Poor Calvin
Welch Erlebnis. Da ich das hier gestern schon jedem, der mir über den Weg lief, erzählt habe, ist es nun Zeit für den Rest der Welt. Dieses Wochenende war ein recht ruhiges. Am Freitag hatte ich gar nichts vor. Sehr ungewöhnlich, aber mal ganz angenehm. Gut, zum Ausgleich war ich auch schon am Mittwoch lange weg.
Am Freitag hatte ich nur morgens Uni. Danach fuhr ich in die Stadt zum MediaMarkt und ging quasi shoppen. Was Frauen mit Schuhen oder Klamotten machen, machte ich mit Elektronik-Spielzeug. Da ich ja meinen MP3-Player liegen gelassen hatte, besorgte ich mir einen neuen. Bei der Gelegenheit kaufte ich dann gleich noch ein anständiges Paar Kopfhörer für meinen Laptop, weil ich dafür nicht immer meinen Player plündern will. Außerdem habe ich nun Lautsprecher für meinen Laptop, damit ich auch mal anständig Musik hören kann in meinem Zimmer. Da mein neuer Player nun kein USB-Stick mehr ist, sondern etwas, wo man ein USB-Kabel reinstecken muss, nahm ich noch einen winzig, winzig kleinen USB-Stick mit (512MB auf etwa 2cm²). Und da es in Spanien ja fast nur Weißbrot zu kaufen gibt und ich nicht immer in einen Schwamm beißen will, packte ich außerdem noch einen Toaster ein. Natürlich den billigsten, den es gab. 8 Euro für ein Jahr ist wohl in Ordnung. Ich warf auch noch einen Blick in die Drucker-Abteilung, weil das ganze Drucken in der Uni doch recht lästig ist und es dort immer überfüllt ist. Den Drucker wollte ich mir aber erst nochmal durch den Kopf gehen lassen und hätte ihn eh kaum noch tragen können. Also nächste Woche nochmal hin. Den Rest des Tages verbrachte ich damit mein neues Spielzeug auszuprobieren und viele viele Fotos und Videos hochzuladen (bald zu sehen).
Am Samstag hatten mich Eva und Friederike zu sich eingeladen. Sie wollten eine Party veranstalten mit viel Essen und da einer ihrer Mitbewohner an dem Tag gerade Geburtstag hatte, passte das ganz gut. Saulustiger Abend, der sehr, sehr lange ging. Zunächst waren wir lange bei denen zu hause und aßen und tranken. Irgendwann wollten die dann in eine Bar oder so. (Ich weiß nicht, warum man das in Spanien immer macht. Location wechseln geht meistens schief.) Wir gingen in einen Laden, der mit “Cafe” überschrieben war. Drinnen sah es jedoch eher aus wie in einer schlechten Disco. Vielleicht war es nur tagsüber ein Cafe. Der Laden war auf jeden Fall (war ja klar) totaler Mist und wir wären vermutlich alle schreiend weggelaufen, wenn wir nicht so viel getrunken hätten. So haben wir es dort dann ein Weilchen ausgehalten, aber nicht sehr lange (die anderen länger als ich, aber auch nicht lang). Hätte ich noch ne Stunde oder so gewartet, hätte ich vielleicht wieder nen Bus nach hause nehmen können, aber so blieb nur der Fuß und später dann ein Taxi. (Die beiden wohnen ziemlich weit weg von mir.)
Nun zu der Geschichte, die Grund für die Überschrift dieses Posts ist:
Am Samstag war ich allein in der Wohnung. Susana war mal wieder in Madrid. Sind ja nur 400km oder so. Wahrscheinlich hat sie dort nen Lover oder sowas. Jonas wollte mal wieder in Gandia Party machen, war also für nen Tag dort. Somit waren nur Calvin und ich daheim. (Ich hab hoffentlich mal erwähnt, dass Susanas Kater so heißt.) Während ich im Wohnzimmer saß, hörte ich plötzlich einen kurzen Lärm, den ich nicht recht einordnen konnte. Irgendwie kam ich aber auf die Idee mir die Frage zu stellen, wo denn Calvin sei. Ich suchte die Wohnung bestimmt viermal ab, schaute in jeden Winkel. Nichts. Ich sah zweimal aus jedem Fenster, denn ich dachte mir, wenn er aus einem dieser gefallen/gesprungen ist, kann er eigentlich nicht weit gekommen sein. Schließlich wohnen wir im vierten Stock. Als ich ihn wirklich nirgendwo sah, dachte ich mir, ich könnte man von außen durch die Türe auf unseren Hof schauen (denn einen Schlüssel für diesen hab ich nicht). Ich ging also auf die Straße, ein paar Häuser weiter, bis ich auf den Hof unseres Blocks gucken konnte. Nichts zu sehen. Also wieder zurück. Ich dachte mir schon, dass er leicht durch die Türe des Hofs hätte schlüpfen können, aber ich konnte immer noch nicht glauben, dass er einen solchen Sturz überstehen würde. Als ich dann wieder unsere Straße entlang lief, hörte ich ein lautes und panisches Miauen. Ich guckte mich um und fand Calvin zwischen einem Stromkasten und einer Häuserwand. (Da waren vielleicht 15cm Platz.) Er sah ziemlich geschockt aus. Vermutlich war das Leben auf der Straße etwas krass für ihn. Er ließ sich auch sofort auf den Arm nehmen und wieder hoch in die Wohnung tragen.
Nach einer Weile hatte er sich dann beruhigt und spielte wieder wie üblich mit irgendwelchem Müll.
Ich brauchte danach auch erstmal etwas Zeit mich zu erholen. Ich chattete gerade mit einem Freund von Susana, der unser Wireless-Internet gesichert und damit dafür gesorgt hatte, dass es niemand mehr benutzen konnte… niemand. Der war auch froh, dass ich Calvin gefunden hatte.
Als ich Susana von der Sache mit Calvin erzählte, war sie schon ein wenig geschockt. Als sie dann das Haus wieder verließ (weiß Gott, wohin), sperrte sie Calvin in ihr Zimmer, wo ihn Jonas aber wieder raus ließ, weil er sich sonst vermutlich selbst seinen Weg durch die Tür gekratzt hätte. Normalerweise sollte das aber auch kein Problem sein. Es waren hier schon öfter viele Fenster weit offen und nie ist etwas passiert. Vielleicht weiß Calvin jetzt auch bescheid, dass es nicht so gut ist diesen Dingern zu nahe zu kommen.