Archive for June, 2007

San Juan, Schutzpatron der Taschendiebe

Wednesday, June 27th, 2007

Letzten Samstag feierten die Valencianer (vermutlich auch der Rest von Spanien) San Juan. Zunächst mal klingt das nicht nach was besonderem, denn hier ist wohl jedem Tag mindestens ein Heiliger zugeodnet, der an dem Tag halt gefeiert wird. (Wenn man den Namen in die spanische Wikipedia eingibt, bekommt man sogar ne ganze Liste von heiligen Juans, die es so im Laufe der Jahrhundete gegeben hat.) Ist der Heilige irgendwie wichtig, dann feiert man den Tag halt größer. Ich hab mich mal ein wenig schlau gemacht. Bei uns heißt der Tag nach der Nacht, in der die Spanier feiern, Johannistag (der spanische Juan ist unser Johannes), mit dem nichts geringeres als die Geburt Johannes’ des Täufers gefeiert wird, ja nun schon eine gewisse VIP unter den katholischen Heiligen. Hier und da feiert man das, indem man um so genannte Johannisfeuer herumtanzt. Das kommt auch dem Spektakel hier in Valencia nahe. Außerdem ist zu dieser Zeit ja noch die Sommersonnenwende, also noch ein Grund zu feiern.
Konkret sieht das hier so aus: Abertausende Menschen treffen sich in Valencia am Strand, machen alle paar Meter ein Lagerfeuer im Sand, sitzen drum herum und haben Spaß. Dazu gibt’s dann ein bisschen Programm (Konzerte oder so, wurde mir gesagt), und um Mitternacht hüpfen einige ins Wasser (weil das Glück bringt) um sich danach am Feuer wieder zu trocknen. Klingt simpel, ist es auch. Wir waren da (insgesamt zehn Menschen, von denen ich nicht alle kannte).

Wir planten uns so um elf in der Stadt zu treffen und dann zum Strand zu laufen. Meine Mitbewohnerin meinte dann am Abend, dass man da viel früher hin müsste, dass um zwölf Uhr bereits alles vorbei wäre. Das klang schon verdammt un-spanisch, wäre andererseits aber wiedermal typisch gewesen das Fest nicht voll auszunutzen und so; generell Organisation… :) Da wir aber alle nicht so höllisch fit waren, ging es dann doch nicht früher los (auch nicht für meine Mitbewohner, die eigentlich schon um zehn dort sein wollten, dann aber doch nicht wirklich vor mir los kamen). Als wir in die Nähe des Strandes kamen, fühlte ich mich an die Fallas erinnert. Die Luft war neblig und es roch verbrannt. Direkt am Strand dann das unglaubliche Bild. Man hatte uns ja gesagt, es wären viele Leute da, aber was da los war, lässt sich kaum in Worte fassen. Ich nehme an, der Strand war vom Hafen bis mindestens zum Ende des Malvarossa-Abschnittes (also auf einer Strecke, für die man zügig zu Fuß ne sehr gute halbe Stunde braucht) mit Menschen überströhmt, dass kaum noch Sand zu sehen war. Auch die Promenade davor war voller Menschen, und alle hatten sie ne Menge Spaß. Übrigens scheint dies der einzige Tag im Jahr zu sein, an dem Spanier grillen. Genau das tat man nämlich auf der Promenade. Es gab da einige Pros, die mit Tisch, Stühlen und allem drum und dran anrückten. Die offene Frage bleibt, wo die Spanier ihre Grills kaufen, denn obwohl man hier so um die 300 Tage Grillwetter im Jahr haben dürfte, gibt es so gut wie nirgendwo Zubehör dafür zu kaufen. Die Gesetzeslage, wann man das wo darf, scheint auch den wenigsten klar zu sein. :(
Wir kamen vielleicht um viertel vor zwölf am Strand an, aber das einzige, was um zwölf passierte, war dass das Licht aus ging. (Ja, in Valencia ist der Strand nachts teils beleuchtet.) Außerdem setzte sich die Menschenmasse um Mitternacht irgendwie in Bewegung. Es sah aus, als würden einige gehen, aber das konnte man bei der Menge letztendlich nicht so wirklich bestimmen. Vor allem aber kam Bewegung auf, weil viele ins Wasser gingen. Zuvor rannten schon eine Menge in Bade-Klamotten rum. Leider war es nicht so höllisch warm an dem Abend, zudem recht windig. Die meisten ließen ihre Bekleidungsphilosophie davon aber unbeeinflusst.

