Samstag war ich allein in der Wohnung. Susana war mal wieder in Madrid. Sind ja nur 400km oder so. Wahrscheinlich hat sie dort nen Lover oder sowas. Jonas wollte mal wieder in Gandia Party machen, war also für nen Tag dort. Somit waren nur Calvin und ich daheim. (Ich hab hoffentlich mal erwähnt, dass Susanas Kater so heißt.) Während ich im Wohnzimmer saß, hörte ich plötzlich einen kurzen Lärm, den ich nicht recht einordnen konnte. Irgendwie kam ich aber auf die Idee mir die Frage zu stellen, wo denn Calvin sei. Ich suchte die Wohnung bestimmt viermal ab, schaute in jeden Winkel. Nichts. Ich sah zweimal aus jedem Fenster, denn ich dachte mir, wenn er aus einem dieser gefallen/gesprungen ist, kann er eigentlich nicht weit gekommen sein. Schließlich wohnen wir im vierten Stock. Als ich ihn wirklich nirgendwo sah, dachte ich mir, ich könnte man von außen durch die Türe auf unseren Hof schauen (denn einen Schlüssel für diesen hab ich nicht). Ich ging also auf die Straße, ein paar Häuser weiter, bis ich auf den Hof unseres Blocks gucken konnte. Nichts zu sehen. Also wieder zurück. Ich dachte mir schon, dass er leicht durch die Türe des Hofs hätte schlüpfen können, aber ich konnte immer noch nicht glauben, dass er einen solchen Sturz überstehen würde. Als ich dann wieder unsere Straße entlang lief, hörte ich ein lautes und panisches Miauen. Ich guckte mich um und fand Calvin zwischen einem Stromkasten und einer Häuserwand. (Da waren vielleicht 15cm Platz.) Er sah ziemlich geschockt aus. Vermutlich war das Leben auf der Straße etwas krass für ihn. Er ließ sich auch sofort auf den Arm nehmen und wieder hoch in die Wohnung tragen.
Nach einer Weile hatte er sich dann beruhigt und spielte wieder wie üblich mit irgendwelchem Müll. :) Ich brauchte danach auch erstmal etwas Zeit mich zu erholen. Ich chattete gerade mit einem Freund von Susana, der unser Wireless-Internet gesichert und damit dafür gesorgt hatte, dass es niemand mehr benutzen konnte… niemand. Der war auch froh, dass ich Calvin gefunden hatte.

Als ich Susana von der Sache mit Calvin erzählte, war sie schon ein wenig geschockt. Als sie dann das Haus wieder verließ (weiß Gott, wohin), sperrte sie Calvin in ihr Zimmer, wo ihn Jonas aber wieder raus ließ, weil er sich sonst vermutlich selbst seinen Weg durch die Tür gekratzt hätte. Normalerweise sollte das aber auch kein Problem sein. Es waren hier schon öfter viele Fenster weit offen und nie ist etwas passiert. Vielleicht weiß Calvin jetzt auch bescheid, dass es nicht so gut ist diesen Dingern zu nahe zu kommen.

Hoch hinaus

Monday, October 23rd, 2006

Heute war meine zweite Kletter-Session an der Uni. Die erste war direkt nach meiner Barcelona-Reise, weswegen ich mit einem Report bis zur zweiten warten wollte. Außerdem war diese auch besser, also vielleicht wäre der Bericht letzte Woche noch schlechter ausgefallen. :)
Also prinzipiell ist Klettern sehr cool. Die Wand kommt einem, wenn man direkt davor steht, allerdings deutlich höher vor als man sich das so vorgestellt hat. Blöd ist auch, wenn man den Typen, der wichtige Sicherheitsregeln erklärt, nicht vollends versteht. Aber die Leute da sind schon sehr vorsichtig. Alles wird zigmal erklärt, gezeigt und geprüft und die Trainer haben auch Verständnis dafür, wenn man nicht alles sofort versteht. (Vielleicht sollte ich mir mal ein paar kletterverwandte Vokabeln rienziehen.)
In der letzten Woche haben wir gelernt, wie man das Geschirr anlegt, was man da trägt, wie man mit dem Gerät umgeht, wo das Seil durchläuft, das den Partner sichert, und jeder ging einmal die Wand hoch (wenn möglich). Ich bin nicht sehr hoch gekommen bis mich die Kraft in meinen Armen verließ (war auch nicht die leichteste Strecke). Außerdem schienen die Griffe doch alle sehr weit auseinander und unpraktisch positioniert. :) Aber die Leute in dem Kurs sind alle echt nett und bauten mich mit “el proximo dia” (quasi: nächstes Mal) auf.
Das läuft da immer so, dass der Trainer am Anfang mit der Trainerin als Sicherung einmal hochklettert und ganz oben ein paar Seile befestigt, die wir dann als Sicherung nutzen.

Heute ging es schon etwas besser. Zunächst haben wir gelernt, wie wir das Seil anständig an unserem Gurt festknoten und wie wir es am einfachsten mit nur einer Hand an diesen Haken festmachen, die über die Wand verteilt sind. (Wenn da nicht schon ein vom Trainer befestigtes Seil hängt, muss man das nämlich nach und nach selbst anbringen.) Somit hatten wir heute zwei Sicherungsleinen (und auch zwei Menschen am Boden als Unterstützung). Eine, die der Trainer vorher schon befestigt hatte, und die, die wir selbst nach und nach an der Wand entlang befestigten. Ich würde mal sagen, ich bin die Wand nicht ganz halb hoch gekommen, dann war wieder Ende, was die Kraft anging. Ich denke, es war auch anstrengender, denn ab und an musste man sich ja immer mit nur einer Hand halten um mit der anderen das Seil an der Wand zu befestigen. Irgendwann ging es dann einfach nicht mehr und ich bin abgerutscht. Das war unangenehm aber natürlich nicht weiter schlimm, da ich ja an zwei Seilen hing, die von Jordi und Malek gewissenhaft geführt wurden. :)

Nebenbei habe ich dann heute erfahren, dass der Kurs montags UND mittwochs stattfindet. Bisher dachte ich, es gäbe nur einen Termin in der Woche. Zum Glück war letzten Mittwoch irgendein Fest oder sowas, so dass ich bisher noch nichts verpasst habe. Wäre böse gekommen, wenn wenn man zwei Sessions verpasst, fliegt man nämlich und jemand anders bekommt den Platz. [Nachtrag: Ich hab den Typen falsch verstanden. Dadurch habe ich nicht nur die zweite Session verpasst, sondern war außerdem am nächsten Mittwoch umsonst dort. :) Naja, kann ja nicht alles von Anfang an glatt laufen.]
Also es ist jedes Mal recht aufregend, wenn der Kurs beginnt. Beim ersten Mal fühlte ich mich an der Wand auch so gar nicht wohl. Heute ging es schon wesentlich besser. Ich denke, ich bin auch hierfür kein Naturtalent (bin ich vermutlich für kaum ne Sportart), aber mit etwas Übung kann da was raus werden. Nur blöd, dass man sich immer wieder so lotteriemäßig für den Kurs anmelden muss. Ich hoffe, ich muss keine Pausen einlegen.

Ein Hoch auf die Horchata!

