Ich glaub, ich bin kein Dover-Fan mehr.
Am letzten Samstag war ich auf einem Konzert. Es dürfte etwa das dritte meines Lebens gewesen sein. Ja, oft tu ich das nicht. Aber das hörte sich wirklich gut an. Es fand statt im Plaza de Toros (der Stierkampfarena) von Valencia und bot damit schonmal ne feine Kulisse. Es spielten drei Bands: Coti, Dover und Oreja de van Gogh, was auch vielversprechend war. Von Coti kannte ich kaum was, aber die zwei Lieder oder so, die ich schon gehört hatte, taugen. Aus Dovers alter Zeit kenn und mag ich ja quasi alles. Ihr aktuelles Album gefällt mir bis auf 1-2 Lieder nicht (hört sich ziemlich anders an), aber ich hatte Hoffnung, dass wir auch altes zu hören bekommen. Ja und Oreja de van Gogh sind eh spitze. Ich glaub, für die allein wär ich auch da hingegangen. Die hör ich auch ständig rauf und runter. Für drei Bands (jede war ne gute Stunde zu hören) waren 30 Euro auch ganz gut angelegt, denke ich. Rickes Eltern waren gerade in der Stadt und nutzten diese Gelegenheit um sich die Arena mal von innen anzusehen. Ob sie nebenbei noch Spaß am Konzert hatten, weiß ich nicht.
So kamen wir auf neun Menschen, die hingingen. Wir trafen uns zuvor noch bei Julia um was zu trinken, planten dafür aber nicht wirklich ausreichend Zeit ein. Wir wollten natürlich nicht allzu spät zum Konzert. In Spanien kommen die Leute allerdings nicht alle schon Stunden vorher angeströmt. Halt alles ganz röstig
Direkt der erste Gag am Eingang: Man durfte Getränke mit rein nehmen, sofern sie sich in einer kleinen Plastikflasche ohne Verschluss befanden. @-) Ich durfte also meine “kleine” Literflasche Wasser reintragen, wenn ich zuvor den Verschluss entsorgte. Das versteh einer. Zusammen mit Julias Idee den Verschluss in der Hosentasche rein zu schmuggeln außerdem relativ wirkungslos, die Regel.
Abgesehen davon, dass die Spanier beim nicht ganz billigen Getränkestand in der Arena gut einkauften, hatte auch jeder wieder sein Bocadillo dabei, wie ich es schon im Stadion gesehen hatte. Das ist hier schon echt anders als bei uns, und ich schaffe es einfach nicht es im Kopf zu behalten und genauso zu machen.
Wir kamen zunächst recht halb-frontal zur Bühne zu sitzen. Nach einer Weile schien man dann die Hoffnung aufgegeben zu haben die VIP-Reihen mit entsprechenden Gästen füllen zu können, und wir durften aufrücken. Somit hatten wir also Spitzen-Plätze, von denen aus wir erstmal Coti genossen, die gar nicht schlecht sind. Zu den bekannten Liedern ging das Publikum richtig ab. Ich glaube, ich werd mich demnächst mal auf die Suche nach Musik von denen machen.
Dover war leider ein trauriges Kapitel. Man merkte mal wieder, dass es die Spanier hauptsächlich laut mögen. Es war echt unangenehm, und man verstand kaum was vom Gesang. Es hämmerte einfach nur in den Ohren. Somit wurden auch die schönen alten Lieder der Gruppe versaut, da sie an den neuen “Stil” angepasst wurden, der unterstützt durch die Bewegungen der Sängerin extrem an Aerobic-Stunden erinnert. Ich glaube, von der aktuellen Gruppe bin ich nun kein Fan mehr. Immerhin habe ich aber etwas gelernt, nämlich dass Dover aus Spaniern besteht. War mir nicht bewusst. Vermutlich ist das auch der einzige Grund, warum man die hier mag, denn die Texte versteht ja doch keiner.
Das vom Publikum erkorene Highlight der Dover-Show war übrigens der Moment, in dem sich die beiden Schwestern der Gruppe (so hab ich’s verstanden) auf der Bühne küssten.
Oreja de van Gogh machten dann alles wieder heile. Die Leute waren aus dem Häuschen, die Stimmung war wirklich gut. Die Bühnenshows wurde immer spektakulärer. Während der Frontmann von Coti noch gediegen mit seiner Gitarre auf ner Art Perser-Teppich auf der Bühne stand, gab es bei Dover schon ne leuchtende Treppe und bei Oreja de van Gogh einen fetten Bildschirm-Hintergrund und allerhand wusch-wusch drumherum.