Also es war echt ein irrer Anblick, die Menschenmassen und all die Lagerfeuer im Sand… aber das war dann auch schon alles. Es war die Rede von einem Feuerwerk um Mitternacht (eigentlich gehr hier ja gar nix ohne), aber das blieb leider aus. Hier und da schoss jemand ne Rakete ab, aber es gab nix großes. Was so organisiert war, war eine Bühne nahe des Hafens, auf der ein paar Tänzer(innen) aktiv waren und von der irrsinnig laute, schreckliche Musik her schallte. All die Irren direkt davor gingen an dem Tag bestimmt mit Tinitus nach Hause. Dann gab es für die einige Tausend Menschen eine sehr überschaubare Anzahl Dixi-Klos und eine Rote-Kreuz-Station mit einem Krankenwagen und ner Handvoll Sanitätern. Alles also wie man das von Spanien gewöhnt ist. :) Essen und Trinken verkauften lediglich die Südamerikaner, die dort in dem Slum nahe des Strandes wohnen und die bei solchen Gelegenheiten immer den schnellen Euro machen, den die Spanier scheinbar zu dumm sind einzustreichen. Bei uns stünden bei sonem Ereignis zig Buden mit allerhand Zeugs, aber hier… nix. Da können die Onkels mit ihrem Wassereimer voller Bierdosen für nen Euro das Stück natürlich reich werden. Man hätte bei denen an der Promenade sogar noch kurz eine “magische Massage” abstauben können.
Wir blieben nicht wirklich lange. Zum einen weil das Ereignis - wenn man sich an dem Menschenmassen mal satt gesehen hatte - nicht so recht flashte, zum anderen weil bei Katharina (vermutlich rauchbedingte) Kopfschmerzen einsetzten.

Ein Problem auf diesem Fest waren die Taschendiebe. Eine ernsthafte Warnung vor diesen hatte ich zuvor bisher nur für die Fallas gehört, wo sich ja ähnlich viele Menschen zusammengefunden hatten. Also hatte niemand von uns mehr als seinen Haustürschlüssel und vielleicht ein paar Euro dabei (und natürlich was zu trinken). Ich hörte schon mehrere Geschichten von geklauten Taschen, Handys etc. Auch musste man wohl auf seine Klamotten aufpassen (lassen), wenn man schwimmen ging. Vielleicht ging deshalb niemand nackt ins Wasser. :) Aufgrund dieser Bedrohung hatte ich natürlich auch keine Kamera dabei, so dass keine Fotos entstanden sind. Leider. :(

Also Fazit: War ein nettes Fest; nicht umwerfend, aber nett. Vielleicht hätte man es anders angehen müssen. Das mit den Taschendieben verhindert aber leider auch ein gutes Stück Spaß. Wenn man kaum was mitnehmen kann und auf das bisschen dann auch noch höllisch aufpassen muss, kann man weit weniger gut feiern.
Also ich war ganz froh, dass wir nicht ewig geblieben sind. Einen der angeblichen Hauptaspekte des Events haben wir natürlich verpasst. :) Man weiß ja nie, wieviel von solchen Geschichten wirklich wahr ist, aber es schien da wohl auch zum großen Teil um Paarung zu gehen. Der Eindruck kam bei uns durchaus auch an. Wahrscheinlich wäre es einfach gewesen eines der betrunkenen halbnackten 14-18 jähringen Mädels dort zu vernaschen oder sich mit nach hause zu nehmen, die da haufenweise rumrannten, aber dafür war ich ja nicht wirklich dort… oder auf der Welt.

Die Tage sind gezählt

Thursday, June 21st, 2007

Es ist soweit. Ich komme zurück. Meine Erasmus-Aktion hat ein definiertes Ende erhalten. Ich habe einen Rückflug gebucht für den 11. Juli. An dem Tag dürft ihr dann also alle um 17 Uhr am Kölner Flughafen stehen mit euren Plakaten, Geschenken und Umarmungen. :)
Alle, die sich Sorgen gemacht haben, ich könnte für immer in Spanien bleiben, können also beruhigt sein. 318 Tage (knapp 45,5 Wochen oder 10,5 Monate) waren genug. Natürlich war ich eine gewisse Zeit auch zwischendurch in Deutschland. 28 Tage insgesamt um genau zu sein (über Weihnachten, Anfang Februar und jetzt grad im Juni). Somit waren es netto 290 Tage Spanien, immer noch ne Menge.