Sunday, October 22nd, 2006

Endlich will ich es mal schaffen ein Wochenende nicht erst am darauffolgenden zu beschreiben. :)

Dieses war nämlich echt fein. Der Anfang nicht so, denn am Freitag war ich mit Clara bei der Post um mal Erkundigungen über das hier nicht angekommene Paket einzuholen. Meine Eltern haben mit mittlerweile drei solche geschickt und gerade mal eines ist bisher hier. Da kann was nicht stimmen. Selbst in Spanien kann sowas nicht länger als 2-3 Wochen oder so dauern. Leider war da leider gar nix zu machen von hier aus. Ich hatte (natürlich) nur die Paketnummern zur Hand, die die Deutsche Post auf die Dinger geschrieben hat. Die Spanier wollten aber die spanischen Nummern wissen. Woher soll ich die wohl haben? Trotz eines Besuchs sowohl bei der Hauptpost in der Stadt als auch bei der Filiale hier in der Nähe standen wir am Ende mit leeren Händen da. Meine Eltern haben vor kurzem in Deutschland einen Nachforschungsantrag gestellt. Und paradoxerweise wurde uns hier gesagt, dass das mehr (oder zumindest schnellere) Aussicht auf Erfolg habe als von Spanien aus zu suchen. Ich denke, ich werde trotzdem nächste Woche noch einen solchen Antrag von hier aus stellen (die wollten dafür das exakte Abschick-Datum wissen, das ich nicht dabei hatte) und dann kann ich wohl nur noch beten. Also bisher bin ich von der Post hier nicht so überzeugt. Eines von drei Paketen ist meiner Ansicht nach keine gute Quote. Noch dazu wo zwei der Pakete gemeinsam abgeschickt wurden. Ich finde, das macht es schwieriger, dass nur eines ankommt. Auch warte ich ja noch immer auf einen Brief (oder zwei?) von der Deutschen Bank. Bisher hat mich ein einziger Brief hier erreicht und das eine Päckchen. Sollte mir also noch jemand von euch geschrieben haben und sich wundern, warum ich das nie erwähne… die Post ist Schuld. :(
Der Weg in die Gegenrichtung funktioniert im Gegensatz dazu erstaunlich gut. Post, die ich von hier nach Deutschland geschickt habe, war in wenigen Tagen dort.
Naja. Der Freitag war also insgesamt nicht so spannend, und eigentlich hatte ich mir vorgenommen das Wochenende mal etwas intensiver für die Uni zu nutzen, was natürlich nicht hingehauen hat. Denn am Samstag oder Sonntag war der “Dia Internacional de l’Orxata” (der internationale Tag der Horchata). Die Horchata ist ein typisch valencianisches Getränk von dessen Wohlgeschmack ich bisher noch nicht ganz überzeugt bin. Aber die Horchata wurde gefeiert und natürlich feiern wir da mit. Am nördlichen Rand von Valencia liegt das Städtchen Alboraya, in dem die Horchata ihren Ursprung haben soll. Dank meines Newsletters bei erasmusvalencia.com bin ich ja immer wohlinformiert über all die mich kein Stück interessierenden Erasmus-Aktivitäten in der Stadt (heute Party in Club A, heute Party in Club B). Aber hin und wieder erreicht mich in diesem Rauschen von Party-Müll auch etwas interessantes wie der Hinweis auf diese Horchata-Zelebration. Dadurch war ich auch im Besitz des Programms für dieses Wochenende, was zwar nicht wirklich aussagekräftig war, aber ein wenig konnte man schon ersehen, wann es sich lohnte dort zu sein. Am Samstag wollte leider niemand mit mir dort hin (oder war nicht da, hatte Besuch etc.) und da ich abends eh zum BBQ eingeladen war, schaute ich auch nur kurz vorbei. Mein wirklicher Besuch fand am Sonntag statt, weswegen ich die Erzählungen auf diesen Tag beschränke.

Samstag nachmittag war BBQ auf der Dachterasse eines Mit-Informatikers. Über das StudiVZ erreichte mich seine Einladung und natürlich war ich begeistert, denn für Grillen bin ich ja immer zu haben. Als ich hierfür dann einkaufen ging, wurde mir wieder bewusst, wie unpopulär dies allerdings in Spanien ist. Wenn ich in Deutschland zum Plus oder sowas gehe, finde ich diverse Angebote (zur Saison teils ganze Regalwände) mit Grillfleisch in verschiedensten Formen. Hier… sehr mager. Es gab in dem riesen Supermarkt bei mir um die Ecke exakt zwei so Grillpakete, in denen “marinierte” Fleischstücke zu finden waren, was in Spanien bedeutet, dass man ein paar Kräuter draufgestreut hatte. Man findet Fleisch hier wirklich nahezu ausschließlich in naturbelassener Form und meist in großen Mengen (10 Schnitzel oder sowas). Das scheint daran zu liegen, dass Spanier halt nie wirklich alleine wohnen. Da ich nicht für mich alleine ein nicht wirklich tolles Grill-Paket von nem Kilo Fleisch oder so holen wollte, entschied ich mich für ein paar Würstchen.
Als ich dann mit diesen, ein paar Baguettes und meinem Standard-Getränk (Vodka-Lemon) vor der Tür stand, die ich für die richtige hielt, erreichte der Tag seinen Tiefpunkt. Thomas (einer der Gastgeber; er hatte mich eingeladen) hatte mir geschrieben “Hausnummer 20, App. 40, 7. Stock”. Als ich am Haus mit der 20 dann nur 8 Klingeln vorfand, versuchte ich es einfach mal mit der 7. Natürlich öffnete niemand und ich rief Wolfgang (ein weiterer Gastgeber und Informatiker) an, der selbstverständlich gerade in diesem Moment sein Handy weit, weit weg positioniert hatte. Nun wurde es knifflig, denn ich wusste nicht, wer noch auf dem BBQ sein würde, ich hatte von keinem weiteren Gastgeber die Nummer und mein Handy-Akku war nahezu leer. Ich hatte dann den Geistesblitz Pedro (ein portugisischer Informatiker) anzurufen, denn ich wusste, auch er wollte kommen. Er war noch nicht da, gab mir aber Thomas’ Nummer, der sich dann am Telefon korrigierte. Es wäre Hausnummer 40 und App. 20. Ganz trivial zu finden war die 40 nicht, aber nach ein paar Minuten war ich dann doch im richtigen Appartment, wo Thomas mit Erschrecken feststellte, dass er diversen Leuten die falsche Adresse mitgeteilt hatte, so dass wir fix zur 20 liefen und einen kleinen Zettel an die Tür hefteten, der die Leute umleiten sollte. Das schien ganz gut zu klappen, denn so nach und nach füllte sich das Appartment mit Menschen. (Ich war der erste Gast, und ich war schon fast ne Stunde zu spät.)
Die Typen (Meine deutschen Kommilitonen Wolfgang und Thomas wohnen dort zusammen mit Dennis, einem Holländer.) haben eine unverschämt große Wohnung. Die Zimmer sind ordentlich, das Wohnzimmer für drei Menschen geradezu gigantisch, (Sowas haben wir in unserem Haus in Deutschland.) und es gibt zwei Badezimmer. Außerdem wohnen sie im obersten Stock, haben es also nur ganz nah zur Dachterasse. Abgesehen davon, dass dort nach spanischer Tradition alle möglichen Kabel querbeet rumliegen und -hängen, ist sie wirklich schön. Und die Aussicht hat auch echt was. Das BBQ war angesetzt für fünf Uhr. So gegen sieben waren wir dann auch mal am grillen, glaub ich. Die Menschen kamen langsam aber stetig an. Ich kannte vielleicht die Hälfte, die meisten nur flüchtig. Schön war Eva und Friederike wiederzusehen, die in Gandia öfters mal dabei waren, wenn wir was unternommen haben, nun aber leider in einer Gegend fernab von uns anderen wohnen.

