Es wird höchste Zeit, dass ich mich endlich mal zu meinem Besuch äußere. Das wird auch nicht kurz. Also holt euch lieber vorher noch ne Limo und nen Yoghurt, wenn ihr das lesen wollt.
Ich hoffe, ich bekomme noch alles auf die Reihe. Es ist, wie gesagt, sooo viel passiert. Weiter unten gibt es allgemein was zu den Fallas und was zum Thema “Wohnung” und hier gehe ich nun ins Detail, was den Aufenthalt der Mädels angeht. Ohne die beiden allgemeinen Teile wird man nämlich nicht verstehen, was wir hier so getrieben haben.
Ich beginne meine Erzählungen am 9. März, einem Freitag und dem Tag von Friederikes Abschiedsfeier. Das gehört nicht direkt zum Themenkomplex, aber es kommt mit rein, weil die echt cool war. Sie fand hauptsächlich in der Küche statt, wo ein paar Tapas gereicht wurden. Außerdem hörten wir unter anderem gutes deutsches Liedgut mit Mathias Reim & Co. Bei “Verdammt, ich lieb dich” fing Miguel plötzlich an auf spanisch mitzusingen. Scheinbar exisitiert das Lied auch hier, und er ist ein großer Fan. Zum Glück blieb der Ohrwurm nicht sehr lange, sonst wäre das Wochenende schon direkt hinüber gewesen.
Später waren wir noch im Club “El loco” (Der Verrückte), der mal etwas anders und damit nicht verkehrt ist. Man spielt dort keinen Gehirnwäsche-Techno sondern eher rockiges, außerdem funktioniert deren Lüftung oder es halten sich einfach weit weniger Lungenkrebs-Kandidaten dort auf. Auf jeden Fall hatten wir irre viel Spaß und blieben bis vier oder so. Zum Glück hatte ich am nächsten Tag keinen arg dichten Plan.
So, nun geht’s los.
Samstag, 10.3.
Ines war die erste, die in Valencia eintraf. Ich kam sie am frühen Abend am Flughafen abholen und natürlich war der Ryanair-Flug mal wieder zu früh, so dass sie auf mich warten musste. Ich glaube langsam wirklich, die schreiben einfach mehr Flugzeit hin um jedes Mal damit angeben zu können vor dem Plan anzukommen. Nunja, der Groll legte sich umgehend, und wir fuhren in die Stadt, machten allerdings zwischendurch (weil es auf dem Weg lag) noch kurz bei Friederike Halt um die Fotos vom Vorabend abzuholen. (So finde ich die Rechtfertigung die Abschiedsfeier hier zu erwähnen.)
Leider war Ines an dem Abend nicht für viel Essen zu begeistern, also führte ich sie in die Welt der “100 Montaditos” ein. Das ist eine Laden-Kette hier, in der man Tapas in kleinen Baguettchen zu essen bekommt. Die haben dort 100 verschiedene Sorten zur Auswahl und bisher kostete so ein Teil nur nen Euro, wodurch man sich echt günstig abfüllen konnte. Ich hoffe, die haben die Preise nur für die Fallas erhöht, denn auf einmal kosten sie zwei Euro. Trotzdem futterten wir dort ein wenig und ließen uns unser erstes Häagen-Dazs Eis schmecken. Unheimlich teuer, aber auch mindestens so gut.
Auf dem Weg zu den Montaditos (im Einkaufszentrum “El Saler”) kamen wir natürlich durch die “Ciudad de las Artes y las Ciencias” (CAC), diese fetten Bauten, die dank des Architekten Calatrava in meiner Nähe zu sehen sind. Die haben wir uns in der Zeit noch einige Male angesehen und immer wieder ernteten sie unser Staunen.
Vor dem Schlafen legten wir uns noch einen Plan für den nächsten Tag zurecht, den wir in gewissen Teilen sogar durchzogen.
Sonntag, 11.3.
Ines und ich gingen vormittags in die Altstadt. Wir warfen mal einen Blick in die Katedrale (hatte ich bisher natürlich nie gemacht), in der auch grad Messe war. Pünktlich (viel zu früh) zur Mascletá um zwei standen wir dann vor dem Rathaus mit einem tollen Blick auf dem Platz. Das war schon irre mit all den Leuten. Und da war eine Stimmung… man spielte valencianische Musik, sang und tanzte - und das mit tausenden Menschen auf engster Fläche. Zehn und fünf Minuten vor zwei Uhr wird immer ein fetter Knaller losgelassen, damit auch alle wissen, dass es bald soweit ist. Um Punkt zwei tritt dann die Fallas-Königin auf den Balkon des Rathauses, bringt irgendeinen Spruch und dann geht’s los. 5-10 Minuten Krieg, die Leute waren aus dem Häuschen. Das schlimmste Geräusch ist übrigens meiner Ansicht nach das Jubeln direkt nach dem Ende der Mascletá. Das dröhnt unglaublich in den Ohren.
