Archive for December, 2006

Nicht weinen, Tommy

Wednesday, December 27th, 2006

Ich möchte die Geschichte eines Jungen erzählen. Eines Jungen, der am 22.12. diesen Jahres um etwa vier Uhr nachmittags mit seinem gepackten Koffer und einer frohen Erwartung seines Heimatlandes, seiner wartenden Freunde und Familienangehörigen daheim sein Haus in der Avenida de Baleares verließ, mit zwei Bussen für schlappe 2.50 EUR in über einer Stunde zum Flughafen von Valencia gelangte und dort mit weiter steigender Vorfreude die Abflughalle betrat. Er war schon oft hier gewesen, jedoch sollte er dieses Mal nicht etwa ein Auto oder Freunde abholen sondern wirklich mit einem Flugzeug wegfliegen. Stellt euch das Gesicht des armen Jungen vor als er seinen Flug nicht auf der Anzeigetafel wiederfand. Er zweifelte an allem. Ist heute der 22.? Ist es fünf Uhr nachmittags? Bin ich in Valencia? Ist dies wirklich die Abflughalle? Ist das mein Name hier auf der LTU-Reservierungsbestätigung, die ich in Händen halte? All dies ließ sich nur mit “ja” beantworten, also suchte er verzweifelt Hilfe bei den Damen an der Information. “Hm… LTU nach Düsseldorf… ja, der ging heute morgen um acht. Der ist schon weg.” Man stelle sich vor: Die bösen, bösen Menschen von LTU haben den Flug einfach auf den Morgen verlegt ohne unserem armen, armen Jungen davon zu berichten… Armer, armer Junge. :(

Die Damen und Herren am LTU-Schalter hatten selbstverständlich schon Feierabend, denn ihr Flug war ja schon seit Stunden weg. Ein Anruf bei ihnen ließ diese ihm anbieten ersatzweise am Heiligabend um 19:30 Uhr kostenlos zu fliegen, was, wie man sich vorstellen kann, keine sinnvolle Lösung darstellte. Unser armer, armer Junge wandte sich in seiner Verzweiflung also an seine nun neuen Freunde von AirBerlin. Der Flieger dieser netten Herrschaften hatte gerade seine Passagierliste geschlossen. Am gleichen Tag war es also nicht mehr möglich nach Deutschland zu kommen. Man bot ihm einen Flug am nächsten Nachmittag an für gerade mal den 2.5fachen Preis des Fluges, der am Morgen ohne ihn abgehoben war. Was blieb unserem armen, armen… armen Jungen übrig? Er ließ also sein spanisches Konto leerfegen und nahm eine neue Reservierungsnummer mit nach Hause. Zum Glück hatte er nicht das Problem sich eine Unterkunft suchen zu müssen, denn er konnte sich natürlich einfach erneut über eine Stunde in diverse Busse setzen und wieder in sein Häuschen zurückkehren. Lediglich seine Mitbewohner, denen er längst einen schönen Urlaub gewünscht hatte, reagierten etwas verwundert.

Nicht nur dass unser armer, armer Junge (Nennen wir ihn mal Tommy.) nun seine nicht minder mit Vorfreude aufgeputschten Eltern auf der Schwelle der heimischen Haustüre zurückpfeifen und bitten musste über 24 Stunden später zum Flughafen zu fahren, der neue Flug war auch eine echte Verschlechterung. Wäre Tommylein zuvor noch in schlappen 1.5 Stunden von Valencia nach Düsseldorf gelangt, so durfte er sich nun für den nächsten Tag auf eine halbe Stunde Valencia - Palma de Mallorca und weitere zwei Stunden Malle - Düsseldorf sowie eine gute Stunde Aufenthalt im Transitbereich der Traum-Insel freuen. Aber half ja alles nix, der gute Tommy musste nach hause zum Weihnachtsbaum.

Zum Glück nahm sich wenigstens eine gute Seele in Valencia seiner an, als er ihr sein Leid klagte. So verbrachte er den Abend des miesen Tages in Friederike’s und Eva’s WG, in der ein Abschiedspizzabacken stattfand, für all die anderen Leute, die am nächsten Tag fliegen würden. Natürlich checkte jeder, dem er von seinem Schicksal berichtete, sofort den eigenen Flug. :) So war also sein Abend gerettet und der arme Tommy musste sich nicht in den Schlaf weinen.

Am nächsten Morgen (grausames Schicksal) war ein Frühstück für den guten Tommy organisiert worden, bei dem er all die lieben Menschen seiner Heimat wiedersehen sollte. Dieses musste nun also ohne ihn stattfinden, was weiteres Leid und weitere Trauer in die Welt brachte. Durch die Erungenschaften unseres tollen Jahrhunderts war es diesen Menschen aber zumindest möglich unter temporärer Anwesenheit seiner Stimme zu frühstücken. Außerdem wurden auf diesem Treffen weitere Gelegenheiten ausgemacht, die Tommy mit diesen Menschen zusammenführen sollten.

