Das Madrid-Wochenende liegt hinter mir und es war richtig cool. Nur das Wetter war relativ uncool. Es waren nie mehr als 10°, und es regnete ständig. Wir haben den Fehler gemacht dort mal Nachrichten mit einer Wetterkarte zu sehen. In Valencia waren es nämlich so um die 23° und Sonne. Schon ein Unterschied. Selbst in Deutschland war das Wetter besser wie ich mir hab sagen lassen.
Abgesehen davon war es aber wirklich schön. Ich denke, in Madrid gibt es nicht so viel Standard-Touristenprogramm wie in Barcelona. Wir haben uns ein paar Sehenswürdigkeiten angesehen, aber auch anderes gemacht wie zum Beispiel feiern zu gehen. Wir hatten ein Apartment mitten in der Stadt (für Ortskundige: Nähe Calle Gran Via) und konnten uns so günstig selbst versorgen. Nen Parkplatz für das Auto zu finden (diesmal ein schwarzer Opel Astra) war etwas abenteuerlich, aber nahe der Uni machbar. Jene ist in Madrid übrigens riesig. Nicht umsonst heißt das Viertel “Cuidad Universitaria” (Universitätsstadt). Es ist kein abgeschlossener Campus, sondern wirklich ein großes Stadtviertel am Rande von Madrid.
Da Beatrice und Tina (die Freundin, die sie aus Deutschland mitbrachte) erst wenige Stunden vor unserer Abfahrt in Valencia landeten und die Nacht vorher quasi nicht geschlafen hatten, waren sie am Anfang unserer Reise etwas müde, wie ich durch Fotos belegen kann, sofern man mich lässt.
Insgesamt schienen aber Tina und ich die Fittesten gewesen zu sein, denn wir waren an zwei Tagen ohne “die Mädels” unterwegs. Ich habe die Zeit über immens wenig geschlafen in Madrid. Am ersten Abend (Mittwoch) waren wir nur chinesisch essen, einkaufen und dann schon im Bett, denn am nächsten Morgen mussten wir um neun Uhr das Auto umparken, weil der Parkplatz um die Ecke ab dann Geld kostete. An dem Tag besuchten wir den Hauptbahnhof “Atocha”, den “Plaza Mayor”, den “Palacio Real” (nur von außen) und noch son bisschen Stadt. Abends haben Tina und ich dann noch etwas die Stadt bei Nacht erkundet, die aufkeimende Weihnachtsbeleuchtung bewundert, und einen Blick auf “Huertas”, die Partygegend von Madrid, geworfen, die übrigens auch bei uns um die Ecke war. Die Filialen des Corte Ingles waren am krassesten geschmückt (gut, die haben halt auch schlicht die größten Gebäude); auch in Valencia wie wir später feststellten.
Am nächsten Morgen (Freitag) parkten wir mal wieder das Auto um, weil wir zwar schon an der Uni und auch umsonst geparkt hatten, aber ziemlich versteckt und einsam. Im Prinzip haben wir das Auto jeden Tag mindestens einmal bewegt.
Mittags waren wir zuerst im “Palacio Real”, in dem man hauptsächlich protzige Räume zu sehen kriegt, danach war der weibliche Teil unserer Truppe shoppen, während ich versuchte etwas für die Uni zu tun, was dringend nötig war. Am Abend trafen wir uns mit Laura (für die, die sie nicht kennen: Sie wohnt in Getafe, einem Vorort von Madrid. Ich kenne sie, weil sie mal ein paar Jahre in Deutschland gewohnt hat und zu dieser Zeit bei uns auf dem Gymnasium war.) und ein paar ihrer Freunde und gingen - wie Laura es so nett formulierte - “Sangría saufen”. Der Laden hierfür schien tierisch beliebt zu sein, denn wir standen etwa 45 Minuten dafür an, was uns die Spanier als fix klassifizierten. Mit zehn Leuten auf einer winzigen Treppe vergeht die Zeit allerdings wie im Flug.
Endlich drin war es dann auch cool. Zwar sehr eng und so (klar), aber lustig. Der Laden hatte sogar einen Pianisten, der für Stimmung sorgte und ordentlich Applaus einheimste. Wir spielten - wie unter Spaniern üblich - ein paar kindische Saufspiele wie Stille Post (das hier Kaputtes Telefon heißt) und das mit den Händen auf dem Tisch überkreuz und reihum klopfen und so. Als man uns um zwei rauswarf, gingen wir (ohne Beatrice) die Straße entlang in einen Laden, der sehr cool dekoriert war und einer Disco etwas näher kam. Da blieben wir bis fünf oder so. (Die Spanier gingen vor uns.) Der Laden war ganz fein, wenn auch etwas teuer. Aber wir haben mit irgendwelchen Typen gequatscht, die da rumstanden, konnten also auch etwas spanisch einsetzen, obwohl diese etwas englisch und einer sogar was deutsch konnte.
Für den nächsten Tag (Samstag) hatten wir uns mittags mit Laura verabredet und wollten uns außerhalb von Madrid etwas umsehen. Eigentlich wollte Laura mit uns in den Norden in die Berge, aber da es goss wie aus Eimern entschieden wir uns für Toledo, was nur eine halbe Stunde entfernt und wirklich sehenswert ist. Wir blieben den ganzen Tag dort und obwohl das Wetter auch hier nicht berauschend war, hat sich das echt gelohnt. Das Haupt-Exportprodukt von Toledo scheinen übrigens Schwerter und sowas zu sein, denn das gab’s da an jeder Ecke zu kaufen.
Toledo ist nicht wirklich höllisch groß, aber man kann sich trotzdem sehr gut verlaufen; viel besser als in Madrid. Denn Toledo ist halt total konfuß aufgebaut, während in Madrid alles quadratisch ist.