Nach diesem Event wollten wir dann was essen… gar nicht so leicht um diese Zeit. Klar kann man zu McD oder was gehen, aber das wollten wir natürlich nicht. Also liefen wir durch die Altstadt, in der man sich unglaublich leicht verlaufen kann. Ich habe bereits unzählige Stunden darin verbracht und bekomme das immer noch ganz gut hin. Wir fanden irgendwie nicht wirklich was. Es war auch noch einen Tick zu früh. Ein Restaurant unterwegs sah interessant aus, war aber leer. Als wir dann eine halbe Stunde später wieder dort vorbei kamen, hätten wir auf einen Tisch warten müssen. Immer das Gleiche…
Also gingen wir letztendlich zu “Pans & Company”, einer spanischen Fast-Food-Kette, wo man Bocadillos essen kann. Das Essen kam gut an und wir befanden uns somit direkt neben der Bushaltestelle, von der aus der Turisten-Bus losfuhr. Da machten wir eine Tour mit und sahen einige schöne Ecken von Valencia, die von dem Mann im Ohr ausnahmslos in den höchsten Tönen gelobt wurden. Man hörte nicht auf von jedem einzelnen Gebäude zu schwärmen und ging natürlich richtig ab, als wir zu den Calatrava-Bauten kamen. “Diese Gebäude nehmen das Jahr 2000 schon vorweg und führen Valencia direkt ins nächste Jahrtausend”… scheinbar war die Kassette schon etwas älter. Nach der Tour fuhren wir dann aus der Innenstadt direkt zum Flughafen, empfingen Barbara und beschlossen den Tag mit einem weiteren Besuch bei den 100 Montaditos, diesmal jedoch auf dem Plaza de la Reina.
Montag, 12.3.
An diesem Tag war echt mal doofes Wetter; Valencia hat Barbara nicht nett empfangen. Es war den ganzen Tag bewölkt und hat zwischendurch nicht unwesentlich geregnet. Dazu kam natürlich noch der Wind. Trotzdem waren wir draußen. Wir spazierten am Hafen entlang zum Strand, der bei dem Wetter natürlich ein wenig trostlos aussah. Wir nahmen also recht fix die Metro am Campus entlang zur Ausstellung der Fallas-Puppen, in der man für die Modelle abstimmen konnte. Sich die 382 Modelle anzusehen hat ordentlich geschlaucht und die 382 Modelle der Kinderpuppen nahmen wir nur noch recht flüchtig im Vorbeigehen wahr. Danach machten wir uns (nach einer Pause natürlich) auf zur Turi-Info im Bahnhof, weil der Onkel in der Turi-Info am Strand meinte, dort gäbe es einen Stadtplan, auf dem die interessantesten Puppen verzeichnet wären, denn die wollten wir natürlich gerne in natura sehen. Auf dem Weg dorthin (durch die Altstadt; wie gesagt: Verlaufgefahr) stellte Ines ihre Qualitäten als Anführerin unter Beweis, indem sie in einem Moment der Orientierung auf dem Stadtplan die Straße “se vende piso” suchen wollte, weil das da an nem Haus stand. Die Zahlenfolge darunter, die deutlich länger war als übliche Hausnummern, wurde dabei nicht sofort als Telefonnummer identifiziert, welche sie war, denn “se vende piso” bedeutet “Wohnung zu verkaufen”. Tut mir leid, Ines, aber daran möchte ich mich später gerne zurück erinnern, also muss es die ganze Welt zu lesen bekommen. 
Am Abend ließen wir uns dann nochmals in der CAC sehen, weil man die natürlich unbedingt im Hellen und im Dunkeln erlebt haben muss. Barbara schoss dort ne Menge Fotos, und zum Abschluss gingen wir im El Agua in dem Laden Tapas essen, in dem Jonas und ich in unserer ersten Woche hier nach Gandia waren. Leider hatten die schon so gut wie zu, was die Auswahl deutlich einschränkte. Hat sich trotzdem sehr gelohnt.
Dienstag, 13.3.
An diesem Tag musste ich zur Uni. Da mein Stundenplan ja erfreulich kompakt ist, muss ich das im Wesentlichen nur dienstags und mittwochs, dafür dann aber nahezu den ganzen Tag. Die Mädels vertrieben sich die Zeit beim Shoppen und am Strand. Abends trafen wir uns auf dem Campus, so dass ich damit direkt noch mächtig Eindruck machen konnte. 
Später am Abend dieses Tages, kurz bevor wir schlafen wollten, erreichte mich die Mail von Susana, die zur Folge hatte, dass ich schlagartig wieder auf Wohnungssuche war. Also verzögerte sich das Zubettgehen noch um ein paar Minuten, in denen ich mit Eva und Friederike über deren bald freies Zimmer sprach.
Mittwoch, 14.3.
Hier war es ähnlich. Ich war in der Uni, die Mädels in der Stadt. In der Uni erzählte ich Martin von meiner Wohnungsnot und er erzählte mir von dem Zimmer, was in seiner Wohnung bald frei werden würde. Für den nächsten Tag wurde also ein Besichtigungstermin angesetzt. Abends jedoch wollten wir dann (war ja schließlich Mittwoch) etwas Erasmus-Feeling ernten. Wir trafen uns mit Friederike, Peter und Martin an DER Bodega. Über die hab ich bestimmt mal was geschrieben. Natürlich gibt es hunderte Bodegas in Valencia, aber es gibt eine, in der man mittwochs abends einen Großteil der Erasmusstudenten findet. Leider muss man deshalb irre früh dort aufkreuzen, was sich im Laufe des Jahres mehr und mehr verschlimmert hat. Mein erster Besuch dort fand um halb neun statt, als es noch schön leer war. Mittlerweile findet man leere Tische dort nur noch vor sieben. Wie das halt so ist, wenn man mit Frauen unterwegs ist, kommt man nie an, wann man sich das vornimmt, und da wir eh schon nicht so großzügig geplant hatten, gab’s für uns in dem Laden gerade noch ein paar Stehplätze (auch die werden immer sehr schnell knapp). Darum zogen wir weiter in die Bodega ein Stück die Straße runter (Bodega de Colón), in der es in der Regel immens leerer ist. Man bekommt das Essen dort zwar nicht unbedingt nachgeworfen, aber es ist immer noch sehr bezahlbar.