Mir bleiben nun noch knappe drei Wochen hier. Einen arg genauen Plan hab ich nicht, was ich mit der Zeit anfange. Ein paar Dinge stehen auf jeden Fall noch auf meiner ToDo-Liste, aber die sollten gemütlich machbar sein. Hab mich heute mal etwas intensiver mit den Vorlesungen in Aachen auseinandergesetzt und geschaut, wie mein weiteres Studium so aussehen könnte. Auch dadurch hab ich irgendwie Bock darauf bekommen. Neue Semester find ich immer klasse. :) Wahrscheinlich werde ich mich mit jedem Tag mehr auf Deutschland freuen, wie es damals schon vor Weihnachten war. Hoffen wir, dass der Flieger diesmal auch da steht, wenn ich zum Flughafen komme.

Also schreibt’s euch schonmal in den Kalender. Bestimmt lasse ich aber auch in irgendeiner Form von mir hören, wenn ich wieder im Lande bin.

Neue Adresse in Aachen

Wednesday, June 20th, 2007

Am Donnerstag letzter Woche machte ich mich morgens auf nach Deutschland. Nach Köln um genau zu sein. Der Plan war am Sonntag überraschend auf dem 50. Geburtstag einer Verwandten zu erscheinen und außerdem drumherum in Aachen ein wenig nach Wohnungen zu schauen. Also hatte ich für die paar Tage natürlich kaum Gepäck und da ich auch nicht mehr so höllisch viel Zeug hier hab, bot ich anderen Menschen meine Transport-Dienste an. Ich packte etwas von Marco ein, der mit mir im gleichen Flieger saß, der ihn bereits endgültig nach hause brachte und außerdem noch einiges von Katrin, die auch in Aachen wohnt und schon seit ner guten Woche dort war. Marco und ich checkten gemeinsam ein und brachten gut was auf die Waage. 20kg durfte jeder, zusammen hatten wir 51.5kg, aber die Dame am Schalter ließ das kommentarlos durchgehen. Ich hoffe, wenn ich endgültig nach hause fliege, sind die auch so nett. :)
Ich hatte die Option mit Marcos Eltern, die ihn nach Aachen brachten, mitzufahren, hatte aber am Vortag noch fix organisiert mich mit Charly in Köln zu treffen, also ging ich in Köln fix mit Charly zu McD und machte mich dann mit dem dank Semesterticket kostenlosen Zug auf den Weg nach Aachen, wo ich am Bahnhof von Barbara in Empfang genommen wurde, bei der ich wohnen durfte.

An dem Tag ging dann nicht mehr viel in Aachen, weil Barbara und ich von der Uni bzw. Reise recht hinüber waren. Am nächsten Tag startete ich dann aber voll durch mit der Wohnungssuche. :) Ich telefonierte immens viel und machte für Samstag und vor allem Montag einige Besichtigungstermine. Ich sah an dem Tag auch direkt was feines in der Lütticher Straße nahe des Bahnhofs Schanz. Die Wohnung war leider noch unrenoviert, weswegen sie bei Einzug völlig anders ausgesehen hätte. Außerdem planten die Besitzer das gesamte Haus zu überarbeiten, was wohl diverse Monate Lärm versprach. An einem weiteren heißen Kandidaten lief Barbara zufällig auf dem Nachhauseweg vorbei (Paugasse). Die Wohnung hatte leider keine Kücheneinrichtung und lag im EG. Eine weitere, viel zu kleine Wohnung besichtigte ich noch. Insgesamt also recht gute Quote, wenn zwei von drei Wohnungen schonmal nicht schlecht sind.
Wie es der Zufall wollte, waren in der Woche gerade Wahlen an der RWTH, an denen ich so auch noch eben teilnehmen und mich unter die fast 20% wählenden Studenten unserer Uni mischen konnte.
Außerdem hatte ich mich an dem Tag mit Ines verabredet. Sie wartete zwar vor ihrem Rechner im ICQ auf mich (hihi) und hätte auch fast die Türklingel überhört, aber die Überraschung gelang dann doch sehr gut. :)
Abends an dem Tag gab es noch was Witziges: Die Architekten an der RWTH haben ab und an etwas namens Stehgreif-Entwurf, bei dem sie in recht kurzer Zeit irgendwas entwerfen müssen, was in der Regel sehr weit von einem Haus entfernt ist. An diesem Tag wurden Arbeiten bewertet, die sich mit dem Grillen beschäftigten. Jeder musste also einen Grill entwerfen, der natürlich auch funktionierte und an diesem Abend getestet wurde. Auf der Fete kannte ich natürlich auch nahezu kein Schwein, aber die Idee fand ich stark.
An dem Abend kam auch Christian, Barbaras Freund, in Aachen an, der am Wochenende zu Besuch war und den ich so zum ersten Mal länger als nur ein paar Minuten zu Gesicht bekam.

