Adressänderung
Es ist vollbracht (schon lange, aber ich hab ja nie Zeit zu schreiben). Seit dem 5. April habe ich eine neue Adresse (siehe Abschnitt “Kontakt” auf meiner Homepage). Es lief mehr oder weniger problemlos, eigentlich ziemlich gut. Susana fand die Idee gut, dass ich (für etwas Geld natürlich) länger in dem Zimmer bleibe, denn so konnte ich die ganze Zeit über wieder Anrufe entgegennehmen und Leuten die Wohnung zeigen. Die letzten kamen noch kurz bevor ich gehen wollte, was aber praktisch war, weil die mir dann tragen helfen konnten. ![]()
Ich hatte ja den Leihwagen für den Besuch bei meinen Eltern hier. Den hab ich abgeholt und habe auf dem Rückweg vom Flughafen einen Parkplatz (wörtlich) direkt vor meiner Haustür gefunden. Ich hätte mich auch damit zufrieden gegeben in zweiter Riehe auf der Straße zu stehen, wie es hier ja jeder tut und es bei der Breite der Av. Baleares auch ohne weiteres möglich ist, aber das war natürlich fein. Zumal es an dem Tag nicht wenig geregnet hat. Das war so ziemlich das einzige Pech, das ich hatte. Kurz bevor ich gehen wollte, rief mich noch ein Australier an und wollte mit seiner Freundin das Zimmer anschauen. Mit den beiden hab ich mich dann noch ne Weile unterhalten und hab versucht Susana klar zu machen, dass die das Zimmer haben wollen (konnten kein spanisch). Was letztendlich daraus geworden ist, weiß ich nicht. Was soll’s. Auf jeden Fall hatte ich so ein paar Helfen beim Tragen, denn es ist ja nun schon gut was an Zeug zusammengekommen hier in all der Zeit.
Auf der Av. del Puerto musste ich dann naturlich “schmutzig parken”, aber die ist vermutlich noch breiter. Das interessiert wirklich niemanden. Zum erneuten Glück waren dann auch noch Maud und Martin zu hause, so dass ich ebenfalls Helfer beim Hochtragen des ganzen Zeugs hatte. Ein Aufzug fuhr mit Zeug hoch, der andere mit uns. Das ging alles echt fix. Dann noch schnell das Auto ordentlich geparkt. Direkt bei mir um die Ecke ist nun ein großer Parkplatz, auf dem man eigentlich immer was findet. Was will man mehr? Lief also super, das Ganze.
So, nun zur neuen Wohnung: Kurz gesagt, alles toll!
Ich wohne jetzt mit einem spanischen Pärchen zusammen, einer Französin (Maud) und einem Schweden (Martin). Die Spanierin heißt eigentlich spanisch korrekt Ana, was im Valencianischen scheinbar eher Anna geschrieben wird… auf jeden Fall gefällt’s ihr mit zwei n besser, weswegen ich sie so schreiben werde. Ihr Freund (Ruben) ist relativ selten zu hause. Kommt nur ein paar Tage mal vorbei. Weiß nicht, wo er sich sonst rumtreibt.
Ich habe beim Umzug nicht das schlechteste Zimmer bekommen. Eigentlich ist es Sitte, dass die Miete gleichmäßig auf alle aufgeteilt wird und wer zuerst kommt halt das beste Zimmer bekommt. Das hatte zuvor Johannes, dessen Platz ich eingenommen habe. Martin ist in dessen Zimmer gezogen, aber Maud (die das kleinste Zimmer bewohnt) wollte nicht umziehen, also bin ich jetzt in Martins Zimmer, was ähnlich groß ist wie mein bisheriges und nur ein kleineres Fenster und natürlich ein kleineres Bett hat. Also doch recht fein. Auch die Lage stört mich nicht wirklich. Es ist halt der ganze Internet-Kram drin, das heißt, auch ein Rechner als Router, der immer läuft, und es ist neben der Küche mit Wasch- und Spülmaschine, aber das stört alles, wie gesagt, nicht wirklich. Ich find’s eher schön, dass mein Zimmer diesmal ziemlich zentral gelegen ist und nicht so am Rande wie vorher, denn da bekam ich deutlich weniger mit.
Noch ein paar Highlights: Es gibt einen Esstisch im Wohnzimmer mit mehreren richtigen Stühlen. Es können vier Menschen gleichzeitig dort sitzen, essen und fernsehen. Haben wir schon gemacht. Sehr cool. Und es gibt ZUSÄTZLICH ein Sofa dort. Wir haben eine Spülmaschine und eine richtig funktionierende Waschmaschine. Der einzige Nachteil, den ich bisher gefunden hab, ist der nicht vorhandene Backofen, also so bald keine Backofenpizza mehr.
Aber ansonsten ist, wie gesagt, alles toll. Ich habe bereits Wäsche auf dem Balkon getrocknet. Ebenfalls eine neue Erfahrung. Und da das Wetter endlich der Jahreszeit angemessen zu werden scheint, macht das bald auch richtig Sinn. Ich habe bereits mit meinen Mitbewohnern Dinge unternommen (steht hier auch irgendwo drin), von denen noch weitere folgen werden. Ich spreche recht häufig mit ihnen und immer und mit allen spanisch, und das klappt ganz gut, alles super nette Leute, voraussichtlich sehr bald meine Freunde. Die Wohnung macht auch einen viel ordentlicheren Eindruck. Also zum Beispiel fließt das Wasser überall einfach so normal ab und sowas. Nicht allgegenwärtig hier…
Was auch etwas schade ist: Eigentlich hätte die Wohnung den Mörder-Ausblick. Unser Gebäude hat 15 Stockwerke, glaub ich. Wir wohnen im 11. und könnten eigentlich über alle Häuser bis zur CAC gucken. Leider allerdings wird unser Gebäude wohl grad gestrichen oder so. Auf jeden Fall steht ein riesen Gerüst davor. Und weil gerade America’s Cup ist und man sich darum mit Plakaten scheinbar dumm und dämlich verdienen kann (sonst würden die nicht jeden freien m² damit pflastern), schaut hier oben seit einer Weile der 6 Stockwerke große Kopf von George Clooney an einer Espresso-Maschine vorbei auf die Straße. Man kann zwar durch das Plakat schauen, aber erstmal sind die Vorhänge öfters zu, damit “all die Arbeiter” (hab noch keinen gesehen) nicht vollends an unserem Leben teilhaben und außerdem wird die Aussicht schon verdammt grau dadurch. Man kann nun nur noch erahnen ob es gutes oder schlechtes Wetter ist, weil alles grau aussieht. Zum Glück ist das wohl bald endlich mal kein Thema mehr, denn dann weiß man einfach, wie es ist.
Ich bin also wirklich, wirklich zufrieden mit meiner neuen Situation. Ich kann echt froh sein, dass sich das so entwickelt hat. War anfangs nicht ganz absehbar, aber eigentlich hat die ganze - letztendlich witzige - Geschichte mit meiner Wohnung doch echt ne Menge positiver Effekte gehabt. Davon stehen auch hier und da noch welche.