Während wir dort waren, kam Esther in Valencia am Busbahnhof an, und ich gabelte sie an der U-Bahn-Station “Amistad” in der Nähe der Bodega auf. Wir gingen “kurz” bei mir zu hause vorbei und gesellten uns dann wieder zu den anderen, allerdings zogen wir recht bald alle gemeinsam weiter ins Café Paris, auch eine Standard-Adresse für Erasmus-Abende und nur wenige Blocks weiter die Straße runter. Meine Gäste lernten so direkt das berühmte Agua de Valencia kennen (und noch ein paar andere Aguas). Den Rest der üblichen Erasmus-Abende (Club) ließen wir dann sein, weil wir durch die letzten Tage schon recht geschlaucht waren. Außerdem war für den nächsten Tag geplant den Turia in voller Länge zusammen mit ein paar umliegenden Parks zu erkunden, was einen weiteren langen Tag versprach.
Donnerstag, 15.3.
Wie gesagt: der Turia stand an. Bei Kaiserwetter zogen wir los, begannen natürlich an der CAC. Unterwegs gingen wir noch durch den Jardín del Real. In diesem wurde gerade eine Bühne aufgebaut für ein Live-Konzert, das während der Fallas irgendwann stattfinden sollte (davon gab es scheinbar gar nicht so wenige). Neben diesem Park gibt es einen Opencor, in dem wir uns mit was zu futtern eindeckten, das wir dann später im Turia picknickten. Natürlich haben wir nicht den ganzen Turia geschafft. Beim Busbahnhof etwa verließen wir ihn und statteten dem Jardín Botánico noch einen kurzen Besuch ab, der uns aber irgendwie nicht mehr so umhaute, vielleicht weil wir schon echt fertig waren. Also machten wir uns auf in Martins Wohnung. Ein anderer Bekannter von mir aus Valencia hatte mir auch angeboten vorbeizuschauen, allerdings hatte ich scheinbar nur eine veraltete Nummer von ihm und war im Botanischen Garten natürlich etwas weit vom Internet entfernt. Als wir dann bei Martin waren, stellte sich heraus, dass das aber gar nicht schlimm war, denn ich wollte eh sofort bei ihm einziehen. Wir tauschten noch ein paar Fotos vom Vorabend aus und zogen dann los zum günstigsten Buffet-Libre-Chinesen, den ich kenne. “Buffet Libre” ist der spanische Ausdruck für “All-you-can-eat”. Dafür bezahlt man dort gerade mal 6.50 EUR und bekommt noch nen Nachtisch und für je zwei Personen ne Kanne Sangría dabei. Vollgefressen machten wir uns dann auf zum Turia, wo an dem Abend eines der wirklich großen Feuerwerke (Castillos de los fuegos artificiales) stattfand. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig, erwischten aber leider eine recht schlechte Position. Wir waren ein paar Brücken entfernt von dem Spektakel (Es fand zwischen der Alameda und der Flores statt, und wir standen an der Aragón.), und standen inmitten irrsinnig vieler Menschen. Das war wie Silvester in Deutschland. Jeder warf mit Sprengstoff um sich, nur dass das in Valencia natürlich weit gefährlicher ist. Leider sahen wir also “nur” das, was am Himmel passierte, was bei dieser Art Feuerwerk (auch weil es nachts stattfindet) schon spektakulär ist, aber zusammen mit dem Boden-Programm hätte es halt noch mehr gerockt.
Wir verlagerten unsere Hoffnungen also auf eines der nächsten Spektakel (sowas machen die Valencianer schließlich nicht nur einmal) und nahmen uns ein Taxi nach hause. Das klingt natürlich weit einfacher als es war bei tausenden Menschen, die von dort gleichzeitig nach hause wollten und kaum Bussen oder ähnlichem, die fuhren.
Freitag, 16.3.
Für diesen Tag hatten wir geplant uns Fahrräder zu leihen und mal ein bisschen damit rum zu fahren. Beispielsweise den Turia dann doch mal komplett abzufahren. Außerdem wollte ich mal Alboraya und Benimaclet zeigen, weil es dort ja doch recht anders aussieht als im Rest von Valencia.
Leider bekommt man in dem fancy angesagten Fahrradschuppen hier (DoYouBike.com) fast nur was, wenn man vorher reserviert. Die Zweigstelle auf der Avenida del Puerto war quasi abgegrast, als direkt vor uns ne Sechsergruppe von Leuten da eintrat. Also wollten wir in die Altstadt, wo die Hauptfiliale steht. Laufen wäre weit gewesen, also suchten wir uns nen Bus, was ja während der Fallas nicht ganz einfach ist, weil die ganze Innenstadt umorganisiert ist. Wir entschieden uns erstmal die Mascletá auf dem Rathausplatz zu geben und danach weiter nach Fahrrädern zu suchen. Die Mascletá war, wie man sie kennt, allerdings war es die erste, in der ich zumindest für kurze Zeit eine Art Rhythmus rausgehört habe. Die Valencianer meinen ja, das Ganze hätte ne Art Melodie, aber bisher erschien es mir immer nur wie Krach.
Als wir nach der Mascletá auch in dem Innenstadt-Schuppen keine Fahrräder bekamen, weil die natürlich Siesta machten und es ab fünf Uhr nur noch wenig Sinn macht sich für nen Tag n Fahrrad zu leihen, schlenderten wir also zunächst etwas ziellos durch die Altstadt und statteten der Shopping-Meile von Valencia (die Gegend um die Calle Colón) einen Besuch ab. Die Idee kam mir leider erst so spät, sonst hätten sich die Mädels auf ihren bisherigen Einkaufstrips bereits hier austoben können. Entweder kurz davor oder danach zogen wir uns vor dem Bahnhof noch ein paar Churros und Buñuelos rein, sehr fettiges Gebäck, das auch spanientypisch ist und das während der Fallas hier an mindestens jeder Ecke verkauft wird.