Der Samstag war ein echt toller Abend und ich hätte fast vergessen was vom Grill zu essen. :) Es gab viel zu essen und vor allem zu trinken. Man kennt vielleicht die in Spanien üblichen riesigen Kanister, in denen man Mineralwasser kaufen kann. In einem solchen (8 Liter) mischte man einen Long Island Icetea zusammen. Man brauchte hier nicht groß abzumessen. Ne Falsche Vodka, eine Rum, eine Gin, etwas Zitronensaft und mit Cola auffüllen. Schmeckte gar nicht schlecht, das Zeug, und wirkte auch ordentlich. Ich hab mich stundenlang mit allen möglichen Leuten unterhalten und man war immer wieder erstaunt, wie früh es noch war. Für spanische Verhältnisse (an die man sich hier immer mehr gewöhnt) hatten wir schließlich mittags angefangen. Als es dunkel und kühler wurde, verlagerte sich ein Teil der Party ins Wohnzimmer bzw. in die gesamte Wohnung. Es gab stundenlange verteilte Diskussionen, was man denn noch machen könnte. Eigentlich war angedacht nur so bis neun oder was zu grillen und dann wo hinzugehen. Um kurz nach Mitternacht verließen dann doch einige die Party. Ich hab keinen Schimmer, wo sie letztendlich alle waren. Es war die Rede von “der schweizer Party”, “der Italiäner-Party”, … ich blieb. Mir erschloss sich der Sinn nicht recht hinter der Aktion durch die halbe Stadt zu reisen um zu einer Party zu gelangen, die der sehr ähnlich zu sein schien, auf der ich mich bereits befand. Ich verabschiedete mich also von nahezu allen, die ich kannte, (Einige gingen auch nach hause.) und ging wieder auf’s Dach (denn die Wohnung war mittlerweile wieder leer), wo noch so 10-15 Menschen waren. (Man bekommt eine Vorstellung davon, wie viele es vorher mal waren.) Die meisten der noch Anwesenden hatte ich zwar schonmal gesehen, aber bisher kaum Worte mit gewechselt. Die Mehrheit bestand aus Französinnen, die auf einmal da gewesen sein müssen, denn bisher waren sie mir nicht aufgefallen. Ich setzte mich irgendwohin und unterhielt mich den ganzen Abend sehr nett mit Gale (oder wie man sie schreibt), einer von ihnen, die immer meinte, ihre Freundinnen wären alle viel, viel verrückter als sie. An dem Abend traf das auch durchaus zu. Eine von ihnen kannte ich von meinem Gandia-Kurs. Jedoch war sie dort wesentlich unverrückter, was wohl durch Alkohol zu erklären ist. Irgendwann ging dann auch der Rest nach hause oder in irgendeinen Club (war ja erst vier). Ich gehörte zur ersten Gruppe.

Samstag war also pralle. Und statt am Sonntag auszuschlafen, rannte ich “schon” um elf oder so durch mein Viertel um einen Zeitungsladen zu suchen. Ich hatte nämlich an einer Bushaltestelle gesehen, dass es in der Ausgabe einer bestimmten Tageszeitung einen Gutschein gab, mit dem man einen MP4-Player für 90 EUR abstauben konnte. Das wäre mir sehr gelegen gekommen, da ich meinen MP3-Player ja unlängst am Flughafen in Valencia habe liegen lassen. :( ( Ich hatte dort (zusammen mit Heta-Mari) Beatrice bei ihrer Rückkehr aus Deutschland abgeholt, damit sie nicht alleine ist und man ihr das Gepäck wegklaut. So dankt einem das Schicksal also eine solche nette Geste.
Dieser Gutschein in der Zeitung entpuppte sich dann leider auch noch als Reinfall, denn man musste 21 weitere sammeln um was zu bekommen. Mit gut 110 Euro wäre das Teil zwar vielleicht immer noch günstig gewesen, (Die Zeitung kostet nen Euro das Stück.) aber ich will nicht noch drei weitere Wochen warten. Werde hier also wohl bald mal beim MediaMarkt vorbeischauen.

Abends fuhr ich wieder nach Alboraya. Wieder war niemand wirklich für die Sache zu begeistern, aber zum Glück hatte ich mich auf der Party am Samstag mit Friederike für das Event verabredet, war diesmal also nicht allein. So war das dann auch viel, viel cooler. Wir haben ständig über die Stadt hergezogen und die Theorie entwickelt, dass es sie eigentlich gar nicht gibt und man sie nur für dieses Fest einmal im Jahr kurz aufbaut. (Einige Häuser sahen aus wie Fassaden mit nix dahinter.) Das Programm selbst war nicht unbedingt so spannend, aber wir haben uns die Stadt mal etwas genauer angesehen, was wie gesagt sehr witzig war. Zwischendurch trafen wir Jonas und Nick (Holland). Ich hatte Jonas am Morgen von der Aktion erzählt und er meinte, er wolle mittags mal dort vorbeischauen. Ich hatte zuerst auch darüber nachgedacht mittags schon hinzugehen, denn um zwei Uhr gab es die Verköstigung einer “Paella Gigante” aus einer Pfanne so groß wie mein Zimmer. Allerdings gab es danach eine fette Lücke von vier Stunden im Programm bis zu dem Teil, zu dem Friederike und ich gekommen waren und ich hatte mich gefragt, wie man die in dieser spannenden Stadt wohl rumkriegen mochte. Ich war sehr erstaunt, dass es Jonas und Nick so lange dort ausgehalten haben. Auf jeden Fall haben sie jeder viel Paella zu sich genommen. Diese war zu der Zeit, als wir ankamen, zum Glück aber noch nicht ganz leer, also nahm ich einen Teller voll. Friederike störte sich leider an dem enthaltenen Fleisch. Generell waren die Leute da sehr freigiebig. Es gab Horchata und Bücher und DVDs über deren Herstellung gratis. Alles jedoch nur für alle anderen, denn immer wenn wir uns einem Stand näherten, war alles alle… bis auf die Paella (die auch umsonst war).
Wir hörten uns an dem Abend noch einen kleinen Teil des “concierto” an, das auf einer Bühne vor der malerischen Kulisse eines halb eingerissenen Gebäudes stattfand und dank mangelnder Technik aus ungefähr fünf Metern Entfernung schon kaum noch hörbar war. Danach gingen wir in eine Bar um etwas zu trinken (war dort gar nicht leicht zu finden). Auf dem Weg dorthin gesellte sich Sandra zu uns, die sich zu hause gelangweilt hatte und gerade angekommen war. In der Bar lief gerade Formel 1 und ein Spanier machte den zweiten Platz. Für einige Menschen war das wichtiger als Horchata. Als dann nach dem Autorennen ein Fußballspiel begann (Madrid-Barcelona; plötzlich wurde es *richtig* voll), gingen wir, weil wir den letzten Programmpunkt nicht verpassen wollten. Um ein Haar hätten wir es, denn er dauerte nur vielleicht drei Minuten. Im Programmheftchen stand etwas von einem Stier-Rennen, Feuer und all sowas. Man stellt sich eine Menge darunter vor. Aber nachdem wir schon die “passacalles” (quasi: Läufe durch die Straße) erlebt hatten, unter denen wir uns einen fetten Umzug vorstellten und dann zwei Leute mit einem komischen Kostüm und drei Trommler erleben durften, hätten wir es bereits besser wissen müssen.
Man male sich das vordere Ende eines Fahrrades aus, aus dem das vordere Ende eines Stiers gebastelt wurde, welcher ein Tischfeuerwerk im Mund hat, und einen Typen, der damit auf weglaufende Kinder losgeht. Im Video wird’s klarer. :) Direkt danach ließ man noch eine Mini-Mascletá los (auch auf dem Video) und ein kleines aber feines Feuerwerk. Dann war die Stadt plötzlich in Aufbruch-Stimmung und als wir Sandra zum Schluss nochmal den netten Markt zeigen wollten, wo man allerhand Ramsch kaufen konnte, war da schon fast alles abgebaut und wir fuhren nach hause.