Die wirkliche Rückreise nach Deutschland verlief dann vergleichsweise problemlos. Zwar musste es natürlich in der einen Stunde, in der sich unser lieber Freund auf Malle aufhielt, regnen, so dass nicht nur er selbst, sondern auch sein Koffer relativ feucht im Flugzeug ankamen, und natürlich war das Flugzeug angefüllt mir nervigen deutschen Ballermann-Touristen, aber man wird ja bescheiden nach solch einem Erlebnis.
Noch was: Als das Koffer in Düsseldorf ankam, fehlten einer der Zigaretten-Stangen, die Tommy genötigt wurde für seine Eltern mitzubringen, zwei Schachteln. Da hatte also einer der Kofferschmeißer das mit dem Trinkgeld selbst in die Hand genommen. Wir leben in einer schlimmen Welt.

Aber die Hauptsache ist, dass der gute Tommy heil in Deutschland angekommen ist und ein sehr schönes Weihnachtsfest verleben konnte. Nun wird sein Terminkalender voller und voller mit all den Menschen, die er noch sehen möchte, bevor er sich wieder für ein paar Monate außer Landes begibt.

Driving Home for Christmas

Thursday, December 21st, 2006

Vielleicht fragt ihr euch ja, wie meine letzten Tage in diesem Jahr in Spanien so aussehen. Vielleicht interessiert das auch keinen, aber ich hab Bock es aufzuschreiben, also tu ich einfach mal so.

Also die letzten Tage waren etwas stressig. Die Arbeit für die Uni konzentriert sich zur Zeit etwas, weil die Abgabe-Termine und auch die Klausuren näher rücken. Außerdem hab ich mittlerweile drei Tandem-Partner durch den AEGEE zugewiesen bekommen (zwei für deutsch, einen für englisch), mit denen man sich gerne mindestens einmal die Woche treffen möchte. Und dann kommen natürlich noch die ganzen feinen Termine dazu wie Koch-Abende etc.

Letzten Donnerstag z.b. (der Tag nach dem Dinner mit den ganzen Franzosen) haben wir (Heta, Isabel, Sandra, Bea und ich; Bea hatte außerdem noch ihren Freund Mirko zu Besuch) Käse-Fondue gemacht. Sehr coole Sache, muss ich sagen. Wir haben dabei Weihnachtsmusik gehört und Glühwein getrunken. War schon ein klein wenig Weihnachtsstimmung.

Am Freitag wollte Heta für uns (die gleichen plus Peter; der Typ, der mit in Andalusien war) eine Alkohol-Vernichtungsparty schmeißen, da sie im Februar (jaja, schon seeehr bald) wieder nach Finnland geht und den ganzen Stoff, der sich durch ihren Geburtstag und den Besuch diverser Freunde so angesammelt hat, nicht wegschütten will. Wir trafen uns also und bestellten erstmal bei dem göttlichen Chinesen bei ihr um die Ecke Essen, was sich natürlich nach spanischer Sitte alles sehr lange hinzog. Nach dem Wein zum Essen wollten wir dann zum richtigen Alkohol übergehen. Unser Problem war allerdings die schon öfter problematisch gewesene Mitbewohnerin aus Dänemark. Diese hatte nämlich ihren Rückflug für den nächsten Tag gebucht und musste um vier in der Nacht das Haus verlassen. Da sie uns um wenigstens ein paar Stunden Schlaf bat (und scheinbar sehr, sehr empfindlich ist was Geräusche im Haus angeht), zogen wir schon um zwölf los (nachdem wir kaum Alkohol vernichtet hatten) und gingen in einen Irish Pub. Eigentlich wollten wir an dem Abend (nach der Vernichtung) so richtig einen drauf machen, aber dafür war die Stimmung nicht entsprechend, also ging es nach einer Runde im Pub nach hause.
Wir nahmen uns vor im Januar, wenn wir alle wieder hier sind, einen weiteren Versuch zu starten. Dann so bald wie möglich, damit wir eine weitere Chance haben, wenn das wieder schief gehen sollte. :)

Samstag Abend war Plätzchenbacken angesagt in der Bude von Friederike, Eva, Chris und Miguel. Hier kam schon etwas mehr Weihnachtsstimmung auf, denn diese ist fein dekoriert, und es gibt sogar einen kleinen Baum. Dazu wieder Weihnachtsmucke und natürlich Glühwein, für den wir allerdings Sangría verwenden mussten. Als Miguel (der Spanier der WG) sah, dass wir das Zeug kochten, ist er fast übergeschnappt. Als er später probierte (natürlich mit Schuss - irgendeinem Rum), meinte er sowas wie: “Schmeckt echt gut und haut wohl rein. Ihr Deutschen habt das raus.” :) Zur Zubereitung hatten wir sogar (denn Marco hatte seinen Besuch aus Deutschland mitgebracht) so Teebeutelchen mit Glühwein-Gewürzmischung dabei. Tipp an dieser Stelle: Wenn du die Schnur mit dem Schildchen eines teebeutelähnlichen Gebildes über den Topfrand baumeln lässt, hast du nicht lange Spaß daran, wenn dieser auf einem Gasherd steht.
Ein weiteres Mitbringsel unseres Gastes aus Deutschland war Brause, die wir mit Vodka kombinierten. Auch dies eine neue Erfahrung für Miguel und seine Freundin, jedoch keine schlechte.
Das Essen der Plätzchen stand an dem Abend gar nicht so im Vordergrund, eher das Herstellen. Wir hatten etwas Lebensmittelfarbe da, was den Spaßfaktor noch exponentiell ansteigen ließ. Wir formten dann Dinge wie die spanische Flagge, einen Hot Dog (So ein Ding nennt man hier übrigens “perrito caliente”, was wirklich “heißes Hündchen” bedeutet.) und sowas in der Art. Unser Meisterstück war ein Hamburger, der so an die 5cm hoch wurde. Sprachmäßig war der Abend nicht herausragend, weil bis auf Miguel und seine Freundin, die nicht wirklich teilnahmen, ausschließlich Deutsche anwesend waren.
Nachdem wir dann ne ganze Weile gut gebechert hatten, war es irgendwann Zeit zu gehen (Ich hatte mich am nächsten Morgen um elf in der Uni verabredet.) und ich lief mit Marco und seinem deutschen Besuch (beide auch aus Aachen) los. Kein Schimmer, wie lange wir unterwegs waren. Von der Distanz her müssen es über 1.5 Stunden gewesen sein. Die Straßen werden niemandem was sagen, aber der Bus braucht dorthin so 45 Minuten mit etwas Verkehr. Marco (der von uns dreien am nüchternsten war) dachte, das wäre ne gute Gelegenheit um mal ein paar neue Gegenden von Valencia zu erkunden. So lernten wir ein paar Straßen kennen, in denen wir zuvor noch nie waren. Aber wir kamen ohne merkliche Umwege alle zu hause an und die Folgen am nächsten Morgen hielten sich durchaus in Grenzen. Alles in allem also ein gelungener Abend.

