Habt ihr etwa geglaubt, in letzter Zeit wäre nichts erwähnenswertes mehr passiert?
Seit ich aus Calpe wieder zurück bin, war es nicht wirklich langweilig. Ich werde versuchen mich kurz zu fassen, aber das wird eh nix. Im Detail bekomm ich’s zwar nicht mehr zusammen, weil es sooo viel war… Drei Wochen ist es jetzt etwa her, und ich hab zu fast jedem Tag was zu erwähnen. Und ich möchte es gerne erwähnen um zu zeigen, wie falsch ich lag, als ich dachte, das zweite Semester würde dem ersten in irgendeiner Weise nachstehen. Ich fürchte, ihr werdet euch an längere Artikel gewöhnen müssen. Dafür kommen sie aber ja auch etwas seltener. Also los!
Am Mittwoch (11.04.) Abend kam ich aus Calpe zurück und erledigte noch allerhand umzugstechnisches, was ich vor der Abreise nicht mehr geschafft hatte. Viel Zeit war aber natürlich nicht, weil ich abends in der Altstadt verabredet war zur “Noche de Idiomas”. Kurze Erklärung: Es gibt im Carmen eine Bar, die recht international angehaucht ist. Wird von Nicht-Spaniern geleitet und ist recht offen für andere Sprachen. Die veranstalten dort jede Woche quasi Sprachnächte (Noches de Idiomas). Montags englisch, dienstags französisch, mittwochs deutsch. Entsprechende Muttersprachler und Spanier treffen sich sozusagen zu einem Massen-Tandem. Sehr coole Idee, und das wollte ich mir zusammen mit Melanie mal ansehen. Natürlich verpeilte ich die Zeit und kam zu spät. Fast hätte ich sogar die Motivation verloren hinzugehen, weil ich so fertig war nach Calpe, aber mein Horoskop, das ich an dem Morgen in Calpe in der Bild laß, sagte, ich solle am Abend ausgehen, weil ich dabei etwas schönes erleben würde. Und was die Bild sagt…
Und der Abend war auch wirklich schön. Ich habe nette Leute getroffen und mich nett unterhalten. Wir Deutschen waren etwas schwach vertreten, darum ging jemand durch den Laden und fand noch ein paar, die natürlich nichts dagegen hatten etwas spanisch zu üben. Mit denen hatten wir dann sogar auch Österreich und die Schweiz vertreten. Erstaunlich organisiert ist dieses Event, mit Homepage und allem. Bisher war ich erst dieses eine Mal dort, aber ich denke, ich werde mich, wenn ich die Zeit finde, nochmals dort sehen lassen. Es war so cool, dass es natürlich relativ spät wurde mit dem Nachhausegehen. Ich glaube, ich war nach zwei im Bett. Interessantes geschah sogar dann noch.
Meine spanische Mitbewohnerin (Anna), die ich bis dahin insgesamt vielleicht nen Tag kannte, kontaktierte mich per SMS. Wir hatten am Mittag unsere Nummern ausgetauscht und nun fragte sie, ob ich zu hause sei. Ich dachte mir (weil sie meinte, das passiere ihr öfters mal), sie hätte ihren Schlüssel liegen lassen, aber nein, sie wollte einfach quatschen. Sie lag nämlich auch im Bett und erzählte mir dann, dass sie gern was trinken würde, aber - weil ihr kalt wäre - nicht aufstehen wolle; dass sie nicht schlafen könne und so Sachen. Das fand ich schonmal äußerst cool. Sowas wäre mir mit meinen ehemaligen Mitbewohnern nie passiert. Das trug dazu bei, dass ich mich in meiner neuen Wohnung direkt mal wohl fühlte. Ich steh ja auf so verrückte Sachen. Sich über SMS zu unterhalten, obwohl man keine fünf Meter entfernt voneinander rumliegt, gehört schon irgendwie dazu.
Am Donnerstag musster das Auto zurück. Sowas mach ich ungern. Ich mag es hier ein Auto zu haben.
Und ich machte mir noch nen Spaß draus vorher fett einkaufen zu gehen… aber richtig fett. Ich fuhr ins Einkaufszentrum meines Vertrauens (El Agua), befand mich also zum ersten Mal hier in einer Tiefgarage und packte erstmal einen Einkaufswagen voll Wasser ein. Die großen 2-Liter-Flaschen. 10 Sixpacks gingen rein. 120 Liter sollten ne Weile reichen… und kosteten mich keine 17 Euro. Schon fein so ohne Pfand.
