Wohnungssituation-Update
Hach, davon werd ich auch noch meinen Enkeln erzählen können. Kurzes Was-bisher-geschah: Susana (unsere Vermieterin) zog zu ihrem Freund, sagte uns (Jonas und mir) quasi nix davon, plötzlich saßen neue Leute in ihrem Zimmer, Jonas zog auch aus, weil’s ihm zu blöd wurde, ich sollte Nachschub besorgen, keiner wollte, plötzlich war jemand da (Yassin). Dieser jemand ist übrigens… naja. Yassin ist witzig und auch ein netter Kerl (Mein Besuch kam auch mit ihm klar.), aber er ist halt was komisch. Mal abgesehen davon dass er schnarcht wie doof macht er auch in wachem Zustand komische Geräusche. Man stelle sich einen Menschen mit einem schrecklichen Schnupfen vor, der noch nie von der Existenz eines Taschentuchs gehört hat. Paints a picture, hm?
Ich hatte mich also damit abgefunden, dass der Mensch hier wohnt und mit Zuversicht auf die erneute Vermietung von Susanas altem Zimmer geblickt, die für April geschehen sollte, denn daran sollte ich ja wieder teilhaben. Und auch wenn die Chancen schlecht standen, dass das besser ablaufen würde, stirbt die Hoffnung ja wie immer zuletzt. Doch all das ist nun egal, denn ich ziehe ebenfalls Anfang April aus. Wie mag das plötzlich kommen, wollte ich doch mir den Stress nicht antun und Susana das zusätzliche Geld nicht gönnen, was sie einnimmt, wenn ich erstmal weg bin und mein Zimmer zu einem Doppelzimmer mutiert ist? Susana muss eines schönen Morgens aufgewacht sein und festgestellt haben, dass sie gar nicht warten muss bis ich weg bin. Also schickte sie mir am späten Abend des 13.3. eine Mail, dass ihre ökonomische Situation nicht so rosig sei und sie aus der Wohnung rausholen müsse, was ginge. Mein Zimmer wird nun also ab April einfach ein Doppelzimmer sein und somit 350 Euro kosten. Sie ließ mir somit die Optionen das zu zahlen, mir jemanden zu suchen, der mit mir in meinem Zimmer (und meinem Bett) wohnt oder auszuziehen. Da überlegt man nicht lang.
Nun war ich also von jetzt auf gleich wieder auf Wohnungssuche. Noch in der gleichen Stunde quatschte ich Friederike und Eva an (die zusammen wohnen), weil ich wusste, dass Friederike bald ihr Zimmer räumen würde. Am nächsten Tag in der Uni schrieb ich so ziemlich jedem in meiner studiVZ-Freundesliste, der in Valencias Straßen zu Hause ist. Eine Möglichkeit bot sich mir dort. Jemand anderes war kurz davor umzuziehen. Außerdem hätte ich für Friederikes Zimmer wohl Chancen gehabt, denn mit ihren Mitbewohnern komme ich sehr gut klar. Leider ist die Wohnung halt sehr weit weg von meiner alten, und ich wäre schon glücklich gewesen mehr oder weniger in meiner Gegend wohnen zu bleiben. Glücklicherweise erzählte ich außerdem am Mittwoch Morgen in der Uni Martin von meinem Schicksal und er meinte, in seiner Wohnung würde Anfang April jemand ausziehen, so dass sie nun auch auf der Suche wären. Der aufmerksame Leser wird sich erinnern, dass ich Martin aus Schweden vor ner Weile auf ner Party kennengelernt habe. Seitdem hab ich ihn noch ein paar Mal gesehen und mache in der Uni das eine oder andere mit ihm zusammen.
Am nächsten Abend schaute ich also mit all meinen Gästen bei ihm vorbei um mir die Wohnung anzusehen. Es war recht bald klar, dass das was ist. Natürlich bekomme ich nach spanischer Sitte das schlechteste Zimmer, weil ich als letzter einziehe, also wird das etwas schlechter ausfallen als bisher, aber der Rest der Wohnung ist klar um Längen besser, ebenso wie die Mitbewohner und die Lage. Es fährt ein Bus von der Haustür direkt zu Uni. Generell ist die Uni und die Innenstadt etwas näher und trotzdem ist es nur ein paar Straßen von meiner alten Wohnung entfernt. Und nicht zuletzt ist das Zimmer günstiger. Ich sollte Susana wirklich für ihre Aktion danken. Zu den objektiven Highlights der Wohnung zählen eine Spülmaschine, ein Festnetz-Telefon und eine Mörder-Aussicht (11. Stock), die in nächster Zeit leider von einem Gerüst mit Werbe-Banner versperrt wird. Aber es gibt noch ne Dach-Terrasse.
Für mein Wohl war also prinzipiell gesorgt. Ich musste nur noch mit Susana klären, dass ich bis zum 5. hier wohnen bleiben kann. Denn das neue Zimmer wird erst am 4. frei und aufgrund des Besuchs meiner Eltern steht mir ab dem 5. ein Mietwagen zur Verfügung, der die eine oder andere Stunde bei der Aktion einsparen sollte. Susana fand das mit dem Datum OK, sofern ich ihr helfe die freien Zimmer hier neu zu vermieten. Diesmal hatte das ja nichts mehr mit Aussuchen zu tun. Der Erste, der das Geld hinlegt, wohnt hier, und diesmal ist das genau das, was ich will, denn so hab ich wenig zu tun. Ich habe exakt einem Menschen mein Zimmer gezeigt (erstaunlicherweise einer Einzelperson). Die Anrufe kamen natürlich wieder unerwartet, Susana sagte mir ein weiteres Mal nichts davon, dass sie inseriert hatte. Ich setzte einen Termin fest und bestellte die Leute alle da hin. Von vier oder fünf Anrufern erschien wie gesagt einer. Interessant war, dass nicht wenige einfach anriefen um das Zimmer zu mieten, nicht um es anzusehen. Diese Leute wohnten weit weg und wollten vermutlich einfach einen Platz haben, von dem aus sie weitersuchen konnten. Es gab wirklich Leute, die das Zimmer ungesehen haben wollten. Einer wollte Fotos sehen, also bat mich Susana ihr welche zu schicken. Ich tat das und erntete neben einem Dank die Aussage, dass die Zimmer bereits vermietet wären (also ihres schon, meines fast). Der mittlerweile gewohnt hohe Kommunikationsgrad interessierte mich mittlerweile zum Glück nur noch wenig. Scheinbar war das mit meinem Zimmer dann doch nicht ganz so klar, denn es kommen immer noch ab und an Leute her. Auch wieder nach gewohnt spanischer Art. Wenn man anruft und einen Termin für in zwei Stunden abspricht, heißt das beispielsweise lang nicht, dass man auch aufkreuzt.
Nun beginne ich die Tage zu zählen wann ich in die neue Wohnung komme. Mit jedem Tag werde ich glücklicher hier weg zu kommen. Ich werde bestimmt noch das eine oder andere Mal positiv von meiner neuen Wohnung schreiben (und negativ von meiner alten).