Feuchter Start

OK, der Start war leider nicht ganz so toll. Ich war für Erasmus-Menschen schon irre früh in der Wohnung (so gegen zehn), traf aber trotzdem Markus (der hier wohnende Deutsche) und seine Freundin an und unterhielt mich etwas mit ihnen. Anna war noch zu hause bei ihren Eltern, wollte aber am Abend kommen. Sie hatte mir bei einer Nachbarin nen Schlüssel hinterlegt, also konnte ich mich frei bewegen, was schön war, mir aber bei dem miesen Wetter und all den geschlossenen Geschäften nix gebracht hatte. Markus und seine Freundin brachen kurz nachdem ich ankam auf um mit Freunden ins Oceanografic zu gehen, das perfekte Programm für diesen Tag. Es regnete nur leicht, aber fast ständig und der Himmel war so dicht, dass es echt nichtmal Spaß machte aus dem Fenster zu sehen, geschweige denn vor die Tür zu gehen. Ich versuchte es, aber es war einfach zu doof. Ich weiß ja, wie schön Valencia bei Sonnenschein ist und dann durch so eine Suppe zu laufen ist echt sinnlos. Ich hab ja ein paar Tage Zeit hier, also hab ich das nicht nötig. Blöd war halt, dass ich dann quasi den ganzen Tag alleine hier in der Bude rumsaß. Noemi, die Italienerin, stand so gegen eins irgendwann auf, hatte dann aber erstmal Besuch und kam generell nicht so viel aus ihrem Zimmer raus. Sie ist auch gerade erst hier und spricht noch kaum spanisch. Zum Glück war ich erstaunlich gut für Selbstbeschäftigung gerüstet. Zwar hatte ich all meine Stargate-Folgen in Aachen vergessen, aber dafür hab ich Grey’s Anatomy dabei. Und zum Glück hab ich viel davon dabei. Sonst hätt ich bestimmt schon eines meiner Bücher durch. Blöd war auch, dass ich, da mein Flug schon so früh ging, in der Nacht zuvor nicht geschlafen hatte. Drum war ich echt müde und Anna - die mir Luftmatratze und Decke versprochen hatte - kam und kam nicht. Irgendwann rief sie dann an und meinte, sie wäre zu krank um zu kommen und würde das auf den nächsten Tag verschieben. Ich könne aber ihr Bett nutzen, das ja dann leer stünde. Ich hab dann noch ein bisschen gewartet um Sylvia, der anderen Spanierin, die erst ziemlich spät ankam und direkt wieder los musste, kurz hallo zu sagen und ging dann schlafen.

Zu spät am Abend kam mir die Idee, dass ich an dem Tag gut mal in eines der vielen Museen der Stadt hätte gehen können. Da gibt’s das eine oder andere, das ich noch sehen wollte, und sonntags haben die meisten freien Eintritt. Naja, blöd gelaufen, muss ich da wann anders hin und ein paar wenige Euros liegen lassen.

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