Die Geschichte von zwei Calahondas (Süden-Tour 5)
Wir sind in Granada. Unser Plan hat sich etwas geändert… leider. Zunächst waren wir in der Sierra Nevada, was unglaublich gut war. Auf der Straße dorthin (die etwas ausgereifter ist als die nach Ronda) bringt man in einigen Minuten mal eben 1000 Höhenmeter hinter sich. Wir fuhren so weit man mit dem Auto kam. Das war bis zu einer Ansammlung von Verkaufsständen auf 2.550 Meter Höhe. Wir spazierten dann noch ein bisschen weiter zu einem Häuschen auf einem Berg um uns ein bisschen kletterisch zu betätigen. Letztendlich standen wir also wohl so auf 2.600 Metern. Die Erfahrung war schon krass, vor ein paar Stunden noch im T-Shirt in Marbella am Strand gestanden zu haben und nun mit allem, was man so anziehen konnte, (Wirkliche Winter-Klamotten hatt hier ja keiner mit.) in der Sierra Nevada im Schnee (!) rumzuklettern. Aber die Aussicht dort (auf dem Weg und auf dem Gipfel) war wirklich super. Das irre war: Immer, wenn grad mal wieder ne Wolke vorbeikam, sah man nichts, also wirklich gar nichts. Aber wenn die Wolke vorbeizog, konnte man bis werweisswo sehen. Wir taten, was wir konnten, aber ich fürchte, auf Fotos und Videos kommt das bei weitem nicht so krass rüber.
Wir machten das Sierra Nevada-Ding zuerst (bevor wir uns mit Granada beschäftigten), weil wir im Tageslicht in die Berge wollten. Wir kamen dann also wieder runter und fuhren nach Granada um… nein, nicht um uns die Stadt anzusehen. Das war die Planänderung. Wir hatten für letzte Nacht ein Hostal in Calahonda gebucht, was etwas südlich von Granada an der Küste liegt, denn in Granada selbst war für den gestrigen Tag, der in Spanien Feiertag ist (zur Zeit ist hier langes Wochenende, eine so genannte “puente” - Brücke), nichts zu kriegen. Nun sahen wir durch Zufall (und zum Glück!) auf dem Weg von Marbella nach Granada, dass es in der Nähe von Marbella noch ein Calahonda gibt. Ein Anruf bei dem Hostal bestätigte dann, dass wir tatsächlich in dem falschen Ort was gebucht hatten. Und von Granada für die Nacht nach Fast-Marbella zurück zu fahren hätte keinen Sinn gemacht. Also mussten wir uns nahe Granada was Neues suchen. Somit verbrachten wir große Teile des gestrigen Abends eben damit. Die Turisten-Information hat feiertags natürlich quasi kaum auf und jedes Hotel/Hostal, in dem wir nachfragten oder das wir anriefen, teilte uns mit, dass sie völlig ausgebucht seien und es am heutigen Tag wirklich schwierig wäre was zu finden. Selbst in kleineren Vororten war nix mehr zu machen. Wir hätten wohl echt weit fahren müssen um aus dem Rummel raus zu kommen. Spanier scheinen an Feiertagen ohne Grund einfach mal so durch ihr Land zu reisen. Ins Ausland fahren die nie. Wir hatten allerdings Glück, dass wir nun in einem Hostal (sogar sehr zentral gelegen) was gefunden haben, weil ein paar andere Gäste nicht erschienen sind. Der Laden hier ist zwar noch mieser als der, in dem ich in meiner ersten Woche in Valencia schlief (hätte nicht gedacht, dass das geht), aber immerhin mussten wir nicht auf der Straße schlafen.
Für heute steht ein bisschen was an. Wir werden zunächst mal versuchen was von Granada zu sehen, weil das ja gestern ins Wasser fiel. Dann geht’s weiter Richtung Murcia und dann werden wir in Torrevieja (was in der Nähe davon an der Küste liegt und was es hoffentlich nur einmal gibt) nächtigen. Dann wird wohl morgen Murcia auf dem Programm stehen und die Rückreise nach Valencia, was dann nicht mehr so weit ist. Das Ende ist also schon sehr gut abzusehen, was schade ist. Aber ich freu mich auch mal wieder auf Valencia und natürlich auf Deutschland ein bisschen später.