Am Samstag schaute ich mir dann noch was an und fuhr am nachmittag mit Barbaras Auto nach Goch, wo mich zu hause ein Grillabend und ein überraschter Bruder samt seiner Freundin erwarteten. Nach dem Grillen besuchte ich dann Claudia in Kleve, sah mir bei der Gelegenheit ihre neue Wohnung dort an und überraschte weitere Menschen aus der Clique, die an dem Abend auch dort waren. Wir waren in der Country Bar in Kleve, die man bis auf die nicht übermäßig freundliche Bedienung ziemlich empfehlen kann.

Der Sonntag wurde vollständig von der Geburtstagsfete eingenommen, denn die begann bereits morgens um zehn, und als ich mich am Abend um etwa sieben wieder nach Aachen aufmachte, war der Laden noch längst nicht leer. Auch hier gab es weitere überraschte Gesichter (Tante, Oma, Cousine, …), was echt cool war. Ich sollte sowas öfter machen. :) Außerdem bestand der halbe Tag aus essen. Immens viel wurde dort aufgetischt.

Den Montag hatte ich mir von morgens bis abends mit Besichtigungsterminen gepflastert, und am Ende des Tages musste ich echt ne Weile nachdenken, denn es waren erstaunlich viele akzeptable Wohnungen dabei. Zum Glück konnte ich dann doch recht fix einige ausschließen und entschied mich für eine auf der Jakobstraße, direkt innerhalb des Grabenrings. Die Lage ist also quasi perfekt, die Wohnung ist fein groß und verhältnismäßig günstig. Das Mädel, was dort wohnte, empfing mich sogar spät abends noch ein zweites Mal zusammen mit Barbara, die den ganzen Tag in der Uni und auf der Arbeit war.
Nun hab ich also wieder die Aussicht auf ne feine Wohnung in Aachen. Freue mich schon sehr darauf die zu bewohnen. Generell hat der Besuch in Deutschland dazu beigetragen, dass ich mich wieder ziemlich darauf freue dort zu sein. Werde in den nächsten Tagen mal darüber nachdenken, ab wann genau ich das tun werde.

Nach dem Besichtigungsmarathon am Montag war ziemlich bald schlafen angesagt, weil ich am Dienstag schon unmenschlich früh nach Köln aufbrechen musste um um zehn Uhr bereits in der Luft zu sein. Trotz selbstverständlich verspäteter Bahn und etwas fragwürdiger Beschilderung auf dem Kölner Flughafen lief das alles reibungslos, und ich konnte am Abend zu Rickes Abschieds-Pizza-Essen erscheinen. Das war auch echt spaßig, und wir haben es hinbekommen noch einige Fotos auszutauschen.
Heute mittag waren wir beide dann noch mit ihrer Ex-Mitbewohnerin aus Italien essen und dann hieß es Abschied nehmen, denn sie fliegt morgen für ein paar Wochen zu ihrem Freund nach Südafrika und kommt erst wieder, wenn ich schon in Deutschland sein sollte. :( Sie bleibt dann noch bis September hier. Danach sehen wir uns aber mit Sicherheit in Deutschland wieder.

Happy Birthday to me!