Am Sonntag waren wir (Heta, Isabel, Bea, Mirko und ich) im Zirkus. War ich ja schon seit Jahren nicht mehr. Das war auch ganz fein. Wir standen leider zuerst ne ganze Weile vor der Tür und die Schlange dort war wirklich lang, aber als die Tür dann auf war, ging’s ganz fix rein. Es gab etwas Verwirrung mit den Sitzplätzen, weil die Einweiser selbst nicht alle Bescheid wussten, wo wir hin mussten. Die Show selbst war aber sehenswert. Leider durfte man keine Fotos machen.
Die restliche Zeit des Wochenendes verbrachte ich in der Uni und arbeitete mit Jakob (einem Dänen) an den praktischen Aufgabe für meine Vorlesung “Neuronale Netze”. Cool ist da, dass man auch am Wochenende auf den Campus und in die Bibliothek kommt. Allerdings auch nur dorthin. Wenn man irgendwo anders rumläuft, kommt direkt ein Sicherheitsmann und fragt, wo man denn hin will. :) Aber immerhin. Man kann arbeiten, das hat was. Blöd wird’s, wenn man was zu essen braucht. Das bringt man sich besser mit, denn auf dem Campus bekommt man dann nix und in der Nähe des Campus gibt es auch verdammt wenig, wie wir festgestellt haben. Außerdem machen die Spanier ja (nach)mittags auch bei Kaiserwetter mal gerne alles zu.
Diese Woche war nicht ganz so voll. Am Montag waren wir mit unserer Netzwerk-Vorlesung im Rechenzentrum der Uni und haben eine Führung genossen. Ich hab den Typen davon sogar einigermaßen verstanden und war beeindruckt vom Uni-Netz. Als wir dann im Server-Raum standen, wo es kalt und sehr laut war, war nicht mehr ganz so viel mit verstehen, aber auch das war interessant. Habe noch nie so viele Kabel, Stecker, Knöpfe und Lämpchen auf einem Haufen gesehen. :)

Am Dienstag Morgen hatte ich das Examen des Spanisch-Kurses der Uni. Ich hoffe mal, das ist gut gelaufen, damit ich im nächsten Semester in einen höheren Kurs gehen kann.
Ansonsten hab ich mich in diesen Tagen noch mit einem Projekt für das Fach “Echtzeit-Systeme” beschäftigt. Wir müssen dort eine Software schreiben, mit der man einen Roboter ansteuern kann (quasi Taste gedrückt halten und Teil bewegt sich irgendwie). Man muss außerdem eine eingenommene Position speichern und später wieder abrufen können. Interessante Sache an sich. Blöd ist, dass wir das mit Ada machen müssen, von dem niemand in unserer Gruppe Ahnung hat. Auch hier liegt also etwas Arbeit vor uns, aber die ist zu bewältigen.

Und jetzt für die, die durchgehalten haben, noch was Witziges zum Schluss: Ich war gestern im Corte Ingles hier um die Ecke um noch ein bisschen was zu kaufen, was man an Weihnachten anderen Menschen so in die Hand drücken könnte. Dort war ich unter anderem in der CD-Abteilung und hab mich umgesehen. Hier gibt es ja eigene Regale für spanische und andere für internationale Musik. In großen Läden wie diesem außerdem welche für nicht-englisch und nicht-spanische Musik. In diesen suchte ich nach deutscher Musik und fand exakt eine CD. Es war (Ich hoffe, ihr sitzt gut.) “Schrei” von Tokio Hotel. Ich war fast soweit den Vorschlag des Titels zu beherzigen. Wenn das das Einzige ist, was die hier von Deutschlands Musik kennen, dann kann ich von nun an hier keinem Spanier mehr in die Augen sehen.

