Mini-Semesterferien in Deutschland

January 26th, 2007

Um mal kurz all den Neidern die rosarote Brille runter zu reißen: Ja, auch Spanien kann mieses Wetter haben und - jetzt haltet euch fest - ja, sogar Valencia! Also kühl bis kalt ist es hier ja schon ne Weile. (Das mit dem kurzen Herbstwinterfrühling war etwas voreilig.) Aber als ich heute morgen meine Augen öffnete, dachte ich echt, ich wär im falschen Film. Es donnerte, blitzte, stürmte, schüttete wie doof. Was für ein Glück, dass ich erst heute Abend wieder auf die Straße muss. Vielleicht hat es sich bis dahin beruhigt, denn am Wochenende soll es freundlicher werden. Für die, die mir nicht glauben:

Wetter in Valencia

So. Damit dieser Post hier jetzt nicht nur übers Wetter geht, denk ich mir noch was aus, was ich mitteilen möchte. Zur Zeit ist ja Prüfungsphase hier. Und auch die Zeit der finalen Projekte. Ich mache ein solches mit Stefan und Wolfgang (Wolfi) zusammen für das Fach “Real-Time Systems”. Unsere Aufgabe war eine Software zu entwickeln (in Ada), mit der man nen Roboter steuern kann (son Arm mit Zange). Außerdem sollte man verschiedene Positionen speichern und später abspulen lassen können. Also man kann eine Sequenz von Bewegungen speichern und der fährt die dann ab, wenn man will. Klingt interessant… ist es auch. Und wenn es funktioniert, macht es auch Spaß. Das Problem ist halt nur, dass wir alle die eine oder andere Klausur vor uns sehen und deswegen nicht so die Zeit für Spielereien haben. Die Deadline für das Projekt ist der 8. Februar, was eigentlich nach den Klausuren noch genug Zeit ließe, allerdings werden Stefan und ich vom 1. Februar an nicht hier sein, weswegen das vorher noch weg muss. An sich verbrachten wir wohl nicht übermäßig viel Zeit mit dem Projekt, aber mehr als wir dachten. Ich spare mir hier die Details, sonst hören die Nicht-Informatiker gleich alle auf zu lesen. :) Wir dachten schonmal, wir wären fertig, aber als wir dem Onkel vom Praktikum das dann zeigten, meinte der, wir hätten die Aufgabe nicht ganz richtig verstanden, also mussten wir unser Programm noch etwas erweitern (wieder ungeplant weitere Zeit investiert). Der scheint uns auch irgendwie zu unterschätzen. Als wir das erste Mal zu ihm kamen und meinten, wir würden ihm das gerne zeigen, hat der ganz überrascht geguckt und meinte dann: “Ihr wisst, dass ihr nen Bericht schreiben müsst?… Und ich muss mir das ansehen…” Der konnte nicht glauben, dass das alles klar war. Als er uns dann sagte, was noch fehlte und uns klar war, dass das in höchstens nem Tag gemacht ist, fragten wir direkt nach nem neuen Termin. Und er so nach dem Motto: Macht erstmal, dann sehen wir weiter. Ich glaub, der ist von den Spaniern ein anderes Arbeitstempo gewohnt.
Naja, jetzt haben wir am Montag nen Termin und danach liegt das dann hoffentlich hinter uns. Denn viel Zeit bleibt nicht mehr. Am 1.2. fliegt Stefan zu seinem - zugegebenermaßen recht verspäteten - Weihnachtsbesuch nach hause (cool wenn dir jemand Mitte Januar erzählt, er gehe Weihnachtsgeschenke kaufen) und kommt erst am 14. oder so wieder, und auch ich verbringe (dank Ryanair zu einem lächerlichen Preis) den Großteil meiner Mini-Semesterferien in Deutschland (vom 1. bis zum 7.2., jedoch weder in Aachen noch in Goch). Mich würde interessieren, was die Gerüchteküche so zusammenbekommt zu der Frage, wo ich sein werde und was ich da mache. An die Eingeweihten: pssst :)

Bis zu meiner Abreise wird meine Zeit dann hauptsächlich aus Lernen bestehen, unterbrochen von so Aktionen wie z.b. einem großen Abschieds-Paella-Essen morgen Abend oder einem Vorräte-Vernichtungsessen bei Heta und Bea am Dienstag.

Die Tücken der Essenssuche

January 25th, 2007

Gestern wollten wir baskisch essen gehen. Beatrice schwärmt ja immerzu von dem Essen aus dem Baskenland, und nun hat sie durch Zufall ein solches Restaurant gefunden, also stellten wir den Plan auf bevor hier alles vorbei ist da mal rein zu schauen. Der Abend fing gut an, denn ich wurde als einziger nicht über die Planänderung informiert, dass wir uns später treffen. Zur Zeit ist es hier in Valencia auch ziemlich kühl, weswegen son bisschen Rumstehen auf offener Straße eigentlich keinen Spaß macht. Aber letztendlich waren wir dann dort drin und irgendwie… war das nicht das Richtige. Es gab nicht das, wonach wir suchten. Also ich wusste nicht, was wir suchten, aber Bea fand nichts, was ihre Vorfreude hätte wecken können. Ich glaub, vieles von deren Essen war schlicht spanisch. Die hatten allerdings auch komische Sachen wie Schweinefüße, Schneineschwanz, … ne Menge vom Schwein, was man sonst nicht so auf den Teller bekommt… aber irgendwie war der Laden nix. Zudem war er sehr teuer. Es gab sogar eine eigene America’s Cup Karte. *kopfschüttel* Ich mein, ist ja auch nur noch ein paar Monate hin und man kann das ja ruhig schonmal zum Anlass nehmen ein paar Gerichte mit den Namen der Teams zu versehen und sich das gut bezahlen zu lassen. Eine Unsitte hier in Spanien - gerade bei teureren Restaurants - ist, die Umsatzsteuer (7%, wie bei uns) nicht in den Preis zu packen. Nicht immer findet sich der Hinweis darauf so leicht auf der Karte wie in dem Laden. Aber ich find das so oder so ne Frechheit.
Wir haben uns dann überlegt, dass der Laden ein Fehltritt war, haben jeder unser Wasser geleert und die Rechnung verlangt. :) Das Wasser war gar nicht so teuer und wir haben noch nen Euro Trinkgeld draufgelegt (bei dem Betrag waren das glatte 20%). Trotzdem schaute die Dame nicht sehr freundlich drein als sie das Geld nahm. Aber es war nicht so, dass wir wertvolle Kapazitäten belegt hätten. Der Laden war bis auf uns nahezu leer, denn wir waren schon sehr früh (gegen neun) dort.