Abends wollten wir dann ein weiteres kulinarisches Highlight in Valencia genießen. Denn hier haben PizzaHut und auch Kentucky Fried Chicken einen Lieferservice.
Wir wollten also eine Pizza ordern, was sich aber erstaunlich kompliziert gestaltete, denn ich hatte weder Prospekte der Läden im Haus noch waren diese im Internet sonderlich präsent. Von PizzaHut fanden wir eine Seite, auf der wir zumindest Telefonnummern erfahren konnten, aber das Menü war irgendwie unübersichtlich gestaltet. Letztendlich bekamen wir es dann aber doch hin uns was von denen bringen zu lassen. Und da die gerade ein “2 für 1″-Angebot hatten, war die Aktion sogar recht günstig.
Samstag, 17.3.
Unser zweiter Anlauf was die Fahrräder anging. Gleicher Ablauf. Der Laden auf der Avenida del Puerto hatte nix mehr, also mit dem Bus in die Innenstadt. Diesmal waren wir aber früher dran und ließen natürlich auch die Mascletá weg, also bekamen wir dort was. Die Ausleih-Prozedur zog sich gewohnt lange hin, aber schließlich waren wir mobil und brausten los, und zwar ziemlich direkt nach Alboraya. Das war nicht ganz so gemütlich, weil es in Valencia (ernsthaft eine der fahrradfreundlichsten Städte Spaniens) vielleicht vier Fahrradwege oder so gibt. Aber wir waren erstaunlich schnell dort und machten ein Päuschen in dem verdammt guten Imbiss-Schuppen, in dem ich damals auf dem Horchata-Fest schon mit Friederike und Sandra war. Danach machten wir uns auf zur Horchatería Daniel, denn meine Gäste mussten natürlich auch mal eine Horchata zu trinken bekommen. Leider stieß diese auch bei ihnen nicht auf Gefallen. Dabei waren wir schon in DER Horchatería des angeblichen Ursprungsortes dieses Getränks. Mir wurde gesagt, es gäbe gute und schlechte Horchata, aber wenn du die in diesem Laden nicht magst, magst du schlicht keine Horchata. Somit wissen wir nun also alle Bescheid.
Während wir auf der Terasse saßen, kamen wir an zwei Uhr vorbei und hörten wieder aus allen Richtungen Kriegsatmosphäre zu uns herüberschallen.
Wir entschieden uns an der Strandpromenade zurück nach Valencia zu fahren, weil das erstmal weit entspannender ist als durch die Stadt und außerdem viel schöner anzusehen. Alboraya hat einen recht netten Strand und man kann halt bis zum Hafen von Valencia durchfahren, was wir auch taten. Dort sahen wir uns ebenfalls ein bisschen um (auch wenn zu der Zeit Cup-mäßig noch nix los war) und fuhren dann am Campus vorbei (der ja leider zu war) nach Benimaclet. Dort tranken wir endlich einen Zumo de Naranja Natural, also einen frisch gepressten Orangensaft, den man hier für fast kein Geld bekommt, der aber während des Aufenthalts der Mädels erstaunlich schwer zu finden war.
Als nächstes wollten wir, glaube ich, uns das Ende des Turia ansehen, kamen aber leider nicht so weit. In der Nähe des Busbahnhofs streikte plötzlich Barbaras Fahrrad, so dass es uns zu gefährlich erschien weiter damit rumzufahren. Also entschieden wir uns auf kürzestem Wege zum Verleihschuppen zurückzukehren, weil der auch nicht mehr so höllisch lange auf hatte. Durch Ines genialen Einfall mit der Roller-Technik kamen wir dort aber doch recht fix an (Schieben hätte gut gedauert).
Vom Fahrrad-Laden aus gingen wir dann durch die unvorstellbar menschenvolle Altstadt über den Plaza de la Virgen, auf dem gerade das Gewand der Jungfrau zusammengesteckt wurde, zum Bahnhof um wieder nach hause zu fahren. Man macht sich keinen Begriff davon, wie voll alles war und wie lange wir für das Stück gebraucht haben. In der Altstadt von den gewohnten Hauptwegen abzuweichen kann halt Zeit kosten.
Bevor wir nach hause kamen, sahen wir uns aber noch die Beleuchtung der Calle Sueca an, die dieses Jahr die am meisten beleuchtete Straße der Stadt war. Wenn man sich die Fotos dazu ansieht, glaubt man das ohne weiteres. Die Straße (und die Gegend drum herum) war unglaublich voll und wir sind auch nicht komplett zur Puppe durch gegangen, aber es war schon ein Erlebnis. Danach kommen einem ALLE anderen Straßenbeleuchtungen recht langweilig vor. 
Unser Abendessen nahmen wir im El Saler ein. Wir wollten mal italienisch essen, was leider gut nach hinten losging. Wir waren im Pasta City, einer Kette für italienisches Essen… oder für das, was die dafür halten. Der Laden stank wirklich nur ab, von vorne bis hinten. Wir waren ziemlich enttäuscht und trösteten uns mit einem weiteren besten Eis der Welt von Häagen-Dazs.
An diesem Tag war auch Laura in Valencia um sich mal einen Tag die Fallas anzusehen, was sie scheinbar bisher noch nie getan hat. Leider haben wir es nicht hinbekommen sie zu treffen. Sie war nur recht kurz in der Stadt, und wir waren nach diesem Tag nicht mehr fähig zum Feuerwerk in der Nacht zu gehen.
Sonntag, 18.3.
An Ines’ letztem Tag wollten wir uns dann auch endlich mal an den Strand legen. Ans Schwimmen war zwar nicht zu denken (man zeigte guten Willen und frohr ein paar Füße ein), aber in der Sonne liegen ging ganz gut, sofern sich einer der Gruppe opferte und Windschatten lieferte.