Nunja, ich hab alle Geschenke beisammen und es bleibt nur noch meinen Koffer zuende zu packen und ihn zum Flughafen zu tragen. Ich kann es noch kaum glauben, dass es morgen losgeht. Ich freu mich tierisch auf Deutschland und das nicht nur weil die wissen, wie man anständige Heizungen baut. Ich freu mich darauf möglichst viele von euch wiederzusehen und ein paar Dinge zu genießen, die ich hier vermisse (ne anständige Pizza z.b.).
Also ab Samstag könnt ihr für zwei Wochen wieder meine deutsche Handy-Nummer zumüllen oder meine Gocher Festnetznummer gebrauchen. Mein Telefon dort ist bestimmt schon eingestaubt.

Dejenigen, die ich nicht zu sehen bekomme, wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und einen tollen Start ins neue Jahr!

Hoffentlich bis bald.

Die anderen können das alles besser. :(

Thursday, December 14th, 2006

Ich sitze mal wieder in einem höllisch uninteressanten und unwichtigen Praktikum, habe also etwas Zeit ein paar Zeilen loszuwerden. Ich habe bestimmt mal erwähnt, dass ich hier an der Uni einen Spanisch-Kurs besuche. Der bringt nicht so höllisch viel, aber ist umsonst und manchmal ganz nett. Vor allem, wenn jemand aus der Runde auf die Idee kommt ein Treffen außerhalb der Kursstunden zu organisieren, wie es Damien (ein Franzose) diese Woche tat. Somit trafen sich gestern abend 11 Menschen aus dem Kurs in einem Restaurant zum Essen. Das Restaurant an sich konnte nicht so höllisch überzeugen, aber das Treffen war fein. Obwohl in dem Kurs ne Menge Nationalitäten rumrennen, waren gestern irgendwie nur Franzosen und Deutsche anwesend. Positiv: Es war das erste Treffen von Erasmuslern hier, auf dem nicht ein Wort Englisch gesprochen wurde; ausschließlich spanisch, deutsch und französisch, wobei mich das letzte etwas ausgrenzte, weil ich wohl der einzige an dem Tisch war, der kein Wort Französisch sprach. In der Regel war es aber halt spanisch, was mir dann gezeigt hat, dass die das da alle besser draufhaben als ich. Meine Vermutung, dass ich nicht in die Sprach-Kurse gehöre, in denen ich sitze, erhielt also neue Nahrung. Gut, für Franzosen ist es auch einfacher, weil viele Wörter nahezu gleich sind und so, aber trotzdem haben die’s irgendwie besser angepackt als ich. Manche hatten natürlich so Vorteile wie z.b. mit drei Spaniern zusammen zu wohnen oder nen Job an der Uni zu haben mit nem Chef, der nur mieses Englisch spricht, aber es läuft immer wieder auf das Gleiche raus. Man muss sich zwingen in jeder nur erdenklichen Gelegenheit Spanisch zu sprechen, was vielen (wie mir) nicht leicht fällt. Aber ich hab ja noch etwas Zeit daran zu arbeiten und ich hab Tandem-Partner und all sowas. Also das kann noch werden. Julia z.b., die auch dort war, war schon etwas deprimiert, dass sie die Zeit nicht effizient genug genutzt hat.

Interessant auch, dass ich durch das Treffen irgendwie Bock bekommen hab Französisch zu lernen, obwohl mich die Sprache oder das Land vorher gar nicht interessiert haben, und das lag nicht nur an der Französin, die dort zugegen war. :) Die konnte sogar Deutsch. Und das war die, die hier mit einem Wissen von vier Wörtern Spanisch herkam und das mittlerweile ziemlich gut spricht. Die hat’s richtig gemacht.

Niemand spricht mehr deine Sprache… wieder daheim (Süden-Tour 8)

Tuesday, December 12th, 2006

So, wieder im Lande und natürlich schon wieder kaum Zeit zu schreiben. Ich hab auf der Reise ab und an mal was verfasst, was ihr nun hier lesen könnt. Also blättert mal etwas zurück und fangt “vorne” an, bevor ihr weiterlest (Bei “Süden-Tour 1″).

Das Ende der Reise:
In Torrevieja frühstückten wir am Hafen in der Sonne und gingen dann etwas einen riiiiiesen Steg entlang. Der ging ewig weit ins Wasser und da das Wetter zwar schön aussah, aber trotzdem sehr kalt war (weil windig), gingen wir nur ein Stück. Den Park, der uns empfohlen wurde, fanden wir zwar, aber wirklich spektakulär war der wohl nicht. Es gab einen Aussichtsturm, in dem man mit ner Kamera war rumgucken konnte (mit Zoom; lustiges Spielzeug) und damit hatten wir dann auch alles gesehen. Auf einen 3km-Marsch um den See rum verzichteten wir, weil wir ja auch noch anderes sehen wollten auf dem Weg nach Valencia. Zunächst fuhren wir nach Alicante, was aber recht uninteressant erschien. Alles war zu, die Altstadt weit weg, wie hatten keinen Stadtplan (Sonntags hat sogar der Corte Ingles zu.) und auch nicht mehr wirklich Bock uns was anzusehen. Kurz vor Valencia (oder eher neben Valencia) machten wir dann noch fix Halt an der Formel 1-Strecke in Cheste. Dort ging an dem Tag scheinbar irgendwas Motorradmäßiges ab, was die aber schon wieder am einpacken waren. Trotzdem konnten wir uns durch eine Garage reinschleichen und einen Blick auf die Strecke werfen. Wäre schön gewesen etwas Action zu erleben, aber immerhin hab ich jetzt mal an einer Formel 1-Teststrecke gestanden. :)