Wednesday, June 13th, 2007

Ja, wenn man schonmal zur richtigen Zeit in Valencia ist, sollte man auch seinen Geburtstag dort feiern. Natürlich wird das Ereignis in Deutschland auch noch mal irgendwie gewürdigt werden, aber die Gelegenheit hier konnte ich nicht verstreichen lassen. Also feierte ich. Und wie feiert man in Spanien am stilechtesten? Mit einem Botellón. Für die, die das hier bisher immer noch nicht gelesen haben: Ein Haufen Menschen trifft sich auf der Straße/im Park/am Strand und trinkt Alkohol. Unheimlich beliebt unter den Spaniern und offiziell zumindest in Valencia verboten. Die Polizei ist da aber recht tolerant, solange man sich benimmt. Im September letzten Jahres haben wir ja mal ein vom studiVZ aus organisiertes auf dem Plaza de la Virgen abgehalten. Ich wählte einen etwas geschlosseneren Ort. Von Marco, der seinen Geburtstag auch dort gefeiert hatte, bakem ich den Tipp mit der Puente del Mar, eine der Brücken über das Turia-Flussbett. Zum einen ist das eine (von der Straße aus nicht gut einsehbare) Fußgänger-Brücke, so dass dort keine gefährlichen und störenden Autos vorbeikommen und die Polizei zu faul ist da mal drüber zu laufen, zum anderen hat man dort eine feine Aussicht über den Turia und die Stadt.
Ich gab also jedem, den ich hier irgendwie kenne und erreichen kann, Bescheid sich mit so vielen Menschen wie möglich am Abend vor meinem Geburtstag auf dieser Brücke einzufinden. Solche Geburtstagsbotellóns ufern teilnehmermäßig schonmal ziemlich aus, aber bei mir kamen erstaunlich wenige Menschen. Das mag daran gelegen haben, dass Geburtstagsfeten gerade stark Saison haben und Abschiedsfeten natürlich auch, so dass es an dem Abend ein paar Konkurrenz-Feten gab. Außerdem ist ja noch Examensvorbereitungsphase, was Erasmus-Studenten aber eigentlich weniger abhält. Auf jeden Fall waren die mir wichtigen Menschen nahezu vollständig anwesend, und da ich ja eigentlich eher auf kleinere Feten stehe, war das super so. Ich glaube, wir waren nie mehr als 20 Menschen und wohl die kleinste Gruppe auf der Brücke oder in der Stadt allgemein. Es gab noch 1-2 spanische Botellóns neben uns. :)
Coole Sache: Meine Tandem-Partnerin Clara, die zur Zeit ein Praktikum in München macht, war gerade in der Stadt, so dass auch sie mit einer Freundin vorbeikam. Leider mussten die beiden auch noch zu einer anderen location, weswegen sie mir schon vor Mitternacht gratulierten. Die Spanier nehmen das übrigens gar nicht so genau wann man gratuliert.
Es war eine wirklich schöne Fete. Sie ging nicht bis früh morgens, aber lang genug. Wir hatten viel Spaß, und ich bekam um Mitternacht sogar ein Küchlein in Form eines Yes-Verschnittes mit Kerzchen drauf. Danke, Ricke! :)

Am nächsten Abend (darum hatte ich auch rein gefeiert) gab Daniel, den ich auf der Cuenca-Reise kennengelernt hatte, eine Fete bei sich. Die war auch sehr nett, obwohl ich dort grad mal ne Handvoll Menschen kannte. Leider blieben wir nicht lange in der Wohnung, sondern zogen dann bald zum Strand, um an der riiiesen Botellón teilzunehmen, die dort an dem Abend stattfand. Das war letztendlich nicht so pralle, weil ich von den - was weiß ich - 300 Leuten dort ungefähr die gleiche Handvoll kannte. :) Als Martin und ich fast gehen wollten, sprach uns eine 18jährige Chilenin an, weil die Martin wohl süß fand. Mit der haben wir uns dann noch ewig unterhalten bis sie mit ihren Leuten in nen Club weiterzog (war dann ja auch erst fünf Uhr oder so). Martin hatte deutlich mehr Spaß an dem Gespräch als ich. :)
Also eigentlich war das am Strand nicht so pralle und da ich wusste, dass dort kaum jemand sein würde, den ich kenne, hatte ich auch nicht so arg Bock noch mit dorthin zu gehen, aber ich wusste, dass ich dort zwei bestimmte Menschen antreffen würde. Zum einen war das Katharina, die vor ner Weile mal von irgendwem mit zum Strad geschleppt wurde und die ich so kennenlernte. Beim Durchsehen ihrer Fotos im studiVZ erkannte ich auf erstaunlich vielen Uta wieder, die mit mir Abitur gemacht hat. Es stellte sich heraus, dass die beiden dicke Freundinnen sind. Zufälle gibt’s. Uta war auf jeden Fall in diesen Tagen zu Besuch bei Katharina und die beiden waren auch am Strand. Drum ging ich hin. Leider hauten sie schon kurz nach meiner Ankunft wieder ab, weil sie tanzen gehen wollten. :(

