Parties, viel bumm-bumm in der Luft und ein paar Euros für Ryanair

Ja, das war doch schon wieder ein nettes Wochenende. Wie so häufig dachte ich bis zuletzt, ich hätte nix vor, und dann ergab sich in letzter Minute noch so manches.

Am Donnerstag (Ja, laut Stundenplan fängt mein Wochenende da schon an.) gab unsere Fakultät für die Erasmus-Studenten (plus Mentoren, Freunde, …) ein Dinner. Das war ne nette Idee. Leider waren recht wenige da. Wir waren 17 Menschen, dafür aber recht breit gestreuter Nationalität. Größtenteils waren es alles Leute, die schon ne Weile hier sind und natürlich waren allesamt männlich. :) Das Essen war OK. Es gab zunächst Tapas: Calamares, Patatas Bravas (soweit gut), irgendwas salatartiges und “Morros”. Man konnte mir nicht wirklich sagen, was das ist. Vielleicht wollte man auch nicht. Ich glaube, so ganau will ich es auch gar nicht wissen. Es war irgendwas vom Schwein, was man wo ich herkomme eigentlich nicht auf den Teller bekommt. Danach durfte dann jeder ein Bocadillo wählen und es gab noch Kaffee und ein Likörchen. Insgesamt für den Preis (12 EUR) recht wenig, aber man wurde satt und es war echt nett. Außerdem gab es viel Bier und Sangría zu trinken. Nach dem Essen waren wir noch in einer Bar in der Nähe und ließen ein paar Karaffen Agua de Valencia kommen. Die Meute zog danach weiter, ich ging aber nach hause. Drei Uhr fand ich spät genug.
Ich hatte vielleicht so die Hälfte der Leute schonmal gesehen. Wirklich kennen tat ich etwa drei. So habe ich nun mein Nationalitäten-Spektrum erweitert, indem ich einen Griechen kennenlernte, der grad erst hier ist. Fun Fact: Dieser Grieche meinte zu mir, ich würde griechisch aussehen. Wohl auf jeden Fall südländisch, aber konkret prinzipiell sogar griechisch.
Am Freitag hatte mich Pedro (aus Portugal) spontan zu seiner Geburtstagsparty eingeladen. Zufällig wohnte er im gleichen Haus, in dessen Erdgeschoss am Tag zuvor das Dinner stattfand. :) Erstmal dachte ich mir (lame wie ich unter all den Erasmuslern wohl bin): “Och, schon wieder Party.” Aber auch da hin zu gehen lohnte sich ungemein. Ich glaube, ich war so gegen fünf zu hause. Wir fingen in der sehr coolen Wohnung an und gingen nachher dann vor die Tür auf den “Plaza del Cedro”. Sehr cooler Platz; dachte ich schon am Vorabend, als wir dort vorbei liefen. Hier kannte ich bedeutend mehr Menschen (die Hälfte vielleicht), es waren aber auch einfach zig mehr da. Ebenfalls verschiedenste Nationalitäten, auch einige Spanier (den einen oder anderen hatte ich auch am Vorabend schon gesehen). Ein paar Leute kamen auch einfach zu uns, weil sie auch auf dem Platz abhingen und sahen, dass wir nicht wenig Alkohol dort auffuhren. :)
Noch ein Fun Fact: Andre (aus Bonn) unterhielt sich auf dem Platz eine Weile mit ein paar Spanierinnen und erzählte mir dann später, die hätten gemeint, dass die Deutschen so blond und blauäugig (Andre fällt ziemlich in diese Kategorie.) in der Regel ja eher nicht so ihr Fall wären, aber da gäb’s einen, so groß und dunkel, der wär was. Ja, damit meinten sie mich. Hätten wohl zwischendurch mal auf mich gezeigt. Neben dem auffällig vielen Nach-dem-Weg-gefragt-werden und sowas ein weiterer Beweis dafür, dass ich hier (solange ich nicht den Mund auf mache) so gar nicht deutsch rüber komme.

Am Samstag gab’s auch nur einen Programmpunkt, und der war auch noch bedeutend kürzer. Neben der Mascletá auf dem Rathausplatz, die im März bis zum Ende der Fallas jeden Mittag stattfindet, gab es da abends nämlich noch eine Gran Mascletá. Wie der Name schon sagt, war diese “etwas” größer. Eine Mascletá ist an sich was Feuerwerk-ähnliches, aber es ist nicht schön bunt, sondern primär laut und findet deutlich näher am Boden statt. Man kann es schwer beschreiben. Ich werde wohl in den nächsten Tagen versuchen etwas auf Video zu bannen. Versucht’s einfach mal bei YouTube mit dem Suchbegriff. Trägt ziemlich zum Kriegsfeeling hier bei.
Ich ging also zum Strand und lief und lief und lief. Die ganze Gegend war voller Menschen. Tausende. Das Spektakel dauerte keine 15 Minuten, aber es hat sich definitiv gelohnt. Ich sah sogar ein Flugzeug während der Krawalle über den Strand fliegen. Von dem aus muss das ausgesehen haben als wolle man sie abschießen. :) Ich wollte mich am Strand mit Martin (aus Schweden) treffen, aber das war hoffnungslos. Als es vorbei war und alle wieder nach hause ströhmten, liefen wir uns dann über den Weg, aber zuvor war in der Meute nichts zu wollen.
Seit dieser Gran Mascletá kommt die Stadt nun etwas anders rüber. Ständig hört man es irgendwo knallen. Explosionen, Lichtblitze, … wie im Krieg. Quasi wie bei uns über Silvester (tagsüber) nur viel, viel heftiger… und nen ganzen Monat lang.

Nun zum schönsten Teil des Wochenendes: Am Samstag vormittag telefonierte ich mit Nadine. Das ist an sich schon fein, aber speziell in diesem Gespräch festigten wir den Plan ihres Besuchs. Nun sind die Flüge gebucht, und ich kann mich auf eine weitere Woche in der näheren Zukunft freuen. In der letzten April-Woche wird sie mich besuchen. Das ist zwar noch ein gutes Stückchen hin, aber bis dahin passiert hier ja noch so viel, dass ich wohl nicht ständig nur mit Warten beschäftigt sein werde. :)

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