Insgesamt ein sehr, sehr cooles Wochenende. Und ich wollte es mit lernen verbringen. :)

Barcelona für zwei Tage

Friday, October 20th, 2006

Ja, sone Woche ist fix rum. Schon wieder Wochenende. :)

Zu dem letzten muss ich noch was nachreichen: Es war ein langes Wochenende, weil am Donnerstag letzter Woche “Día de la Hispanidad” war. Ich bin nicht ganz sicher, was die Spanier da feiern, aber wirklich was los war aufgrund dessen nicht. Alle Spanier haben einfach ne ruhige Kugel geschoben. Am Freitag danach haben diverse Fakultäten der Uni (nein, das ist nicht global festgelegt) auch frei gemacht.
Wir hatten spontan beschlossen das Wochenende zu nutzen und nen Abstecher nach Barcelona zu machen. Wir, das sind Beatrice, Heta-Mari, Jussi (Hetas Freund, der vor ner Weile beschloss sein Studium für ne Weile von hier aus zu führen) und ich. Die Idee wurde am Mittwoch abend geboren und wir haben ne ganze Weile gebraucht um so auf die Schnelle noch ne Möglichkeit zu finden zu bezahlbaren Konditionen in Barcelona unterzukommen. Wir fanden dann ein Zwei-Sterne-Hotel mitten in der Innenstadt. Teurer als ein Hostal natürlich, aber in solchen war nichts mehr zu machen. Es war halt in ganz Spanien langes Wochenende und wir waren verdammt knapp dran, was will man da erwarten?

Als wir dann was zu wohnen hatten, brauchten wir noch etwas, das uns dorthin bringt. Am Donnerstag (genau, an dem Feiertag) gingen wir also zum Bahnhof und zum Busbahnhof um uns zu erkundigen. Nachdem wir Stunden damit verbracht hatten uns durch die Stadt und den Tarifdschungel zu kämpfen, gingen wir wieder nach hause, weil uns die Idee kam, dass ein Mietwagen vielleicht die günstigsten Möglichkeit sein könnte. Dem war in der Tat so. Da Beatrice ADAC-Mitglied ist, bekamen wir zu nem ordentlichen Preis für drei Tage einen Seat Ibiza verprochen. Etwas beunruhigt waren wir allerdings, als die Bestätigungsmail einfach nicht ankommen wollte. Wir haben das einfach mal dem Feiertag zugeschrieben.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Die Mail war spät am Abend doch noch angekommen und jemand (ratet mal, wer) stand morgens um acht auf dem Campus um sie auszudrucken. Wir hatten das Auto für neun Uhr gebucht und trotz diverser Missverständnisse und Verzögerungen standen wir dann sogar so gegen halb zehn am Europcar-Schalter am Busbahnhof. Was man uns dann überreichte, war ein Nissan Micra. Ich bin immer noch nicht davon überzeugt, dass der in die gleiche Kategorie gehört wie der Seat. Der Motor war schon recht schwach. Mit vier Mann Besatzung war auf der Landstraße nicht mehr viel mit Überholen. Aber wir passten alle rein und da wir in Barcelona schließlich einen Parkplatz brauchten, war es nicht so unpraktisch ein wirklich kleines Auto zu haben. Natürlich brauchte unser Gefährt einen Namen. Aufgrund der (uns nicht sehr ansprechenden) Form des Wagens kamen wir auf “Ranita Fea” (hässliches Fröschlein). Als Fahrer wurden Jussi und ich auserwählt. Nicht unwesentliche Überlegung dabei war, dass wir dann vorne sitzen konnten. Wir haben uns dann immer abgewechselt. Es war wirklich schön zu fahren. In Valencia und in Barcelona natürlich etwas stressig, wobei sich auch das in Grenzen hielt, aber zwischendrin war es richtig gemütlich. Es gibt hier eine Landstraße, die hunderte von Kilometern an der Ostküste entlang geht und die wir gefahren sind, da die Autobahnen in Spanien ja teils Geld kosten (eine solche führt nämlich auch an der Küste entlang). An der Straße waren zig Restaurants und ähnliches, man konnte also auch gut Rast machen. Und man hatte eine klasse Aussicht auf die Landschaft und teils auch auf das Meer. Zwischendurch auf dem Hinweg kamen wir auf die Idee die Freiheit, die uns das Auto gab, auszuschöpfen und nicht direkt nach Barcelona zu fahren. Auf dem Weg dorthin liegt nämlich ein Fluss-Delta mit Naturschutzgebiet, und wir haben uns das kurzerhand mal angesehen. Im Nachhinein stellte sich das als Reinfall raus, weil das einer der langweiligsten Orte der Welt zu sein scheint (nur zum Angeln geeignet), aber es war trotzdem cool mal diesen Abstecher ins Nirgendwo zu machen. Sehr komisch war, dass in dem Kaff dort ne Menge Deutsch zu finden war. Auf diversen Schildern, Wegweisern etc. stand was wie “Bootsverleih” oder so. In dem Örtchen nebenan konnte man auch Häuschen kaufen, also vermutlich gab es da nur Touristen. Denn das wirkt stark, wie wir bemerkt haben. In Barcelona sprach ungefähr jeder englisch und manche sogar etwas deutsch. Wir haben wirklich versucht mit den Menschen spanisch zu sprechen, aber sie haben immer nur auf englisch geantwortet. Barcelona ist halt was das Touristen-Aufgebot angeht, unwahrscheinlich krasser als Valencia. Dagegen ist das hier echt Dorf-Atmosphäre.

Wir haben uns unter Barcelona den totalen Auto-Horror vorgestellt, aber als wir ankamen war scheinbar wenig los, denn wir kamen erstaunlich problemlos vorwärts. Wir fanden sogar einen kostenlosen (!!!) Parkplatz in einer etwas abgelegenen Straße direkt neben einer Polizeistation. Ein Sicherheitsmensch wachte Tag und Nacht über die Einsatzwagen vor der Tür und Little Ranita stand direkt daneben. Besser ging’s gar nicht. Außerdem standen wir ziemlich nah an dem riesen Gebäude, das ein wenig an einen Dildo erinnert, so dass wir von überall aus wussten, in welcher Richtung unser Auto stand.

Unser Hotel befand sich auf der Straße “Las Ramblas”. Wem das nichts sagt: Das ist eine der belebtesten Straßen Barcelonas mitten im Zentrum. Abends und nachts natürlich recht laut, aber man ist halt mittendrin. Das Hotelzimmer war auch nicht so verkehrt. Wir hatten ein Quadrupel (Vier-Bett-Zimmer) mit zwei Badezimmern und einem Safe (sehr beruhigend). Für drei Euro Aufpreis gab es sogar ein Frühstück, was wir allerdings nur einmal getestet und dann für wertlos erklärt haben.