Und es war auch echt gut, dass wir so früh waren, denn wir brauchten ja nun eine Essensalternative. Uns fiel da die Bodega neben DER Bodega ein. Zu der beliebtesten Bodega Valencias kann man gerade mittwochs nach acht Uhr nämlich nicht mehr gehen, es sei denn man möchte viele, viele Menschen beim Spaßhaben beobachten… durchs Fenster. Aber ein paar Häuser weiter ist eine weitere Bodega, in der immer recht wenig los ist. Wir haben die schonmal als Alternative genutzt. Die ist ähnlich günstig und hat mehr Auswahl. Wir liefen also dorthin (20 min) und stellten fest, dass auch sie an dem Tag sehr gut besucht war. Dann fiel mir der Chinese ein, bei dem ich mal mit ein paar Leuten essen war (vielleicht hab ich das sogar hier erwähnt). Der verkauft ein All-you-can-eat-Buffet für 6,50 EUR, bei dem man sogar noch eine recht ausreichende Menge Getränke und ein Nachtischlein dazu bekommt. Ich erinnerte mich nicht mehr ganz präzise an den Ort. Weil das baskische Restaurant bei mir um die Ecke war, hatte ich keinen Stadtplan dabei wie ich das sonst eigentlich immer hab. Aber es ging auch ohne. Wir waren dann nochmal mindestens ne halbe Stunde (eher 45 min) unterwegs (und es war wirklich kalt), fanden den Laden dann aber doch problemlos (leider nicht auf dem kürzesten Weg). Mittlerweile waren wir dann auch ziemlich hungrig, stellten aber fest, dass es das Buffet mittwochs gar nicht gibt. :( Allerdings standen einige Menüs auf der Karte, mit denen man (ohne Getränke) auch für 4-6 Euro davonkam. Also ein sehr günstiger Chinese. Werde da wohl noch öfter vorbeischauen. Leider nicht ganz so nah bei mir. :) So schwierig kann es also sein hier was zu essen zu finden. Letztendlich waren wir dann so gegen Mitternacht wieder auf dem Heimweg.
Bea hat sich jetzt nochmal mit System umgesehen nach baskischen Restaurants und welche gefunden. Vielleicht gibt das also doch noch was mit dem baskischen Essen. *daumendrück*

Valencia durch Brillengläser

January 22nd, 2007

Ja, diese Woche war fein. Nicht nur weil der Herbstwinterfrühling hier recht kurz war und wir von jetzt auf gleich schon wieder Bomben-Wetter haben mit mehr als 20° und blauem Himmel. Um im Dunkeln zu spazieren nimmt man immer noch besser mal ne Jacke mit und das Wasser ist bestimmt auch noch kühl, aber am Strand liegen könnte man sich mittags schon fast wieder vorstellen. Entschuldigt, sturmgeschädigte Deutsche, aber ich muss das hier mal grad für die Nachwelt festhalten.

Warum war die Woche noch cool? Ich hatte ja schon von den Party-Events am Mittwoch und Donnerstag erzählt. Die waren wirklich fein, vor allem weil sie halt trotz allem die Uni nicht beeinträchtigt haben. Am Freitag feierte Isabel bei sich zu hause mit viel Käse, Brot und so Zeugs und noch mehr Wein in ihren Geburtstag hinein. Das war echt eine Party nach meinem Geschmack. Wir saßen mit einigen Leuten (10-15, schätze ich) in ihrem Wohnzimmer, tranken, aßen, quatschten, … echt toll. So toll, dass ich direkt mal bis morgens dablieb. :) Irgendwann (vielleicht um drei oder so) gingen einige Gäste noch in die Altstadt zum Tanzen. So wirklich war mir zu einer solchen Aktion nicht zumute. Es wäre von dort aus ähnlich weit zu mir nach hause gewesen, also hätte ich schon mal dort vorbeischauen können, aber ich dachte nicht, dass ich arg viel Spaß haben würde und dafür mit dem Taxi dorthin und vor allem von dem überaus bequemen Sofa aufstehen… :) Ich blieb also mit den spärlichen Überresten der Gästeliste und bekam angeboten auch den Rest der Nacht schlafend auf diesem Sofa zu verbringen. Das tat ich dann auch (so ab fünf), als die Party endgültig vorbei war. Am nächsten Tag hatte ich mich mittags an der Uni verabredet um an einem Projekt zu arbeiten. Zum Glück musste ich dafür nichts mitbringen, so dass ich von Isabel aus direkt zur Uni fahren konnte, die ist da nämlich direkt um die Ecke. (Das bedeutet, es existiert eine gute Metro-Anbindung.) Ich ersparte mir also 45 min nach hause und dann nochmal eine ähnliche Zeit wieder zurück zur uni zu fahren, so dass ich noch beim Aufräumen helfen konnte und das Appartment bei meinem Verlassen schon wieder ziemlich ordentlich aussah. Außerdem gab’s Frühstück. :) Auf einmal fiel Isabel nämlich ein, dass sie vergessen hatte um Mitternacht den Kuchen raus zu holen. Natürlich sehr praktisch, da nun etwa 10 Menschen weniger anwesend waren um sich dessen anzunehmen.

Die Arbeit an der Uni lief gut und ich war für das kurze Stückchen Schlaf erstaunlich leistungsfähig. Ein bisschen blöd war, dass ich am Abend zuvor zu Isabel natürlich meine dicke Jacke anzog, weil ich damit rechnete morgens um vier nach hause zu müssen und diese in der Mittagssonne nun etwas lästig war.