Nun liegt dieses Highlight meines Aufenthalts also hinter mir und ich bin froh das gemacht zu haben. Ich habe viel gesehen und erlebt und wenn ich jetzt noch irgendwann mal eine Tour durch den Norden machen sollte, kenne ich mich in Spanien vermutlich weit besser aus als in Deutschland. Der übliche Effekt: Wenn man nur zu Besuch ist, guckt man sich viel gründlicher um. Ich habe nun fast ganz Andalusien gesehen. Wir waren bis auf eine in jeder Provinz Andalusiens und haben in den meisten sogar übernachtet. In den zehn Tagen haben wir ziemlich genau 2.400 Kilometer zurückgelegt, von denen ich vermutlich so 1.500 selbst gefahren bin. Es hat alles irre Spaß gemacht und war sehr interessant. Was mir auch Spanier hier bestätigt haben: Der andalusische Akzent ist echt krass. In der Gegend scheint man was gegen das S zu haben, denn es wird einfach nicht ausgesprochen. Man spricht dort z.b. “vamo” statt “vamos” oder “ma lejo” statt “mas lejos”. Da die spanischen Verbformen für die zweite Person (die man halt oft gebraucht, wenn man miteinander spricht) alle ein S am Ende tragen, klang das alles auch etwas komisch. :) Aber wir haben es überlebt und wir kamen überall klar. Da die Gegend sehr turistenbeliebt ist, spricht man an nicht wenigen Orten ja englisch oder sogar deutsch, was teilweise echt nervt, wenn man mal das Land Spanien wirklich erleben will. Da war es schon ein gutes Gefühl wieder zu hause zu sein, denn in der Provinz Valencia findet man nirgens ein englisches oder deutsches Wort an der Wand. Hier ist alles, wenn man Glück hat, in Spanisch oder eben Valenciano. Daran hab ich mich gewöhnt, und das hab ich unterwegs irgendwie vermisst, so bekloppt ich diese Zweisprachigkeit auch finde.
Nun stehen erstmal noch zwei Wochen Vorlesungen und all das an, in denen ich bestimmt nicht viel Zeit haben werde, und dann geht’s nach Deutschland. Werde vom 22.12. bis zum 7.1. dort sein. Also lasst mich wissen, wo ihr seid, dann überbrücken wir vielleicht auch noch die letzten Kilometer.

Endlich wieder Pasta (Süden-Tour 7)

Sunday, December 10th, 2006

Jep, gestern abend war sehr fein. Wir bekamen an der Rezeption einen Stadtplan (Torrevieja ist etwas klein für einen Corte Ingles.) und ein gutes italienisches Restaurant genannt, denn wir wollten endlich mal wieder Pasta essen, was bei uns schon ne ganze Weile her ist. Der Laden war dann auch gar nicht so weit weg und richtig, richtig gut. Er war sogar richtig nett weihnachtlich dekoriert mit anständigem Baum und allem. Wirklich Weihnachtsstimmung kam aber auch hier nicht auf. Das Essen war reichhaltig und echt gut, und wir blieben noch eine Weile um die verschiedenen Absteigen, in denen wir auf unserer Reise residierten, zu bewerten. Das war ein irre lustiges Unterfangen, weil wir uns dadurch an viele herausragende Dinge (positiv wie negativ, sprich schöne und lustige) des Trips zurückerinnerten.

Heute werden wir uns den Hafen und einen mutmaßlich feinen Park hier in Torrevieja ansehen und dann über Alicante (mit nem kleinen Zwischenstopp) zurück nach Valencia fahren. Weit ist es nicht mehr. Weniger als 300km dürften noch vor uns liegen. Das mag weit klingen, aber da wir gestern etwa bei Murcia die 2000km-Marke gerissen haben, ist das für uns nur noch ein Katzensprung.

Die erste Hälfte der Tour war die bessere. (Süden-Tour 6)

Saturday, December 9th, 2006

O…K… man kann sich also nicht einfach ne größere Stadt Spaniens auspicken, besuchen und was erwarten. Granada sagte uns nicht wirklich zu. Es mag an dem miesen Abend zuvor gelegen haben, an dem wir uns eine Bleibe suchen mussten, aber die Stadt kommt nicht so gut an. Wir wollten dann zumindest DIE Attraktion mitnehmen (Alhambra) und fuhren hin. Nachdem wir mit viel Glück noch Platz auf dem Parkplatz fanden, stellten wir uns an die vielleicht 100 Meter lange Warteschlange an der Kasse. Auf Nachfrage erfuhren wir dann, dass der Eintritt 10 Euro kosten sollte. Außerdem wurde in diesem Moment gerade durchgesagt, dass alle Eintrittskarten für den Morgen ausverkauft seien und es noch knapp 150 für den Nachmittag (der erst in ein paar Stunden begann) gab. Da der Parkplatz 1,45 EUR die Stunde kostete und sicherlich mehr als 150 Menschen vor uns in der Schlange standen, entschieden wir uns zu gehen und direkt nach Murcia zu fahren. 270km später fanden wir dort erstaunlich schnell einen Parkplatz und wollten dann etwas von der Stadt sehen. Das Turistinfo-Büro hatte selbstverständlich geschlossen. Wer erwartet auch schon an einem Samstag Turisten in der Stadt. Überhaupt war ziemlich wenig geöffnet. In Sevilla hat das zwar tierisch genervt, aber ich fänd’s schon sinnvoller durch die Woche mal was zu zu machen. Und wie wir in Granada gesehen haben (wo hingegen alles offen war), sind die Spanier ja an diesem Wochenende überall auf Reisen. Nun ja, zum Glück gibt es in jeder größeren Stadt immer die Option in einen Corte Ingles zu latschen und sich deren Stadtplan abzuholen. Die Läden von denen fallen - gerade zur Vorweihnachtszeit - auch gar nicht so wenig auf. Wir gingen dann die meisten der in dem Plan vergrößert dargestellten Gebäude ab, von denen nur die Katedrale wirklich Eindruck machte. Zumindest von außen (Natürlich war die geschlossen.) bestimmt die Schönste unserer Reise. Von innen wird die in Seville wohl cooler sein.