Am Montag danach ging ich mit Uta ins Oceanografic. Als ich einst mit Barbara dort war, gab es keine Delfin-Show, die ich nun zu sehen bekam. Echt nicht verkehrt. Eigentlich wollte ich danach mit Ricke zum Hafen und nochmal ein bisschen America’s Cup schauen, aber ihr Laptop-Netzteil machte Probleme, was dazu führte, dass sie sich darum kümmern musste und keine Zeit hatte. :(
Abends ging ich mit Katharina, Uta und Phillip zu “Jamón, Jamón” (Schinken, Schinken) in der Altstadt essen. Wir bestellten das “menu de la degustación”, quasi ein Probiermenü, bei dem man kleine Portionen von allerhand Zeugs vorgesetzt bekommt. Das lohnte sich wirklich, denn die verkaufen da echt leckeres Essen, was leider außerhalb dieses Menüs recht teuer ist.
Phillip und ich kannten uns schon von irgendwoher und später an dem Abend wurde uns auch bewusst, woher. Er war damals auch bei dem Interview für den uniSPIEGEL-Artikel gewesen, den ich an dem Abend übrigens endlich mal zu lesen bekam, als wir vier nach dem Essen zu Ricke nach hause gingen, um an dem dort stattfindenden Beisammensein teilzunehmen. Nadine, die Mitbewohnerin von Ricke, hatte sich den uniSPIEGEL aus Deutschland schicken lassen, so dass wir endlich alle mal den Artikel über unsere Stadt lesen konnten. Leider war der sehr enttäuschend. Die Stadt und auch wir kommen darin echt schlecht rüber. Als würden wir 24/7 nur saufen und Party machen und würden gar nichts von der schönen Stadt wahrnehmen. Abgesehen davon dass die Autorin natürlich meinen Namen und mein Alter verpeilte, erreichte bis heute niemanden von uns das versprochene Exemplar der Ausgabe sowie die von uns gemachten Fotos. Wir waren echt enttäuscht. Vielleicht bringen wir das mal in einem Leserbrief zum Ausdruck.

Am Dienstag Abend war ich dann endlich mal auf dem Turm der Katedrale. :) Das hatten Ines und ich mal vor, als sie hier war, wollten dann aber damit noch auf Barbara warten, und dann ging das irgendwie unter. Da dieser Turm (El Miguelete) vor dem Bau der CAC das Wahrzeichen Valencias darstellte und man von da oben ne Mörder-Aussicht hat, ist es ein Muss da mal drauf gewesen zu sein. Praktischerweise war Ricke dazu bereit da nochmal hochzusteigen, nachdem sie einst vergas mich dorthin mitzunehmen. :) Das Treppenhaus ist natürlich etwas ungemütlich und man merkt auch, was man getan hat, wenn man oben ankommt, aber die Aussicht entschädigt da schon. Man sieht dort oben, wie groß Valencia doch ist. Man kann nahezu bis zu allen Rändern der Stadt sehen. Und man sieht ne Menge. :)
Außerdem sahen wir an dem Abend noch “Piratas del Caribe 3″, der ganz nett war. Ich glaube, ich muss die Filme nochmal in richtiger Reihenfolge und einer Sprache sehen, die ich verstehe. Die Handlung ist doch immer etwas… verwirrend. :)

An meinem für diese Woche letzten Tag in Valencia machten wir ein Picknick im Turia. Komisch dass wir vorher nie auf deise Idee gekommen sind, denn das war wirklich der Bringer. Wir trafen uns in der Nähe der Puente de la Alameda, und jeder brachte was zu futtern mit. Wir hatten natürlich viel zu viel, und es war echt klasse. Das Wetter war fast schon zu heiß, aber wir wollen ja nicht pingelig sein. :)

Am nächsten Morgen ging es dann zu meinem Überraschungsbesuch nach Deutschland.

Ich glaub, ich bin kein Dover-Fan mehr.