Am Abend war ich dann noch mit Heta und Bea im Kino. Wir wollten uns eigentlich “Casino Royale” ansehen, aber damit hatte uns die Website auf den Leim geführt, denn der lief zu der Zeit nicht, als wir dort ankamen. Also sahen wir “Vacaciones”, welcher im Englischen “The Holiday” und im Deutschen, glaub ich, “Liebe braucht keine Ferien” heißt. Der Film war ganz fein. Wir konnten ihn trotz eines anwesenden Kindergeburtstages genießen und verstanden sogar einiges. Hinterher waren wir noch in einem extrem coolen italienischen Restaurant in der Altstadt essen. Die Deko dort ist wirklich herausragend, und das Essen äußerst genießbar. Wer es sehen will, möge seinen Hintern her bewegen. :)
Der Abend endete früh, weil wir alle in der Nacht zuvor nicht viel Schlaf bekommen hatten. (Heta und Bea gehörten zu denen, die von Isabel zur Altstadt aufbrachen und vermutlich später als ich im Bett waren.)
Heute machte ich dann eine neue Erfahrung: Valencia durch Brillengläser. Denn nachdem ich meine Kontaktlinsen nun bis gestern Abend etwa 40 Stunden drin hatte, wollte ich meinen Augen heute mal eine Atem-Pause gönnen. Durch diese Brillengläser wirkte ich dann an der annähernden Finalisierung des Projektes mit, so dass die Woche wirklich gut aufhört. Morgen ist hier irgendein Feiertag. Kein Schimmer, was der so kann, aber ich muss ja eh lernen und projektieren. Die nächste Woche wird voll von Uni-Arbeit, aber dann wird’s erstmal entspannend. Es wird also (auch hier im blog, hoffe ich) nicht wirklich langweilig.

Erasmus-Tagesgeschäft

January 19th, 2007

Am Mittwoch haben wir mal wieder (klingt als würden wir das ständig tun; falsch) einen Erasmus-Abend verlebt. Wir trafen uns zunächst in der Bodega. (Valencia hat zig davon, aber es gibt eine herausragende, und jeder weiß, wovon man spricht, wenn man nur Bodega sagt.) Weil da hauptsächlich Erasmusler abhängen, bekommt man dort schon kaum noch nen Stehplatz, wenn die Spanier erstmal das Haus verlassen. Es heißt also früh da sein. Da ich Mittwochs immer bis acht Uhr Vorlesung habe, war ich bisher immer jemand, für den man einen Stuhl freihalten musste. Diesmal war das anders. Die Vorlesung war schon nach der halben Zeit rum. Die Entscheidung, ob ich meine Uni-Tasche mit auf den Erasmus-Abend nehme oder von der Uni erst nach hause und dann ziemlich genau den halben Weg wieder zurück zur Bodega latsche, nahm ich mir ab, indem ich in der Uni lediglich mit einem leeren Zettel und einem Stift in der Tasche aufkreuzte, was ich nichtmal brauchte. Es war die letzte Vorlesung, und viel passierte da nicht mehr. Aber ich wollte vorbereitet sein, falls die Dozentin irgendwas über die Klausur verrät.
Gegen acht uhr stand ich also schon vor der Bodega, aber natürlich war niemand sonst dort (Treffzeitpunkt war ja auch bloß um acht). Ich hab dann Heta und Bea zu hause abgeholt, weil die beiden nicht weit von dort wohnen. Als wir dann zu dritt wiederkamen, waren alle weiteren Personen dort. Sandra hatte mit ihrer Mitbewohnerin die ganze Aktion überhaupt erst angezettelt und war mit eingefleischten Erasmus-Abend-Veteranen zusammen dort. Wir waren insgesamt neun Menschen (ein Geburtstagskind) und futterten und becherten ziemlich umfangreich von acht bis nach zwölf (wie man das in dem Laden halt so macht). Am Ende war jeder dann schlappe sieben Euro los. Ja, günstig ist der Laden auch noch. Darum ist es dort auch immer - vorsichtig ausgedrückt - unheimlich voll. Am Mittwoch war es erstaunlich leer. Man konnte den ganzen Abend lang die Eingangstüre sehen, es blieb ständig ein begehbarer Gang in der Mitte frei und ich hab sogar noch irgendwo Stühle rumstehen sehen. Normalerweise kann man hier nach acht Uhr die Hoffnung auf einen Sitzplatz und nach zehn auch die auf einen Stehplatz begraben. Da wollte ich den Leuten endlich mal zeigen, wie voll der Laden werden kann, und da läuft da nix. :) Es wird vermutlich an der Prüfungsphase liegen, die man vielen Erasmuslern ja nicht anmerkt, die auf der Straße antreffbaren Spanier aber spürbar ausdünnt. Diese Bodega ist Ausgangspunkt für unheimlich viele Erasmus-Abende. Wenn man dort rausgekehrt wird (zwischen zwölf und eins), geht man in eine Bar oder sowas. Wir waren (fast die einzigen) im Cafe Paris, das tagsüber wie eine abrissreife Ruine und nachts wie ein Bordell aussieht. Von innen ist es da aber ganz nett, und man kann nicht nur Agua de Valencia genießen, sondern auch viele andere “Aguas”, die sich alle durch die zugesetzten Säfte unterscheiden. Die restlichen Zutaten, die auf der Karte mit “Alcohol y Champán” umschrieben werden, sind invariant. Da das Geburtstagskind unter uns scheinbar viele andere Menschen motiviert hatte uns beizuwohnen, war unsere Gruppe zu dieser Zeit schon auf über 15 Menschen angewachsen. Auch Jonas kam plötzlich mit einem Schwung Leute die Tür rein. Interessant, wer einem auf so einem Abend so alles begegnet. :) Wir bestellten die eine oder andere Karaffe und bekamen hinterher sogar noch eine geschenkt, von der ich weiterhin behaupte, dass ihr Inhalt nicht nur aussah wie Spülmittel.
Der letzte Abschnitt eines traditionellen Erasmus-Abends (Er beginnt so gegen 2 oder 3 Uhr.) findet in einer Disco statt, wofür man sich mittwochs in der Regel das “Caribeans” aussucht. Fragt mich nicht, warum? Niemand weiß es, aber alle sind dort. Vermutlich gerade deshalb. :) Man stelle sich also einen winzigen Kellerraum mit DJ und Theke vor, in dem sich hunderte Erasmusler drängen. Eine schöne Art seine Zeit zu verbringen, nicht? Meiner Ansicht nach kann man in dem Laden eigentlich nichts vernünftig tun. Zu eng zum Tanzen, zu laut zum Reden, zu teuer zum Saufen, … was zu gehen scheint ist Frauen aufzureißen, aber auch nur, wenn man sie schon Stunden zuvor - beispielsweise in einer Bodega - abgefüllt hat. Man hört und sieht auf jeden Fall ständig solche “Erfolgsgeschichten”. Da das nun jetzt nicht grad eines meiner Hobbys ist, fühl ich mich in dem Laden nicht wirklich wohl. Eigentlich wollte ich da noch nie hin. Ich wurde am Mittwoch nun zum dritten Mal abgefüllt und dorthin geschliffen. :) Naja, ich bin nach kurzer Zeit gegangen und die anderen, wie ich mir hinterher habe sagen lassen, dann auch recht bald.
Am nächsten Morgen gestaltete sich das Aufstehen dann etwas unschön, unter anderem weil es recht früh geschehen musste. Denn ich hatte mich in der Uni verabredet um ein Projektchen für Freitag zu vollenden. Das lief aber auch ganz gut.