Als ich dann fast den ganzen Kofferraum voller Wasser hatte, wurde der nächste Einkaufswagen mit allerhand anderem gefüllt. Alles, was über kein stressiges Haltbarkeitsdatum verfügt. (Ich glaube, ich war seitdem erst einmal wieder ein bisschen einkaufen.) War ne ziemliche Plackerei, aber auch lustig. Jetzt hab ich wieder viele Tüten und brauch das eine oder andere vor meiner Abreise wohl nicht mehr zu besorgen.
Abends erwartete mich ein auf dem Papier feines Event. Anna arbeitet für das Team Germany beim America’s Cup. (Ich sag nur: Ermäßigung im Souvenir-Shop.) Und sie hatte eine Einladung für die Eröffnung der Lounge-Bar des Team China für zwei Personen. Sie und ihr Freund (Ruben) hatten nicht so den Bock da hinzugehen, also gingen Martin und ich. Wie gesagt: Klang fancy, war es aber nicht so ganz. Erstmal war es weiiit weg. Das China-Gebäude ist eines der letzten (und unschönsten) auf dem Hafen-Gelände, die Bar natürlich auf dem Dach. Also der Ausblick war fein. Und ich meine nicht nur die Victoria’s Secret Fashionshow auf all den Großbildschirmen dort, sondern auch der Blick über den Hafen. Aber wir kannten halt niemanden dort (alles nur AC-Leute) und es gab nichts zu tun außer zu trinken und zu reden. Also die Party an sich muss nicht schlecht gewesen sein. Fernsehn war da und hat Interviews im VIP-Bereich gemacht und alle schienen sich zu amüsieren, aber wir standen halt eher so nebendran. Hinzu kam: Anna meinte, es gäbe Essen und Trinken für lau… Essen haben wir nie gesehen. Das mit dem Trinken war so ne Sache. Es schien, als gäb’s auch davon nix, also holten wir uns was an der Bar. Ich dachte mir, Alkoholisches wird wohl teuer sein, also trank eine Fanta für schlappe 5 Euro, Martin ein Bier für 4… Kurz danach dann sahen wir Kellner mit Tabletts rumlaufen und Gratis-Drinks verteilen. Tolles Timing. Die hatten zwar nicht alles im Angebot, aber Softdrinks und Wein tun’s ja schon. Nach eine Weile, als es voller wurde, blieben sie allerdings aus und es wäre wieder teuer geworden. Da die Party ja eh nicht so höllisch viel hergab, gingen wir wenig später. Aber immerhin war ich nun auch einer offiziellen und eine Einladung erfordernden Party des America’s Cups. Das mit der Einladung war allerdings auch son Gag. Natürlich sackte das Chick am Eingang die ein als man kam. Da das Gebäude über keine für Gäste erreichbaren Toiletten verfügte, wurde man angewiesen die gegenüber auf dem Gelände zu benutzen. Nicht nur musste man also jedes Mal drei Stockwerke Treppen hinter sich bringen, man durfte auch jedes Mal dem Eingangschick erzählen, dass man zwar mal eine Einladung in Händen hatte, diese aber abgegeben hatte und jetzt nur mal eben auf Klo war. Sehr sinnvolles und durchdachtes System… so kennen wir die Spanier ja.
Freitag war tolles Wetter. Traurig, aber wahr: In diesen Tagen ist das erwähnenswert. Ich realisierte das erst erstaunlich spät muss ich zugeben, aber ich musste ja auch gut Schlaf nachholen aus der letzten Zeit. Irgendwann SMSte ich dann Julia an mit sowas wie “Das Wetter ist toll. Lass uns *irgendwas* damit anfangen.” Damit gewann ich den Gewissenskampf gegen ihre Hausarbeit, und wir trafen uns am Turia. Pünktlich als wir dort ankamen fing es an zu regnen.
Mir fiel ein, dass Melanie mir die Foto-Ausstellung empohlen hatte, die zu der Zeit im alten Uni-Gebäude von Valencia in der Altstadt stattfand, also gingen wir dort hin. Man zeigte dort die Geschichte Spaniens in Bildern… obwohl das nicht so höllisch klar rüber kam, aber es stand an der Tür. Die Bilder waren ganz nett, aber nicht spektakulär, das Uni-Gebäude an sich hingegen ein Hingucker. Haben den Tag also trotz suboptimalem Wetter gut rum bekommen.
