Öffentliche Verkehrsmittel schlimmer als in Aachen
Ich schulde euch noch den Rest des letzten Wochenendes (und hänge auch noch die bisherige Woche dran).
Abgesehen davon dass ich es größtenteils am Strand verbracht habe: Am Samstag hatte Susana drei Freundinnen eingeladen um hier zu kochen, zu essen und dann zusammen wegzugehen. Jonas und ich hatten zunächst nicht wirklich verstanden, ob wir auch eingeladen waren, aber da wir sonst nichts zu tun hatten, waren wir halt einfach mal da. Wir durften dann auch teilnehmen. Natürlich haben wir kaum was verstanden, wenn die vier sich unterhalten haben, aber es war trotzdem sehr witzig. Ein typisches spanisches Abendessen folgt recht einfachen Regeln: Es ist nicht so entscheidend, was du kochst, aber koche viel. Viel verschiedenes um genau zu sein. Wir hatten Muscheln, Tintenfisch, Ganelen, Salat, Käse, Brot und Pizza. Wir haben uns schon sehr oft gefragt, wo die hauchdünnen SpanierInnen das alles hinstecken, was die immer futtern. So wirklich wenig ist das nie und so wirklich fettfrei auch nicht.
Nach dem Essen zogen sich die Mädels kurz zurück um sich noch etwas mehr slutty aufzubrezeln und dann gab’s Drinks. Die Mädels schienen auf Whisky zu stehen, denn sie füllten sich halbe Gläser damit und verdünnten ihn dann unwesentlich mit irgendnem Softdrink (hab vergessen, welchen). Auf meinen Hinweis, dass noch etwas Wodka im Eisfach läge, reagierten sie dann, als wäre das purer Alkohol. Ein wenig komisch.
Jonas und ich gingen später zum Appartment eines Menschen, den er zu kennen schien. Darin tummelten sich mal locker über 30 Leute (trotz der Offenheit eines jeden vorhandenen Fensters tierisch warm), von denen ich wenige vom sehen und niemanden näher kannte. Trotzdem war das ein sehr netter Abend, denn hier hat man in der Regel auch mit völlig fremden Leuten seinen Spaß, erst recht, wenn sie betrunken sind. Als die Meute dann gegen zwei zu irgendeiner Discothek weiterzog, ging ich nach hause.
In der Woche danach ist nichts so höllisch spannendes passiert (oder ich erinnere mich nicht). Ich ging halt zu ein paar Vorlesungen, die jetzt anständig losgingen. Erwähnenswert ist noch, dass man hier echt aufpassen muss, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Wir haben die Theorie, dass Spanier um kurz nach Mitternacht einfach keine Busse brauchen. Denn um 10 oder so ziehen die in die Stadt um was zu essen und von dort geht’s meist in de Disco, wo sie dann bleiben, bis wieder ausreichend Busse fahren (6 oder
. Am Donnerstag hatten wir wieder unser wöchentliches Abendessen; diesmal bei mir. Trotzdem war ich der letzte, der ins Bett kam. Wie das? Nun: Bus und Bahn sind hier nach elf Uhr (teils auch schon früher) nicht mehr so arg unterwegs. Für Menschen wie Heta-Mari und ihren Freund, die nur 15 Minuten zu Fuß weg wohnen, kein Problem. Sandra jedoch braucht schon so lange mit dem Bus und Isabel wohnt ziemlich genau am anderen Ende der Stadt. Aufgrund sehr mangelhafter Planung fanden wir uns dann in der Situation wieder nur noch unsere Füße (oder ein Taxi) für den Rückweg zur Verfügung zu haben. Das gibt mir die Gelegenheit ein bisschen anzugeben, denn ich habe Sandra und Isabel dann zu Fuß nach hause gebracht. (Manche der Gegenden auf dem Weg sind gerade nachts nicht so vertrauenseinflößend.) Es zahte sich aus Isabel wirklich bis in ihre Wohnung zu bringen, denn einer ihrer spanischen Mitbewohner war noch wach und brachte mich netterweise mit seinem Auto nach hause.
Das kam sehr praktisch, da ich am nächsten Tag um halb zehn in der Uni sein musste und ich so schon nicht vor zwei im Bett war. Ich lies dann sogar eine Vorlesung sausen um mich für meinen Kletterkurs einzutragen. Am Tag zuvor hatte ich mich für die Lotterie um die raren Plätze beworben und wurde tatsächlich gezogen. Diese glücklichen Menschen mussten dann pünktlich am nächsten Morgen vorstellig werden um ihren Platz in Empfang zu nehmen. Ich werde nun also von der übernächsten Woche an jeden Montag morgen eine Stunde klettern. *freu*
OK, nochwas interessantes ist diese Woche passiert: Ich war auf der Suche nach einem Sprach-Tandem. Auf der fetten Info-Veranstaltung hier stellte sich die Gruppe AEGEE vor. Ich hab nicht vollends verstanden, was sie so macht, aber unter anderem wohl Tandems organisieren. Ich fand heraus, wo deren Büro ist (recht gut versteckt) und ging hin um dort einen Zettel zu finden, dass bis Oktober niemand zugegen sei. Ja, ich weiß, welchen Monat wir haben, aber in Spanien scheint das noch nicht ganz angekommen zu sein. Da ich aber im Interational Office den Zettel von Clara gesehen habe, die ein deutsches Sprach-Tandem suchte, habe ich einfach mal Kontakt mit ihr aufgenommen. Nun ist sie in meiner MSN- und Skype-Liste (endlich mal spanisch chatten) und am Wochenende werden wir uns auch mal treffen. Denn dieses Wochenende ist ganz groß in Valencia. Näheres dazu im nächsten Artikel, wenn ich es hinter mir habe.