Bea scheint von uns allen am meisten Spaß gehabt zu haben. (Vielleicht wurde sie noch getoppt von dem Typen unter uns, der der Erzählung nach zu den erfolgreichen Abschleppern des Abends gehörte.) Sie wollte dann gestern direkt wieder weg. Monatelang rennen wir hier rum und haben quasi nie sowas gemacht. Ich würde auch sagen, dass wir nicht so höllisch viel verpasst haben. Man sollte es mal erleben, aber ich könnte mir nie vorstellen, das wöchentlich oder gar öfter zu machen. Bea jedoch wollte wieder los, also haben wir gestern noch was nettes Kleines erlebt. Wir waren in einer Crepería am Plaza de la Virgen und danach in einer Bar in “El Carmen”, dem Altstadt-Viertel von Valencia. Das war die gleiche Bar, in der wir einst mit den Spanisch-Lehrerinnen waren (niemand wird sich daran erinnern), aber diesmal waren wir in dem gemütlichen Teil. An dem Abend haben wir Isabels Vater kennengelernt, der zur Zeit zu Besuch ist. War ein sehr schöner Abend. Völlig anders als der davor, aber beide fein. :)

Ich glaub, Formel 1 ist wirklich langweilig.

January 17th, 2007

Ich würd vielleicht nicht unbedingt sagen, dass ich Zeit habe, aber mir ist danach mal wieder was zu schreiben. Ist ja schon ne ganze Weile her, dass ich was von mir habe hören lassen. Die Frequenz meiner Posts ist echt zurückgegangen. Es passiert nun auch nicht so höllisch viel im Moment. Zumindest nichts, worüber jemand gerne lesen würde, glaube ich. Aber es ist auch nicht langweilig.

Also zu meiner großen Ankündigung von diesem Formel 1-Dings:
Nun, das war nicht so der Burner, der es versprach zu sein. Wir hatten Widersprüchliches über die Startzeit gehört, also waren wir viel zu früh dort, weil wir uns schon um fünf an meiner Tür trafen. Dadurch waren wir natürlich unter den ersten und bekamen noch einen Spitzen-Platz direkt an der Straße. Für die Eingeweihten: Wir standen am Paseo de la Alameda. Das war so etwa die große Gerade der Strecke, die man hier in der Stadt abgesteckt hatte. Da konnten die Herren von McLaren richtig Gas geben… und das taten sie auch. Aber darauf mussten wir halt warten. Stundenlang. Vielleicht startete das Event in der CAC früher (Da waren Scheinwerfer und all das.), aber da konnten wir nicht gucken gehen, weil wir sonst unseren guten Platz verloren hätten (und ich schätze, die haben auch nicht jeden rein gelassen). Bei uns wurde es so gegen halb acht interessant. Die mathematisch begabten Leser werden nun verstehen, warum meine Erinnerung von diesem Ereignis hauptsächlich Warten beinhaltet.
Zunächst wurden die Fahrer des Teams rumgefahren. Sie saßen hinten auf SLK-Cabrios und brausten an der jubelnden Menge vorbei. Dann klemmten sie sich selbst hinter das Steuer und führten wohl auch ein paar Späße auf, wie sich aus den Spuren, die wir auf anderen Teilen der Strecke fanden, schließen ließ. Nach einer weiteren Wartezeit kamen dann die Formel 1-Wagen auf die Strecke. Man munkelt, dass es noch die alten waren, wobei ich sicher bin, dass nahezu niemand, der dort stand, das bestätigen oder abstreiten könnte. Leider fuhren sie nur zwei Runden. Es war schon fein mal direkt neben einem beschleunigenden Formel 1-Wagen zu stehen und jetzt weiß ich auch, warum jeder, den man an einer solchen Strecke findet, Ohrenschützer trägt, aber ich bin nicht sicher, ob es die Warterei wert war.
Uns war recht kalt und wir hatten Hunger, also beschlossen wir direkt nach der Auto-Show was essen zu gehen. Das taten wir dann auch und liefen somit dem Menschenstrom entgegen, der von den äußeren Bereichen der Strecke in die CAC ströhmte. Denn dort begann nun irgendwo (Wir haben es nur auf den riiiiesigen Fernsehschirmen gesehen.) eine Bühnenshow. Später soll es auch ein richtig fettes Feuerwerk gegeben haben, aber wir waren wirklich hungrig. :) Der Park vor der CAC ist wirklich schön, aber für solche Menschenmassen etwas ungeeignet. Denn es schlängelt sich ein Wässerchen da durch, welches man hier und da über winzige Brücken überqueren kann. Wenn nun tausende Menschen den Park durchqueren wollen, wird das etwas eng… aber lustig anzusehen. Heta bekam am nächsten Tag von einer anderen Finnin erzählt, diese habe sogar Mika Häkkinen gesehen und ein paar Worte mit ihm gewechselt. Es muss ein fettes Event gewesen sein. Wir hätten das anders angehen sollen um es korrekt zu genießen. Naja. Nächstes Mal. :)

McLaren in Valencia

January 12th, 2007

Ich komme im Moment zu wenig. Bald werd ich bestimmt auch mal wieder was hören lassen wie es so läuft, aber arg spannend ist es im Moment nicht. Prüfungsphase halt.