Samstag fand ein weiteres AC-Event statt. Diesmal allerdings öffentlich. Dennoch wurde es irgendwie nicht sehr groß angekündigt. Der Luis Vuitton Cup startete an diesem Tag. Fragt mich bloß nicht, was das genau ist. Irgendeine wohl ziemlich frühe Runde in diesem Cup eben. Nicht so wichtig. Auf jeden Fall wurden alle teilnehmenden Teams vorgestellt. Die fuhren mit ihre Booten durch’s Hafenbecken und jemand erzählte was dazu. Natürlich gab’s dabei zwischendrin ein bisschen und am Ende fett Feuerwerk und all sowas, is ja klar. Wenn die Valencianer eins drauf haben… Es waren irre viele Leute dort, und jeder hatte einen Regenschirm dabei.
Denn natürlich regnete es an dem Abend und vor lauter Schirmen konnte man kaum was sehen. Trotzdem haben wir (Julia, Sandra, ich) viele Fotos und Videos gemacht, die die Atmosphäre hoffentlich ein wenig einfangen.
Als die Schiffchen alle vorbei waren, gab es noch ein Open-Air-Konzert von Efecto Mariposa (quasi Butterfly Effect), der spanischen Band, von der der offizielle America’s Cup Song (”Believe in me”) stammt. Dafür haben die einen ihrer großen Hits ins Englische übersetzt, was bei den spanischen Fans nicht wirklich gut ankam. Ich find das spanische Original (”No me crees”; bedeutet meiner Ansicht nach genau das Gegenteil, aber gut) auch besser. Hab mir erstmal ein paar Alben von denen… besorgt.
Fun fact: Anna erzählte mir, Julia und ich wären für wenige Sekunden im Fernsehen zu sehen gewesen.
Natürlich wurde das Event ausgestrahlt und die Kamera hat wohl mal über uns rüber geschwenkt. (Anna war zu hause bei ihren Eltern, weil sie dort in der Gegend eine Prüfung hatte, konnte also nicht mitkommen.)
Den Sonntag verbrachte ich mit einem Praktikum für die Vorlesung “Integración Multimedia”. Da lernen wir quasi Flash. Damit kann man - in einem Satz formuliert - Multimadia-Anwendungen erstellen, was genauso nichtssagend ist, ich weiß. Bunte Buttons, Dinge, die sich Bewegen, Geräusche machen und sowas… und hoffentlich noch Nützliches vollbringen
In dem Praktikum sollten wir eine kleine Anwendung mit mehreren Ebenen erstellen. Also eine Hauptseite, ein Menü, verschiedene Bereiche, durch die man sich klicken kann und in denen man was sehen kann… Ich gab einen Teil dessen ab, was ich als finale Arbeit in der Vorlesung plane: eine Präsentation meines Aufenthalts hier. Da kann man dann (auf spanisch natürlich, weil für die Uni) nachlesen und nachsehen, was ich hier so erlebt habe; die verschiedenen Aspekte meines Aufenthalts. Das wird noch gut Arbeit, könnte aber durchaus Spaß machen, und ich hab später noch was davon.
Ich musste mir den ganzen Sonntag mit IMM um die Ohren schlagen, weil das Dienstag fertig musste und ich den ganzen Montag in Cuenca war. Das ist ne nicht so höllisch große Stadt auf halber Strecke zwischen Valencia und Madrid. Meine französische Mitbewohnerin (Maud) hatte mich ein paar Tage zuvor gefragt, ob ich Lust hätte mit ihr und ein paar Freunden dorthin zu fahren. Ich hatte es dann noch hinbekommen Julia dafür zu begeistern und sie brachte noch Ricke mit. Die Freunde von Maud waren Daniel (französisch sprachige Schweiz) und Katrin, ihres Zeichens Maschienenbauerin aus Aachen. Zufälle gibt’s.
Wir waren also zu sechst, und die Hälfte der Leute hatte ich nie zuvor gesehen. Ein guter Beweis dafür, dass sowas völlig unwichtig ist, denn es war ein super Tag. Wir wollten nicht allzu viel Geld für den Zug hinlegen, also nahmen wir die Bimmelbahn, die in jedem Kaff hält, und saßen somit hin und zurück etwa sieben Stunden in eben dieser. Damit wir noch Zeit in Cuenca hatten, hieß es also um acht Uhr morgens mit einem der ersten Züge los und um halb sieben abends mit dem letzten aus Cuenca zurück. (Ja, die Verbindung ist so mies. Es fahren auch nur alle 3-4 Stunden Züge. Einen verpassen kommt also nicht gut.) Hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Die Stadt bietet keine wirklichen Seheswürdigkeiten (laut Reiseführer natürlich schon, aber unserer Meinung nach nicht), ist aber als Stadt an sich unheimlich schön anzusehen. Man hat überall eine tolle Aussicht, und es stehen dort viele schöne Gebäude rum. Der halbe Tag reicht gut aus um alles zu sehen und das Wetter… war mal heiß, mal nass. Insgesamt war es ein wirklich schöner Tag und ich habe dadurch wieder neue Leute kennengelernt, was auch fein ist.