Während wir dort waren (gegen zwei natürlich), erlebten wir das krasseste Geballere, das wir je zu hören bekamen. Ewig lange hörte man aus allen Ecken der Stadt Mascletás und ähnliches. Es wollte gar nicht mehr aufhören. Und am Strand hat man eine schöne Übersicht, wenn es an mehreren Stellen losgeht. Zwischendurch stärkten wir uns beim Pans & Company, das man auch am Playa de Malvarrosa findet, und liefen durch das Hafenviertel nach hause, weil wir… ok, ich verpeilte, die Buslinie zu finden, was aber letztendlich auch recht interessant war.
Mittags brachte ich dann Ines zum Flughafen, während sich Esther und Barbara die Zeit in der Stadt vertrieben. Abends wollten wir es nochmal mit PizzaHut versuchen, allerdings hätten wir auf eine Pizza 1.5 Stunden warten müssen. Also entschieden wir uns für Tele-Pizza (ist ja quasi das selbe), denn hiervon gab es eine Filiale direkt bei mir um die Ecke, so dass wir unsere Pizza deutlich schneller persönlich abholen konnten. Weil Esthers Bus am nächsten Morgen unverschämt früh fuhr, beendeten wir den Tag recht zeitig.
Montag, 19.3.
Viel passiert an diesem Tag; hätte nen eigenen Eintrag verdient. 
Wir standen scheißfrüh auf um Esther zum Busbahnhof zu bringen. Der Bus fuhr so gegen neun oder so, und der Busbahnhof ist nicht grad bei mir um die Ecke. Auf dem Rückweg liefen Barbara und ich am Opencor am Jardín del Real vorbei (den wir viel näher in Erinnerung hatten) und frühstückten dann Napolitanas de Chocolate (eine Art Schoko-Croasant) mit Limo im Park. Es war tierisch gutes Wetter und wir beschlossen durch den Turia nach hause zu laufen. Am Abend zuvor fand das größte der drei oder vier großen Feuerwerke der Fallas statt und der Park sah entsprechend aus. Es war echt kein schöner Anblick. Normalerweise ist es dort immer super sauber, aber an dem Morgen lag alles voller Müll. Es hatte den Anschein als wäre die Stadtreinigung bereits dort gewesen, aber es war immer noch um Welten schlimmer als sonst immer.
Der Turia ist ja nun echt cool. Da gibt’s allerhand, womit man sich die Zeit vertreiben kann. Eines haben sich Barbara und ich an diesem Vormittag mal genauer angesehen: Gulliver. Das war früher mal ein Kinder-Vergnügungspark mit allerhand Zeugs und auch Eintritt. Heute hat man das meiste in Park umgewandelt und auch die Kasse abgebaut, aber der Gulliver selbst ist noch da. Wie der Name vermuten lässt, ist das ein Riese. Der liegt da rum und man kann auf ihm rumklettern, an diversen Stellen runterrutschen und sowas. Das macht irre Spaß. Wir waren eine ganze Weile dort, hatten viel Spaß und haben allerhand Fotos gemacht. Es waren auch gar nicht so arg viele kleine Kinder da. Einige Jugendliche und ein paar Kinder mit Großeltern, die mindestens genau so viel Spaß hatten wie die Kleinen. Dieses Ding hätte es in Deutschland auch nie so gegeben. Sicherheit wurde da nämlich auch nicht so arg groß geschrieben. Nirgens Geländer, die Rutschen hebten sich kaum vom Rest ab (das war ja das coole), alles recht rutschig und kantig, … aber irre lustig. Also wenn man ein bisschen aufpasste, wo man hintrat, war das ein Mordsspaß. Ein wirklich tolle Erlebnis!
Als wir zu hause waren, befassten wir uns zum ersten Mal mit unserem Waschbecken im Bad. Das Wasser darin lief nämlich mal so gar nicht mehr ab. Also nahmen wir das Rohr auseinander und holten all den Schmand raus, der sich dort so angesammelt hatte. Relativ ecklige Angelegenheit, aber letztendlich doch ganz witzig.
Leider kam, als wir das Ganze wieder zusammenbauten, an alles Ecken und Kanten Wasser raus, weil man natürlich bei einem Teil, was schon so alt ist, die Dichtungsringe nach so einer Aktion erneuern sollte. Also beschlossen wir das Waschbecken den Rest des Tages nicht mehr anzufassen und am nächsten Tag die Ringe auszutauschen. Bis dahin wollte die Mutter meiner Mitbewohnerin neue Dichtungen besorgt haben.
Dieser Tag war definitiv der Höhepunkt der Fallas, in jeder Beziehung. So wie eine Mascletá in einem krassen, kurzen Finale endet, Ist der letzte Tag der Falles einfach nur sick. All das Geballere in den Straßen gipfelt. Im Laufe des Tages (Bin nicht mehr sicher, wohin wir unterwegs waren.) liefen Barbara und ich durch mein Viertel und kamen durch Zufall an einer kleinen Straße vorbei, in der eine (man könnte sagen auch kleine) Mascletá aufgebaut war. Wir dachten uns “ach, wie niedlich” und blieben stehen um sie uns anzusehen ohne uns zwischen tausende Menschen drängen zu müssen. Das war ganz nett sowas mal in der direkten Nachbarschaft mehr oder weniger privat zu erleben… aber klein war es nicht wirklich. Wir standen halt auch näher dran als sonst, aber das war schon übelst laut. Vermutlich auch weil es in einer kleinen Gasse direkt zwischen Häusern stattfand. Man sieht auf dem Video bestimmt gut, wie wir zwischendurch versuchen ein wenig zu flüchten.