Aber ich wollte kurz eine Ankündigung loswerden (später werd ich dann bestimmt ausführlich berichten, wie’s war): Am nächsten Montag (15.01.2007) findet abends hier in der Ciudad de las Artes y Ciencias (quasi vor meiner Haustür) ein fettes Event statt. Der Rennstall McLaren Mercedes wird dort sein neues Auto vorstellen zusammen mit seinem scheinbar neuen Piloten Alonso (der ja Spanier ist). Das wird bestimmt ne große Sache (hab was von 400.000 Besuchern gehört), und vielleicht kann man im Fernsehn was davon mitkriegen. Also schaut mal rein. Vielleicht wink ich in die Kamera.

Nicht weinen, Tommy

December 27th, 2006

Ich möchte die Geschichte eines Jungen erzählen. Eines Jungen, der am 22.12. diesen Jahres um etwa vier Uhr nachmittags mit seinem gepackten Koffer und einer frohen Erwartung seines Heimatlandes, seiner wartenden Freunde und Familienangehörigen daheim sein Haus in der Avenida de Baleares verließ, mit zwei Bussen für schlappe 2.50 EUR in über einer Stunde zum Flughafen von Valencia gelangte und dort mit weiter steigender Vorfreude die Abflughalle betrat. Er war schon oft hier gewesen, jedoch sollte er dieses Mal nicht etwa ein Auto oder Freunde abholen sondern wirklich mit einem Flugzeug wegfliegen. Stellt euch das Gesicht des armen Jungen vor als er seinen Flug nicht auf der Anzeigetafel wiederfand. Er zweifelte an allem. Ist heute der 22.? Ist es fünf Uhr nachmittags? Bin ich in Valencia? Ist dies wirklich die Abflughalle? Ist das mein Name hier auf der LTU-Reservierungsbestätigung, die ich in Händen halte? All dies ließ sich nur mit “ja” beantworten, also suchte er verzweifelt Hilfe bei den Damen an der Information. “Hm… LTU nach Düsseldorf… ja, der ging heute morgen um acht. Der ist schon weg.” Man stelle sich vor: Die bösen, bösen Menschen von LTU haben den Flug einfach auf den Morgen verlegt ohne unserem armen, armen Jungen davon zu berichten… Armer, armer Junge. :(

Die Damen und Herren am LTU-Schalter hatten selbstverständlich schon Feierabend, denn ihr Flug war ja schon seit Stunden weg. Ein Anruf bei ihnen ließ diese ihm anbieten ersatzweise am Heiligabend um 19:30 Uhr kostenlos zu fliegen, was, wie man sich vorstellen kann, keine sinnvolle Lösung darstellte. Unser armer, armer Junge wandte sich in seiner Verzweiflung also an seine nun neuen Freunde von AirBerlin. Der Flieger dieser netten Herrschaften hatte gerade seine Passagierliste geschlossen. Am gleichen Tag war es also nicht mehr möglich nach Deutschland zu kommen. Man bot ihm einen Flug am nächsten Nachmittag an für gerade mal den 2.5fachen Preis des Fluges, der am Morgen ohne ihn abgehoben war. Was blieb unserem armen, armen… armen Jungen übrig? Er ließ also sein spanisches Konto leerfegen und nahm eine neue Reservierungsnummer mit nach Hause. Zum Glück hatte er nicht das Problem sich eine Unterkunft suchen zu müssen, denn er konnte sich natürlich einfach erneut über eine Stunde in diverse Busse setzen und wieder in sein Häuschen zurückkehren. Lediglich seine Mitbewohner, denen er längst einen schönen Urlaub gewünscht hatte, reagierten etwas verwundert.

Nicht nur dass unser armer, armer Junge (Nennen wir ihn mal Tommy.) nun seine nicht minder mit Vorfreude aufgeputschten Eltern auf der Schwelle der heimischen Haustüre zurückpfeifen und bitten musste über 24 Stunden später zum Flughafen zu fahren, der neue Flug war auch eine echte Verschlechterung. Wäre Tommylein zuvor noch in schlappen 1.5 Stunden von Valencia nach Düsseldorf gelangt, so durfte er sich nun für den nächsten Tag auf eine halbe Stunde Valencia - Palma de Mallorca und weitere zwei Stunden Malle - Düsseldorf sowie eine gute Stunde Aufenthalt im Transitbereich der Traum-Insel freuen. Aber half ja alles nix, der gute Tommy musste nach hause zum Weihnachtsbaum.

Zum Glück nahm sich wenigstens eine gute Seele in Valencia seiner an, als er ihr sein Leid klagte. So verbrachte er den Abend des miesen Tages in Friederike’s und Eva’s WG, in der ein Abschiedspizzabacken stattfand, für all die anderen Leute, die am nächsten Tag fliegen würden. Natürlich checkte jeder, dem er von seinem Schicksal berichtete, sofort den eigenen Flug. :) So war also sein Abend gerettet und der arme Tommy musste sich nicht in den Schlaf weinen.

Am nächsten Morgen (grausames Schicksal) war ein Frühstück für den guten Tommy organisiert worden, bei dem er all die lieben Menschen seiner Heimat wiedersehen sollte. Dieses musste nun also ohne ihn stattfinden, was weiteres Leid und weitere Trauer in die Welt brachte. Durch die Erungenschaften unseres tollen Jahrhunderts war es diesen Menschen aber zumindest möglich unter temporärer Anwesenheit seiner Stimme zu frühstücken. Außerdem wurden auf diesem Treffen weitere Gelegenheiten ausgemacht, die Tommy mit diesen Menschen zusammenführen sollten.