Thursday, June 7th, 2007

Am letzten Samstag war ich auf einem Konzert. Es dürfte etwa das dritte meines Lebens gewesen sein. Ja, oft tu ich das nicht. Aber das hörte sich wirklich gut an. Es fand statt im Plaza de Toros (der Stierkampfarena) von Valencia und bot damit schonmal ne feine Kulisse. Es spielten drei Bands: Coti, Dover und Oreja de van Gogh, was auch vielversprechend war. Von Coti kannte ich kaum was, aber die zwei Lieder oder so, die ich schon gehört hatte, taugen. Aus Dovers alter Zeit kenn und mag ich ja quasi alles. Ihr aktuelles Album gefällt mir bis auf 1-2 Lieder nicht (hört sich ziemlich anders an), aber ich hatte Hoffnung, dass wir auch altes zu hören bekommen. Ja und Oreja de van Gogh sind eh spitze. Ich glaub, für die allein wär ich auch da hingegangen. Die hör ich auch ständig rauf und runter. Für drei Bands (jede war ne gute Stunde zu hören) waren 30 Euro auch ganz gut angelegt, denke ich. Rickes Eltern waren gerade in der Stadt und nutzten diese Gelegenheit um sich die Arena mal von innen anzusehen. Ob sie nebenbei noch Spaß am Konzert hatten, weiß ich nicht. :) So kamen wir auf neun Menschen, die hingingen. Wir trafen uns zuvor noch bei Julia um was zu trinken, planten dafür aber nicht wirklich ausreichend Zeit ein. Wir wollten natürlich nicht allzu spät zum Konzert. In Spanien kommen die Leute allerdings nicht alle schon Stunden vorher angeströmt. Halt alles ganz röstig
Direkt der erste Gag am Eingang: Man durfte Getränke mit rein nehmen, sofern sie sich in einer kleinen Plastikflasche ohne Verschluss befanden. @-) Ich durfte also meine “kleine” Literflasche Wasser reintragen, wenn ich zuvor den Verschluss entsorgte. Das versteh einer. Zusammen mit Julias Idee den Verschluss in der Hosentasche rein zu schmuggeln außerdem relativ wirkungslos, die Regel. :) Abgesehen davon, dass die Spanier beim nicht ganz billigen Getränkestand in der Arena gut einkauften, hatte auch jeder wieder sein Bocadillo dabei, wie ich es schon im Stadion gesehen hatte. Das ist hier schon echt anders als bei uns, und ich schaffe es einfach nicht es im Kopf zu behalten und genauso zu machen.
Wir kamen zunächst recht halb-frontal zur Bühne zu sitzen. Nach einer Weile schien man dann die Hoffnung aufgegeben zu haben die VIP-Reihen mit entsprechenden Gästen füllen zu können, und wir durften aufrücken. Somit hatten wir also Spitzen-Plätze, von denen aus wir erstmal Coti genossen, die gar nicht schlecht sind. Zu den bekannten Liedern ging das Publikum richtig ab. Ich glaube, ich werd mich demnächst mal auf die Suche nach Musik von denen machen.
Dover war leider ein trauriges Kapitel. Man merkte mal wieder, dass es die Spanier hauptsächlich laut mögen. Es war echt unangenehm, und man verstand kaum was vom Gesang. Es hämmerte einfach nur in den Ohren. Somit wurden auch die schönen alten Lieder der Gruppe versaut, da sie an den neuen “Stil” angepasst wurden, der unterstützt durch die Bewegungen der Sängerin extrem an Aerobic-Stunden erinnert. Ich glaube, von der aktuellen Gruppe bin ich nun kein Fan mehr. Immerhin habe ich aber etwas gelernt, nämlich dass Dover aus Spaniern besteht. War mir nicht bewusst. Vermutlich ist das auch der einzige Grund, warum man die hier mag, denn die Texte versteht ja doch keiner. :) Das vom Publikum erkorene Highlight der Dover-Show war übrigens der Moment, in dem sich die beiden Schwestern der Gruppe (so hab ich’s verstanden) auf der Bühne küssten.
Oreja de van Gogh machten dann alles wieder heile. Die Leute waren aus dem Häuschen, die Stimmung war wirklich gut. Die Bühnenshows wurde immer spektakulärer. Während der Frontmann von Coti noch gediegen mit seiner Gitarre auf ner Art Perser-Teppich auf der Bühne stand, gab es bei Dover schon ne leuchtende Treppe und bei Oreja de van Gogh einen fetten Bildschirm-Hintergrund und allerhand wusch-wusch drumherum.
Wir hatten zunächst vor nach dem Konzert noch was zu unternehmen, aber irgendwie war der Elan dafür dann doch nicht mehr da. War aber ein feiner Abend, der auch eine Menge interessanter Fotos hervorgebracht hat. Unpraktisch, wenn man mit Leuten abhängt, die sowas immer direkt ins studiVZ transportieren…