Von Murcia ging’s nach Torrevieja, wo wir auch recht gut ohne jeden Plan unser Hotel fanden, was sogar einen richtig ordentlichen Eindruck macht. Mal sehen, was heute noch passiert. Ist ja noch recht früh. Morgen steht dann die letzte Etape an. Wir befinden uns zwar in der Provinz Alicante, jedoch bereits in der Comunidad Valencia. Die Provinz Valencia (die auch die Stadt Valencia enthält) ist nebenan. Auf dem Weg zu dieser Stadt werden wir uns vermutlich noch Alicante ansehen.

Die Geschichte von zwei Calahondas (Süden-Tour 5)

Saturday, December 9th, 2006

Wir sind in Granada. Unser Plan hat sich etwas geändert… leider. Zunächst waren wir in der Sierra Nevada, was unglaublich gut war. Auf der Straße dorthin (die etwas ausgereifter ist als die nach Ronda) bringt man in einigen Minuten mal eben 1000 Höhenmeter hinter sich. Wir fuhren so weit man mit dem Auto kam. Das war bis zu einer Ansammlung von Verkaufsständen auf 2.550 Meter Höhe. Wir spazierten dann noch ein bisschen weiter zu einem Häuschen auf einem Berg um uns ein bisschen kletterisch zu betätigen. Letztendlich standen wir also wohl so auf 2.600 Metern. Die Erfahrung war schon krass, vor ein paar Stunden noch im T-Shirt in Marbella am Strand gestanden zu haben und nun mit allem, was man so anziehen konnte, (Wirkliche Winter-Klamotten hatt hier ja keiner mit.) in der Sierra Nevada im Schnee (!) rumzuklettern. Aber die Aussicht dort (auf dem Weg und auf dem Gipfel) war wirklich super. Das irre war: Immer, wenn grad mal wieder ne Wolke vorbeikam, sah man nichts, also wirklich gar nichts. Aber wenn die Wolke vorbeizog, konnte man bis werweisswo sehen. Wir taten, was wir konnten, aber ich fürchte, auf Fotos und Videos kommt das bei weitem nicht so krass rüber.

Wir machten das Sierra Nevada-Ding zuerst (bevor wir uns mit Granada beschäftigten), weil wir im Tageslicht in die Berge wollten. Wir kamen dann also wieder runter und fuhren nach Granada um… nein, nicht um uns die Stadt anzusehen. Das war die Planänderung. Wir hatten für letzte Nacht ein Hostal in Calahonda gebucht, was etwas südlich von Granada an der Küste liegt, denn in Granada selbst war für den gestrigen Tag, der in Spanien Feiertag ist (zur Zeit ist hier langes Wochenende, eine so genannte “puente” - Brücke), nichts zu kriegen. Nun sahen wir durch Zufall (und zum Glück!) auf dem Weg von Marbella nach Granada, dass es in der Nähe von Marbella noch ein Calahonda gibt. Ein Anruf bei dem Hostal bestätigte dann, dass wir tatsächlich in dem falschen Ort was gebucht hatten. Und von Granada für die Nacht nach Fast-Marbella zurück zu fahren hätte keinen Sinn gemacht. Also mussten wir uns nahe Granada was Neues suchen. Somit verbrachten wir große Teile des gestrigen Abends eben damit. Die Turisten-Information hat feiertags natürlich quasi kaum auf und jedes Hotel/Hostal, in dem wir nachfragten oder das wir anriefen, teilte uns mit, dass sie völlig ausgebucht seien und es am heutigen Tag wirklich schwierig wäre was zu finden. Selbst in kleineren Vororten war nix mehr zu machen. Wir hätten wohl echt weit fahren müssen um aus dem Rummel raus zu kommen. Spanier scheinen an Feiertagen ohne Grund einfach mal so durch ihr Land zu reisen. Ins Ausland fahren die nie. Wir hatten allerdings Glück, dass wir nun in einem Hostal (sogar sehr zentral gelegen) was gefunden haben, weil ein paar andere Gäste nicht erschienen sind. Der Laden hier ist zwar noch mieser als der, in dem ich in meiner ersten Woche in Valencia schlief (hätte nicht gedacht, dass das geht), aber immerhin mussten wir nicht auf der Straße schlafen.