Die wirkliche Rückreise nach Deutschland verlief dann vergleichsweise problemlos. Zwar musste es natürlich in der einen Stunde, in der sich unser lieber Freund auf Malle aufhielt, regnen, so dass nicht nur er selbst, sondern auch sein Koffer relativ feucht im Flugzeug ankamen, und natürlich war das Flugzeug angefüllt mir nervigen deutschen Ballermann-Touristen, aber man wird ja bescheiden nach solch einem Erlebnis.
Noch was: Als das Koffer in Düsseldorf ankam, fehlten einer der Zigaretten-Stangen, die Tommy genötigt wurde für seine Eltern mitzubringen, zwei Schachteln. Da hatte also einer der Kofferschmeißer das mit dem Trinkgeld selbst in die Hand genommen. Wir leben in einer schlimmen Welt.

Aber die Hauptsache ist, dass der gute Tommy heil in Deutschland angekommen ist und ein sehr schönes Weihnachtsfest verleben konnte. Nun wird sein Terminkalender voller und voller mit all den Menschen, die er noch sehen möchte, bevor er sich wieder für ein paar Monate außer Landes begibt.

Driving Home for Christmas

December 21st, 2006

Vielleicht fragt ihr euch ja, wie meine letzten Tage in diesem Jahr in Spanien so aussehen. Vielleicht interessiert das auch keinen, aber ich hab Bock es aufzuschreiben, also tu ich einfach mal so.

Also die letzten Tage waren etwas stressig. Die Arbeit für die Uni konzentriert sich zur Zeit etwas, weil die Abgabe-Termine und auch die Klausuren näher rücken. Außerdem hab ich mittlerweile drei Tandem-Partner durch den AEGEE zugewiesen bekommen (zwei für deutsch, einen für englisch), mit denen man sich gerne mindestens einmal die Woche treffen möchte. Und dann kommen natürlich noch die ganzen feinen Termine dazu wie Koch-Abende etc.

Letzten Donnerstag z.b. (der Tag nach dem Dinner mit den ganzen Franzosen) haben wir (Heta, Isabel, Sandra, Bea und ich; Bea hatte außerdem noch ihren Freund Mirko zu Besuch) Käse-Fondue gemacht. Sehr coole Sache, muss ich sagen. Wir haben dabei Weihnachtsmusik gehört und Glühwein getrunken. War schon ein klein wenig Weihnachtsstimmung.

Am Freitag wollte Heta für uns (die gleichen plus Peter; der Typ, der mit in Andalusien war) eine Alkohol-Vernichtungsparty schmeißen, da sie im Februar (jaja, schon seeehr bald) wieder nach Finnland geht und den ganzen Stoff, der sich durch ihren Geburtstag und den Besuch diverser Freunde so angesammelt hat, nicht wegschütten will. Wir trafen uns also und bestellten erstmal bei dem göttlichen Chinesen bei ihr um die Ecke Essen, was sich natürlich nach spanischer Sitte alles sehr lange hinzog. Nach dem Wein zum Essen wollten wir dann zum richtigen Alkohol übergehen. Unser Problem war allerdings die schon öfter problematisch gewesene Mitbewohnerin aus Dänemark. Diese hatte nämlich ihren Rückflug für den nächsten Tag gebucht und musste um vier in der Nacht das Haus verlassen. Da sie uns um wenigstens ein paar Stunden Schlaf bat (und scheinbar sehr, sehr empfindlich ist was Geräusche im Haus angeht), zogen wir schon um zwölf los (nachdem wir kaum Alkohol vernichtet hatten) und gingen in einen Irish Pub. Eigentlich wollten wir an dem Abend (nach der Vernichtung) so richtig einen drauf machen, aber dafür war die Stimmung nicht entsprechend, also ging es nach einer Runde im Pub nach hause.
Wir nahmen uns vor im Januar, wenn wir alle wieder hier sind, einen weiteren Versuch zu starten. Dann so bald wie möglich, damit wir eine weitere Chance haben, wenn das wieder schief gehen sollte. :)

Samstag Abend war Plätzchenbacken angesagt in der Bude von Friederike, Eva, Chris und Miguel. Hier kam schon etwas mehr Weihnachtsstimmung auf, denn diese ist fein dekoriert, und es gibt sogar einen kleinen Baum. Dazu wieder Weihnachtsmucke und natürlich Glühwein, für den wir allerdings Sangría verwenden mussten. Als Miguel (der Spanier der WG) sah, dass wir das Zeug kochten, ist er fast übergeschnappt. Als er später probierte (natürlich mit Schuss - irgendeinem Rum), meinte er sowas wie: “Schmeckt echt gut und haut wohl rein. Ihr Deutschen habt das raus.” :) Zur Zubereitung hatten wir sogar (denn Marco hatte seinen Besuch aus Deutschland mitgebracht) so Teebeutelchen mit Glühwein-Gewürzmischung dabei. Tipp an dieser Stelle: Wenn du die Schnur mit dem Schildchen eines teebeutelähnlichen Gebildes über den Topfrand baumeln lässt, hast du nicht lange Spaß daran, wenn dieser auf einem Gasherd steht.
Ein weiteres Mitbringsel unseres Gastes aus Deutschland war Brause, die wir mit Vodka kombinierten. Auch dies eine neue Erfahrung für Miguel und seine Freundin, jedoch keine schlechte.
Das Essen der Plätzchen stand an dem Abend gar nicht so im Vordergrund, eher das Herstellen. Wir hatten etwas Lebensmittelfarbe da, was den Spaßfaktor noch exponentiell ansteigen ließ. Wir formten dann Dinge wie die spanische Flagge, einen Hot Dog (So ein Ding nennt man hier übrigens “perrito caliente”, was wirklich “heißes Hündchen” bedeutet.) und sowas in der Art. Unser Meisterstück war ein Hamburger, der so an die 5cm hoch wurde. Sprachmäßig war der Abend nicht herausragend, weil bis auf Miguel und seine Freundin, die nicht wirklich teilnahmen, ausschließlich Deutsche anwesend waren.
Nachdem wir dann ne ganze Weile gut gebechert hatten, war es irgendwann Zeit zu gehen (Ich hatte mich am nächsten Morgen um elf in der Uni verabredet.) und ich lief mit Marco und seinem deutschen Besuch (beide auch aus Aachen) los. Kein Schimmer, wie lange wir unterwegs waren. Von der Distanz her müssen es über 1.5 Stunden gewesen sein. Die Straßen werden niemandem was sagen, aber der Bus braucht dorthin so 45 Minuten mit etwas Verkehr. Marco (der von uns dreien am nüchternsten war) dachte, das wäre ne gute Gelegenheit um mal ein paar neue Gegenden von Valencia zu erkunden. So lernten wir ein paar Straßen kennen, in denen wir zuvor noch nie waren. Aber wir kamen ohne merkliche Umwege alle zu hause an und die Folgen am nächsten Morgen hielten sich durchaus in Grenzen. Alles in allem also ein gelungener Abend.