Wir kamen am Freitag spät abends an und wollten Sonntag recht nah am Mittag wieder fahren, also hatten wir grob 1.5 Tage Zeit, was natürlich unglaublich wenig war. Wir haben einen winzigen Eindruck von der Stadt bekommen, aber meiner Ansicht nach war der Road Trip das Ganze schon wert. In Barcelona haben wir dann eine Bus-Tour gemacht und haben zu Fuß noch einige Dinge erkundet. (Fragt mich nicht, was das auf den Fotos alles ist.) Vor allem für Architekten muss die Stadt sehr interessant sein, vermute ich. Ich hoffe, ich finde bald Zeit die Bilder online zu stellen. Dann schreib ich auch noch mehr dazu. Sehr spektakulär war immer die Aussicht, wenn wir uns auf einem der Berge um Barcelona herum befanden. Auf einem gab es sogar einen kleinen Vergnügungspark, in dem man mit der Achterbahn über den Abgrund fahren konnte.

Am Sonntag nachmittag stand dann die Rückreise an. Wieder hatten wir ziemliches Glück mit dem Verkehr und Ranita stand noch genau dort, wo wir sie abgestellt hatten. Auf dem Rückweg machten wir keinen Abstecher in irgendwelche langweiligen Dörfchen, aber wir machten unterwegs ein Picknick, denn diesmal waren wir so klug was zu essen mitzunehmen. Leider war auf der Rückreise das Wetter nicht mehr so schön (es regnete sogar zwischenzeitlich). Trotzdem war es ein spitzen Gefühl am Playa Bara zu sitzen und sich Sandwiches zu schmieren. (Natürlich fand das Picknick am Strand statt.) Cool war auch, dass an dem Strand, an dem wir picknickten, der Camping Platz liegt (an dem wir auch vorbei kamen), auf dem ich signifikante Teile meiner Kindheit verbracht habe. :) In meinen ersten Lebensjahren war unsere Familie (und die Familie Verheyen) ständig auf diesem Platz.

Noch ne witzige Sache: Kurz nach unserer Ankunft gingen wir in die Stadt um was zu essen zu suchen. Direkt vor dem Eingang unseres Hotels trafen wir Jonas (meinen Mitbewohner), der in dem Hostal gegenüber wohnte. Er war mit ein paar Kumpels per Anhalter hergekommen. Die haben quasi ein Rennen in Teams veranstaltet. Sehr coole Idee und scheinbar äußerst spaßreiche Aktion.

Ich glaube, an diesem Wochenende waren fast alle irgendwo unterwegs. Ein paar meinten vorher noch sie würden in Valencia bleiben (meinte ich ja auch), aber letztendlich waren doch fast alle weg (die meisten in Barcelona oder Madrid). Mal sehen, ob es noch weitere solcher Gelegenheiten geben wird. Lange Wochenenden gibt es nicht mehr so viele und mit meinem Stundenplan kann ich leider auch nur äußerst schwer welche herstellen. Es hat auf jeden Fall irre Spaß gemacht und ich hoffe, es werden noch weitere solcher Aktionen folgen. Im nächsten Semester, wenn ich Spanisch kann *träum* und bei der Vorlesungswahl etwas flexibler bin, kann ich meinen Stundenplan vielleicht etwas zusammenpressen, so dass am Rand Tage frei werden.

Schlechtes Wetter in Spanien - selten, kurz, aber heftig

Wednesday, October 18th, 2006

Damit sich auch ja niemand mehr über deutsches Wetter beschwert:

Nicht nur dass es hier in den letzten zwei Tagen immer mal wieder etwas geregnet hat (auf der Rückfahrt von Barcelona auch; dazu kommt hier auch noch was), heute gab es ein richtiges Unwetter. Zunächst natürlich viel, viel Regen, aber auch Sturm wie doof. Habe es zum Glück nicht wirklich erlebt, weil ich zu der Zeit ne Vorlesung hatte (ja, so kurz war das), die bei den Spaniern immer recht abgeschottet von der Außenwelt gestaltet sind (hauptsächlich um die Sonne draußen zu lassen), aber ich sah sehr nasse Menschen durch die Gegend laufen. :)

Als ich nach meiner letzten Vorlesung heute um acht Uhr abends (da war es richtig kalt) nochmal über den Campus lief, kam ich auch in den Bereich, wo die Spanier schon seit mindestens zwei Wochen so Stände aufbauen für das Unternehmensforum, was hier heute und morgen stattfindet (Firmen stellen sich vor, Studenten lassen Lebensläufe da; ähnlich unserem bonding). Wohingegen sich die Unternehmen jedoch bei uns ihre Stände selbst mitbringen müssen, werden hier von der Uni wochenlang richtig stabile Häuchschen gezimmert. Als ich dort also vorbeikam, wunderte ich mich erstmal, was die Leute da um die Zeit noch aufbauen, denn eigentlich sollte doch schon alles fertig sein. Ich schaute mich etwas um und scheinbar hatte der Sturm ein paar der Häuschen gut mitgenommen. Also diese Teile sahen wirklich stabil aus und die waren umgeknickt wie Kartenhäuser. Außerdem hatten sie einige Fahrräder der Studenten begraben. Ich hab mich so geärgert, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Jemand meinte dann heute zu mir, dass der Oktober in Spanien der Regenmonat wäre. Da wär immer mieses Wetter. Zum Glück ist der schon halb rum. Bin mal gespannt, wie sich Winter hier so anfühlt.

*grummel*

Tuesday, October 17th, 2006

Es passiert so viel und ich hab so wenig Zeit. Ein paar Dinge, die mich momentan Zeit kosten:

Ich hab meinen TAN-Block von der Deutschen Bank verlegt. Irgendwo auf der Strecke Goch-Valencia-Gandia-Valencia muss der hängen geblieben sein. Ich dachte mir: “Organisier ich mir halt nen neuen. Wird wohl nicht so ein Problem sein.” Weit gefehlt. Beim Internet-Banking der DB kann man nur nen neuen Block bestellen, wenn man eine Nummer des alten eingibt. Ist ein solcher nicht zur Hand, soll man sich an seine Filiale wenden. Ein Anruf dort und man wird zum allgemeinen Kundenservice verbunden (der nebenbei bemerkt nicht ganz billig zu sein scheint). Dort war mein alter TAN-Block dann fix gesperrt. Ich hätte mir in dem Moment direkt einen neuen Block zuschicken lassen können, aber natürlich nur an die Gocher Adresse, was mir nicht sinnvoll erschien, da meine Eltern zu der Zeit noch im Urlaub waren. (Im Nachhinein war das recht unüberlegt.) Daran das Ding an eine andere Adresse zu schicken - auch nicht an eine Bank in Valencia, wo ich es hätte abholen können - war nicht zu denken. Als einzige Möglichkeit nannte mir der Herr am anderen Ende ein Fax zu schicken mit meiner “neuen” Adresse drauf und der Bitte den Block dorthin zu schicken. Da dieses Fax meine Unterschrift trüge, wäre das dann machbar. Ich also fix ein Briefchen aufgesetzt, in der Uni gedruckt und in einem Locutorio (Internet-Schuppen) faxen lassen an die fancy international gültige Fax-Nummer des DB-Kundenservice. Ging nicht. War ja klar. Weiß Gott, woran es gelegen hat (bestimmt an der fancy Nummer), aber das Fax ging nicht durch. Ich also wieder die DB angerufen und wollte den Block dann doch nach Goch schicken lassen, denn mittlerweile war die Rückkehr meiner Eltern nicht mehr fern. Hierfür war nun plötzlich eine Telefon-Banking-PIN erforderlich. Man erklärte mir, dass ein Kundendienst-Mensch, wenn ein TAN-Block gesperrt wird, direkt einen neuen verschicken lassen kann, aber nur dieses eine Mal. Wird dies später gewünscht, so braucht man diese PIN, die ich natürlich nicht habe. (Ich fand Telefon-Banking schon immer doof.) Der erste Mensch, mit dem ich da gesprochen habe, veranlasste außerdem, dass mir ein Brief mit den Telefon-Banking-Unterlagen zukommt (das ging auch ohne Probleme nach Spanien), auf den ich aber bis heute warte. Und wenn dieser ankommt, muss ich ihn noch unterschrieben zurück schicken… hmpf. Nun habe ich mir die Fax-Nummer der Filiale in Aachen geben lassen und muss irgendwann mal Zeit und ein Locutorio in der Stadt finden um das zu verschicken. Für den gar nicht so unwahrscheinlichen Fall, dass das klappt, muss ich dann “nur noch” warten bis der neue Block hier in Spanien ankommt. *seufz*
Gut, ich tätige hier recht wenige Überweisungen und sowas, aber hin und wieder würd ich gern beispielsweise die Miete transferieren, damit ich nicht so viel Geld bar hier rumschleppen muss.