Man sieht außerdem auf dem Video, wie ein Typ in dem Käfig direkt neben dem Spektakel herschlendert. Völlig unverständlich, wie man das überleben kann. Ich bin auf jeden Fall froh auch das erlebt zu haben.
Nun zum spektakulären Highlight der Fallas, den Verbrennungen:
Das Programm sah vor, dass um zehn Uhr die kleinen Puppen verbrannt wurden und um Mitternacht dann die großen. Jeweils immer zuerst alle anderen, dann die Gewinnerpuppe, dann die vom Rathausplatz. Barbara und ich hatten uns ein bisschen in den diversen Plänen umgesehen, die sich mittlerweile bei uns angesammelt hatten, wo man welche Puppe bestaunen sollte, verbanden das mit unserem Drang was Leckeres zu essen und entschieden uns darum die “Gran Vía Marqués de Turia” und die “Avenida Reina de Valencia” lang zu laufe (zwei sehr große Straßen südlich der Altstadt) und uns in den diversen Seitenstraßen unsere Puppe zum Anschauen auszusuchen. Die Gegend war geradezu perfekt. Sie lag nicht wirklich im Stadtzentrum, also war es zwar voll, aber nicht übervoll. Trotzdem waren dort einige große Straßen, die sich imposante Puppen leisten konnten. Es gab viele davon auf engem Raum. Außerdem gab es in der Gegend sowohl ein PizzaHut als auch ein KFC, das wir im Auge hatten.
Schon die erste Puppe, die wir sahen, gefiel uns sehr gut und wir wollten später zurückkehren um sie brennen zu sehen (taten wir natürlich nicht). Wir liefen also ein bisschen da rum, trafen ein paar deutsche Mitstudenten, die uns stolz ihre für fast kein Geld gekauften irre lauten Böller vorführten, schauten uns zwischendurch eine relativ zufällige kleine Puppe an, wie man sie abfackelte, sahen im weiteren Verlauf noch ein paar kleine brennen oder hörten zumindest das natürlich laute Anzünderitual und trafen schließlich kurz vor Mitternacht Friederike, Eva, Marco und Chris, die nach der Beiwohnung der Verbrennung der kleinen Rathauspuppe auch in der Gegend unterwegs waren. Wir beschlossen dann einfach uns die Puppe an diesem Treffpunkt brennend anzusehen. Die war auch nicht ohne und wir hätten es bis Mitternacht wohl nicht mehr zu einer anderen geschafft, die wir uns ausgeguckt hatten.
Die Verbrennung der kleinen Puppe war ja schon recht krass. Eine Mascletá zündete sie an, sie brannte blitzschnell lichterloh und recht lange, stieß riesige schwarze Rauchwolken aus und am Ende tanzten alle fröhlich umher. (Ich muss endlich mal alle Fotos und Videos unserer Truppe versammeln.) Nachdem ein paar kleine Puppen gebrannt hatten, stand die ganze Stadt schon ziemlich im Rauch und roch entsprechend. Wir wollten uns gar nicht ausmalen, wie das nach den großen Verbrennungen aussehen mochte. Hinzu kam ja, dass es an dem Abend sehr windig war, was zwar etwas gegen den Rauch half, aber natürlich kein kleines gemütliches Feuer versprach.
Bei der großen Puppe lief quasi alles genauso wie bei der Kleinen nur halt größer. So gegen Mitternacht hörte man die ersten Anzündungen in der Gegend. Ich glaube, es gibt ne festgelegte Reihenfolge oder sowas. Auf jeden Fall begannen irgendwann unsere Nachbarn, eine auch recht große Puppe einen Häuserblock entfernt mit dem Spaß. Das aus der Ferne zu sehen war schon krass und wir sahen, was auf uns zukam… außerdem rochen wir es. Denn der Wind kam aus der Richtung der Vorgängerpuppe. Wir hatten uns extra so plaziert, dass unser Rauch von uns wegzog, aber natürlich standen wir nicht vor dem einzigen Brandherd. Also gingen wir auf eine andere Seite der Puppe, was sich als echt gute Idee rausstellte, denn was wir ebenfalls nicht bedacht hatten: Wenn man sich in einer Straße befindet, an deren beiden Enden jeweils eine riesige Puppe in Flammen steht, sind die Möglichkeiten realtiv eingeschränkt sich irgendwohin zu verdrücken um dem Effekt zu entgehen. Und das war letztendlich bitter nötig. Man kann sich nicht vorstellen welcher Gefahr sich die Spanier da aussetzen. Einen wirklichen Sicherheitsabstand für Zuschauer gab es nicht. Die Leute standen teils echt fünf Meter oder so von der Puppe entfernt als es losging. Die Feuerwehr stand mit zwei ganzen Menschen bereit und hatte um die Puppe herum die Straße etwas angefeuchtet. So ging es dann los. Das Anzünden selbst war nett, aber schon wenige Augenblicke später trat eine riesige Stichflamme aus der Puppe auf und in vielleicht ner Minute brannte das ganze Teil. Nicht nur fachte der Wind die Flammen ordentlich an, er sorgte auch noch für eine schön gleichmäßige Verteilung brennender und glühender Teile durch die ganze Straße. Die Feuerwehrmänner (ja, beide) war quasi vom ersten Moment an damit beschäftigt, diese Teile mit dem Schlauch aus der Luft zu holen und die umliegenden Häuser und das Festzelt vor den Übergriffen der Flammen zu bewahren (denn die standen ja auch nicht weiter von der Puppe weg als die Menschen).