Am Sonntag waren wir (Heta, Isabel, Bea, Mirko und ich) im Zirkus. War ich ja schon seit Jahren nicht mehr. Das war auch ganz fein. Wir standen leider zuerst ne ganze Weile vor der Tür und die Schlange dort war wirklich lang, aber als die Tür dann auf war, ging’s ganz fix rein. Es gab etwas Verwirrung mit den Sitzplätzen, weil die Einweiser selbst nicht alle Bescheid wussten, wo wir hin mussten. Die Show selbst war aber sehenswert. Leider durfte man keine Fotos machen.
Die restliche Zeit des Wochenendes verbrachte ich in der Uni und arbeitete mit Jakob (einem Dänen) an den praktischen Aufgabe für meine Vorlesung “Neuronale Netze”. Cool ist da, dass man auch am Wochenende auf den Campus und in die Bibliothek kommt. Allerdings auch nur dorthin. Wenn man irgendwo anders rumläuft, kommt direkt ein Sicherheitsmann und fragt, wo man denn hin will. :) Aber immerhin. Man kann arbeiten, das hat was. Blöd wird’s, wenn man was zu essen braucht. Das bringt man sich besser mit, denn auf dem Campus bekommt man dann nix und in der Nähe des Campus gibt es auch verdammt wenig, wie wir festgestellt haben. Außerdem machen die Spanier ja (nach)mittags auch bei Kaiserwetter mal gerne alles zu.
Diese Woche war nicht ganz so voll. Am Montag waren wir mit unserer Netzwerk-Vorlesung im Rechenzentrum der Uni und haben eine Führung genossen. Ich hab den Typen davon sogar einigermaßen verstanden und war beeindruckt vom Uni-Netz. Als wir dann im Server-Raum standen, wo es kalt und sehr laut war, war nicht mehr ganz so viel mit verstehen, aber auch das war interessant. Habe noch nie so viele Kabel, Stecker, Knöpfe und Lämpchen auf einem Haufen gesehen. :)

Am Dienstag Morgen hatte ich das Examen des Spanisch-Kurses der Uni. Ich hoffe mal, das ist gut gelaufen, damit ich im nächsten Semester in einen höheren Kurs gehen kann.
Ansonsten hab ich mich in diesen Tagen noch mit einem Projekt für das Fach “Echtzeit-Systeme” beschäftigt. Wir müssen dort eine Software schreiben, mit der man einen Roboter ansteuern kann (quasi Taste gedrückt halten und Teil bewegt sich irgendwie). Man muss außerdem eine eingenommene Position speichern und später wieder abrufen können. Interessante Sache an sich. Blöd ist, dass wir das mit Ada machen müssen, von dem niemand in unserer Gruppe Ahnung hat. Auch hier liegt also etwas Arbeit vor uns, aber die ist zu bewältigen.

Und jetzt für die, die durchgehalten haben, noch was Witziges zum Schluss: Ich war gestern im Corte Ingles hier um die Ecke um noch ein bisschen was zu kaufen, was man an Weihnachten anderen Menschen so in die Hand drücken könnte. Dort war ich unter anderem in der CD-Abteilung und hab mich umgesehen. Hier gibt es ja eigene Regale für spanische und andere für internationale Musik. In großen Läden wie diesem außerdem welche für nicht-englisch und nicht-spanische Musik. In diesen suchte ich nach deutscher Musik und fand exakt eine CD. Es war (Ich hoffe, ihr sitzt gut.) “Schrei” von Tokio Hotel. Ich war fast soweit den Vorschlag des Titels zu beherzigen. Wenn das das Einzige ist, was die hier von Deutschlands Musik kennen, dann kann ich von nun an hier keinem Spanier mehr in die Augen sehen.

Nunja, ich hab alle Geschenke beisammen und es bleibt nur noch meinen Koffer zuende zu packen und ihn zum Flughafen zu tragen. Ich kann es noch kaum glauben, dass es morgen losgeht. Ich freu mich tierisch auf Deutschland und das nicht nur weil die wissen, wie man anständige Heizungen baut. Ich freu mich darauf möglichst viele von euch wiederzusehen und ein paar Dinge zu genießen, die ich hier vermisse (ne anständige Pizza z.b.).
Also ab Samstag könnt ihr für zwei Wochen wieder meine deutsche Handy-Nummer zumüllen oder meine Gocher Festnetznummer gebrauchen. Mein Telefon dort ist bestimmt schon eingestaubt.

Dejenigen, die ich nicht zu sehen bekomme, wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und einen tollen Start ins neue Jahr!

Hoffentlich bis bald.