Als wir an dem Tag endlich wieder im Apartment waren, uns für’s Abendessen eingedeckt hatten und darauf freuten, erfuhren wir von Laura, dass wir das Licht im Auto brennen gelassen hatten. Da wir am nächsten Morgen wieder nach Valencia wollten, musste also mindestens einer von uns wieder eine halbe Stunde mit der Metro durch die halbe Stadt und es ausmachen.
Wir haben dann erstmal gemütlich gegessen und lange überlegt, wie wir den Abend und nächsten Morgen organisieren, weil wir nur noch endlich viele Metro-Tickets hatten und wir für den nächsten Morgen unsere Auscheck-Zeit mit dem Wunsch der Mädels zu einem nahegelegenen Markt zu gehen vereinen mussten.
Letztendlich haben wir uns viel zu viele Gedanken gemacht, denn die Frau, von der wir unser Apartment hatten, tauchte am nächsten Morgen schlicht nicht auf und meinte, als wir sie endlich erreichten, wir sollten den Schlüssel einfach auf dem Tisch liegen lassen. Der Markt fiel auch flach, weil dieser nur morgens war und früh aufstehen dann doch niemand wollte. Wir fuhren an dem Tag noch etwas mit dem Auto durch Madrid und sahen uns um. Nach einem Besuch im “Parque del Retirdo” (der fette Park mitten in Madrid mit dem Bötchenfahr-See und so), wo Heta noch schnell eine Karrikatur von sich anfertigen ließ, ging es dann wieder nach hause.
Während ich die Hinfahrt noch alleine bestitt, weil schlicht jeder andere schlief, wechselten wir uns auf dem Rückweg ab. Abenteuerlich war noch die Rückgabe des Autos. Der Tank musste hierfür so leer wie nur möglich sein, weil wir die Tankfüllung mit bezahlt hatten. Wir waren also in Madrid einmal für 10 und in Valencia nochmal für 2 Euro tanken. Den Boardcomputer, der uns immer anzeigte, wie viele Kilometer mit dem aktuellen Tankinhalt noch drin sind, haben wir damit ganz gut verwirrt. Er zeigte zum Schluss nicht mehr wirklich verlässliche Daten an und wir mussten dem guten alten Zeiger neben der beleuchteten Zapfsäule vertrauen.
Hat aber alles super geklappt, und Tina und ich brachten unseren Freund am Montag Morgen wieder zum Fluhafen, wo wir ihn her hatten. Der Plan war Tina dann zu zeigen, wie sie von dort nach Valencia kommt, weil sie das ja tun müsste, wenn sie während unseres Süden-Trips aus Sevilla ankommt. Der Plan hat sich nun leider geändert. Bea und Tina kommen nicht mit.
Heta und ich haben uns jetzt noch jemanden aufgerissen, der mitfährt. Zur Not machen wir das dann zu dritt. Sollte also jemand von euch Anfang Dezember noch nichts vor haben, meldet euch bis morgen Abend.
Jetzt werde ich noch ein paar stressige Tage in Valencia erleben (klar, positiver Stress), in denen ich überhauptnicht alles unterkriege, was ich tun müsste/wollte und dann geht’s Freitag wieder los. Auf dem Madrid-Trip haben wir so an die 1000 Kilometer verfahren. Im Dezember werden es wohl bedeutend mehr werden. Für den Weg nach Madrid hatte ich zwei CDs gebrannt mit den aktuellen Top40 der spanischen Charts. Meiner Ansicht nach kann man sich die bedeutend besser anhören als das, was bei uns so “in” ist. Werde die Musik über Weihnachten auch mal mit nach Deutschland nehmen um euch wenn gewünscht einen Eindruck zu vermitteln.
Noch eine sehr coole Story aus Madrid: Am Samstag Abend fuhren Tina und ich wegen dieser Licht-Geschichte mit der Metro zurück zum Auto (”die Mädels” gingen schlafen) und bestritten dann (nicht nur) um Tickets zu sparen den Rückweg zu Fuß. Wir sind natürlich nicht den kürzesten Weg gelaufen und waren etwa zwei Stunden unterwegs, was sich aber gelohnt hat. Haben viele Botellons und noch einiges neues von der Stadt gesehen. Sehr geil war, dass es halt nachts um ein Uhr da noch genauso voll ist wie mittags um vier. Sehr coole Stadt; kann man nicht anders sagen. Das coolste, was wir gesehen haben: Als wir so eine größere Straße lang liefen, sahen wir ein großes Polizeiaufgebot. Insgesamt standen da nachher sechs Streifenwagen. Und es war anfangs nichts zu sehen, wofür die gut sein könnten. In Madrid gibt es natürlich auch Bus- und Taxispuren und manchmal sind die krass abgetrennt. Da stehen dann so Pfähle und Klötze auf der Straße und ein Taxifahrer hat’s wohl nicht so ganz in die Spur geschafft, denn der hatte ein paar dieser Klötze unter seinem Auto liegen, oder besser gesagt: Das Auto stand auf den Klötzen. Wir standen eine Weile dort und beobachteten wie die Fußballmannschaft angerückter Polizisten und ein paar Passanten das Taxi hochhoben und weitere Menschen die Klötze wegräumten. Leider standen wir auf der falschen Seite der sehr befahrenen Straße und bekamen dadurch kein wirklich vernünftiges Video/Foto hin. Auf dem, was wir haben, erahnt man aber zumindest schon die Größe der Aktion.
Vielleicht lass ich nochmal was von mir hören was die aktuelle Woche angeht. Spätestens wenn ich wieder in Valencia bin, gibt’s aber weitere Infos sowie Fotos und Videos .