Wir hatten zunächst vor nach dem Konzert noch was zu unternehmen, aber irgendwie war der Elan dafür dann doch nicht mehr da. War aber ein feiner Abend, der auch eine Menge interessanter Fotos hervorgebracht hat. Unpraktisch, wenn man mit Leuten abhängt, die sowas immer direkt ins studiVZ transportieren…
Gibt’s noch mehr zu berichten? Aus der Zeit vor dem Konzert nicht so sehr. Habe durch eine Campus-Führung Neid in Julia produziert, die leider nicht an der Politécnica eingeschrieben ist. Anfang dieser Woche war aber noch was los. Katrin aus Aachen, die ich auf der Fahrt nach Cuenca kennengelernt hatte, ist seit Dienstag wieder in Deutschland und hat deshalb am Montag Abend bei sich zu hause nochmal ein kleines Beisammensitzen veranstaltet. Auf diesem Event wurde ich spontan zu einem Geburtstagsabendessen am folgenden Mittwoch eingeladen; von einer Brasilianerin, die ich zuvor, glaub ich, einmal gesehen hatte. Außerdem gingen zu diesem meine Mitbewohner Martin und Maud sowie Ricke. Von diesen Feten-Abendessen hab ich bestimmt schon geschrieben: Man geht in ein Restaurant mit entsprechendem Angebot, reserviert einen Tisch für X Menschen, bekommt dann zunächst ein paar Tapas gereicht, und jeder darf ein Bocadillo ordern. Dazu bekommt man Bier und Sangría bis zum Ende und zahlt einen gewissen Betrag (diesmal 13 Euro pro Person) für den Spaß. Für mich war es das dritte Event dieser Art und bisher war das Preis-Leistungsverhältnis-mäßig nie so der Hit. Diesmal jedoch konnte es sich echt sehen lassen. Es gab Calamares, Patatas Bravas, Sepia, Jamón y Queso, Brot natürlich, alles sehr lecker und reichhaltig. Nach dem Gang ging eigentlich kaum noch was rein. Aber son Bocadillo kann man ja nicht stehen lassen (wie es Martin zumindest mit einer Hälfte tat). Ricke hatte vorsorglich gar keins bestellt.
Da es eine Geburtstagsfete war, gab es am Ende natürlich auch noch mitgebrachten Kuchen. Ja, auch der musste noch rein, was aber erstaunlich einfach ging. Wir waren also alle sehr gut abgefüllt (auch Getränke-mäßig), und ich schloss mich mit Ricke nicht mehr der noch weiterziehenden und weiterfeiernden Gesellschaft an.
Geburtstage sind gerade groß im Kommen und ich geh da voll mit dem Trend. Für Freitag habe ich zum Reinfeiern ein Botellón auf der Puente del Mar (ne Fußgänger-Brücke über den Turia) angezettelt. Ich habe also etwa jedem, den ich hier kenne und irgendwie erreichen kann, bescheid gegeben an dem Abend dort zu erscheinen und viele Menschen und was zu trinken mitzubringen. Wir stellen uns dann alle auf die Brücke und machen uns nen netten Abend. Ich hoffe, es kommen auch reichlich Menschen. Jemand meinte schon zu mir, er müsste sich zwischen meiner und zwei weiteren Geburtstagsfeten entscheiden… Am Mittwoch hätte ich auch noch eine weitere Geburtstagsalternative gehabt (wie ich aber erst heute erfuhr). Also Geburtstage hat’s grad reichlich und zusammen mit all den Abschiedsfeten kollidiert da schon mal so manches im Kalender. Am Tag nach meiner Fete (also an meinem Geburtstag) bin ich bei Daniel (weitere Cuenca-Bekanntschaft) zu einer Einfach-mal-so-Fete eingeladen. Die nächste Woche ist noch weiß in meinem Kalender, aber ich schätze, das bleibt nicht lange so. Wer sich Sorgen gemacht haben sollte ich würde mich langweilen, kann also wieder ruhig schlafen.
Damit man nicht denkt, ich würde hier NUR Party machen: Ich sehe mich aktuell außerdem im Netz nach einer Wohnung in Aachen um, denn da würde ich gerne ab August wieder wohnen. Bisschen blöd von hier aus, aber ich schau auch erstmal nur so, was es gibt. Wenn ich mich dann mal in Deutschland sehen lasse, kann ich auch mal wirklich Wohnungen gucken gehen. Hätte das Thema irgendwie gerne schon hinter mir. ![]()
Die Uni hier liegt quasi hinter mir. Vorlesungen sind rum, jetzt ist Klausurphase. Da das mit meiner Anerkennung nichts geben wird, ist es mit meiner Motivation was für meine Vorlesungen zu tun natürlich nicht so arg weit her. Unimäßig passiert also nicht viel, was ein bisschen schlecht zum Rest der Leute passt, die größtenteils in Examensvorbereitungen stecken (wenn sie nicht gerade Geburtstag feiern).
Ich hab noch keine genaue Vorstellung davon, was ich in meiner restlichen Zeit hier noch tun werde. Ich hab nicht vor nur in den Tag hinein zu leben, also wird bald etwas Planung mit anderen Menschen erfolgen. Vielleicht mach ich nochmal eine kleine Reise. Auf jeden Fall muss ich hier in Valencia noch einige Dinge erledigen. Z.b. unheimlich viele Fotos von der Stadt machen, was sich bisher nie so ergeben hat. Wird dann bestimmt auch alles hier auftauchen. Jetzt erstmal Geburtstag feiern.
June 10th, 2007 at 16:22
Happy Birthday nachträglich.
Ich hoffe du studierst kein Journalismus.
June 17th, 2007 at 18:12
Wow, you write a lot.
But I understand it!! Not everything, but quite some.. of it.
Easier to read written, that’s for sure.
And keep away from journalism, eh?