Eine recht verwandte Geschichte ist die, dass meine Eltern mir mittlerweile drei Pakete geschickt haben, von denen erst eines angekommen ist. Langsam mache ich mir ernsthafte Sorgen um die anderen beiden. Der Inhalt ist auch nicht ganz so unwichtig. Meine Kontaktlinsen-Flüssigkeit ist z.b. fast alle und hier ist das Zeug nicht ganz so leicht und auch nicht günstig zu kriegen (erneute Rennerei). Dann so Sachen wie beispielsweise mein Haar-Gel. In Spanien scheint es kein vernünftiges Gel zu geben. Habe schon diverse ausprobiert. An das für 2 Euro der Liter aus Deutschland kam noch keines ran. Und wieder hat man Rennerei, wo mn in Deutschland verlässliche Quellen hat. Außerdem habe ich mir z.b. meinen Tischtennis-Schläger schicken lassen. Nun habe ich “zum Glück” die Anmeldung für die Sport-Kurse etwas verpennt, wodurch die Tischtennis-Gruppen alle voll sind, aber so Zeugs, was dann nicht hier ist, verursacht Rennerei in der Stadt, Rennerei zur Post, Telefoniererei und all das. Als hätte man hier nicht schon genug, womit man sich rumschlagen müsste, selbst wenn alles einigermaßen glatt geht.

So. Jetzt hab ich mal was abgelassen. Der nächste Post wird wieder positiver. :)

Typisch Spanien: langsam, aber laut

Thursday, October 12th, 2006

Am Montag war, wie erwähnt, der Día de la Comunidad Valencia. Den ganzen Tag gab es in der Stadt (die ja nunmal die Hauptstadt dieser Region ist) Programm. Die Anfänge davon, meinte Clara, wären gerade für Fremde nicht wirklich spannend. Der Bürgermeister sagt “Hallo”, (Das Rathaus wurde dafür extra geschmückt, so dass es an einen CocaCola-Weihnachtstruck erinnerte.) die valencianische Flagge wird gehisst, die Nationalhymne gespielt, Menschen weinen, … klingt wirklich nicht spannend. Wir kamen um fünf Uhr hinzu als auf dem Plaza de la Virgen traditionelle Tänze aufgeführt wurden. Auch das nicht wirklich ein Grund unter der Bettdecke hervorzukriechen. Was uns wirklich interessierte war das Event “Moros y Cristianos”, worunter wir uns bisher nichts vorstellen konnten, was aber irgendwas mit ausgeflippten Kostümen und einer Prozession zu tun haben sollte. Nun, das stimmte schon, allerdings war es eine spanische Prozession, was bedeutet, dass sie laaaaangsaaaaaam war. Als wir uns das Programm und die Route ansahen, dachten wir: “OK, vier Straßen, wie lang können die schon dafür brauchen? 1-2 Stunden vielleicht, wenn der Zug wirklich lang ist.” Der Zug war lang und es dauerte ganze 5 (in Worten: FÜNF) Stunden bis jede Komische-Konsüme-anziehen-und-ne-Band-mitbringen-Truppe aus Valencia mal die paar Meter gelaufen war. Nicht nur dass die Prozession wirklich, wirklich… wirklich langsam voran lief, mussten zwischen den einzelnen Gruppen auch noch große Lücken eingehalten werden, weil jedes Zehnergrüppchen seine eigene Band dabei hatte (die alle exakt die gleiche Musik spielten). Hier und da gab es etwas Abwechslung, wenn mal ein Pferd hin und her ritt oder ein riesen Papp-Elefant vorbeirollte, aber diese Spezialitäten hätten insgesamt vermutlich nichtmal ne halbe Stunde gefüllt.

Also die Kostüme waren nett anzusehen, wiederholten sich aber prinzipiell ziemlich. Es hätte vermutlich gereicht fünf von den Christen (scheinbar kamen die zuerst) und fünf von den Mauren anzusehen, aber bis zu letzteren haben wir nicht durchgehalten. Bei der nächsten Prozession kommen wir dann vielleicht erst nach drei Stunden. :)

Der Tag wurde beschlossen durch… na?… ein Feuerwerk. Aber nicht irgendeines, durch eine Mascletá. Was ist das? Prinzipiell ein Feuerwerk, aber eines, dass eher am Boden stattfindet. In diesem Falle an dem des “Plaza del Ayuntamiento” (Rathausplatz). Es wird ein bisschen Farbe in den Himmel geschossen, aber das scheint nur zu passieren, damit das Teil als Feuerwerk durchgeht. Dieses Ding war noch viel, viel lauter als das Feuerwerk zuvor. Man hatte das Gefühl sich mitten im Krieg zu befinden. Ich werde hoffentlich bald von jemandem ein Video dessen bekommen. Es sieht wirklich aus wie ein Bombenangriff. Das Ganze dauerte vielleicht drei Minuten und es steigerte sich zum Ende hin. Um sich die letzten Sekunden vorzustellen muss man in seinem Hirn ein Maschinengewehr formen, welches Granaten abfeuert.

Fazit: Goil! Zum Glück machen die sowas hier öfter. Ich hab mir sagen lassen, während der “Fallas” (Festtagswoche im März) quasi mehrmals täglich. Ich kann langsam nachvollziehen, warum Valencia als die lauteste Stadt Europas und als der größte Feuerwerkskonsument dessen gilt. Was die hier hochjagen, ist schon krass. Und scheinbar hab ich erst einen lächerlich kleinen Teil davon gesehen. Erstaunlich war, dass man diese Mascletá scheinbar nicht so arg weit gehört hat. Gut wir standen quasi direkt daneben (so zwei Straßenbreiten entfernt), aber ich hatte schon das Gefühl, man würde das in großen Teilen der Stadt mitbekommen. Wohl nicht. Umso bedeutungsvoller, dass man hier alle paar Nächte mitbekommt, wie irgendwo eine Art Feuerwerk stattfindet. Mein deutsches Hirn hielt dies anfangs zwar immer für Zeichen von Gewitter, mittlerweile ist es aber bereits konvertiert.

