Happy Birthday to me!

Ja, wenn man schonmal zur richtigen Zeit in Valencia ist, sollte man auch seinen Geburtstag dort feiern. Natürlich wird das Ereignis in Deutschland auch noch mal irgendwie gewürdigt werden, aber die Gelegenheit hier konnte ich nicht verstreichen lassen. Also feierte ich. Und wie feiert man in Spanien am stilechtesten? Mit einem Botellón. Für die, die das hier bisher immer noch nicht gelesen haben: Ein Haufen Menschen trifft sich auf der Straße/im Park/am Strand und trinkt Alkohol. Unheimlich beliebt unter den Spaniern und offiziell zumindest in Valencia verboten. Die Polizei ist da aber recht tolerant, solange man sich benimmt. Im September letzten Jahres haben wir ja mal ein vom studiVZ aus organisiertes auf dem Plaza de la Virgen abgehalten. Ich wählte einen etwas geschlosseneren Ort. Von Marco, der seinen Geburtstag auch dort gefeiert hatte, bakem ich den Tipp mit der Puente del Mar, eine der Brücken über das Turia-Flussbett. Zum einen ist das eine (von der Straße aus nicht gut einsehbare) Fußgänger-Brücke, so dass dort keine gefährlichen und störenden Autos vorbeikommen und die Polizei zu faul ist da mal drüber zu laufen, zum anderen hat man dort eine feine Aussicht über den Turia und die Stadt.
Ich gab also jedem, den ich hier irgendwie kenne und erreichen kann, Bescheid sich mit so vielen Menschen wie möglich am Abend vor meinem Geburtstag auf dieser Brücke einzufinden. Solche Geburtstagsbotellóns ufern teilnehmermäßig schonmal ziemlich aus, aber bei mir kamen erstaunlich wenige Menschen. Das mag daran gelegen haben, dass Geburtstagsfeten gerade stark Saison haben und Abschiedsfeten natürlich auch, so dass es an dem Abend ein paar Konkurrenz-Feten gab. Außerdem ist ja noch Examensvorbereitungsphase, was Erasmus-Studenten aber eigentlich weniger abhält. Auf jeden Fall waren die mir wichtigen Menschen nahezu vollständig anwesend, und da ich ja eigentlich eher auf kleinere Feten stehe, war das super so. Ich glaube, wir waren nie mehr als 20 Menschen und wohl die kleinste Gruppe auf der Brücke oder in der Stadt allgemein. Es gab noch 1-2 spanische Botellóns neben uns. :)
Coole Sache: Meine Tandem-Partnerin Clara, die zur Zeit ein Praktikum in München macht, war gerade in der Stadt, so dass auch sie mit einer Freundin vorbeikam. Leider mussten die beiden auch noch zu einer anderen location, weswegen sie mir schon vor Mitternacht gratulierten. Die Spanier nehmen das übrigens gar nicht so genau wann man gratuliert.
Es war eine wirklich schöne Fete. Sie ging nicht bis früh morgens, aber lang genug. Wir hatten viel Spaß, und ich bekam um Mitternacht sogar ein Küchlein in Form eines Yes-Verschnittes mit Kerzchen drauf. Danke, Ricke! :)

Am nächsten Abend (darum hatte ich auch rein gefeiert) gab Daniel, den ich auf der Cuenca-Reise kennengelernt hatte, eine Fete bei sich. Die war auch sehr nett, obwohl ich dort grad mal ne Handvoll Menschen kannte. Leider blieben wir nicht lange in der Wohnung, sondern zogen dann bald zum Strand, um an der riiiesen Botellón teilzunehmen, die dort an dem Abend stattfand. Das war letztendlich nicht so pralle, weil ich von den - was weiß ich - 300 Leuten dort ungefähr die gleiche Handvoll kannte. :) Als Martin und ich fast gehen wollten, sprach uns eine 18jährige Chilenin an, weil die Martin wohl süß fand. Mit der haben wir uns dann noch ewig unterhalten bis sie mit ihren Leuten in nen Club weiterzog (war dann ja auch erst fünf Uhr oder so). Martin hatte deutlich mehr Spaß an dem Gespräch als ich. :)
Also eigentlich war das am Strand nicht so pralle und da ich wusste, dass dort kaum jemand sein würde, den ich kenne, hatte ich auch nicht so arg Bock noch mit dorthin zu gehen, aber ich wusste, dass ich dort zwei bestimmte Menschen antreffen würde. Zum einen war das Katharina, die vor ner Weile mal von irgendwem mit zum Strad geschleppt wurde und die ich so kennenlernte. Beim Durchsehen ihrer Fotos im studiVZ erkannte ich auf erstaunlich vielen Uta wieder, die mit mir Abitur gemacht hat. Es stellte sich heraus, dass die beiden dicke Freundinnen sind. Zufälle gibt’s. Uta war auf jeden Fall in diesen Tagen zu Besuch bei Katharina und die beiden waren auch am Strand. Drum ging ich hin. Leider hauten sie schon kurz nach meiner Ankunft wieder ab, weil sie tanzen gehen wollten. :(