Für heute steht ein bisschen was an. Wir werden zunächst mal versuchen was von Granada zu sehen, weil das ja gestern ins Wasser fiel. Dann geht’s weiter Richtung Murcia und dann werden wir in Torrevieja (was in der Nähe davon an der Küste liegt und was es hoffentlich nur einmal gibt) nächtigen. Dann wird wohl morgen Murcia auf dem Programm stehen und die Rückreise nach Valencia, was dann nicht mehr so weit ist. Das Ende ist also schon sehr gut abzusehen, was schade ist. Aber ich freu mich auch mal wieder auf Valencia und natürlich auf Deutschland ein bisschen später.

Der Anti-Tipp: Marbella (Süden-Tour 4)

Friday, December 8th, 2006

Jep, Marbella ist Turismus pur. Schrecklich! Es ist die typische Costa del Sol-Stadt. Wir wären besser noch einen Tag länger in Cádiz geblieben und hätten hier dafür nur kurz Halt gemacht, aber sowas weiß man ja vorher nie so genau. Immerhin hat uns die Dame im Turisten-Büro gesagt, dass es sich lohnt nach Ronda zu fahren, was so 50km von hier in den Bergen liegt und angeblich das älteste Städtchen der Provinz ist oder sowas. Alles wird einem hier immer als ältestes, wichtigstes, größtes oder werweißwastes verkauft, aber naja. Wir machten also einen Tagesausflug nach Ronda, was sich wirklich lohnt. Das Städchen ist eher klein, man kriegt die Sehenswürdigkeiten fix durch, aber es ist wirklich schön und die Aussicht ist atemberaubend. Von fast überall hat man eine super Sicht auf die umliegenden Berge und Täler. Man fährt dorthin auch gut ne Stunde durch kurvige Passstraßen, was ebenfalls Laune macht. Bisschen blöd war, dass wir genau zur Rush Hour hin- und zu einer anderen Rush-Hour wieder zurück fuhren. Blöd war auch, dass wir in Ronda für unseren Parkplatz teuer Geld zahlen mussten. Man rechnete dort 3cent/Minute ab. Man stelle sich vor: In den größten Metropolen Spaniens finden wir immer was, das nie mehr als nen Euro für den ganzen Tag gekostet hat, den man dem netten Herren zusteckt, der einen einweist. Wir fanden kostenlose Parkplätze in Madrid, Barcelona, Valencia, … aber kaum fahren wir mal ins Nichts in die Berge, ist das nicht mehr drin. Ronda ist eben auch gut besucht von Turisten, aber es ließ sich noch sehr gut aushalten.

Wieder in Marbella war es nicht ganz trivial was für den Abend zu finden, denn wirklich viel interessantes kann man hier ja nicht machen außer essen. Wir entschieden uns dann dafür uns den neuen Bond im Kino anzusehen (Casino Royal), und obwohl ich kaum was verstanden habe, (Das Wesentliche ist bei Bond ja immer recht klar.) fand ich den Film wirklich gut. Ich glaub, es war der realistischste Bond, den ich kenne. Es gab keine unsichtbaren Autos, keine sich tot stellen könnenden Menschen, keine Laserwaffen im All, … natürlich kann man den leicht unrealistischen Bond-kann-und-übelebt-alles-Part nicht weglassen, aber das war OK. Wirklich ein netter Film. Vielleicht seh ich ihn mir irgendwann nochmal in einer Sprache an, die ich verstehe um zu hören, warum all die Menschen draufgehen mussten.

Heute verlassen wir dann Marbella, (Niemand weint ihr eine Träne nach.) und es geht nach Granada in die Sierra Nevada. Dorthin (und von dort weg) nehmen wir die höchste Landstraße Europas.

Ausreiseverweigerung (Süden-Tour 3)

Thursday, December 7th, 2006

Wir waren nicht in Gibraltar. :( Bis La Línea sind wir gekommen, das liegt kurz vor Gibraltar und gehört noch den Spaniern. Wenn man weiter will, steht dort ein Grenzposten, denn Gibraltar ist Teil Großbrittaniens. Mit dem Auto nach Gibraltar zu fahren ist ne ganz blöde Idee. Man steht den halben Tag an, zumindest zu der Zeit, zu der wir dort ankamen. Also haben wir für zwei Euro ein Park-Ticket gekauft und wollten zu Fuß rüber. Das Blöde war eben, dass Heta ihren Ausweis nicht dabei hatte und man ohne nicht über die Grenze darf. Mit dem Führerschein wollte sich der Herr im Häuschen nicht zufrieden geben. Heta meinte zwar, Peter und ich sollten alleine gehen, aber das wär schon was blöd gewesen. Also sind wir etwas in La Línea die Straße lang gelaufen auf der Suche nach nem Käffchen, was wir dann im Cafe eines Vier-Sterne-Hotels fanden (was gar nicht teuer war). Danach fuhren wir dann auch schon nach Marbella, weil es in La Línea nichts zu sehen gibt, was man nicht auch in jeder anderen spanischen Stadt finden würde.