Das letzte Wochenende war also echt mal fein. Die Woche danach sehr kurz, denn heute (Donnerstag) ist bereits der nächste Feiertag, der allerdings spanienweit stattfindet, der “Día de la Hispanidad”. Ich glaube, es wird irgendwie die Entdeckung Amerikas oder die Eroberung der spanischen Kolonien dort gefeiert. Sowas in der Art. Man sagte mir, es würde nicht wirklich irgendwas stattfinden. Jeder Spanier würde einfach nur auf Eier schaukeln schalten. Und das nehmen die ernst. Wir haben gestern spontan beschlossen an diesem langen Wochenende (Den Freitag hat die Uni einfach auch mal für frei erklärt.) einen Trip nach Barcelona zu starten und waren heute den halben Tag damit beschäftigt zu organisieren, wie wir dorthin gelangen könnten. Heute haben wirklich nur eine Handvoll Spanier gearbeitet. Nicht ganz leicht dann sowas zu regeln. Aber dazu später mehr, denn jetzt muss ich ins Bett. Morgen geht’s früh los Richtung Barcelona.

Tierschutz ade

Thursday, October 12th, 2006

Mann mann, die Wochen rasen so dahin. Am letzten Wochenende war groß Gaudi in Valencia, denn letzten Montag war der “Día de la Comunidad Valencia”, somit DER Feiertag der Region. Man feiert an diesem Tag die Befreiung der Region Valencia durch den katalanischen König. Scheinbar war sie zuvor von den Mauren besetzt, denn hier und da im valencianischen Jahr gibt es ein Event namens “Moros y Cristianos” (Mauren und Christen).
Das Programm für’s Wochenende war recht voll. Denn es war außerdem ein Stierkampf-Wochenende. Drei Tage lang konnte man im “Plaza de Toros”, der Stierkampf-Arena, diesem Spektakel beiwohnen; am Samstag sogar umsonst, denn da waren scheinbar nur Anfänger (auf Seiten der Matadore und der Stiere) am Werk. Wir waren am Sonntag dort und sahen etwas erfahrenere Repräsentanten beider Seiten. Am Montag hätte man dann richtige Meister ihres Fachs beobachten können, hierfür aber auch richtig was auf den Tisch legen müssen. Bis zu 120 EUR konnte man für ein Ticket für Montag ausgeben. Wir haben uns mit einem 15 EUR-Ticket für den Samstag begnügt. Das bedeutete für den Tag schon Spitzenplätze.

Das Event an sich war… naja… vermutlich mein letztes dieser Art. Sechs Stiere wurden nacheinander von drei Matadoren erlegt. Jeder durfte zwei richten. (Letztendlich kam es anders s.u.) Der erste Kampf war wirklich schockierend. Danach waren wir alle fast soweit zu gehen. Der zweite war schon nicht mehr so heftig und ab dem dritten sah man sich das Ganze schon recht entspannt an. Dazu beigetragen hat wohl, dass der Ablauf immer exakt der gleich war: (Zart besaitete Menschen überspringen diesen Abschnitt vieleicht lieber.) Der Stier betrat die Arena und wurde von mehreren Menschen mit rosa Tüchern in der Hand müde gemacht. Er lief von einem zum anderen und die versteckten sich immer wieder hinter Absperrungen. Teils nett anzsehen, wenn es für die eng wurde. Als dann der Haupt-Torrero (es hab immer einen solchen mit einem Team aus drei Helfern) den Stier noch ein paar Mal durch sein Tuch hat rennen lassen, kamen die Pferde. Recht große Tiere, die gut gepanzert waren und auf denen jeweils ein Typ mit einer großen Lanze saß. Früher oder später rannte der Stier auf so ein Pferd los, welches dadurch manchmal fast umfiel (es aber nie wirklich tat) und bekam dabei die Lanze des Reiters in den Rücken gerammt. Es muss auch für das Pferd nicht ganz angenehm gewesen sein, denn trotz Panzerung muss es die Hörner des Stieres schon irgendwie gemerkt haben. Man hatte den Tieren übrigens die Augen verbunden. Vermutlich haben sie deshalb nicht die Flucht ergriffen. (Am Samstag gab es die Pferde nicht, denn da wurden nur junge Stiere bekämpft, die die Prozedur wahrscheinlich nicht so gut weggesteckt hätten.) Nachem der Stier es bei beiden Pferden mal versucht hatte und dadurch schon gut am bluten war, kamen die Picker (wer weiß, wie die heißen). Ein Matador nahm zwei davon in die Hände, bäumte sich etwas stiermäßig auf, lief dann an dem Stier vorbei und rammte sie ihm in den Rücken. Ich hab die Teile später an einem Stand liegen sehen. Die hatten fette Widerhaken und so. Meist blieben die auch bis zum bitteren Ende stecken. Dreimal geschah diese Aktion. Der Stier hatte nachher also sechs so Dinger im Rücken hängen und war mittlerweile gut am tropfen. Der Mann mit dem einzig wirklich roten Tuch machte dann noch ein paar Moves mit ihm (anfangs zog sich das hin, später schien man unter Zeitdruck zu sein und kürzte diesen Teil merklich. Als der Stier dann wirklich schon ziemlich hinüber war (müde und verletzt), reichte man dem Matador ein Schwert. Damit ging er auf den nun recht bewegungsarmen Stier zu und stieß es ihm durch den Rücken so in die Herz-Gegend. Das Teil war bestimmt nen halben Meter lang und ging vollständig rein. Der Stier stand dann noch ne Weile mehr oder weniger nett anzusehen und sackte dann zusammen. Das Schwert konnte wohl gut oder schlecht plaziert sein, denn manchmal dauerte es weniger lang, manchmal mehr. Der Stier schien am Boden auch nicht wirklich tot zu sein, darum kam dann noch ein Neben-Matador und stieß ihm einen kleinen Dolch in den Kopf. Nachdem er dort ein wenig damit herumgewedelt hatte (ja, drinnen), schein es dann vorbei zu sein und zwei weitere Pferde schliffen den Stier aus der Arena.

Also die ersten Kämpfe waren nicht wirklich schön anzusehen und als man sich mit der Brutalität abgefunden hatte, war dem Ganzen aufgrund der Redundanz nichts mehr abzugewinnen. Das einzige, was die Menschen scheinbar im Stadion hält ist das Warten darauf, dass der Matador endlich auch mal was abbekommt. Zumindest am Samstag und auch während unseres Aufenthalts am Sonntag passierte dies. Unser zweiter Mann bekam bei seinem ersten Kampf gut was ab. Es dauerte eine Weile bis seine Kollegen den Stier von ihm ablenken konnten. Seine Hose war ziemlich hinüber und er schien eine fette Wunde am Bein zu haben. Natürlich hat er den Kampf zu Ende geführt, danach aber jemand anderem die Arena überlassen.

