Tipp für Spanien-Reisende: Sevilla (Süden-Tour 1)
Monday, December 4th, 2006Unsere Süden-Tour ist in vollem Gange und ich schreib schonmal ein wenig was nieder (mache so ne Art Tagebuch draus, weden also ein paar Artikel):
Wir sind mal wieder später losgefahren als wir vor hatten, aber da wir für den ersten Tag außer fahren nichts geplant hatten, ging das schon klar. Wir nahmen nicht die Autobahn sondern die langschaftlich ansprechendere Landstraße, was man in Spanien, wenn man die Zeit hat, ruhig öfter tun sollte, denn das lohnt sich optisch schon. Wir legten am ersten Tag etwa 400 Kilometer Strecke durch die Berge zurück. Auf der Autobahn wären wir vielleicht mit vier Stunden oder was ausgekommen. Da man auf den Kurven in den Bergen aber nicht schneller als 60 fahren konnte, waren wir was länger unterwegs, was sich aber wie gesagt lohnte. Unser erster Stopp war Beaza, ein kleines Städtchen im Nirgendwo zwischen Valencia und Sevilla (unserem ersten großen Ziel), oder eher ein Hotel in der Gegend um einen Vorort von Beaza. Das war auch echt nett, und wir haben es rein aus Glück erstaunlich leicht gefunden (entgegen aller Verfluchungen unter den Internet-Kommentaren). Wir kamen relativ spät dort an, aber es war ja auch nur eine Station zum Schlafen. Das Dinner (wie auch schon das lunch on the road) bestand aus selbst hergestellten Sandwiches, für die wir uns am Abend nach einem Blick auf die Preise des Restaurants im Hotel entschieden.
Am zweiten Tag machten wir dann auf den Weg nach Sevilla einen Zwischenstopp in Córdoba, einer eher kleinen Stadt, die aber ganz nett anzusehen ist. Es gibt ein Kloster/eine Kirche, die um eine Synagoge [Korrektur: Moschee] herum errichtet ist und eine sehr schöne Brücke, die sich während unseres Aufenthalts leider unter einem Baugerüst versteckte (aber ich hab ne Postkarte mit ihr drauf gekauft). Hier gibt es auch einen Fluss (wie scheinbar in jeder nennenswerten spanischen Stadt), der aber gegen den Turia in Valencia ziemlich abstinkt. In etwa zwei Stündchen hat man alles Nennenswerte in Córdoba gesehen (Vielleicht waren wir auch nur etwas unmotiviert in dem Regen weiter zu suchen.) und so ging es von dort recht bald weiter nach Sevilla, wo wir Peter trafen, der an diesem Tag mit dem Flugzeug dort gelandet war. (Als ich mir im Nachhinein mal die Entfernung Valencia-Sevilla angesehen habe, war ich erstaunt, was wir da an den ersten zwei Tagen an Strecke hinter uns gebracht haben.)
Es war nicht ganz einfach Peter mit dem Auto in der Innenstadt aufzusammeln, aber es war nötig, weil unser Appartment hier ziemlich außerhalb liegt (im Vorort Bormujos). Mit dem Auto ist es ja kein Problem mal eben in die Stadt zu fahren. Diesmal sind wir übrigens mit einem blauen Ford Focus unterwegs, was zum ersten Mal das Auto ist, was wir auch wirklich bei der Firma bestellt haben. Allerdings merke ich schon wieder, dass Ford nicht so das Gelbe vom Ei ist und ich wünschte, wir hätten unseren Opel von Madrid behalten.
Aber naja, das Teil tut’s schon. In unserem Örtchen gibt es außer vielen Wohnhäusern und nem Supermarkt kaum was, allerdings ein (eher kleines) Einkaufszentrum, wo wir an dem Abend essen waren. Das Frühstück in Beaza war nämlich zwar reichhaltig, aber doch schon was her und wir hatten nicht den Geistesblitz gehabt in Córdoba was zu essen. Das Appartment hier ist recht fein bis auf so Kuriositäten wie z.b. nur zwei Gabeln und keinen Messern im Schrank, die sich aber beheben ließen.
Nun waren wir zwei Tage in Sevilla unterwegs und haben wohl so etwa alles Interessante gesehen. Die Stadt ist ähnlich groß wie Valencia und hat auch ähnlich viel zu bieten. Mit dem Metro-Netz fängt man hier grad erst an (daher überall Baustelle *nerv*), aber scheinbar gab es hier bereits zwei Weltausstellungen, zu denen ordentlich was hergerichtet wurde. Leider ist die Stadt wohl eher im Sommer lebendig, und (was wir nicht wussten) montags ist hier nahezu alles, was man besichtigen kann, zu.
Was man hier aber auf jeden Fall gesehen haben muss (und was wir auch gesehen haben) ist die Katedrale, welche die Größte ist, die die Welt zu bieten hat (haben die Guiness Buch-Urkunde gesehen), und deren Turm einen sehr coolen Blick auf die Stadt bietet, und den Plaza de España, der der schönste Platz ist, auf dem ich bisher stand. Er ist riesig, halb von einem imposanten Gebäude umschlossen, bei Sonnenschein unheimlich schön und bei Nacht vermutlich noch umwerfender (werden uns gleich noch davon überzeugen). In die Katedrale kommt man als Student für zwei Euro rein, was sich wirklich lohnt. (Als Normalsterblicher braucht man etwas mehr als sieben.) Man wird quasi erschlagen von der immensen Größe und dem Prunk, der sich darin findet.
Nun ruhen wir uns grad ein bisschen aus um gleich nochmal in die Stadt zu fahren und sie bei Nacht zu erleben. Wie ich in Madrid (und auch schon in Valencia) festgestellt habe, ist das doch nochmal ne andere Erfahrung. Morgen werden wir dann nach unserer Abreise noch zwei sehenswerte Örtchen in der Umgebung erkunden, und dann geht’s weiter nach Cádiz.