¡Ya ha ganado Alinghi!
Heute ging der America’s Cup hier in Valencia zu ende. Im finalen Kampf standen sich das Team Alinghi aus der Schweiz (Titelverteidiger) und das Team New Zealand gegenüber. Die beiden Boote sollten gegeneinander fahren, bis ein Team fünf Siege verbuchen konnte. Eigentlich hätte Alinghi die Sache gestern schon klar machen können, aber das Rennen wurde wegen zu schwachem Wind abgesagt. Nun stand es heute also immer noch 4:2 für die Schweiz und da ich eh noch Fotos vom Hafen brauchte, ging ich hin. Es war irre viel los. So viele Menschen hatte ich zuvor noch nie am Hafen gesehen. Die Anzahl der Leinwände hatte sich auch erhöht. Ich ging erst ein bisschen umher und schoss ein paar Fotos und gesellte mich dann zu den Menschen auf der Wiese vor der Leinwand mit den englischen Kommentatoren. (Ich glaube, es war neuseeländisches Englisch oder sowas.) Ein paar der Zuschauer waren in Neuseeland-Flaggen gehüllt, der Großteil aber war eher rot-weiß unterwegs. Ich mache mir ja eigentlich so überhaupt nichts aus Segeln, aber was bei diesen Rennen passiert, kann schon interessant sein. Heute war es auf jeden Fall sehr spannend. Vermutlich ist es das immer, wenn man was davon versteht, aber ich konnte mir bisher nur die grundlegenden Regeln erschließen. Die Boote fahren vom Start zu einer Markierung hin und zurück; zweimal. Auf dem “Hinweg” haben sie Gegenwind, was beim Segeln heißt, dass sie Zick-Zack fahren müssen. Wo man da die Zicks und Zacks einbaut, scheint Taktik zu sein. Zurück gibt’s dann fetten Wind von hinten, weshalb jedes Boot dann in sekundenschnelle ein riesiges weiteres Segel auspackt, das bei Gegenwind dann wieder eingepackt wird.
Bei diesem Rennen nun führte Neuseeland lange Zeit, aber nur sehr knapp. Ich glaube, das ganze Rennen über (habe es nicht ganz gesehen) konnte kein Team wirklich krassen Vorsprung rausholen. Als es dann an den letzten Rückweg ging, zog Alinghi ziemlich ab und brachte so 150m oder was zwischen die Boote (ist nicht höllisch viel). Bei dieser Wendung oder kurz davor muss Neuseeland irgendwas falsch gemacht haben, denn sie bekamen eine Strafe, die sich darin äußerte, dass sie kurz vor dem Ziel noch ne Runde würden drehen müssen.
Die ganze Rückreise über (Das sind schon ein paar Kilometer.) sah es so aus als bräuchte Alinghi diesen Vorteil gar nicht. Es war dann aber doch spannend. Der Wind flaute von 15 auf 4 Knoten ab, weswegen man das fette Rückenwind-Segel sofort wegschmeißen musste (bei zu wenig Wind scheinbar auch hinderlich). Während die Schweizer das fallen gelassene Segel aus dem Wasser fischten und versuchten trotzdem Fahrt zu kriegen, drehte Neuseeland seine Runde. (Deren Wind war besser.) Die Boote kamen nahezu zeitgleich ins Ziel. Jeder auf der Wiese schrie bis zu diesem Moment, dann warteten alle. Irgendjemand, der wohl was zu sagen hatte, steckte den Kommentatoren dann, dass Alinghi zuerst im Ziel war. Neuseeland lag eine einzige Sekunde dahinter. Somit war die Sache gelaufen, und die Masse jubelte. Dann liefen alle zur Hafen-Einfahrt um die einfahrenden Schiffe zu begrüßen. Das zog sich ganz schön hin. Bei so einem Rennen sind irre viele Boote draußen unterwegs, selbst wenn man nur die wichtigsten rechnet. Etwa eine Stunde nach ihrem Sieg legte dann das Alinghi-Boot an der Bühne im Wasser an und das Team nahm den Pokal in Empfang. Die Stimmung war unglaublich. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, dass die Überreichung direkt an der Alinghi-Bar stattfand, aber das Personal hatte sichtlich Spaß daran.
Das war nun also der 32. America’s Cup, der erste in Europa. Man munkelt, dass der nächste wieder in Valencia stattfinden soll. Die Chancen dafür stehen gut. Es ist schließlich alles gebaut und man könnte nahezu sofort anfangen. Traditionell wird der Cup im Land des Titelverteidigers ausgetragen. Da die Schweiz das diesmal war und es da aber kein Wasser gibt, wurde damals Valencia erwählt. Nun laufen Verhandlungen, dass sie es wieder wird. Ich habe im Netz gelesen, dass dieser Cup speziell war. Er hat mehr Menschen erreicht und so als vorherige. Vielleicht wird das Event jetzt ja mehr Mainstream. Wir werden sehen.
Die Valencianer ruhen sich übrigens nicht auf dem Cup aus. Es gibt mehr als nur konkrete Pläne, dass im nächsten Jahr in Valencia Formel-1 stattfinden soll wie in Monaco. Es gibt angeblich Zusagen für mehrere Jahre von entsprechender Stelle. Wenn dann also in 2-4 Jahren der nächste America’s Cup kommt, wird hier gut was los sein. Die Stadt macht sich scheinbar. Ich bin gespannt. Ich hoffe, das kommt ihr zugute.