Gibt’s noch mehr zu berichten? Aus der Zeit vor dem Konzert nicht so sehr. Habe durch eine Campus-Führung Neid in Julia produziert, die leider nicht an der Politécnica eingeschrieben ist. Anfang dieser Woche war aber noch was los. Katrin aus Aachen, die ich auf der Fahrt nach Cuenca kennengelernt hatte, ist seit Dienstag wieder in Deutschland und hat deshalb am Montag Abend bei sich zu hause nochmal ein kleines Beisammensitzen veranstaltet. Auf diesem Event wurde ich spontan zu einem Geburtstagsabendessen am folgenden Mittwoch eingeladen; von einer Brasilianerin, die ich zuvor, glaub ich, einmal gesehen hatte. Außerdem gingen zu diesem meine Mitbewohner Martin und Maud sowie Ricke. Von diesen Feten-Abendessen hab ich bestimmt schon geschrieben: Man geht in ein Restaurant mit entsprechendem Angebot, reserviert einen Tisch für X Menschen, bekommt dann zunächst ein paar Tapas gereicht, und jeder darf ein Bocadillo ordern. Dazu bekommt man Bier und Sangría bis zum Ende und zahlt einen gewissen Betrag (diesmal 13 Euro pro Person) für den Spaß. Für mich war es das dritte Event dieser Art und bisher war das Preis-Leistungsverhältnis-mäßig nie so der Hit. Diesmal jedoch konnte es sich echt sehen lassen. Es gab Calamares, Patatas Bravas, Sepia, Jamón y Queso, Brot natürlich, alles sehr lecker und reichhaltig. Nach dem Gang ging eigentlich kaum noch was rein. Aber son Bocadillo kann man ja nicht stehen lassen (wie es Martin zumindest mit einer Hälfte tat). Ricke hatte vorsorglich gar keins bestellt. :) Da es eine Geburtstagsfete war, gab es am Ende natürlich auch noch mitgebrachten Kuchen. Ja, auch der musste noch rein, was aber erstaunlich einfach ging. Wir waren also alle sehr gut abgefüllt (auch Getränke-mäßig), und ich schloss mich mit Ricke nicht mehr der noch weiterziehenden und weiterfeiernden Gesellschaft an.

Geburtstage sind gerade groß im Kommen und ich geh da voll mit dem Trend. Für Freitag habe ich zum Reinfeiern ein Botellón auf der Puente del Mar (ne Fußgänger-Brücke über den Turia) angezettelt. Ich habe also etwa jedem, den ich hier kenne und irgendwie erreichen kann, bescheid gegeben an dem Abend dort zu erscheinen und viele Menschen und was zu trinken mitzubringen. Wir stellen uns dann alle auf die Brücke und machen uns nen netten Abend. Ich hoffe, es kommen auch reichlich Menschen. Jemand meinte schon zu mir, er müsste sich zwischen meiner und zwei weiteren Geburtstagsfeten entscheiden… Am Mittwoch hätte ich auch noch eine weitere Geburtstagsalternative gehabt (wie ich aber erst heute erfuhr). Also Geburtstage hat’s grad reichlich und zusammen mit all den Abschiedsfeten kollidiert da schon mal so manches im Kalender. Am Tag nach meiner Fete (also an meinem Geburtstag) bin ich bei Daniel (weitere Cuenca-Bekanntschaft) zu einer Einfach-mal-so-Fete eingeladen. Die nächste Woche ist noch weiß in meinem Kalender, aber ich schätze, das bleibt nicht lange so. Wer sich Sorgen gemacht haben sollte ich würde mich langweilen, kann also wieder ruhig schlafen. :)

Damit man nicht denkt, ich würde hier NUR Party machen: Ich sehe mich aktuell außerdem im Netz nach einer Wohnung in Aachen um, denn da würde ich gerne ab August wieder wohnen. Bisschen blöd von hier aus, aber ich schau auch erstmal nur so, was es gibt. Wenn ich mich dann mal in Deutschland sehen lasse, kann ich auch mal wirklich Wohnungen gucken gehen. Hätte das Thema irgendwie gerne schon hinter mir. :)
Die Uni hier liegt quasi hinter mir. Vorlesungen sind rum, jetzt ist Klausurphase. Da das mit meiner Anerkennung nichts geben wird, ist es mit meiner Motivation was für meine Vorlesungen zu tun natürlich nicht so arg weit her. Unimäßig passiert also nicht viel, was ein bisschen schlecht zum Rest der Leute passt, die größtenteils in Examensvorbereitungen stecken (wenn sie nicht gerade Geburtstag feiern).
Ich hab noch keine genaue Vorstellung davon, was ich in meiner restlichen Zeit hier noch tun werde. Ich hab nicht vor nur in den Tag hinein zu leben, also wird bald etwas Planung mit anderen Menschen erfolgen. Vielleicht mach ich nochmal eine kleine Reise. Auf jeden Fall muss ich hier in Valencia noch einige Dinge erledigen. Z.b. unheimlich viele Fotos von der Stadt machen, was sich bisher nie so ergeben hat. Wird dann bestimmt auch alles hier auftauchen. Jetzt erstmal Geburtstag feiern. :)