Es war insgesamt auf jeden Fall ein Erlebnis. Man muss es wohl mal gesehen haben um darüber reden zu können. (Wer sich das ersparen will, ziehe sich die Fotos und Videos rein, die ich gemacht habe.) Aber ich bin ziemlich sicher, dass ich in absehbarer Zukunft nicht mehr zu solch einem Event auftauchen werde. Der Rest des Abends war weit besser. Wir gingen in einer richtigen Pizzeria eine Pizza essen. Irgendwo in der Altstadt. Das typische für die Altstadt ist, dass man dort rumläuft, irgendwas cooles findet und das später niemals wiederfindet. Vielleicht ändert sich das nach ein paar Monaten ja.
Später (um Mitternacht) fand dann ein Feuerwerk statt um den Día de la Comunidad Valencia einzuläuten. Wir wussten, es sollte an einer der vielen Brücken über der ehemalige Túria-Flussbett stattfinden (für die Architekten: die “Puenta de la exposición”, die von Calatrava entworfen wurde). Die Polizei hatte alles weiträumig abgesperrt, was blöd war, denn so passierte es, dass irgendwelche Leute, mit denen wir uns treffen wollten, nicht zu uns durch kamen. Uns kam die ganze Absperrerei ziemlich übertrieben vor und wir dachten uns: “Das Feuerwerk ist am Himmel; was soll hier unten schon passieren?” Direkt hinter der Absperrung stehend wurden wir uns sehr bald über die Wichtigkeit derer klar und darüber, dass die Spanier hierbei noch sehr großzügig waren, denn was da oben hochging, produzierte Müll; eine Menge davon. Und dieser regnete zur Erde nieder. Wir wichen innerhalb weniger Minuten diverse Meter von der Absperrung zurück und wurden noch gut bestäubt. Man wagte kaum nach oben zu gucken, denn dieses Zeug, was da so etwas auf der Haut brannte, war bestimmt nicht gut für die Augen.
Was da oben am Himmel abging, war auch heftiger als alles, was ich aus Deutschland kannte. Allem voran war es laut, unglaublich laut. Es war natürlich auch nett anzusehen, aber mit einem gemütlichem romantischem Feuerwerk hatte das nichts zu tun. Das war schlicht Krawall. Zwischendurch gab es ein nettes Gimmick: Irgendwas explodierte und kleine Lichter fielen an Fallschirmen zu Boden. Wir hielten das für das Ende, aber es wäre ein sehr unspanisches Ende gewesen. Danach schien jemand schlicht ein Feuerzeug in die Kiste fallengelassen zu haben, denn man jagte alles hoch, was noch da war. Man konnte kaum noch was von den bunten Lichtern am Himmel sehen, weil alles von einer riesigen Rauchwolke verdeckt war.
Definitiv eines der besten Feuerwerke, die ich je erlebt habe. Als die Brücke dann wieder begehbar war, hab ich mich mit Clara getroffen (die auf der anderen Seite war) und sie erzählte mir, dass das noch gar nix war. Die Valencianer könnten das noch viel besser. Ich freu mich schon drauf. :)

Öffentliche Verkehrsmittel schlimmer als in Aachen

Sunday, October 8th, 2006

Ich schulde euch noch den Rest des letzten Wochenendes (und hänge auch noch die bisherige Woche dran). :) Abgesehen davon dass ich es größtenteils am Strand verbracht habe: Am Samstag hatte Susana drei Freundinnen eingeladen um hier zu kochen, zu essen und dann zusammen wegzugehen. Jonas und ich hatten zunächst nicht wirklich verstanden, ob wir auch eingeladen waren, aber da wir sonst nichts zu tun hatten, waren wir halt einfach mal da. Wir durften dann auch teilnehmen. Natürlich haben wir kaum was verstanden, wenn die vier sich unterhalten haben, aber es war trotzdem sehr witzig. Ein typisches spanisches Abendessen folgt recht einfachen Regeln: Es ist nicht so entscheidend, was du kochst, aber koche viel. Viel verschiedenes um genau zu sein. Wir hatten Muscheln, Tintenfisch, Ganelen, Salat, Käse, Brot und Pizza. Wir haben uns schon sehr oft gefragt, wo die hauchdünnen SpanierInnen das alles hinstecken, was die immer futtern. So wirklich wenig ist das nie und so wirklich fettfrei auch nicht.
Nach dem Essen zogen sich die Mädels kurz zurück um sich noch etwas mehr slutty aufzubrezeln und dann gab’s Drinks. Die Mädels schienen auf Whisky zu stehen, denn sie füllten sich halbe Gläser damit und verdünnten ihn dann unwesentlich mit irgendnem Softdrink (hab vergessen, welchen). Auf meinen Hinweis, dass noch etwas Wodka im Eisfach läge, reagierten sie dann, als wäre das purer Alkohol. Ein wenig komisch.
Jonas und ich gingen später zum Appartment eines Menschen, den er zu kennen schien. Darin tummelten sich mal locker über 30 Leute (trotz der Offenheit eines jeden vorhandenen Fensters tierisch warm), von denen ich wenige vom sehen und niemanden näher kannte. Trotzdem war das ein sehr netter Abend, denn hier hat man in der Regel auch mit völlig fremden Leuten seinen Spaß, erst recht, wenn sie betrunken sind. Als die Meute dann gegen zwei zu irgendeiner Discothek weiterzog, ging ich nach hause.

In der Woche danach ist nichts so höllisch spannendes passiert (oder ich erinnere mich nicht). Ich ging halt zu ein paar Vorlesungen, die jetzt anständig losgingen. Erwähnenswert ist noch, dass man hier echt aufpassen muss, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Wir haben die Theorie, dass Spanier um kurz nach Mitternacht einfach keine Busse brauchen. Denn um 10 oder so ziehen die in die Stadt um was zu essen und von dort geht’s meist in de Disco, wo sie dann bleiben, bis wieder ausreichend Busse fahren (6 oder 8) . Am Donnerstag hatten wir wieder unser wöchentliches Abendessen; diesmal bei mir. Trotzdem war ich der letzte, der ins Bett kam. Wie das? Nun: Bus und Bahn sind hier nach elf Uhr (teils auch schon früher) nicht mehr so arg unterwegs. Für Menschen wie Heta-Mari und ihren Freund, die nur 15 Minuten zu Fuß weg wohnen, kein Problem. Sandra jedoch braucht schon so lange mit dem Bus und Isabel wohnt ziemlich genau am anderen Ende der Stadt. Aufgrund sehr mangelhafter Planung fanden wir uns dann in der Situation wieder nur noch unsere Füße (oder ein Taxi) für den Rückweg zur Verfügung zu haben. Das gibt mir die Gelegenheit ein bisschen anzugeben, denn ich habe Sandra und Isabel dann zu Fuß nach hause gebracht. (Manche der Gegenden auf dem Weg sind gerade nachts nicht so vertrauenseinflößend.) Es zahte sich aus Isabel wirklich bis in ihre Wohnung zu bringen, denn einer ihrer spanischen Mitbewohner war noch wach und brachte mich netterweise mit seinem Auto nach hause. :)

Das kam sehr praktisch, da ich am nächsten Tag um halb zehn in der Uni sein musste und ich so schon nicht vor zwei im Bett war. Ich lies dann sogar eine Vorlesung sausen um mich für meinen Kletterkurs einzutragen. Am Tag zuvor hatte ich mich für die Lotterie um die raren Plätze beworben und wurde tatsächlich gezogen. Diese glücklichen Menschen mussten dann pünktlich am nächsten Morgen vorstellig werden um ihren Platz in Empfang zu nehmen. Ich werde nun also von der übernächsten Woche an jeden Montag morgen eine Stunde klettern. *freu*

OK, nochwas interessantes ist diese Woche passiert: Ich war auf der Suche nach einem Sprach-Tandem. Auf der fetten Info-Veranstaltung hier stellte sich die Gruppe AEGEE vor. Ich hab nicht vollends verstanden, was sie so macht, aber unter anderem wohl Tandems organisieren. Ich fand heraus, wo deren Büro ist (recht gut versteckt) und ging hin um dort einen Zettel zu finden, dass bis Oktober niemand zugegen sei. Ja, ich weiß, welchen Monat wir haben, aber in Spanien scheint das noch nicht ganz angekommen zu sein. Da ich aber im Interational Office den Zettel von Clara gesehen habe, die ein deutsches Sprach-Tandem suchte, habe ich einfach mal Kontakt mit ihr aufgenommen. Nun ist sie in meiner MSN- und Skype-Liste (endlich mal spanisch chatten) und am Wochenende werden wir uns auch mal treffen. Denn dieses Wochenende ist ganz groß in Valencia. Näheres dazu im nächsten Artikel, wenn ich es hinter mir habe.