Die Zuschauer waren lange Zeit unschlüssig, ob sie sich über das spektakuläre Ereignis freuen oder sich davor fürchten sollten. Immer wieder jubelten sie, wichen dann geschockt weiter zurück, jubelten wieder, wichen weiter zurück usw. Auch wir zögerten. Aber spätestens als mir der erste brennende Fetzen in den Nacken flog, war die Sache klar. Letztendlich liefen wir zum Ende der Straße. Alles war voller Rauch und man sah überhaupt nichts mehr von den Flammen, überall flogen brennende Teile rum. Natürlich standen in der Straße Autos und - jetzt haltet euch fest - ein offener Kontainer voller Pappe, der um ein Haar an der Party teilgenommen hätte.
Man kann wirklich schwer in Worte fassen was das für ne Aktion war, aber es hatte unserer Ansicht nach nicht mehr viel von einem Fest. Ich glaube, es lief nicht alles exakt nach Plan. Als wir ne Stunde später oder so nochmal dorthin zurückkehrten, brannte immer noch ne Menge und die Feuerwehr war immer noch damit beschäft dafür zu sorgen, dass es bei dieser Menge blieb. Ich hab nachher gehört, die eine oder andere Puppe habe man gelöscht und am nächsten Tag zu Ende verbrannt.
Wir gingen nach der Aktion nicht mehr mit den anderen zum Rathausplatz, denn uns gefiel die Vorstellung nicht zwischen tausenden Menschen gedrängt zu stehen neben so einem Inferno. Wenn da der Rauch zu einem rüber zieht oder die einen oder anderen hundert Menschen auf die Idee kommen mal ausweichen zu wollen, ist dort wenig Platz dafür. Wir suchten uns also nen Bus nach hause, denn die fuhren erfreulicherweise die ganze Nacht. Vor dem Zubettgehen fischte ich dann, wie wohl so mancher, noch etwas geschmolzenes Plastik aus meinen Haaren und freute mich auf die Dusche.
Dienstag, 20.3.
An diesem Tag war die Stadt plötzlich wieder “normal”. Ich hab mir später sagen lassen, dass schon am frühen Morgen nahezu alle Schweinereien des Vortages beseitigt waren. Es hatten auch wieder alle Geschäfte normal auf und so. Busse fuhren wieder normal… alles als wäre nichts gewesen. Und diese Stille… Natürlich war Valencia vorher nicht leise gewesen. Habe von vielen gehört, dass sie es als echt laut empfinden hier. (Sevilla beispielsweise kam uns damals wesentlich ruhiger vor.) Aber an diesem Morgen hatte man das Gefühl taub geworden zu sein. Es fühlte sich so unwirklich an. Keine Knallerei mehr. Niemand warf mehr mit Feuerwerk um sich. Es war wirklich unheimlich still.
Barbara und ich verbrachten den Morgen mit Praktischem. Wir gingen einkaufen, weil wir echt nix mehr im Haus hatten. Zwar hatten wir in den letzten Tagen auch kaum was gebraucht, weil wir fast immer unterwegs waren und gar nicht zu hause essen konnten, aber jetzt wollten wir das ändern. An diesem Abend sollte gekocht werden. Außerdem brachten wir den zweiten Teil der Waschbecken-Aktion hinter uns. Es tropfte immer noch ein bisschen, aber nicht so viel als dass es Spanier nicht tollerieren würden. 
Mittags dann wollten wir ins Oceanografic, einem Fische-angucken-Park neben der CAC, dem größten Europas, wie ich kürzlich laß. Wir hatten uns entschieden die anderen Gebäude der CAC nicht zu besuchen, weil man dafür sehr gute Spanisch-Kenntnisse und viel Zeit gebraucht hätte. Als wir am Mittwoch zuvor in der Bodega waren, ließ uns Peter wissen, dass er auch gerne (nochmal) dorthin wolle, also gingen wir zu dritt. An der Kasse entschieden wir dann allerdings, dass das Wetter doch zu mies sei (Es regnete zum zweiten Mal seit Ines’ Ankunft.), verschoben das Event auf Donnerstag und gingen mit Peter im El Saler in einer Cervecería was trinken. Die konnte scheinbar auch nur Bier, denn alles, was wir bestellten, war nicht so der Hit. Trotzdem unterhielten wir uns nett und machten Pläne am Abend gemeinsam zu kochen und nen Film zu schauen. Wir brauchten ne Weile für diese Idee, denn normalerweise muss man sich in Valencia nicht mit der Frage beschäftigen, was man denn tolles machen könnte, was unbedingt drinnen stattfinden muss. Zuvor wollte Peter noch was lernen, und ich hatte auch noch was für die Uni zu tun. Barbaras Plan war, wenn ich mal was tun müsse, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden, was ja nun ziemlich klar ins Wasser fiel, weswegen diese Zeit für sie ein wenig langweilig wurde. Aber arg lange war ich nicht von der Uni eingenommen und wir schauten uns noch ein paar Simpsons-Folgen an bis Peter vorbeikam. Wir machten dann Spaghetti Bolognese und schauten und MatchPoint an. Den hatte sich Peter vorher mal hier in Spanien gekauft, was zusammen mit unseren Sprachkenntnissen die Möglichkeiten was Sprache und Untertitel anging gut beschränkte. Es wurde dann Englisch ohne Schrift. Der Film ist übrigens sehenswert. Echt nicht verkehrt.
Da solche Abende in Spanien natürlich recht spät stattfinden (wegen Essen), dauerte das Ganze bis gut spät und ich dachte mit Grauen daran am nächsten Tag zur Uni zu gehen.
Mittwoch, 21.3.
