Endlich wieder Strand :-P
Deutschland und Spanien hatten ja in den letzten Wochen das Wetter getauscht, aber nun ist endlich wieder alles normal. Spanien brät während Deutschland absäuft.
(Seht mir die Arroganz noch ein paar Wochen nach; bald sitzen wir wieder im selben Boot, und ich werde die Spanier genauso für ihr Wetter hassen wie ihr.) In den letzten Tagen war es hier also meist unbewölkt und mal gerne zwischen 30 und 35°. Zum Studieren oder so nicht ganz angenehm, aber für eines perfekt: Strand. Der letzte Freitag und Samstag wurde von uns exakt dafür genutzt. Es war zwar ziemlich windig, was bedeutete, dass ein gewisser Sandsturm fegte, aber nah am Wasser hatte man damit keine Probleme. Das ging aber auch nur, weil es so schön leer war. Nun haben wir also schonmal eine gewisse Bräunungsgrundlage geschaffen. Ich war sogar im Wasser. Mehrmals. Komplett. Am ersten Tag war es noch nur an der Oberfläche warm, aber am zweiten musste ich mich schon strecken um kaltes Wasser an den Füßen zu fühlen. Ich denke mal, wir werden uns dort noch öfter sehen lassen. Man muss ja was sehen, wenn ich wieder da bin. ![]()
Was uns mal wieder aufgefallen ist: Valencia ist nicht reif für den Tourismus. Das Strand-Viertel ist nicht nur schäbig, sondern auch völlig unökonomisch. Es gibt kaum was zu essen oder zu kaufen. Touristen würden denen da glatt wegsterben. Es hat wirklich so den Anschein, als wäre der Strand halt da, man hat nichts gegen ihn, aber bezieht ihn auch nicht wirklich in die Stadt mit ein. Vielleicht ändert sich das irgendwann mal. Eigentlich ist es ja schön, dass Valencia keinen Strand-Trourismus hat (und auch sonst abgesehen aktuell vom America’s Cup eher wenig), aber manchmal auch unpraktisch.
Noch was zum vorherigen Wochenende:
Ich hatte ja drüber nachgedacht mit Julia nach Madrid zu fahren. Das wäre bestimmt auch sehr lustig geworden nach dem, was sie mir nachher am Strand davon erzählte, aber mein Wochenende in Valencia war auch toll. Mein Hauptgrund hier zu bleiben war die Abschiedsfete von Melanie, die hier einen Teil ihres Referendariats abgelegt hat und an dem Wochenende noch zu Freundinnen in Spanien und dann nach Deutschland aufbrach. Da hin zu gehen hat sich auch gelohnt. Als ich die Wohnung betrat, war ich erstmal erschlagen von der Masse an Leuten, von denen selbst Melanie nur eine Hand voll kannte. Einer ihrer Mitbewohner kam an diesem Tag von einem langen Aufenthalt in Südamerika zurück und man hatte beschlossen (ob er wolle oder nicht) ihn zu empfangen. Darum war die Wohnung auch nahezu ausschließlich mit Spaniern gefüllt. Später kamen dann noch ein paar deutsche Freundinnnen von Melanie vorbei, die ich auch kannte.
Das Konzept der Party war, dass jeder was zu essen und zu trinken mitbringt, was auch fleißig praktiziert wurde, weswegen die Küche mit den verschiedensten Nahrungsmitteln angefüllt war. Manche hatten nen Salat gemacht oder irgendwelches spanisches Essen vorbereitet, manches wurde dort erst gekocht, es gab Tiefkühlpizza, Tortilla, quasi alles. Und natürlich fing man nicht vor elf Uhr an das Zeug so nach und nach zu reichen. In Deutschland wäre solch eine Party nicht möglich gewesen. Ich erinnerte mich an die Gesichter meiner Gäste, als ich auf einer meiner Feten mal eröffnete, das Essen käme “erst” um neun Uhr…
Die Abschiedsparty ging ne ganze Weile, aber zum Glück konnte ich mir danach mit ein paar Leuten ein Taxi teilen.
Am Samstag und Sonntag war ich mit Ricke im Kino. Wir konnten uns nicht recht entscheiden, ob wir in eines der kleinen Hinterhof-Kinos gehen wollten, das Filme im Originalton zeigt, oder in ein richtiges großes spanisches, also taten wir einfach beides.
Wir sahen “Little Miss Sunshine” auf englisch und “Tu la letra, yo la música” auf spanisch. (”Du den Text, ich die Musik” heißt in Deutschland scheinbar “Mitten ins Herz”; wer sich den Quatsch wieder überlegt hat…) Beide Filme waren sehenswert. Der erste schon recht B-Movie-mäßig und sehr ausgeflippt, der zweite natürlich Main-Stream, aber echt witzig (Mittlerweile versteh ich sogar manche witzige Filmszenen auf spanisch.) und die Musik, die der Hugh Grant da mit seiner Truppe gemacht hat, war echt klasse.
Nach dem zweiten Film wollten Ricke und ich noch was futtern (hauptsächlich ich), also gingen wir zu Pans & Company, denn dafür waren auf der Rückseite unserer Kinokarte Gutscheine und das kannte sie noch nicht (kann ja nicht angehen). Diese Kette hat am Plaza de Ayuntamiento (in dessen Nähe das Kino war) gleich zwei Läden, allerdings macht einer wohl früher zu. Da drin sagte man uns nämlich, dass man gerne anfangen würde die Stühle zusammenzuräumen und man außerdem den Pommes-Macher schon weggepackt hätte.
Aber da der andere Laden weit länger auf hat, bekamen wir doch noch unser Bocadillo und unsere Patatas Bravas, was wir uns dann alles auf dem Plaza de la Virgen reinzogen. Der Platz ist, gerade nachts, halt doch am gemütlichsten. Vermutlich weil dort weit und breit keine Autos fahren.
Ein weiterer Vorteil in Valencia geblieben zu sein war, dass ich am Montag Dennis wiedergesehen hab. Vielleicht erinnert sich jemand. Mit ihm war ich (unter anderem) in meiner ersten Woche hier bei der Tomatina. Seine Freundin macht son Erasmus-Ding in Madrid und die beiden hatten sich für ein paar Tage in Valencia getroffen. (An dem Tag in Madrid zu sein wäre also echt blöd gelaufen gewesen.) War ne sehr spontane Sache. Ich bekam eine SMS von ihm und für den Abend verabredeten wir uns dann im Carmen. Wir gingen in ein paar Läden (so arg viele haben montags nicht geöffnet) und tranken natürlich auch Agua de Valencia, das ich ja jedem Besucher hier andrehen muss, also auch den beiden.
War sehr cool ihn mal wiederzusehen und sich mit seiner Freundin über die Unterschiede von Madrid und Valencia zu unterhalten. Ich bin jetzt noch glücklicher nicht dorthin gegangen zu sein.
Abgesehen davon, dass es keinen Strand und nix dergleichen gibt, ist es wirklich unheimlich teuer. Also 300-400 Euro für ein Zimmerchen bedeutend schlechter als das meinige zu zahlen ist da üblich.