Die anderen können das alles besser. :(

December 14th, 2006

Ich sitze mal wieder in einem höllisch uninteressanten und unwichtigen Praktikum, habe also etwas Zeit ein paar Zeilen loszuwerden. Ich habe bestimmt mal erwähnt, dass ich hier an der Uni einen Spanisch-Kurs besuche. Der bringt nicht so höllisch viel, aber ist umsonst und manchmal ganz nett. Vor allem, wenn jemand aus der Runde auf die Idee kommt ein Treffen außerhalb der Kursstunden zu organisieren, wie es Damien (ein Franzose) diese Woche tat. Somit trafen sich gestern abend 11 Menschen aus dem Kurs in einem Restaurant zum Essen. Das Restaurant an sich konnte nicht so höllisch überzeugen, aber das Treffen war fein. Obwohl in dem Kurs ne Menge Nationalitäten rumrennen, waren gestern irgendwie nur Franzosen und Deutsche anwesend. Positiv: Es war das erste Treffen von Erasmuslern hier, auf dem nicht ein Wort Englisch gesprochen wurde; ausschließlich spanisch, deutsch und französisch, wobei mich das letzte etwas ausgrenzte, weil ich wohl der einzige an dem Tisch war, der kein Wort Französisch sprach. In der Regel war es aber halt spanisch, was mir dann gezeigt hat, dass die das da alle besser draufhaben als ich. Meine Vermutung, dass ich nicht in die Sprach-Kurse gehöre, in denen ich sitze, erhielt also neue Nahrung. Gut, für Franzosen ist es auch einfacher, weil viele Wörter nahezu gleich sind und so, aber trotzdem haben die’s irgendwie besser angepackt als ich. Manche hatten natürlich so Vorteile wie z.b. mit drei Spaniern zusammen zu wohnen oder nen Job an der Uni zu haben mit nem Chef, der nur mieses Englisch spricht, aber es läuft immer wieder auf das Gleiche raus. Man muss sich zwingen in jeder nur erdenklichen Gelegenheit Spanisch zu sprechen, was vielen (wie mir) nicht leicht fällt. Aber ich hab ja noch etwas Zeit daran zu arbeiten und ich hab Tandem-Partner und all sowas. Also das kann noch werden. Julia z.b., die auch dort war, war schon etwas deprimiert, dass sie die Zeit nicht effizient genug genutzt hat.

Interessant auch, dass ich durch das Treffen irgendwie Bock bekommen hab Französisch zu lernen, obwohl mich die Sprache oder das Land vorher gar nicht interessiert haben, und das lag nicht nur an der Französin, die dort zugegen war. :) Die konnte sogar Deutsch. Und das war die, die hier mit einem Wissen von vier Wörtern Spanisch herkam und das mittlerweile ziemlich gut spricht. Die hat’s richtig gemacht.

Niemand spricht mehr deine Sprache… wieder daheim (Süden-Tour 8)

December 12th, 2006

So, wieder im Lande und natürlich schon wieder kaum Zeit zu schreiben. Ich hab auf der Reise ab und an mal was verfasst, was ihr nun hier lesen könnt. Also blättert mal etwas zurück und fangt “vorne” an, bevor ihr weiterlest (Bei “Süden-Tour 1″).

Das Ende der Reise:
In Torrevieja frühstückten wir am Hafen in der Sonne und gingen dann etwas einen riiiiiesen Steg entlang. Der ging ewig weit ins Wasser und da das Wetter zwar schön aussah, aber trotzdem sehr kalt war (weil windig), gingen wir nur ein Stück. Den Park, der uns empfohlen wurde, fanden wir zwar, aber wirklich spektakulär war der wohl nicht. Es gab einen Aussichtsturm, in dem man mit ner Kamera war rumgucken konnte (mit Zoom; lustiges Spielzeug) und damit hatten wir dann auch alles gesehen. Auf einen 3km-Marsch um den See rum verzichteten wir, weil wir ja auch noch anderes sehen wollten auf dem Weg nach Valencia. Zunächst fuhren wir nach Alicante, was aber recht uninteressant erschien. Alles war zu, die Altstadt weit weg, wie hatten keinen Stadtplan (Sonntags hat sogar der Corte Ingles zu.) und auch nicht mehr wirklich Bock uns was anzusehen. Kurz vor Valencia (oder eher neben Valencia) machten wir dann noch fix Halt an der Formel 1-Strecke in Cheste. Dort ging an dem Tag scheinbar irgendwas Motorradmäßiges ab, was die aber schon wieder am einpacken waren. Trotzdem konnten wir uns durch eine Garage reinschleichen und einen Blick auf die Strecke werfen. Wäre schön gewesen etwas Action zu erleben, aber immerhin hab ich jetzt mal an einer Formel 1-Teststrecke gestanden. :)

Nun liegt dieses Highlight meines Aufenthalts also hinter mir und ich bin froh das gemacht zu haben. Ich habe viel gesehen und erlebt und wenn ich jetzt noch irgendwann mal eine Tour durch den Norden machen sollte, kenne ich mich in Spanien vermutlich weit besser aus als in Deutschland. Der übliche Effekt: Wenn man nur zu Besuch ist, guckt man sich viel gründlicher um. Ich habe nun fast ganz Andalusien gesehen. Wir waren bis auf eine in jeder Provinz Andalusiens und haben in den meisten sogar übernachtet. In den zehn Tagen haben wir ziemlich genau 2.400 Kilometer zurückgelegt, von denen ich vermutlich so 1.500 selbst gefahren bin. Es hat alles irre Spaß gemacht und war sehr interessant. Was mir auch Spanier hier bestätigt haben: Der andalusische Akzent ist echt krass. In der Gegend scheint man was gegen das S zu haben, denn es wird einfach nicht ausgesprochen. Man spricht dort z.b. “vamo” statt “vamos” oder “ma lejo” statt “mas lejos”. Da die spanischen Verbformen für die zweite Person (die man halt oft gebraucht, wenn man miteinander spricht) alle ein S am Ende tragen, klang das alles auch etwas komisch. :) Aber wir haben es überlebt und wir kamen überall klar. Da die Gegend sehr turistenbeliebt ist, spricht man an nicht wenigen Orten ja englisch oder sogar deutsch, was teilweise echt nervt, wenn man mal das Land Spanien wirklich erleben will. Da war es schon ein gutes Gefühl wieder zu hause zu sein, denn in der Provinz Valencia findet man nirgens ein englisches oder deutsches Wort an der Wand. Hier ist alles, wenn man Glück hat, in Spanisch oder eben Valenciano. Daran hab ich mich gewöhnt, und das hab ich unterwegs irgendwie vermisst, so bekloppt ich diese Zweisprachigkeit auch finde.
Nun stehen erstmal noch zwei Wochen Vorlesungen und all das an, in denen ich bestimmt nicht viel Zeit haben werde, und dann geht’s nach Deutschland. Werde vom 22.12. bis zum 7.1. dort sein. Also lasst mich wissen, wo ihr seid, dann überbrücken wir vielleicht auch noch die letzten Kilometer.