Diesen Tag verbrachte Barbara in der Altstadt und ich in der Uni. Als meine Vorlesungen vorbei waren, kam sie mich am Campus abholen, und wir tranken dort noch etwas. Als wir wieder zu hause waren, entschieden wir dann uns einen richtigen Italiener zu suchen um doch noch in den Genuss anständigen Essens aus der Region zu gelangen. Wir fanden einen unglaublich guten Italiener im El Agua (Il Tempino ?). Wir waren relativ früh dort und darum fast die einzigen. Aber in dem Laden stimmte einfach alles. Nicht nur dass das Essen wirklich gut war, auch die Deko, die Atmosphäre, die Bedienung, einfach alles war super. Zum Glück hatten die auf jedem Tisch ein Kommentarkärtchen liegen, so dass wir das den Leuten auch gebührend mitteilen konnten. Wir dachten uns dann beide ziemlich zeitgleich, dies sei ein toller Abschluss von Barbaras Zeit hier. Als nächstes dachten wir, dass das ja noch gar nicht der Abschluss ist. Und dann dachten wir, dass wir das aber zum Abschluss einfach nochmal machen könnten, was wir auch taten. 
Als wir nach hause kamen, zogen wir uns noch ein paar Simpsons-Folgen rein und ließen diesen schönen röstigen Tag damit gut sein.
Donnerstag, 22.3.
Auch donnerstags hab ich ein bisschen Uni (Spanisch-Kurs), wenn es nicht grad wie in der Woche zuvor fallasbedingt ausfällt. Barbara ließ sich derweil nochmals am Strand sehen. Mittags gingen wir dann zum Oceanografic. Peter hatte an diesem Tag dann doch keine Zeit, also waren wir zu zweit. War auch echt nett, der Besuch. Vor allem war auch das Wetter wieder entsprechend. Ich war bisher nicht in vielen Aquaparks, aber so arg spektakulär kam mir das Oceanografic nicht vor. Vielleicht sind es Aquaparks generell einfach nicht, denn der in Valencia soll ja schließlich der fetteste Europas sein. Sehr schade war auch, dass das Delphin-Becken gerade renoviert wurde und es deshalb auch keine Show gab. Aber man konnte ein paar schöne Fische begucken, es war echt nett. Sowohl an der frischen Luft gab es Fische, Schlidkröten, ein paar Vögel und ähnliches zu bestaunen als auch unterirdisch in Aquarien und Tunneln zwischen den Gebäuden. Das Erlebnis wäre noch vollkommender gewesen, wenn der Park nicht voller Spanier gewesen wäre.
Nicht nur dass diese die vielen Schlider und unübertrieben nahezu minütlichen Durchsagen ignoriert haben, die ihnen das Scheiben anfassen und Fotografieren mit Blitzlicht verboten. (Vor jedem Aquarium musste die ganze Familie aufs Neue abgelichtet werden.) Spanische Eltern scheinen es sinnvoll zu finden im Falle durch die Gegend schreiender Kinder einfach noch lauter zu schreien. Zwischenzeitlich fühlte ich mich in diesen Unterwassertunneln an das Gekreische am Ende der Mascletás erinnert. Die Geräuschkulisse war ungelogen ähnlich unangenehm.
Als wir nach drei Stunden den Park wieder verließen, gingen wir zu unserem neuen Lieblingsitaliener um an diesem Tag zu testen, ob der genau so gute Pizza machen kann wie Nudeln… er kann.
Die Bedienung erkannte uns schon wieder und gab uns den gleichen Tisch wie am Vortag.
Auch diesen Tag ließen wir nicht zu lang werden, weil Barbaras Flug uns ebenfalls sehr früh zum Flughafen zwang.
Freitag, 23.3.
Wir gingen, wie gesagt, scheißfrüh zum Flughafen. Das hieß aufstehen vor fünf Uhr. Die wenigen Male, die ich bisher um diese Zeit in Valencia auf war, war ich NOCH auf.
Den Rest des Tages (also quasi den ganzen Tag) verbrachte ich mit allerhand Kram, der so über die Zeit des Besuchs liegen geblieben ist. Angefangen mit dem Aufräumen meines Zimmers über das Beantworten von eMails und allerhand anderem. Ich wurde regelmäßig von Anrufen gestört, weil Leute mein Zimmer besichtigen wollten. Und Spanier halten sich auch nicht oft dran, wenn sie sagen, sie kämen in zwei Stunden oder was mal vorbei… alles recht doof, aber darüber habe ich mich ja bereits ausgekotzt.
Es kehrte recht fix wieder Alltag ein bei mir. Am Samstag Abend lud mich Eva zu einer Bierprobe bei sich ein. Wir haben dort mit sechs Leuten (Eva, Marco, Chris, Miguel, Miguels Eva und ich) 15 Sorten Bier getestet. Ich ließ mich überreden mitzumachen, obwohl ich Bier ja überhaupt nicht mag. Nun kann ich diese Aussage wenigstens untermauern und niemand kann mir mehr unterstellen, dass ich bisher nur die falsche Sorte erwischt hatte. Der Gewinner unter den Bieren war übrigens das billigste Penner-Bier, das sich in Valencia finden ließ. 
Zu der Bierprobe schauten wir - natürlich - Fußball. Spanien spielte gegen Dänemark in der Europacup-Quali und gewann… glaub ich. War insgesamt ein sehr witziger Abend trotz des fiesen Geschmacks im Mund. Wir haben uns überlegt das beizeiten nochmal mit Rotwein oder Vodka zu wiederholen. Dann kann ich bestimmt objektier urteilen.
So ging also die Zeit mit meinem erstern Besuch hier in Spanien zu Ende. Es war eine unglaublich tolle Zeit. Wir haben irre viel erlebt, und alles hat unheimlich viel Spaß gemacht. Es war anstrengend, klar, aber es waren mit ziemlicher Sicherheit meine zwei schönsten Wochen in dieser Stadt.
Danke, Mädels!