Nun sind wir in Marbella, was eine recht nette, jedoch turistenüberlaufene Stadt zu sein scheint. Es dauerte ewig unser Hostal hier zu finden, weil man dort nicht mit dem Auto hinkommt und hier Leute, die einem sagen wollen, wo es langgeht, mit “die nächste links” immer sowas wie “eine der folgenden links oder auch rechts” zu meinen scheinen. Heute werden wir uns dann mal die Stadt ansehen und schauen, was man hier in der Umgebung noch so erleben kann.
Gestern abend waren wir in einer sehr coolen Tapas-Bar. Man saß dort am Tisch und immer mal wieder kamen Kellner mit Tapas auf Tablettes heran, von denen man sich was runternehmen konnte. Bezahlt wurde dann aufgrund der Stäbchen, die sich auf deinem Tisch ansammelten und die in jedem Häppchen steckten.
Unser Hostal ist ganz OK. Ein paar Kuriositäten muss man in Spanien wohl immer erdulden. So ist unsere Badezimmertür beispielsweise großzügig mit Fenstern ausgestattet, die man vom Rest des Zimmers aus gut einsehen kann. Außerdem ist der Dusch-Vorhang viel zu kurz, so dass nach jedem Duschen alles unter Wasser steht. Aber durch sowas wird halt Kreativität und Improvisation geschult (und sorgt für lustige Erinnerungen). :)

Es weihnachtet nicht sehr. (Süden-Tour 2)

Wednesday, December 6th, 2006

Der Plaza de España ist auch bei Dunkelheit schön, allerdings geschlossen. Hmpf. Wir sind wohl über ne Stunde durch die Stadt gelaufen um ein Restaurant zu finden, wo wir was essen können. Immer wieder haben wir Leute gefragt und immer wieder scheiterte es daran… dass Montag war. :) Wir haben es dann doch noch in einen Laden geschafft, wo wir ne Viertelstunde bevor die Küche schloss gerade noch was zu essen bekamen. Danach wollten wir dann noch irgendwohin, wo wir Flamenco erleben konnten. Uns wurde ein Laden genannt, den wir dann sogar irgendwann fanden (als Flamenco aber natürlich schon längst vorbei war). Es gibt übrigens scheinbar auch ein Agua de Sevilla, welches weit sprittiger ist als das Agua de Valencia, aber leider haben wir es nicht geschafft es zu kosten.
Am Mittwoch sahen wr uns zwei Städtchen nahe Sevilla an, die uns im Turisten-Büro empfohlen wurden. Das erste war Santipoce, welches uns als wichtigster Ort der alten Römer in der Provinz Sevilla verkauft wurde. Wirklich beeindruckendes gab es dort leider nicht zu sehen, und wir wären um ein Haar völlig durchnässt worden vom Regen, der plötzlich und irre heftig einsetzte. Der zweite Ort (Carmona) war weit sehenswerter und wir verbrachten ne ganze Weile dort bis es dann weiter ging nach Cádiz. Eigentlich wollten wir uns auf dem Weg dorthin noch die Formel 1-Rennstrecke in Jerez ansehen, aber da es schon dunkel war, verschoben wir das auf den nächsten Tag (an dem wir es dann aber doch sein ließen). [Nachtrag: Am nächsten Tag in Marbella las Heta im Internet, dass gerade an diesem Tag auf der Strecke ein großes Event mit McLaren stattfand. Wer weiß, ob wir dann dort rein gekommen wäre, aber das hätte schon was gehabt. Echt schade, dass wir nicht dort waren. Vielleicht ja, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin. :) ] In Cádiz wohnten wir in einem feinen Hotel mitten in der Stadt, hatten aber leider nur Zeit am Abend was zu essen und einen kurzen Blick auf die Stadt zu werfen. Heute Morgen gaben wir uns dann noch die Cámara Oscura im Torre Tavira. Das Teil ist wirklich ne coole Sache. Man steht in diesem Turm, auf dem ein Spiegel und ein paar Linsen angebracht sind, die etwas auf einen Schirm projezieren. Dadurch kann man dort von oben (live) einen Blick auf die ganze Stadt werfen. Eine Dame steht dann daneben und erzählt was zu den Gebäuden, die man sieht. Eine sehr coole Erfahrung und weit besser als mit nem Bus durch die Stadt zu fahren. Und man sieht halt nicht nur ein Video von der Stadt, sondern wirklich ein Live-Bild, sieht Leute auf ihren Dächern Wäsche aufhängen und sowas. :) Durch dieses Event sahen wir dann, dass Cádiz wohl leider doch einiges Sehenswertes hat, was wir uns leider nicht mehr ansehen konnten. Wir warfen noch einen kurzen Blick auf den Strand, der recht fein ist und an dem es ziemlich hohe Wellen gab (Atlantik halt), und sind nun auf dem Weg nach Tarifa, was an dem südlichsten Zipfelchen Spaniens liegt. Von da geht’s dann über Gibraltar nach Marbella.

Es ist krass, dass der Trip schon halb rum ist. Auf jeden Fall eine tolle Erfahrung. Da heute der 6. Dezember ist und die Spanier ja schon seit ner Woche oder so überall Weihnachtsdekoration hängen haben, wollten wir uns auch mal ein bisschen in Vorweihnachtsstimmung versetzen (weil das ja von selbst so schwer passiert bei 20° und Sonnenschein) und hören nun im Auto etwas Weihnachtsmusik. :) Es funktioniert relativ schlecht. Zwar ist das cool so durch Spaniens Straßen zu fahren, aber in Weihnachtsstimmung werden wir wohl erst in der Sekunde versetzt, in der wir in unserem Heimatland ankommen und uns irgendwas abfrieren.