Den Rest der Woche verbrachte ich damit ein bisschen in Vorlesungen abzuhängen und sowas. Außerdem: Julia hatte für das kommende Wochenende geplant jemanden in Madrid zu besuchen, was sie irgendwie verschieben musste, weswegen sich die Gelegenheit ergab übers lange 1.-Mai-Wochenende woanders hin zu fahren. Da ich ja schon immer mal in den Norden Spaniens wollte, stand das also auf dem Plan. Drum trafen wir uns in der Woche noch das eine oder andere Mal um den Trip zu planen. Ricke sollte noch mit und Sarah, die ich vor der Planungsphase noch nicht kannte.
Am Samstag wurde es wieder interessant. Ich hatte seit ein ner Weile geplant an diesem Tag mal mit Anna weg zu gehen. Wir wollten uns den Hafen in der angehenden heißen Phase mal genauer ansehen. Das war auch echt spaßig. Zunächst waren wir im El Agua was essen bei einem mediteranen Buffet. Das war nicht billig und das Personal war nicht das freundlichste, aber es gab viel leckeres Essen, also ging das schon OK. 
Danach gingen wir dann an meiner alten Bleibe vorbei zum Hafen und liefen dort etwas rum. Das Gelände ist zur Zeit echt schön anzusehen. Jedes Mal, wenn ich dort bin, haben die was neues, was wieder nett aussieht. Das schafft den Eindruck, dass die immer noch nicht wirklich bereit sind, aber so hat man zumindest immer wieder was zu gucken und zu erleben. Dieses Mal war das Highlight der “Aguabus”, der Besucher von einer Seite der Hafen-Einfahrt zur anderen brachte. Dorthin zu laufen hätte nämlich bedeutet um das gaaanze Becken rum zu spazieren, dessen Umfang den einen oder anderen Kilometer misst. So war es eine Strecke von vielleicht 30 Metern, jedoch ging das natürlich nicht höllisch schnell. Wie man das von Spanien kennt, werden die am falschen Ende penibel. Die Boote waren nicht so arg klein, trotzdem durften niemals mehr als 20 Menschen einsteigen (da kaum jemand alleine dort war, lief es meist auf 18-19 hinaus). Und der Steg musste völlig frei sein, wenn die Leute von der anderen Seite ausstiegen, weil er sonst untergegangen wäre. Janee… is klar. So standen wir also ne ganze Weile auf beiden Seiten an (man wollte ja irgendwann auch wieder nach hause) und es war zum Schluss echt windig dort. Es war trotzdem witzig, weil einer der Bootsfahrer echt nett war und die ganze Aktion halt schon spaßig zu beobachten war. Vor allem ging es jedem etwa wie uns: Auf der “anderen Seite des Hafens” gibt es nicht wirklich was zu erleben. Es gab dort eine Bar, die wohl gerade eröffnete oder so. Auf jeden Fall war da Party, auf die aber auch nicht jeder durfte. Ansonsten war da zwar viiiel Platz, aber sonst auch nichts. Die ganze Besucherschaft setzte also mit dem Bus über, stellte fest, dass das ein Fehler war und fuhr wieder zurück. Auch witzig zu beobachten. Und da der Aguabus umsonst war, machte das selbstverständlich JEDER, der dort war, denn ist ja n nettes Erlebnis, und wenn es schon nix kostet… Anna meinte, Spanier wären da ganz schlimm. Wenn etwas umsonst ist, muss man es haben, egal, was es taugt. Werbegeschenke sind hier ganz groß…
Durch die Warterei waren wir also gut durchgewindet, aber weder das noch der halbstündige Heimmarsch erschienen mir wirklich schlimm. Es war ein feiner Abend und mir ist mal wieder klar geworden, dass ich unbedingt nochmal zum Hafen muss, wenn da wirklich was los ist.