Am Montag danach ging ich mit Uta ins Oceanografic. Als ich einst mit Barbara dort war, gab es keine Delfin-Show, die ich nun zu sehen bekam. Echt nicht verkehrt. Eigentlich wollte ich danach mit Ricke zum Hafen und nochmal ein bisschen America’s Cup schauen, aber ihr Laptop-Netzteil machte Probleme, was dazu führte, dass sie sich darum kümmern musste und keine Zeit hatte. :(
Abends ging ich mit Katharina, Uta und Phillip zu “Jamón, Jamón” (Schinken, Schinken) in der Altstadt essen. Wir bestellten das “menu de la degustación”, quasi ein Probiermenü, bei dem man kleine Portionen von allerhand Zeugs vorgesetzt bekommt. Das lohnte sich wirklich, denn die verkaufen da echt leckeres Essen, was leider außerhalb dieses Menüs recht teuer ist.
Phillip und ich kannten uns schon von irgendwoher und später an dem Abend wurde uns auch bewusst, woher. Er war damals auch bei dem Interview für den uniSPIEGEL-Artikel gewesen, den ich an dem Abend übrigens endlich mal zu lesen bekam, als wir vier nach dem Essen zu Ricke nach hause gingen, um an dem dort stattfindenden Beisammensein teilzunehmen. Nadine, die Mitbewohnerin von Ricke, hatte sich den uniSPIEGEL aus Deutschland schicken lassen, so dass wir endlich alle mal den Artikel über unsere Stadt lesen konnten. Leider war der sehr enttäuschend. Die Stadt und auch wir kommen darin echt schlecht rüber. Als würden wir 24/7 nur saufen und Party machen und würden gar nichts von der schönen Stadt wahrnehmen. Abgesehen davon dass die Autorin natürlich meinen Namen und mein Alter verpeilte, erreichte bis heute niemanden von uns das versprochene Exemplar der Ausgabe sowie die von uns gemachten Fotos. Wir waren echt enttäuscht. Vielleicht bringen wir das mal in einem Leserbrief zum Ausdruck.

Am Dienstag Abend war ich dann endlich mal auf dem Turm der Katedrale. :) Das hatten Ines und ich mal vor, als sie hier war, wollten dann aber damit noch auf Barbara warten, und dann ging das irgendwie unter. Da dieser Turm (El Miguelete) vor dem Bau der CAC das Wahrzeichen Valencias darstellte und man von da oben ne Mörder-Aussicht hat, ist es ein Muss da mal drauf gewesen zu sein. Praktischerweise war Ricke dazu bereit da nochmal hochzusteigen, nachdem sie einst vergas mich dorthin mitzunehmen. :) Das Treppenhaus ist natürlich etwas ungemütlich und man merkt auch, was man getan hat, wenn man oben ankommt, aber die Aussicht entschädigt da schon. Man sieht dort oben, wie groß Valencia doch ist. Man kann nahezu bis zu allen Rändern der Stadt sehen. Und man sieht ne Menge. :)
Außerdem sahen wir an dem Abend noch “Piratas del Caribe 3″, der ganz nett war. Ich glaube, ich muss die Filme nochmal in richtiger Reihenfolge und einer Sprache sehen, die ich verstehe. Die Handlung ist doch immer etwas… verwirrend. :)

An meinem für diese Woche letzten Tag in Valencia machten wir ein Picknick im Turia. Komisch dass wir vorher nie auf deise Idee gekommen sind, denn das war wirklich der Bringer. Wir trafen uns in der Nähe der Puente de la Alameda, und jeder brachte was zu futtern mit. Wir hatten natürlich viel zu viel, und es war echt klasse. Das Wetter war fast schon zu heiß, aber wir wollen ja nicht pingelig sein. :)

Am nächsten Morgen ging es dann zu meinem Überraschungsbesuch nach Deutschland.

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