Sonntag flog ich nach Deutschland. Das war eigentlich schon lange geplant, aber dann doch anders. Eigentlich wollte mich in der folgenden Woche Nadine besuchen und ich sie vorher quasi abholen kommen. Der Plan war ja nun hinfällig. Damit die Flüge nicht einfach so verpuffen, beschloss ich sie zu nutzen um etwas Gepäck nach Deutschland zu bringen um es nicht hier zurücklassen oder irgendwann draufzahlen zu müssen. Und da Esther ja erfreulich nah am Flughafen Hahn wohnt, bot sich das an. Ich flog also am Sonntag Abend mit 15kg Gepäck hin und Montag Mittag im Wesentlichen mit meinem Buch in der Hand wieder zurück. Abgesehen davon, dass es sich natürlich mies anfühlte daran zu denken, wofür die Flüge eigentlich gedacht waren, hatte die Aktion schon was. Esther und ich haben uns einen schönen Tag gemacht. Ich hab das dritte Mal oder so innerhalb des letzten Jahres auf einem Fahrrad gesessen und so ein bisschen was vom Hunsrück gesehen, und wir haben sogar gegrillt (juhu).
Das letzte Mal als ich in Deutschland war, sah es ja eher trostlos aus, aber jetzt war alles irre grün. Den Anblick war ich aus Valencia gar nicht mehr gewohnt. Echt tolle Gegend, da bei Hahn.
Insgesamt also ne recht feine Aktion. Und immer für nen Lacher gut, wenn man Leuten erzählte, dass das nicht teurer war als ein Paket nach Deutschland zu schicken. Und weiß Gott, ob und wann das angekommen wäre. So war es mir da schon lieber. Und oben drauf gab’s halt noch nen schönen Tag in Deutschland. Nochmals danke, Esther!
Für den Dienstag nach meiner Rückkehr hatten wir ein Cuenca-Nachtreffen angesetzt. Wir schmissen unsere Fotos zusammen und gingen gemeinsam zum Chinesen. Für nur einen Tag hatten wir schon ne Menge Fotos, aber wir waren ja auch zu sechst und von nicht wenigem hatten wir dann auch so an die sechs Fotos.
Aber Aussortieren kann man ja immer noch… irgendwann. Ist auf jeden Fall ne nette Truppe und ich freu mich darauf noch mehr mit den Leuten zu erleben. Mit Julia und Ricke ist das ja schon eingetreten.
Noch was witziges ist an diesem Tag (Dienstag) passiert. Ich bekam eine eMail vom International Office der Fakultät, in der stand, dass an diesem und dem folgenden Tag eine Reporterin vom SPIEGEL in Valencia sei um ein paar deutsche Erasmus-Studenten zu interviewen. Scheinbar ist Valencia mit Abstand die beliebteste Erasmus-Stadt Europas und der uniSPIEGEL will wissen, warum. Dank gewohnt ausgereifter spanischer Organisation geschah das alles super-spontan, aber am Mittwoch Mittag gab es somit ein kleines Treffen auf dem Campus mit dieser Reporterin, einem Fotografen und einigen deutschen Stdenten, die ich allesamt noch nie zuvor gesehen hatte. Die Dame wollte dann wissen, was uns an Valencia so gefällt, warum wir hier seien, wie das Uni-Niveau so ist und all sowas. Sie hat uns allen was zu trinken spendiert, und wir gingen nach und nach alle mal mit dem Fotografen mit um zur Bebilderung beizutragen. Der Artikel wird wohl irgendwann im Juni erscheinen, allerdings gibt’s das Heft nicht so direkt zu kaufen. Den uniSPIEGEL bekommen die SPIEGEL-Abonenten, die Studenten sind, zu ihrer Ausgabe beigelegt. Uns wurde aber versprochen, dass wir alle ein Heft zugeschickt bekommen, ebenso wie die Fotos, die von uns gemacht wurden. Darauf bin ich echt mal gespannt.
Tja, das war’s eigentlich auch schon an Interessantem, was so in letzter Zeit passiert ist. Für drei Wochen doch recht kurz geworden, findet ihr nicht? Gut, ich war am letzten Wochenende noch im Baskenland, aber das bekommt natürlich einen eigenen Artikel. Ich hatte ne Weile darüber nachgedacht mich an diesem Wochenende vielleicht nochmal in Madrid sehen zu lassen. Unter anderem, weil Julia das auch vor hatte und die Busfahrt dadurch natürlich deutlich kürzer würde. Aber das wäre doch zu stressig geworden, weil ich ja seit Dienstag Abend erst wieder in Valencia bin. Da kann ich besser mal n bisschen was für die Uni tun und das verschieben. Aber ich hab heute ein paar Fotos von Marco gesehen, der in Madrid, Salamanca und Segovia war und muss sagen: “Ei, was schööön. Da will ich auch hin!”
Man sieht also: Ich erlebe immer noch genug. Die Uni könnte schlimmer sein und das Wetter wird auch besser. Prinzipiell also alles im grünen Bereich. Ich hoffe, bei euch auch.